Greifswald – Usedom – Polnische Grenze

Greifswald – Usedom – Polnische Grenze

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Die Hansestadt Greifswald und die Insel Usedom, ganz im Nordosten Deutschlands, standen auf unserem Reiseplan, bevor wir nach Polen weiterreisen wollen. Trotz Aprilwetter im Juli haben wir einen trockenen Tag für eine Radtour erwischt. Museumsbesuche wechselten sich mit Genuss ab, denn Usedom hat viel zu bieten.

Hansestadt Greifswald

Wir richten uns auf dem Stellplatz in Greifswald am Museumshafen ein. Obwohl drohende Regenwolken über uns hängen, spazieren wir Richtung Stadt. Es ist Sonntag und nicht viel los. Uns begeistern die Häuser um den Marktplatz sehr und der naheliegende Dom St. Nicolai.

Der Dom St. Nicolai in Greifswald ist aus Backsteinen gemauert mit schönen Backsteinverzierungen
Blick hinauf zum Kirchturm des Doms St. Nicolai
Am mit Basalt gepflasterten Marktplatz in Greifswald stehen historische Bürgerhäuser
Um den Marktplatz in Greifswald stehen historische Bürgerhäuser. An manchen sind Tafeln zur Geschichte des Gebäudes angebracht
Am Marktplatz stehen wunderschön restaurierte alte Bürgerhäuser. Links eines mit Treppengiebel, das rot gestrichen ist, rechts ein weißes Haus
Gegenüber der ältesten Häuser steht am Marktplatz dieses Ensemble
Ein Haus mit einem wunderschönen Schmuckgiebel steht am Marktplatz 11 in Greifswald
Das Bürgerhaus, das wohl im 15. Jahrhundert erbaut wurde, beherbergt heute ein Café
Der Stufengiebel des ältesten Hauses in Greifswald ist oben mit Türmchen verziert
Dieses Giebelhaus ist das älteste in Greifswald. Aber auch der älteste Giebel eines bürgerlichen Hauses im südlichen Ostseeraum

Mit den ersten Regentropfen, die sich schnell zu einem Schutt ausarten, kommen wir wieder am Wohnmobil an. Am späten Nachmittag reißt der Himmel endlich auf. Ich beende die Tipperei für meinen Blog und wir gehen zum Alten Hafen, Schiffe gucken. Auf der anderen Seite des Kais sind Liegestühle aufgebaut und wir gönnen uns ein Bier, während wir die Sonne genießen.

Endlich scheint am Abend mal wieder die Sonne, die die Segelschiffe im alten Hafen anstrahlt
Ein wunderschöner Abend im alten Hafen in Greifswald und endlich mal Sonnenschein
Die Sonne senkt sich zum Horizont über dem alten Hafen von Greifswald
Endlich können wir mal wieder die Sonne am Horizont untergehen sehen, statt hinter Wolken

Kloster Eldena und das Dorf Wieck

Direkt östlich von Greifswald ist die Klosterruine eines Franziskanerklosters, die hauptsächlich durch einen Maler berühmt wurde. Caspar David Friedrich, der in Greifswald aufgewachsen ist, hat viele Zeit in den damals von Gras und Gebüsch überwucherten Ruinenresten verbracht. Seine Bilder sind bekannt und hängen in Ausstellungen weltweit.

Auf den Aufstellern, die Erklärungen über das Kloster abgeben, sind schematisch einige seiner Bilder genannt und dargestellt. Im Jahr 1199 gegründet, wurde die Klostergründung 1204 von Papst Innocent III. bestätigt. Erst 1248 wird ein Flecken, Oppidum Gripheswald, erwähnt, aus dem sich später Greifswald entwickelte. Das Kloster diente über mehrere Jahrhunderte als Grablege für pommersche Herzöge und Herzoginnen, Weltliche von Rang und Stand und für Ordensbrüder. Einzig der Wirtschaftshof und die Klosterscheune wurden über alle Jahrhunderte hinweg landwirtschaftlich genutzt. Heute finden in der Scheune Veranstaltungen statt. Ich persönlich finde die Baureste ungemein spannend, denn sie lassen die Baukunst vergangener Jahrhunderte erahnen.

