Newsletter Juli 2020

Newsletter Juli 2020

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Hallo,

der Juni hat uns allen einige Corona-Lockerungen gebracht. Je nach Bundesland verschieden, manchmal sogar wieder Einschränkungen. Wer reisen möchte, muss sich immer informieren, für jedes Bundesland uptodate sein. Zum 15. Juni wurden von der Bundesregierung Reisewarnungen in einige Länder aufgehoben. Wer möchte, kann ins europäische Ausland. Unsere Abreise zur Ostsee planten wir für den 24. Juni.


So einfach kann es sein – eine behindertengerechte öffentliche Toilette, die sogar geöffnet hat!
Wir stehen an der Altstadtspitze, die in die Mündung des Inn in die Donau hineinragt

Donauradtour

Etappen 6 bis 8

Bereits im Mai habe ich von den Etappen 1 bis 5, von Donaueschingen bis nach Ingolstadt berichtet. Am Pfingstmontag startete unsere 6. Etappe in Ingolstadt.

Die Berichte der Etappen 6 bis 8 (und 1 bis 5) findest du hier. Unsere Etappen habe ich täglich mit Komoot aufgezeichnet. Die Touren sind in meinen Beiträgen auf reisepunsch.de eingebunden oder direkt auf meinem Komoot-Account zu sehen und eventuell auch nachzuradeln?


Österreich hatte bereits zum 5. Juni die Grenzen aufgemacht und wir verbrachten einige private Tage rund um Salzburg. Die Salzburger Stadtwanderungen, die ich in meinem Salzburger Adventsblog angekündigt hatte, waren allerdings noch nicht möglich. Auf der Rückreise haben wir (Achtung Werbung!) uns bei der Firma Riedel in Markt Indersdorf, die uns im Mai die Reisemobilsitze ausgetauscht hatte, die bestellten Aufbaubatterien einbauen lassen und den Verschluss einer Außenklappe, wieder zuvorkommend und reibungslos.

Reisepunsch.de möchte nicht nur von großen Reisen berichten. Ausflüge in die nähere Umgebung sind ebenfalls Bestandteil.

Wandern im Taunus

Eine meine Töchter wohnt am Taunus, unterhalb des Feldberges. Seitdem sie dort wohnt, möchte ich gerne zum Feldberg hinaufwandern. Diese Wanderung haben wir an einem Junisonntag gemacht. Der Samstag war sehr heiß, der Sonntag in der Ebene schön warm, wenn auch bewölkt. Was 600 Höhenmeter im Mittelgebirge mit der Temperatur machen, kannst Du hier nachlesen

Oder Du wanderst die Tour mit Komoot nach.

Der Fernmeldeturm markiert den BU Der Fernmeldeturm markiert den Großen Feldberg im Taunus. Er ist von weithin sichtbar und begleitet mich seit meiner KinGroßen Feldberg im Taunus. Er ist von weithin sichtbar und begleitet mich seit meiner Kin
Der Fernmeldeturm markiert den Großen Feldberg im Taunus. Er ist von weithin sichtbar und begleitet mich seit meiner Kindheit

Ein Wohnmobil in der Seitenansicht mit aufgeklebtem Schriftzug
Das www.reisepunsch.de prangt unübersehbar auf der Beifahrerseite

Werbung für Reisepunsch.de

Wir fahren nun auch Werbung! Werbung für Reisepunsch.de. Auf unserem PKW und auf unserem Wohnmobil. (Achtung Werbung!) Die Firma Klebefisch.de lieferte die Klebefolien in hervorragender Qualität. Mit der Video-Anleitung auf YouTube konnten wir den Schriftzug selbst aufkleben. Zum Bericht über diese für mich aufregende Situation geht es hier.


