Wohnmobilanreise Frankreich Ostspanien

Wohnmobilanreise Frankreich Ostspanien

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Obwohl wir diesmal keinen richtigen Winter in der Pfalz haben, wollen wir dem Frühling entgegenfahren. Unser Ziel ist der Osten Spaniens, von den Ostpyrenäen bis Valencia. Für die Anreise nehmen wir uns drei Tage Zeit und nutzen in Frankreich und Spanien mautfreie Straßen, bis auf eine Ausnahme.

Der Sturm Sabine verzögert unsere Abfahrt um einen Tag. Unser Wohnmobil, ein Karmann Ontario 580 ist nur 5,80 m kurz, dafür aber 3,20 m hoch, bietet also viel Windangriffsfläche. Auch als wir am Dienstagvormittag losfahren, hat Bernhard bis Mulhouse noch mit starken Windböen zu rechnen.

Anreise Landau bis Chalon sur Saône

Unser erstes Etappenziel und Übernachtungsort ist Chalon sur Saône in der Bourgogne-France-Comté. Von der Pfalz aus nehmen wir die A 65 bis zur Ausfahrt 22 und folgen den Schildern nach Straßbourg. Auf der französischen Autobahn A35 fahren wir an Straßbourg vorbei und entlang der Weinberge des Elsass zur Ausfahrt 28 hinter Colmar. Wir biegen auf die D8 ab bis Rouffach und folgen der D83 allmählich nach Westen. Nördlich von Belfort nehmen wir den Abzweig der D1083 zur Auffahrt auf die mautfreie A 36 bis zur Ausfahrt 1, hinter Dole. D976 und D673 bringen uns weiter südwestlich nach Chalon sûr Saône.

Wohnmobilstellplatz Chalon sur Saône

Direkt an einer Einfallstraße in die Stadt, an der Promenade Sainte Marie, liegt der öffentliche Wohnmobilstellplatz. Kostenlos, mit Ver- und Entsorgungsstation. Hohe Bäume beschatten den unebenen erdigen Platz mit Kiesauflage. Jetzt in der Vorsaison nutzen wir ihn nur bei der Abfahrt am nächsten Morgen zur Entsorgung.
GPS:
N 46.78420, E 4.86306 oder
N 46°47‘03‘‘, E 4°51‘47‘‘

Die Einfahrt zum Wohnmobilstellplatz in Chalon sur Saône ist beschildert
Die Einfahrt ist beschildert, der Platz erstreckt sich rechts der Ver- und Entsorgungsstation
Die Ent- und Versorgungsstation von Chalon sur Saône. Zwei Mülleimer und die Station zur Versorgung mit Frischwasser und der Entsorgung von Grauwasser und Toilette
Nicht schön, aber zweckmäßig ist die Ver- und Entsorgungsstation von Chalon sur Saône

Stellplatzangaben zusammengefasst.

Chalon sur Saône

Wir selbst parken etwa 200 m weiter, am Maison du Vin, im hinteren Teil eines Parkplatzes. GPS-Position: N 46.78466, E 4.86288.

Ein zweistöckiges Gebäude beherbergt unten den Weinverkauf des Anbaugebiets der Côte Chalonaisse und oben ein Restaurant
Wir stehen links des Maison du Vin, des Weinhauses

Die Boutique des Maison du Vin hat täglich bis 19 Uhr geöffnet. Im Obergeschoss ist ein Restaurant. Das Haus ist recht neu und der Verkaufsraum sehr ansprechend eingerichtet. Die Weine der Côte Chalonaisse werden dort präsentiert und verkauft. Wir entscheiden uns für eine Flasche Pinot Noir.