Die kunstvoll aus Backstein gemauerten Gebäudeteile ragen hoch hinauf. Heute stehen in den Ruinen hohe Bäume
Die äußere Begrenzung des Ostflügels ist noch in den Außenmauern erhalten
Einige Säulen aus Backstein gemauert im Ostflügel der Ruine von Eldena
Die Säulen gehörten zum Ostflügel des Franziskanerklosters Eldena
Der Weg zum Ostflügel des ehemaligen Klosters ist mit Spitzbögen gebaut
Von der Kirche zum Ostflügel stehen noch Reste des Klosters
Ein hoher Torbogen, hinter dem ein Baum wächst
Ein Tor zum Baum?
Die Fenster waren kunstvoll mit Rosetten verziert
Backstein und Rosetten – kunstvoll gefertigte Fenster

Über den „Studentenweg“ spazieren wir nach Wieck, einen kleinen Ort am „Dänischen Wiek“. Das Dörfchen begrüßt seine Gäste mit einer besonderen Brücke.

Die Holzklappbrücke in Wieck ist zwar ein technisches Denkmal, wird aber heute noch genutzt
Die Holzklappbrücke in Wieck ist zwar ein technisches Denkmal, wird aber heute noch genutzt
Blick von der Mitte der Holzklappbrücke in den Hafen
Blick von der Mitte der Holzklappbrücke in den Hafen

Wir spazieren über die Brücke und am Kai entlang zum Sperrwerk, dass die Ostsee bei den Herbst- und Winterstürmen vom Dorf fernhält. Einige Holzskulpturen sind an der Promenade errichtet.

Eine Holzskulptur stellt einen Fischer dar
Ein Fischer als Holzskulptur
Holzskulpturen in Wieck tragen Mund-Nasen-Masken
Die Skulpturen machen alles richtig: Abstand halten, Masken tragen, einen tollen Platz im Freien suchen mit stimmungsvoller Beleuchtung der Ostsee durch die Sonne

Sonne, dicke, dunkle Wolken und wieder Sonne, wir haben weiterhin Aprilwetter. Beim Spaziergang durch den historischen Ortskern entdecken wir viele Kleinode, zwei Beispiele im Bild.

Ein Fahrrad, das offensichtlich im Meer gelegen hat, ist mit Muscheln bewachsen
Das Fahrrad wurde aus der Ostsee gefischt – und dient nun als Dekoration
Ein Reedgedecktes Haus mit einem üppig blühenden Garten
So stelle ich mir ein typisch norddeutsches Haus vor – und manchmal finde ich diese Exemplare wirklich

Wir sitzen kaum im Wohnmobil, schon prasselt wieder ein Regenschauer herunter. So fahren wir gemütlich nach Wolgast und über die Brücke auf die Insel Usedom. Wir wollen ganz in den Norden, hinauf nach Peenemünde.

Peenemünde

Wir folgen dem Hinweisschild mit dem Stellplatzzeichen für Wohnmobile und fahren auf den großen Wiesen- Wohnmobilplatz. Wir wählen lange aus, um einen für uns passenden Platz zu finden. Der Wind ist sehr böig und dem wollen wir ein wenig aus dem Weg gehen. So stellen wir uns letztendlich hinter eine Hecke und erfreuen uns an der Sonne, die nun wieder scheint. Zum Mittagessen fahren wir sogar die Markise aus, da die Sonne kurzzeitig richtig brennt.

Ein Hinweisschild zum Übernachtungs- und Gastro-Angebot der Halbinsel Peenemünde
Hinweisschild mit dem Angebot der „Halbinsel Peenemünde“

Wir spazieren zur Hafenbar „zum Dürren Hering“ wo wir von einem interessanten Spruch empfangen werden.

Ein guter Hinweis: Wer Meer hat braucht nicht Mehr
Man lernt doch nie aus! Spruch am Eingang zum Hafenrestaurant

Die Sonne genießen wir in einem Strandkorb, zusammen mit Kaffee und Kuchen. Auf der Halbinsel Peenemünde werden nicht nur Stellplätze für Wohnmobile vermietet, sondern auch Kojen in einem Schiff. Hotelzimmer, Appartements und sogar Ferienhäuser sind außerdem im Angebot des weitläufigen Geländes.

In einem an Land liegenden Schiff werden Kojen vermietet
Wanderer und Radtouristen können die Kojen im Schiff zur Übernachtung nutzen

Ich mache später noch einen Spaziergang, um eine schöne Stelle für mein Sonnenuntergangsfoto zu finden. Lange sitze ich auf einer Bank und beobachte einige Kormorane am Wasser.

Die Peene fließt zum Schluss in das Spandower-Hagener-Wieck, bevor sie in die Ostsee mündet
Ein Kormoran trocknet seine Flügel auf einem hohen Pfosten
Der Kormoran übt für eine Statistenrolle als Pleitegeier

Auf dem Rückweg entdecke ich einige der Blockhäuser, die mir nicht nur als Feriendomizil gut gefallen würden.