Am 22. Juni hat Bernhard unsere Solaranlage im Wohnmobil in Landau, (Achtung Werbung!) bei der Firma Caratec, prüfen lassen. Ein Regler wurde ausgetauscht, nun fließt wieder Solarstrom zu den Aufbaubatterien, die unseren Innenraum mit Strom versorgen. Nun war das Wohnmobil startklar und wir auch. Die Anreise zur Ostsee sollte nicht auf der üblichen Route – Frankfurt – Hannover – Lübeck sein. Den Ostseeabschnitt von Lübeck nach Stralsund kennen wir bereits von einer Fahrradtour. So legten wir die Anreise über die Rhön und Thüringen nach Mecklenburg-Vorpommern fest.


Kreuzberg

Zwei hölzerne Liegestühle stehen vor den drei Kreuzen des Kreuzbergs
Die Liegestühle haben wir für ein Schläfchen okkupiert. Im Hintergrund die drei Kreuze von Golgota oberhalb des Klosters Kreuzberg, über eine lange Treppe mit Kreuzweg vom Kloster zu erreichen

Eine kleine Wanderung vom Wohnmobilstellplatz zum Kreuzberg, zum Kloster mit dem guten Klosterbier war für uns ein guter Start in unsere große Reise.

Wandern in der Hochrhön

Links ein Gipfelkreuz, rechts unten ein von der untergehenden Sonne orangerot gefärbter Streifen
Leider verhindert das Wolkenband den Sonnenuntergang direkt im Westen. Ich bin happy mit dem Gebotenen hinter dem Gipfelkreuz des Wachtküppels

Unser zweiter Rhöntag stand im Zeichen meiner Kindheitserinnerungen. Eine Wanderung zu Heidelstein und Rotem Moor und die Fahrt zur Wasserkuppe und zum Wachtküppel habe ich in einem Bericht zusammengefasst.


Holzskulpturen stehen unterhalb der Burg. Sie sind der Beginn des Pummpälzweges, der bis zur Burg Frankenstein bei Bad Salzungen führt
Holzskulpturen stehen unterhalb der Burg. Sie sind der Beginn des Pummpälzweges, der bis zur Burg Frankenstein bei Bad Salzungen führt

Wartburg

Der Weg in den Nordosten führte uns über Eisenach, speziell zur Wartburg. Eine Wanderung brachte uns auf die Burg, die für Deutschland so bedeutende christliche und politische Geschichte verkörpert. Hier kannst Du den Bericht lesen.

Die Wanderung kannst Du auch in Komoot sehen.


Wohnmobilstellplätze

Die von uns im Juni genutzten Wohnmobilstellplätze habe ich unter Praktisches, Wohnmobilstellplätze beschrieben.

Ein Camper sitzt auf einer Wiese vor Wohnmobilen
Die Wiese darf von den Wohnmobilisten genutzt werden

Vorschau Juli 2020

Wir sind nun auf unserer Ostseereise. Wir werden voraussichtlich „nur“ bis in die baltischen Staaten reisen, also an der Ostsee-“Südküste“ bleiben. Die Situation mit dem Corona-Virus ist nach wie vor ungewiss, so lassen wir uns treiben und nehmen die Dinge, wie sie kommen. Auf Reisepunsch.de stelle ich meine Beiträge online, wenn Internetverbindung möglich ist (momentan in Mecklenburg-Vorpommern sehr schwierig). Tagesaktuell informiert bist Du auf meinem Instagram-Account.

Ich wünsche Dir nun viel Spaß beim Schmökern und Stöbern auf Reisepunsch.de.

Bleib gesund und habe Freude am Leben.

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Ein Tag in der Hochrhön

Ein Tag in der Hochrhön

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Die Hochrhön, das ist sicherlich die Wasserkuppe mit ihren 950 m Höhe. Der Heidelstein und das Rote Moor gehören für mich auch dazu. Wandernd die Landschaft genießen, die Natur beobachten, Blumen, Insekten, einen fantastischen Tag erleben. Und wenn dann auch noch das Wetter passt, steht einem Sonnenuntergang am Wachtküppel nichts im Weg?

Wanderung zum Heidelstein und am Roten Moor

Die Hochrhön bietet viele spannende Ziele. Der Heidelstein und das Rote Moor gehören seit meiner frühen Kindheit dazu. Bei unseren anfänglichen Familienurlauben war der Torfabbau am Roten Moor sogar noch aktiv. Erst 1986 wurde der Abbau ganz eingestellt und ein Renaturierungsprojekt begonnen.

