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Der Slītere Nationalpark ist der kleinste der vier lettischen Nationalparks. Er liegt im Nordwestlichen Teil der Region Kurteme. Viele Naturwanderwege an verschiedenen Stellen des Parks zeigen den Besuchern die Besonderheit dieser Landschaft, die sehr unterschiedlich ist. Wir haben uns den Pēterezeru dabas taka ausgewählt.

Anfahrt zur Wanderung am Peter-See

Wir fahren vom Campingplatz in Miķeļtornis über die P 124 nach Norden bis zum Abzweig der P 126 und folgen dieser nach Südwesten in Richtung Dundaga. Bereits nach etwa 5 km weist ein braunes Touristikschild zum Pēterezeru dabas taka. Wir parken unser Wohnmobil. Auch hier wäre es kein Problem mit dem Wohnmobil über Nacht stehen zu bleiben.

Am Parkplatz ist eine große Tafel aufgestellt, die über alle Wanderwege im Slītere Nationalpark informiert. Uns interessiert die des heutigen „Pēterezers Nature Trails“. Ein QR-Code auf der Tafel leitet zu einer Webseite, die weitere Informationen gibt.

Eine Informationstafel erklärt den Wanderweg
Die Informationstafel erklärt nicht nur den Wanderweg, sondern auch Hintergründe

Aufzeichnung der Wanderung auf Komoot

Die Wanderung habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachwandern.

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Einmalige Dünenlandschaft in Europa

Ein schöner Waldweg führt in den Wald, Schilder hängen an den Bäumen.

Holzschilder markieren den Beginn des Wanderwegs
Diese Holzschilder markieren den Beginn des Wanderwegs

Am Anfang führt der Wanderweg parallel zur Straße. Der Weg ist recht eben, denn er verläuft auf der ehemaligen Trasse der „Gauge“-Bahn. Die Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von 60 cm wurde während des ersten Weltkrieges im Bezirk Kurzeme gebaut. Die Deutsche Armee nutzte sie für Holztransporte. Ab den 1920er Jahren wurde die Trasse auch für den Personen- und Güterverkehr genutzt und stolz „Kurzeme-Express“ genannt. Die Fahrtzeit für die 70 km Strecke von Mazirbe bis Ventspils betrug sechs Stunden. Ein anderer Strang verband Mazirbe mit Dundaga. 1962 wurde der Eisenbahnverkehr eingestellt. 

Die Landschaft durch die wir wandern, hat sich vor etwa 6000 Jahren gebildet und ist einzigartig in Europa. Der „Petersee“ und der „Ententeich“ sind Überbleibsel der sich zurückziehenden Ostsee. Die Abfolge von Dünen und Tälern, Viga genannt, ist die einzige im Slītere Naturpark. In der Viga von Pēterezers leben Pflanzen und Tiere, die auf der roten Liste der bedrohten Arten stehen. Hier ist z.B. der Teichfrosch Rana esculenta zu finden, vermutlich eine Kreuzung von Seefrosch und Wasserfrosch. Verschiedene Orchideenarten sind hier heimisch. Das diese Arten hier vorkommen, zeugt von einer hohen Umweltqualität.

Eine pinkfarbene Blüte mit kugelrunden, silbrigen Blütenansätzen
Die Blüte erinnern mich an eine Distel, aber das Blatt am Stängel nicht
Ein violette Blütenrispe
Auch diese Blüte erfreut mich, obwohl ich den Namen nicht kenne
Ein orangebrauner Schmetterling mit schwarzen Flecken auf einer gelben Blüte
Nicht nur dem Schmetterling schmeckt der Nektar, auch zwei Käfer auf der anderen Blüte stärken sich

Während unserer Wanderung ändert sich die Waldlandschaft ständig, in Unterbewuchs und Landschaftsform. Die Wanderung ist zwar kurz, nur 3,5 km, aber hochinteressant.

In sanften Wellen ist der Walduntergrund geformt. Der Kiefernwaldboden ist von Moos und Heidesträuchern bedeckt
Die Dünen sind als sanfte Wellen im Wald wahrnehmbar

Kurz danach werden die „Berge“ höher, die Dünen steiler. Wurzeltreppen erleichtern das Vorwärtskommen, aber manchmal ist der Weg recht steil und, nach dem Regen der letzten Tage, auch glitschig. In den „Tälern“ kann sich Wasser sammeln und bildet andere Biotope als die bisher gesehenen.