Blockhäuser werden als Ferienhaus vermietet
Mehrere dieser Blockhäuser werden als Ferienhaus vermietet

Leider wird es mit meinem Sonnenuntergangsfoto wieder nichts, die Wolken überwiegen. Allerdings bekomme ich ein anderes Wetterereignis vor die Linse.

Ein Regenbogen erhebt sich über Bäumen
Kein Regen aber ein Regenbogen

Peenemünde Museen

Nachdem wir den trockenen Tag für eine Radltour genutzt haben, wollen wir uns vor der Abreise noch einige historische Dinge in Peenemünde anschauen. Unser erster Weg führt auf die gegenüberliegende Seite des Hafens.

U-Boot Peenemünde

Dort liegt ein U-Boot der sowjetischen Armee. Die Juliett U461. Das U-Boot wurde ab Oktober 1961 gebaut und lief im Dezember 1962 vom Stapel. In Einsatz ging das Boot erst 1965 bei der 58. U-Boot-Brigade der Baltischen Rotbannerflotte. 1994 wurde das U-Boot als schwimmendes Museum nach Kopenhagen verkauft und von dort 1998 nach Peenemünde.

Außenansicht des verrostenden U-Boots 461
Das U-Boot rostet still vor sich hin… – gut so, denn so kann es keinen Krieg mehr führen!

Das U-Boot kann besichtigt werden, was wir uns nicht nehmen lassen. Durch einen Eingang geht es über einen Steg und eine steile Leiter hinunter in das Innnere des U-Boots. Ich habe keine Probleme mit Enge oder in geschlossenen Räumen, aber hier wird mir mulmig. Kabel, Rohre, Enge, schlechte Luft, wenig Platz und Vorwärtskommen nur durch kleine runde Luken in den nächsten Abschnitt, das beklemmt mich. Die ganze Atmosphäre wirkt auf mich bedrohlich. Panzer und U-Boote sind Dinge in der Kriegsführung, die ich für die Soldaten am unmenschlichsten empfinde. Unabhängig davon, dass ich militärische Einrichtungen sowieso unmenschlich und völlig unnötig empfinde. Im Frieden miteinander leben, jeden so sein lassen, wie er ist und niemand etwas neiden, ist der erste Schritt zur Entmilitarisierung. Aber solange es immer wieder Menschen gibt, die sich selbst oder ihr Volk auf einen Sockel stellen müssen, ist weltweiter Frieden wohl nicht zu erreichen.

Die Bedingungen für die Besatzung unter Bord waren totale Enge und kaum Privatsphäre. Bis zu 90 Tage konnte das Boot autonom fahren und maximal 800 Stunden tauchen. Richtig sauber halten konnten die Männer sich nicht. Es gab zwar zwei Waschbecken und eine Dusche, aber meist kamen die Männer stinkend und ölverschmiert aus den Luken an Land.

Eine Schaufensterpuppe sitzt auf einer der drei Toiletten im U-Boot
Für 78 bis 82 Mann Besatzung gab es zwei Toiletten im U-Boot und eine auf der Brücke.
Einige der Kojen für die Besatzung – mitten in der laufenden Anlage
Einige der Mannschaftskojen – die umschichtig, je nach Dienst benutzt wurden
Die Küche war sehr klein, es wurde laufend gekocht für die verschiedenen Dienstzeiten der Matrosen
Die Küche war sehr klein, es wurde laufend gekocht, da die Matrosen verschiedene Dienstzeiten und somit Essensbedürfnisse hatten
Das U-Boot von Oben vom Sauerstoffwerk aus
Von oben kann man die Größe des U-Bootes erahnen

Ich bin froh, wieder aus dem Ausgang an die frische Luft zu kommen. Ich empfand den Aufenthalt sehr bedrückend und beklemmend. Gibt es Menschen, die sich freiwillig auf so ein U-Boot melden?

Historisch Technisches Museum Peenemünde

An unserem Abreisetag sind wir kurz nach der Öffnung um 10 Uhr am Historisch-Technisches Museum. Hier wurde die die V4, die „Wunderwaffe“ der Nazis im 2. Weltkrieg entwickelt und bis zur Zerstörung der Produktionsanlagen durch die Engländer 1943 auch gebaut.