Aufzeichnung der Wanderung auf Komoot

Die Wanderung habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachwandern.

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Oder Du folgst mir mit diesem Link und dieser Wanderung auf meinem Komoot-Account.

Früher Vogel macht das Foto

Manchmal ist es nervig, wenn ich morgens sehr früh auf die Toilette muss. Heute war das ein Highlight. Wir können unser Wohnmobil ziemlich gut verdunkeln, aber es gibt kleine Ritze, durch die Licht dringen kann. Und heute war es der gleisende Sonnenaufgang, der mich statt zur Toilette, mit dem Smartphone nach draußen lockte. Barfuss im nassen Gras, ohne Brille habe ich den Augenblick genossen und dabei noch an das Foto gedacht.

Sonnenaufgang am Wohnmobilstellplatz Kreuzberg
Um halb sechs habe ich den Sonnenaufgang fotografiert und danach nochmal gut geschlafen

Als wir richtig aufstehen, sendet die Sonne schon fleißig Wärme, so können wir draußen frühstücken und uns den Plan für den heutigen Tag überlegen. Von unserer Kreuzbergwanderung haben wir auf den Heidelstein und die Wasserkuppe geschaut. So werden sie heute unsere Ziele sein. Wandernd und mit dem Auto.

Wanderung zum Heidelstein

Um Heidelstein und Rotes Moor zu erwandern, bietet sich der Parkplatz Moordorf an. Wir entsorgen am Wohnmobilstellplatz in Haselbach Grauwasser und Toilette und fahren mit den Touristikschildern „Rotes Moor“ bis zum Wanderparkplatz.

Der Parkplatz Moordorf zwischen Rotem Moor und Heidelstein ist großzügig angelegt
Für unsere Wanderung zum Heidelstein und zum Roten Moor parken wir auf dem Parkplatz Moordorf

Die Parkgebühr beträgt 2 € für ein Tagesticket. Am Parkplatz ist das Nabu-Haus mit einem Informationszentrum und ein Bistro. Das Gebäude ist sehr nachhaltig errichtet, eine Inspirationsquelle für jeden Häuslebauer!

Am Parkplatz Moordorf ist das Nabu-Haus Rotes Moor mit einer Gaststätte und einem Infozentrum eingerichtet
Das Nabu-Haus informiert über das Rote Moor

Wir studieren die aufgehängten Wanderkarten, die aber alle keine Aussage zu den Rundwanderwegen vom Parkplatz aus haben. Eine Wanderkarte beschreibt eine 18 km-Tour, die nächste die Loipen und die nächste einen Rhönradweg. So wandern wir mit unserer Naturparkkarte Rhön. Die ist zwar schon älter, aber der Heidelstein und das Rote Moor sind noch an der selben Stelle! Zum Heidelstein ist sowieso easy, denn es geht vom Parkplatz nur geradeaus den Berg hinauf. Anfänglich ist links im Wald eine Fichtenschonung, die sehr „rostig“ aussieht. Dort hat wohl die Trockenheit und der Borkenkäfer bereits zugeschlagen. Der hohe Fichtenbestand, durch den wir danach laufen, zeigt keine ungesunden Anzeichen – soweit ich das erkennen kann. Schon gleich bei der nächsten Kreuzung ist ein wunderschöner Rastplatz.

Rastbänke und Tische werden von geschnitzten Eulen gesäumt
Ein schöner Rastplatz auf dem Weg zum Heidelstein

Wir wandern durch gemischten Buchen- Fichtenwald weiter und kommen auf den freien Beginn der Kuppe des Heidelsteins. Einige Rhöngipfel haben obenauf nur Wiesengelände, mit wunderschönen Wiesenblumen. Man sollte hier nicht vom Weg abkommen, denn die Pflanzen sollen sich endlich wieder ungestört vom Menschen entfalten. Wir bleiben oft stehen, um uns an den Blumen und ihren Nektarbesuchern zu erfreuen.