Ein Verkaufsraum, mit Holzelementen als Raumtrenner, präsentiert den Wein
Der Verkaufsraum ist geschmackvoll eingerichtet
Eine Landkarte zeigt das Anbaugebiet Côte Chalonaisse
Die Landkarte zeigt das Anbaugebiet Côte Chalonaisse

Chalon sur Saône ist eine Stadt der Kunst und Geschichte, so verrät es zumindest France-Voyage.com. Wer sich die Zeit nehmen möchte und interessiert an Fotografie ist, sollte das Fotomuseum besichtigen. Das ist dem Erfinder der Fotografie, Nićephore Niépce, gewidmet, der aus dieser Stadt stammt. Etwa 6.000 Fotoapparate, optische Geräte und mehr als 3 Millionen Bilder sind ausgestellt.

Wir vertreten uns nur die Beine und entdecken bei einem Spaziergang einige Schönheiten der Stadt.

Um einen Platz sind Fachwerkhäuser in verschiedenen Farben gebaut. Am Rand steht eine Kugel als Brunnen
Der Marktplatz von Chalon sur Saône ist sehr schön gestaltet und von Fachwerkhäusern eingerahmt
Eine rundgeschliffene ca. 2 m hohe Steinkugel ist in ihrer Mitte als Treppe gestaltet
Der Brunnenstein ist als Treppe zum Himmel gestaltet?
Die Fassaden von zwei Häusern sind mit Gemälden verziert, echt und unecht ist schwer zu unterscheiden
Was ist real und was ist irreal an Deiner Wahrnehmung der Häuser?

Um mit dem Gaumen in Frankreich anzukommen, starten wir gerne mit einem Ricard in einem Café.

Auf einem Tisch stehen zwei Gläser mit dem Anisschnaps Ricard, der mit Wasser aus einer Karaffe aufgegossen wird
Ein Gläschen Ricard, dazu Knabbereien, unser Gaumen kommt in Frankreich an

Wir kaufen ein Baguette und französischen Käse, dazu der Pinot Noir und schon ist unser regionales Abendessen im Wohnmobil auf dem Tisch.

Auf einem Tisch liegt ein Baguette, etwas dunkler und mit spitz zugedrehten Enden
Ein besonders knuspriges Baguette mit spitz zugedrehten Enden

Anreise Chalon sur Saône bis Leucate Plage

Wir folgen der E607 (N80) nach Westen. Die E607 wir zur N70, auf der wir bis Molinet bleiben. Dort geht es weiter auf der D994, um Lapalisse kurz westlich auf die N7 und gleich wieder nach Südwesten auf die D907. Wir umrunden Vichy westlich auf der D67 und D6 und folgen bei Bellerive sur Allier der D984, ab Aigueperse der D9009, östlich an Châtel-Guyon vorbei bis kurz vor Clermont-Ferrand. Hier folgen wir der Beschilderung zur A75, „La Meridienne“ genannt, die uns mautfrei weiter nach Süden bringt. Rechts von uns erblicken wir manchmal das verschneite Massiv Central mit seinen wilden Ausläufern. Die Autobahn schwingt sich bis über 1.100 Höhenmetern hinauf. In Frankreich sind wunderschöne Rastplätze angelegt, immer auch mit Ver- und Entsorgung für Wohnmobile, Picknicktischen und Toiletten. Wir entdecken das Schild zum Rastplatz Viadukt Garabit kurz nach der Ausfahrt 30 und halten für einen Snack an. Aber es erwartet und ein phänomenaler Ausblick auf eine ungeheuer filigrane Autobahnbrücke.

Eine rotgestrichene Metallbrücke erhebt sich über den Fluss
Schlank und filigran erhebt sich die Brücke über den Fluss

Diese Brücke wurde 1884 für die Bahnverbindung von Béziers nach Neussargues fertiggestellt und wird heute noch genutzt, jedoch sehr wenig. Der Vordenker und Erbauer war Gustave Eiffel, die statischen Berechnungen des einfachen, unbestimmten Zweigelenkbogens stammen von Maurice Kechlin und Émile Nouguier. Ein Informationszentrum über die Gegend „Le Cantal plus Grand Volcan d’Europe“ ist offen.