Auch an diesem Platz fühle ich mich nicht wohl. Die Umwege, die Technikerfindungen so oft über militärische Nutzung gehen müssen, finde ich so unnötig. Die finanziellen Mittel in die technische Entwicklung ausschließlich für zivile Zwecke zu stecken, wäre doch wesentlich kostengünstiger. Technische Entwicklung im Einklang mit der Natur – der Traum könnte wahr werden, wenn die Ressourcen und finanziellen Mittel zivil und nachhaltig eingesetzt würden.

Wir lesen viel während der Besichtigung. Über die politische Entwicklung hin zu Hitlers Machtergreifung und die Jahre bis zur Befreiung vom Faschismus. Über die Träume von Technikern und Schriftstellern, mit Raketen den Mond zu erreichen. In einem Raum sind Spinde eingebaut, die Namen tragen. Öffnet man die Spindtür, befindet sich dahinter die Geschichte der Person. Ob Techniker, Pilot, Zwangsarbeiter, KZ-Häftling, Soldat – über jeden erfährt man ein wenig. Es ist mal wieder unbegreiflich, wie viele Menschen so unnötig und menschenverachtend für das „3. Reich“ unterjocht, ausgebeutet und ermordet wurden. Ich kann den Besuch in diesem Museum nur empfehlen, er ist für alle Altersgruppen interessant.

Blick von Sauerstoffwerk hinab zur Eisenbahn, Rakete und zum Kesselwagen
Vom Sauerstoffwerk, auf das ich mit dem Aufzug hinauffahre, kann ich auf einige der historisch technischen Gebilde hinabschauen
Die Originalzeichnung auf der Rakete zeigt die halbnackte La Luna im Sichelmond mit einer Rakete im Hintergrund
Das ist die Originalzeichnung auf der Rakete
Die Schachfiguren des Spiels sind aus unterschiedlichen Patronen
Makabre Schachfiguren

Als wir um die Mittagszeit aus dem Museum gehen, steht eine lange Menschenlange am Eingang an. Wie überall in der Coronazeit, dürfen auch auf dieses Gelände nur eine bestimmte Anzahl an Personen.

Umfahrung Stettiner Haff

Zurück am Wohnmobil fahren wir noch zur Entsorgung und machen uns auf den Weg nach Süden. Wir wären gerne noch in das Museum der Illusionen gegangen, aber auch da stehen, mittlerweile wieder im Regenwetter, die Menschen Schlange. So fahren wir über Usedom und mit Umfahrung Anklam weiter nach Ueckermünde und südlich des Stettiner Haffs. Wir wollen nach Ahlbeck, östlich von Eggesin zur Straußenfarm. Wir schaffen es gerade noch, zur Öffnungszeit des Ladens einzukaufen. Straußensteaks kennen wir bereits von anderen Käufen, Straußen-Bratwürste werden neu auf unserem Speiseplan stehen. Wir schauen noch einige Zeit den Straußen und Emus auf ihren Weiden zu, bevor wir weiterfahren nach Rieth, zu einem sehr idyllischen Stellplatz.

Rieth

Mittlerweile ist es wieder trocken und wir stellen unser Wohnmobil auf dem privaten Stellplatz ab. Die Sonne scheint, es lohnt sich Tisch und Stühle auszupacken. Wir genießen draußen die Straußensteaks mit Couscous und Salat und einem Rotwein aus der Weinregion La Conca de Barberà in Spanien, die wir im März besucht haben. Es ist so schön, einen Abend mit Würfeln im Trockenen draußen zu verbringen.

Die Bloggerin steht in der Abendsonne am Steg des Neuwarper Sees
Zwar ist es kühl, doch ich genieße die Abendsonne am Neuwarper See
Die Sonne wird bald hinter den Wolken verschwinden, rechts ist der See
Eine wunderbare Abendstimmung

Morgens lacht die Sonne, so stelle ich mir Sommertage vor. Im Nachbarmobil wird ein kleiner Junge geweckt und nach draußen an den Frühstückstisch getragen. Lautes Gejammer begleitet die Aktion. Der Vater klärt uns auf, dass der Sohnemann noch ein wenig Sonne genießen soll, denn die soll nur bis 10 Uhr scheinen, danach wird es wohl zwei Tage regnen.

Die Bloggerin frühstückt in der Sonne
Wir frühstücken noch in der Sonne, bevor für drei Tage Dauerregen einsetzt

Das er recht behalten wird, merken wir, nachdem wir startklar sind und die ersten Tropfen einsetzen. Erst nur wenige und wir machen im Örtchen Rieth eine Rundfahrt. Am Naturhafen ist sogar ein Wohnmobilstellplatz und ein Hafencamping.