Ein weißer Schmetterling mit wunderschöner schwarzer Zeichnung saugt Nektar an einer Blume
Der wunderschön gezeichnete Schmetterling und der Käfer vertragen sich

Mäßig steil geht es bergauf. Anfänglich ist der Weg schottrig, später ein Feldweg. Die Wanderung ist mit Kinderwagen möglich, mit etwas Armkraft. Da wir aber keine Enkelkinder dabei haben, spazieren wir, bereits mit Aussicht ins Umland und auf den Gipfel weiter.

Ein großer Sendemast steht auf dem Heidelstein
Dieser Sendemast steht auf dem Gipfel des Heidelsteins

Eine Bank steht beim Wegweiser vorm Gipfel. Setzen, schauen, genießen. Was braucht der Mensch mehr? Und damit Du nachvollziehen kannst, wie schön die Aussicht ist, hier einige Inspirationen.

Vom Heidelstein geht der Blick hinüber zum Kreuzberg
Vom Heidelstein geht der Blick hinüber zum Kreuzberg
Die Wasserkuppe erhebt sich in der Ferne
Über die Blütenwiese der Hochebene geht der Blick zur Wasserkuppe
Die Kuppel der Wasserkuppe
Die Kuppel auf der Wasserkuppe, rechts der Segelflugplatz

Einige Radfahrer schnaufen den Berg hoch, obwohl sie elektrisch unterstützt werden. Da wir zu Beginn unserer Wanderung über den Begriff „Rhönradweg“ gestolpert sind, erklärt Bernhard dem verdutzten Radfahrer, dass er auf dem Radweg gar nicht fahren darf. Dieser verteidigt sich sofort, dass sei ein offizieller Radweg, er würde sich immer an die Regeln halten und hätte mit Wanderern keine Konflikte. Bernhard grinst und sagt, der Radweg sei aber nur für das Fahren mit Rhönrädern erlaubt. Nach kurzem Stutzen geht auch ein Lächeln über das Gesicht des Radfahrers. Das wären doch die großen runden Dinger, in denen man so ähnlich wie radschlagend drinstehen würde? Ja genau, antwortet Bernhard, der Radweg wäre wohl für diese angelegt. Und dann ergehen wir uns darüber, welche Muskelkraft ein Mensch haben müsste, um mit einem Rhönrad auf den Heidelstein zu kommen. Und wie das bergab erst gehen müsste…

Wir spazieren auf dem gleichen Weg zurück, nun mit freiem Blick nach Osten, ein fantastischer Ausblick. Mittlerweile sind mehr Insekten unterwegs, es geht auch auf die Mittagszeit zu, da muss noch schnell Nektar gesammelt werden.

Ein Käfer links und ein bräunlicher Schmetterling rechts sitzen auf einer Blume
Käfer und Schmetterling auf einer Blume zeigen, dass die Natur noch in Ordnung ist
Ein Weiß-schwarzer Schmetterling an einer Blume
Sogar kopfüber wird der Nektar aus den Blüten gesaugt

Die Heidelbeersträucher am Heidelstein haben keine einzige Beere dranhängen. Vermutlich haben die Sträucher während der Eisheiligen geblüht, wo keine Insekten unterwegs waren? Wir haben am 22. Juni in der Pfalz bereits 1,8 kg Heidelbeeren gesammelt – für die Rhönwanderer wird das in diesem Jahr schwierig werden. Statt Heidelbeeren finde ich Naturkunst, die mich auf andere Weise erfreut.

Ein Stein ist wie ein Herz geformt und liegt auf einem bemoosten Baumstumpf
Ein Herz aus Stein – so fein…

Ein Fleck der Wiese leuchtet mich an. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Farben und Formen die Natur hervorbringt.

Blüten in Pink stechen aus dem Gras hervor
Die pinken Blüten stechen aus dem Gras hervor

Das Rote Moor

Wir wandern über den Parkplatz, über die Straße geradeaus zum Roten Moor. Bald ist rechts eine kurze Erklärung zum Moor. Dort führt ein schmaler Pfad an einem niedrigen Palisadenzaun entlang. Die Aussicht auf den Moorsee, der rötlichbraun still daliegt ist wunderschön.