Ein Glasgebäude beherbergt das Besucherzentrum Le Cantal plus Grand Volcan de Europe
Besucherzentrum: Le Cantal plus Grand Volcan d’Europe

Bei der Ausfahrt 45 möchte unser Navigationsgerät uns von der Autobahn 75 ableiten, damit wir der D911 und D809 folgen. Das ist ein ziemlicher Umweg und würde uns tief hinab nach Millau, zum Fluss Tarn führen und wieder hinauf zur Autobahn. Wir entscheiden uns für Zeitersparnis und kommen kurz danach zur Zahlstelle. Unser Wohnmobil ist aufgrund der Höhe „Klasse 3“ und die Überfahrt des Viaduc de Millau kostet uns 30 €. Von 2001 bis 2004 wurde an der weltweit längsten Schrägseilbrücke gebaut, die sehr eindrucksvoll das Tal der Tarn überspannt. Wir fahren aufgrund der Windböen auf der etwa 2,5 km langen Brücke recht langsam und genießen den Ausblick.

Die weltgrößte Schrägseilbrücke überspannt das Tal der Tarn
Sehr eindrucksvoll liegt die Brücke vor uns

An der Ausfahrt 63, kurz vor Beziers fahren wir ab und folgen der D612 und D609, die später D6009 heißt und der Beschilderung Richtung Perpignan. Wir wollen den Wohnmobilstellplatz von Leucate Plage nutzen und folgen kurz der D627 und durch den Ort und dann der Beschilderung zum Platz. Nun wissen wir, wo wir hinwollen, aber erst wollen wir mit dem Gaumen am Mittelmeer ankommen.

So fahren wir weiter nach Leucate Port, biegen nach der Brücke rechts ab, denn dort sind einige Buden aufgestellt, in denen wir Meeresfrüchte essen wollen. Wir entscheiden uns für „La Maison bleu“ und essen leckere Austern und Crevetten und einen regionalen Rosé dazu.

Auf einem Tisch steht eine Weinflasche mit Rosé, davor sind auf einem Teller Austern und auf einem anderen Crevetten
Nun sind wir auch kulinarisch am Mittelmeer angekommen

Wohnmobilstellplatz Leucate Plage

Stellplatzangaben zusammengefasst

Aire de Camping-Car Mouret Leucate Plage
GPS:
N 42.90019, E 3.05280
N 42°54’01’’, E 3°03’10’’

Eine Schranke sperrt den Platz ab. Eine Anleitung für die Überwindung der Schranke und die Gebühren – allerdings die für 2019 – sind am Zahlterminal angebracht.

Wir zahlen jetzt im Februar 2020 10,90 € und stellen uns auf einen Platz hinter dem Sanddeich am Meer. Auf der Quittung ist ein Aus- und Einfahrtscode angebracht, falls man mehrere Tage stehen und dennoch das Gelände verlassen möchte.

Ein sandiger Platz, auf dem einige Wohnmobile stehen, wird durch Holzbalken am Boden in Parzellen unterteilt
Die Parzellen auf dem großzügigen Platz sind mit Holzbalken am Boden eingeteilt und für einen Strandurlaub in Ordnung

Nachdem alles für die Nacht bereit ist spazieren wir noch am Strand entlang. Das Wasser ist handwarm, aber zum Baden für mich noch zu kalt. Ein wunderschöner Sonnenuntergang über den Bergen taucht unser Wohnmobil in rosa Licht.

Eine Frau hockt am Strand und fasst mit der Hand ins Wasser
Erst mal traue ich mich nur mit der Hand ins Wasser, dass reicht für heute Abend auch
Über den Bergen geht die Sonne unter, im Vordergrund sind Wohnmobile hinter einem Deich
Der Sonnenuntergang beleuchtet das Wohnmobil

Morgens entsorgen wir noch Grauwasser und machen uns auf unsere dritte Etappe nach Spanien, nach Benicassim, wo wir mit neuseeländischen Freunden verabredet sind.