Am Naturhafen von Rieth ist eine weitere Campingmöglichkeit
Paddler, Fahrradtouristen und Camper können den Platz am Naturhafen nutzen
Am Naturhafen in Rieth ist ein Haus mit öffentlichen Toiletten
Öffentliche Toiletten am Naturhafen in Rieth
Ein Wohnmobilstellplatz für 4 Mobile mit Stromanschluss
Sogar ein Wohnmobilstellplatz für 4 Mobile mit Stromanschluss gibt es in Rieth

Sogar ein Schloss wurde in Rieth erbaut. Überhaupt ist Pommern ein sehr schlossreicher Landstrich gewesen. Oder sollte man sagen, dass jeder kleine Herrscher seine Behausung früher „Schloss“ nannte. Und die Behausung eines Herrschers unterschied sich allein durch seine Größe von der Behausung der Bevölkerung. Aber ein Schloss bot auch immer Unterkunft und Arbeitsplätze für Viele und musste von daher schon größer sein. Und zum Glück gab es auch immer Herrscher, die auf äußere Schönheit ihrer Schlösser Wert gelegt haben und Nachfahren, die diese Schönheit erhalten. So haben wir heutigen Reisenden und Besucher immer wieder historische Zeugnisse früherer Baukunst, die wir bestaunen können. Wir passieren das Café in Rieth und einige Angebote für Ferienwohnungen und Pensionszimmer. Wer fernab von Hektik, in absoluter Stille, Urlaub machen möchte, ist in Rieth sehr gut aufgehoben.

Das Café in Rieth hat Mittwoch bis Sonntag geöffnet
Das Café in Rieth hat Mittwoch bis Sonntag geöffnet

Wir fahren Richtung Löcknitz um in einem Supermarkt noch unser Pfandflaschen zurückzugeben. Dann wollen wir weiter nach Polen und in die Baltischen Staaten. Stettin ist unser heutiges Ziel. Ein Schild in Rothenklempenow lässt uns bremsen und nach rechts auf einen Parkplatz abbiegen.

Höfegemeinschaft Pommern

Beim Aussteigen sticht mir als erstes ein Schild ins Auge mit der Aufschrift „Weltacker“. Das Gelände dahinter sieht etwas verwahrlost aus, aber es steht schon auf dem Bearbeitungsplan für nächste Woche, bekommen wir im Shop mitgeteilt.

Ein Hinweisschild zu einem Weltacker. Dieser Acker ist bei der Höfegemeinschaft angelegt
Für mich war dieses Schild ein „Aha“-Erlebnis

Die Höfegemeinschaft Pommern besteht aus drei Betrieben. Der ehemaligen LPG Rothenklempenow und den Höfen Landgut Seegrund und Haffwiesenhof. Das Tierwohl steht bei der Höfegemeinschaft im Vordergrund. Im Flyer der Höfegemeinschaft wird der Betriebsleiter Tobias Keye wie folgt zitiert: „Unser Ziel war und ist eine vielseitige ökologische Landwirtschaft. Dabei binden wir die Menschen der Region ein und verstehen Tier und Natur als Teil einer ausgewogenen Kulturlandschaft.“ Im Hofladen, als Biokiste und Deutschlandweit werden die Produkte vertrieben. Wir kaufen im eigentlich geschlossenen Laden ein, aber da heute Biokisten gepackt und ausgefahren werden, können wir die Gelegenheit nutzen. Brot, Eier und Roastbeef gehen über den Ladentisch. „Unsere Kühe stehen über den Sommer auf dem Riether Werder, einer kleinen Insel. Sie werden mit der Fähre hinübergefahren und haben dort totale Freiheit. Wir schlachten nur Färsen, die dick und glücklich von der Insel zurückkommen“, erklärt uns der Herr, der uns bedient. Gestern Straußenfleisch, heute Rindfleisch aus ökologischem Landbau. Wir sind froh, dass wir es tiefgefroren kaufen und in unser kleines Eisfach geben können. Alle paar Tage mal Fleisch, am besten aus solchen Einkäufen, das finde ich vertretbar. Toll, das Schild entdeckt zu haben, so ganz am „Ende“ von Deutschland, in einer wunderschönen und ruhigen Gegend.

Das Eingangsschild zum Shop der Höfegemeinschaft Pommern
Das Schild verlockte uns zum Anhalten und zum Einkaufen von fair produzierten, regionalen Lebensmitteln

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