Auf einem von Bäumen umstandenen Moorsee schwimmen einige Enten
Nur wenige Enten bevölkern den Moorsee

Mich wundert, dass es nicht mehr Wasservögel gibt. Ob es an der chemischen Zusammensetzung des Moorwassers liegt? Viele Libellen in den verschiedensten Farben sind unterwegs. Allerdings in Höchstgeschwindigkeit und fast nicht mit dem Foto einzufangen.

Rechts unten über dem Moorsee fliegt eine Libelle, links in der Pflanze ist ein Spinnennetz
Schwierig, eine Libelle mit dem Foto im Flug zu erwischen – recht unten ist eine zu erkennen – und viele andere Insekten, die herumschwirren

Aber mit Geduld erreicht man vieles und so auch eine gemütlich dahinfliegende Libelle.

Der Wald spiegelt sich im Moorsee, eine Libelle schwirrt vorbei
Diese Libelle hatte es beim Überqueren des Moorsees nicht so eilig

Der schmale Weg geht bald wieder in die Schotterstraße über und nach kurzer Strecke geht es nach rechts ab.

Ein Wegweiser und eine Weg zur Roten Moor Infohütte, die im Hintergrund steht
Der Wegweiser schickt uns zur Roten Moor Infohütte und zum Bohlenweg

Die Informationen beschäftigen sich mit den Unterschieden von Hoch- und Niedermooren und der Bedeutung für Pflanzen und Tiere, die den Lebensraum Moor benötigen. Das Rote Moor ist ein Hochmoor, denn es liegt über 800 m hoch. Die ganze Strecke durch das Moor ist barrierefrei angelegt, Radfahrer sollten ihr Fahrrad schieben. 

Ein Bohlenweg führt durch das Rote Moor
Auf dem Bohlenweg geht der barrierefreie Wanderweg durch das Rote Moor

Eine Besonderheit bei den Pflanzen ist, dass unsere üblichen Birken kaum vorkommen. Die Karpatenbirke ist im Roten Moor vorherrschend. So genießen wir nicht nur den Spaziergang im Roten Moor, sondern auch noch einen Ausflug in die Karpaten. Die stehen eigentlich erst auf der Weiterfahrt auf dem Donauradweg auf unserem Programm…

Die Karpatenbirken sind im Stamm dunkler als die uns sonst bekannten Birken
Unsere Birken sind am Stamm eher Weiß, die Karpatenbirken dagegen dunkel
Eine Erklärungstafel über die Karpatenbirken, die im Roten Moor heimisch sind
Auf der Tafel wird erklärt, warum die Karpatenbirken im Roten Moor heimisch sind

Die Rauschbeeren und die Heidelbeeren, die den leider trockenen Moorgrund bedecken, haben weder Blüten noch Früchte. Ich kann mich erinnern, dass bei unseren Wanderungen in meiner Kindheit immer Wasser unter dem Bohlenweg stand. Rötlich schimmerndes Wasser, was einen torfig-moorigen Geruch hatte. Das machte die Wanderung am Roten Moor auch aus. Nach den letzten trockenen und heißen Sommern und den wenigen Niederschlägen im vergangenen Winter, leidet das Moor sichtlich. Wir erreichen bald den Aussichtsturm, von dem wir auf unser letztes Ziel blicken können.

Vom Roten Moor geht der Blick hinauf zum Sendemasten des Heidelsteins
Der Sendemast des Heidelsteins vom Roten Moor aus gesehen

Kaskadenschlucht

Wir entschließen uns, einen Rundweg zu wandern und spazieren auf dem Bohlenweg weiter. Wir biegen wieder auf einen Forstweg ab, es summt und brummt in den Wiesenblumen am Wegesrand. Ein Schild weißt darauf hin, dass die Kaskadenschlucht nur einen Kilometer entfernt ist, ein nächstes warnt vor den Gefahren.