Viele Farne stehen als Unterholz im Kiefernwald, ein Bohlenweg führt hindurch
Die Farne erinnern an Urwald. Sie und der Bohlenweg deuten auf hohe Feuchtigkeit hin
Schachtelhalm steht an einer feuchten Stelle im Wald
Ich würde sagen, dass die feuchte Stelle von Schachtelhalm erobert worden ist oder irre ich?

Nach kurzer Weiterwanderung immer steiler bergauf, erreichen wir die höchsten Dünen.

Eine Holztreppe führt über eine von Wald bewachsene Düne
Die Dünen werden durch die Holztreppen geschützt, die viele Wanderer sonst zerstören würden

Nach der Düne ist der Wald wieder anders geartet, denn er nähert sich nun allmählich dem See.

Ein schmaler mit Kiefernadeln bedeckter Pfad führt in Kurven durch den Wald
Der Pfad ist schmal, weich und wunderschön zu gehen
Der Waldboden ist von verschiedengrünfarbigem Moos bedeckt
Hier sieht der Waldboden wieder ganz anders aus

Dann passieren wir wieder eine sumpfige Stelle.

Ein Steg führt über eine sumpfige Stelle im Wald
Feuchte Stellen werden von Holzstegen überspannt

Immer weiter geht es bergab und wir kommen an den Piļu Diķis, den Ententeich.

Eine dunkle kleine Seefläche
Der dunkle See wird Ententeich genannt – auch wenn wir keine Enten sehen

Nun geht es auf einem Bohlenweg weiter durch die Sumpflandschaft, die sich zwischen den beiden Seen gebildet hat. Genau diese Stelle ist so ganz und gar besonders für Amphibien und Pflanzen. Leider kenne ich mich zu wenig damit aus. Aber erfreuen kann ich mich an dem unterschiedlichen Bewuchs.

Ein Bohlenweg führt am Seeufer lange entlang
Der Bohlenweg führt uns lange am Seeufer entlang. So können die Sumpfpflanzen aus der Nähe betrachtet werden
Rote und schwarze Beeren wachsen an einer Pflanze
Diese Beeren wachsen im Sumpf beim Petersee – auch die kenne ich nicht

Der erste Anblick des Petersees ist wunderschön, allein wegen des Bäumchens davor.

Ein abgestorbener schiefer Baum vor einer kleinen Seefläche
Der Blick öffnet sich zum Peter-See
Der Petersee liegt heute sehr still da, rechts steht hohes Schilf
Der Petersee liegt heute sehr still da – Libellen sausen herum, fast zu schnell fürs Auge und erst recht zu schnell zum Fotografieren

Die Libellen schwirren nur so herum, über den See, durch das Schilf, hin und her in einer ziemlich hohen Geschwindigkeit. Ich bewundere die Naturfotografen, die diesen Insekten mit einer Filmkamera zu folgen vermögen. Aber auch wir haben Glück.

Eine Libelle sitzt auf einem Holzgeländer
Eine Libelle hat sich doch mal hingesetzt für das Fotoshooting
Eine Libelle sitzt auf einem Holzgeländ
Eine rötliche Libelle möchte nun auch fotografiert werden

Wir verweilen uns noch am See bevor wir weiterwandern.

Vom See führt eine Treppe über eine Düne wieder hinauf in den Wald
Nach dem See wird über eine Treppe wieder eine Düne erklommen

Immer wieder nehmen wir irgendwo eine Handvoll Heidelbeeren, die mit ihrer blauen Farbe nur so locken. Für professionelle Beerenpflücker ist dieser Wald tabu, ich hoffe, dass eine Handvoll erlaubt ist.

Ein Wanderer spaziert auf einem schmalen Pfad durch den Wald, im Unterholz Beerensträucher
Wir wandern durch den wunderschönen Beerenwald

Der Weg geht nun über sanftere Wellen weiter. Und nun gesellen sich auch Preiselbeeren zum Beerengesträuch dazu. Die herumliegenden hellen Birkenäste, das Weißmoos und das leuchtende rot der Beeren bildet eine wunderschöne Farbkombination.

Ein einem Strauch hängen rote Preiselbeeren, Weißmoos liegt darüber
Die Preiselbeeren sind an manchen Stellen schon reif

Wir werden von den kleinen Pfaden wieder auf einen breiteren Weg geleitet, der uns bald zurück zum Parkplatz führt. Diese Wanderung hat großen Spaß gemacht, denn die Landschaft ist voller Überraschungen, wenn man die Augen offenhält.

Ein Mann mit Rucksack wandert auf einem Waldweg
Der Wanderweg am Petersee ist wunderschön angelegt

Wir fahren weiter zum Kap Kolka, dem nördlichsten Punkt in Kurzeme und dem Zusammenfluss von Ostsee und Rigaer Bucht.

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