Die Ver- und Entsorgungsanlage auf dem Stellplatz in Leucate Plage
Die Ver- und Entsorgungsanlage auf dem Stellplatz in Leucate Plage

Anreise Leucate Plage bis Benicassim

Im örtlichen Supermarkt beim Kreisverkehr tanken wir noch einige Liter, denn wir werden erst wieder in Spanien volltanken, da der Diesel dort günstiger ist. Wir folgen der D627, die in die D900 mündet, der wir nach Süden folgen. Die Stadt Le Perthus bildet die Grenze und wird in der Bebauung bereits spanisch, obwohl die Grenzanlagen erst nach der Stadt sind.

Im Internet haben wir gelesen, dass die Autobahnen in Spanien innerhalb der nächsten Jahre mautfrei werden sollen. Wir vertrauen unserem Navigationsgerät und folgen der N11 bis Figueras. Hier biegen wir auf die N 260 nach Westen ab bis Olot – teilweise mit schönen Aussichten durch die Wolken auf die schneebedeckten Pyrenäen, dort nach Süden auf die C63 und weiter auf die C37. Laut Landkarte ist das ein unscheinbares, sehr kurviges Sträßchen, entpuppt sich aber als neugebaute Höhenstraße mit vielen Tunneln. Nach Vic fahren wir auf der C25 an Artés vorbei nach Manresa und folgen der C37. Gerne würden wir mittlerweile eine Mittagsrast machen, aber einen Parkplatz haben wir noch nicht entdeckt.

Links vor uns tauchen aus dem Nebel eine wilde Gebirgskette mit bizarren Berggipfeln auf, fast wie ein Raubtiergebiss. Sie baut sich aus der Ebene hoch hinauf auf, mit Zacken und Zinnen. Muntanya de Montserrat ergibt bei der Internetrecherche mehrere Treffer. Steineichenwälder bedecken neben 1.250 anderen Pflanzenarten den unteren Teil des Gebirges aus Sedimentgestein. Kalkiger Naturzement hält ein Agglomerat aus Kieselsteinen zusammen, dass von der Erosion vielfältig so geformt wurde. Wegen der Greifvogeldichte kommen viele Ornithologen zur Beobachtung in den Parc Natural de Montserrat. Vielleicht halten wir auf dem Rückweg für eine Wanderung?

Eine Gebirgskette erhebt sich hinter trockenem Gras aus der Ebene, Die Gipfel ragen wie ein spitzes Gebiss in die Höhe
Mit wilden Zacken und Zinnen erhebt sich das Gebirge Montserrat aus der Ebene

In Igualada fahren wir auf die C15 und halten bei einem Straßenabzweig einfach zur Pause an. Bei Vilafranca del Penedès folgen wir der N340 und der Beschilderung Tarragona. Hier nun wird die Straße autobahnähnlich und wir kommen flott voran. Irgendwann vor dem Ebrodelta wird die breite Straße wieder zur Landstraße. Wir verfolgen die Route zusätzlich zu Landkarte und Wohnmobilnavigation mit Google Maps. Das will uns nun ständig auf die AP7 schicken, die laut der Beschilderung aber Maut kostet. Oder doch nicht? Erst bei l‘Ametlla de Mer probieren wir die Auffahrt zur AP7 aus. Obwohl auf allen Schildern noch Péage steht, sind die Kassenautomaten zugeklebt und mit der Aufforderung „Don’t Stop“ versehen. Okay, also ist die Autobahn mautfrei, prima.

Bis zur Ausfahrt 45 folgen wir der Autobahn, dort biegen wir auf die N340 bis ins Städtchen Benicassim. Dort checken wir auf dem Campingplatz „Bonterra Park“ ein, um Zeit mit unseren Freunden zu verbringen.

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