Ein Warnschild weist auf die Gefahren des Weges durch die Kaskadenschlucht hin
Ein Warnschild am Zugang zur Kaskadenschlucht – vermutlich gilt das an nassen Tagen

Wir wechseln auf einen schönen Waldpfad, der sich bergab schlängelt. Wir begegnen keinen Schwierigkeiten, die Pfade im Pfälzerwald sind anspruchsvoller. Nachdem wir eine Brücke gequert haben kommen wir mit einer nächsten Brücke über ein sehr schmales fließendes Bächlein. Nun erschließt sich uns der Begriff „Kaskadenschlucht“, die wir somit erfolgreich durchwandert haben.

Die Kaskadenschlucht führt nur wenig Wasser, daher sind nur wenige Kaskaden zu sehen
Leider macht die Kaskadenschlucht ihrem Namen aufgrund von Wassermangel keine Ehre

Wir verschaffen uns auf Komoot einen Überblick. Wir müssen nicht den gleichen Weg zurück, sondern können einen Rundweg aus dieser Wanderung machen. So spazieren wir links weiter und stoßen auf diesen sinnvollen Wegweiser.

Ein aus Zweigen gelegter Wegweiser weißt am Boden um die Ecke
Na, wie lange dieser Wegweiser wohl seinen Dienst tun darf?

Noch zweimal biegen wir halblinks ab und wandern auf einem Forstweg, von den unterschiedlichsten Wiesenblumen gesäumt, hinauf. Aufmerksam entdecken wir viele Kleinigkeiten.

Zwei orangeschwarz gestreifte Käfer kopulieren auf einer Blüte
Da werden “kleine Käfer“ produziert

An einer Wegkreuzung stoßen wir auf einen weiteren schön angelegten Rastplatz. Die gibt es in der Pfalz auch, aber selten so großzügig angelegt. Dafür sind im Pfälzerwald die Pfälzerwaldhütten verbreiteter, wo die Wanderer einkehren. In der Rhön ist noch eigene Rucksackverpflegung gefragt und die nimmt man an solch schönen Rastplätzen sicher gerne ein.

Ein großzügig angelegter Rastplatz beim Roten Moor mit Tischen und Bänken auf einer gemähten Wiese
In der Nähe des Informationshütte Rotes Moor ist dieser großzügig angelegte Rastplatz

Ich entdecke beim Weitergehen noch einen Schmetterling. Oder ist es ein Falter? Ich muss mich doch mal beschlauen, was der Unterschied ist!

Ein weißer Schmetterling oder ein Falter?
Ein weißer Schmetterling oder ein Falter?

Am Parkplatz zurück entschließen wir uns, zur Wasserkuppe zu fahren und dort ein Mittagessen zu uns zu nehmen.

Wasserkuppe

Das Parken mit dem Wohnmobil auf der Wasserkuppe kostet 5 € für 24 Stunden. Auch für eine halbe Stunde, denn es gibt nur Tageskarten. Im Preis inbegriffen ist aber dennoch keine öffentliche Toilette – da sind wir in Deutschland wirklich unterentwickelt. PKW zahlen für das Tagesticket 2 € – mir erschließt sich der Preisunterschied nicht wirklich, denn wir benötigen nicht mehr Parkplatz als ein PKW. Hauptsächlich gilt der nicht für 24 Stunden, sondern bis 24 Uhr – auf dem Parkticket sogar nur bis 23.59 Uhr. Es gibt kein Verbot, über Nacht dort zu stehen, aber um 0.00 sollte man das nächste Parkticket ziehen?

Da wir nur einen kurzen Spaziergang um die Kuppe machen wollen, haben wir das Problem nicht. Wir kehren am „Flughafen“ ein, essen eine Kleinigkeit und beobachten Segelflieger und Motorflieger, die Rundflüge anbieten.

Ein Motorflieger mit Platz für 4 Personen steht auf einem Flugfeld
Mit diesem 4-Sitzigen Flieger werden Rundflüge angeboten

Für Kinder gibt es eine ähnliche Attraktion.

Kinder können mit Tretflugzeugen auf der Wasserkuppe „fliegen“
Fliegen oder Treten, dass ist hier keine Frage…

Wir wandern links um die Kuppe herum und kommen erst an einem Fluggelände für Modellflieger vorbei und später am Abflugplatz der Gleitschirmflieger.

Gleitschirmflieger unterhalb des Wasserkuppengipfels versuchen zu starten
Leider hat das mit dem Starten der Gleitschirmflieger nicht geklappt. Es war einfach zu wenig Thermik

Der Platz für die Gleitschirmflieger ist unterhalb des einzig übriggebliebenen Kuppelgebäudes. In meiner Kindheit waren drei Kuppeln auf der Wasserkuppe.

Die Kuppel auf der Wasserkuppe beherbergt eine Radaranlage
In der übrig gebliebenen Kuppel ist noch eine Radaranlage, das Gebäude wird Radom genannt

Mit schönen Aussichten in alle Richtungen wandern wir weiter, erbeuten im Gebäude des „Bauernmarktes“ noch Rhöner Kümmelbrot und Bioeier, so können wir uns den Einkauf im Supermarkt sparen. Die Wasserkuppe bietet viele Freizeitattraktionen, nicht nur eine Sommerrodelbahn, sondern auch einen Kletterwald. Sogar eine Ferienanlage mit Ferienhäusern gibt es dort, die Sommers wie Winters sicherlich attraktiv sind.

Ein Kletterwald mit verschiedenen Elementen ist auf der Wasserkuppe angelegt worden
Ein Kletterwald bietet eine weitere Kinderattraktion

Wir fahren über Poppenhausen zum Wachtküppel, denn dort will ich den Sonnenuntergang heute erleben.

Wachtküppel

Der Wachtküppel wird auch der Lausbub (oder Spitzbub) der Rhön bezeichnet. Er liegt oberhalb des Ortsteil Gackenhof der Gemeinde Poppenhausen in der Kuppenrhön. Unterhalb des Wachtküppel ist die Wendlinuskapelle, ein wunderschöner Platz, in dem gerne Hochzeiten gefeiert werden. Wir fahren zum Wanderparkplatz Wachtküppel, um einen kurzen Weg zurück zum Wohnmobil am Spätabend zu haben.

Wir packen Abendessen und Bier ein, das Getränkefach im Kühlschrank läuft seit zuhause über, Gläser, Besteck und Sitzkissen und machen uns auf den kurzen Weg.

Der Wachtküppel ist ein kleiner Felsengipfel mit einem Gipfelkreuz darauf
Der 705 m hohe Wachtküppel ist mein Kindheitslieblingsberg

Kurz bevor der Gipfelaufstieg beginnt, fällt mir ein, dass wir kein Brot mithaben und ich kehre nochmal um. Als ich auch den Gipfel erreiche, hat Bernhard bereits die Bank, auf der wir Abendessen wollen, von Brennnesseln befreit, allerdings nicht vom Ziegengeruch. Der Wachtküppel wird von Ziegen als Weide genutzt.

Links das Gipfelkreuz des Wachtküppels, rechts Ziegen, die den Bewuchs kurzhalten
Die Ziegen halten den Bewuchs des Wachtküppels kurz – hinterlassen aber auch ihre stinkenden Köttel

Ich sitze mit schönster Aussicht später unterhalb des Gipfels, bearbeite auf meinem Laptop die Bilder des heutigen Tages für den Blog und verweile oft mit dem Blick in die Umgebung. Die Rhön ist so schön und an einem so lauen Sommerabend erst recht. Leider klappt das mit dem Sonnenuntergang nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte, denn im Westen liegt eine dicke Wolkenbank, hinter der die Sonne verschwindet. Die orangerote Stimmung auf den im Osten liegenden Bergkuppen kommt somit nicht auf, schade, aber kein Beinbruch, denn der Tag war soo wunderschön.

Links ein Gipfelkreuz, rechts unten ein von der untergehenden Sonne orangerot gefärbter Streifen
Leider verhindert das Wolkenband den Sonnenuntergang direkt im Westen. Ich bin happy mit dem Gebotenen hinter dem Gipfelkreuz des Wachtküppels

Wir fahren noch hinunter zum Stellplatz in Poppenhausen, parken mit einem wutsch ein und lassen das Erlebte bei einem Gläschen Pfälzerwein noch sacken.

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Kleine Wanderung zum Kreuzberg (Rhön)

Kleine Wanderung zum Kreuzberg (Rhön)

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Die Rhön liegt nicht unmittelbar an der Ostsee, aber auf dem Weg dorthin. So starten wir unsere große Sommerreise bis ins Baltikum mit ein paar Tagen Wandern in diesem Drei-Länder-Mittelgebirge. Der Kreuzberg ist unser erstes Ziel, denn dort lockt das leckere Bier der Klosterbrauerei.

Kindheitserinnerungen

Ich war in meiner Kindheit mit meinen Eltern, Bruder und Schwester öfters in der Rhön. Immer für drei Wochen in einer Ferienwohnung auf dem Bauernhof, was ja schon an sich die Attraktion war. Abwechselnd wurde einen Tag gewandert, den anderen Tag waren wir im Schwimmbad oder machten Entdeckungen in den Rhönstädtchen. Besuche bei Verwandten standen ebenfalls auf dem Programm, denn mein Papa ist in der Rhön aufgewachsen. Es waren immer wunderschöne Ferien. Das Wandern war bei uns Kindern nicht immer beliebt, aber die Landschaft, die Tiererlebnisse und das Pflücken und Essen von Heidelbeeren und Himbeeren haben es immer rausgerissen. Sowieso auch das Klettern in den Hainbuchen und auf den Felsen zum Beispiel des Wachtküppels. Als meine Eltern Enkelkinder hatten, haben wir uns mit allen Kindern und Enkeln einige Male in Wildflecken große Ferienhäuser gemietet und dort vier Tage gemeinsam über Fronleichnam verbracht. Und dazu gehörte einfach immer die Wanderung hinauf zum Kreuzberg. Die Enkel hatten mit den Großeltern, den eigenen Eltern, Onkels und Tanten auf dem Heimweg viel Spaß, denn das Klosterbier ist ja nicht alkoholfrei. Diese Erinnerungen möchte ich heute auffrischen und Bernhard daran teilhaben lassen.

Aufzeichnung der Wanderung auf Komoot

Die Wanderung habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachwandern.

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Vom Wohnmobilstellplatz Gasthof Roth zum Kreuzberg

Wir haben Hunger, als wir um halb zwei Uhr am Wohnmobilstellplatz des Gasthofes Roth am Kreuzberg ankommen. Leider ist Donnerstags Ruhetag im Gasthof und wir benötigen eine Alternative. So stellen wir das Wohnmobil nur auf die Keile, machen das Gas an für den Kühlschrank, füllen die Anmeldung am Gasthof am Wohnmobilisten-Briefkasten aus und machen uns auf den Weg.

Der Wohnmobilstellplatz beim Gasthaus Roth ist einfach eine Wiese
Die Wiese ist der Wohnmobilstellplatz beim Gasthaus Roth unterm Kreuzberg

Ich weiß, dass ganz in der Nähe die Haflinger Alm ist, die wir als Kinder – schon wegen der Haflinger-Pferde, die dort auf der Weide standen – geliebt haben. Wir marschieren, dem Schild „Gemünderner Hütte“ folgend den steilen Fahrweg hinauf und passieren den Parkplatz für die PKW. Denken wir. Weit gefehlt. Die Bequemwanderer fahren natürlich bis zur Hütte und stauben uns auf der Schotterpiste mächtig ein. Bald schon haben wir einen ersten Blick zum Funkmast des Kreuzbergs.

Über einer bunte Blumenwiese ist der Funkmast des Kreuzbergs und die Skipiste zu erkennen
Der Funkmast des Kreuzbergs und der Schlepplift der Skipiste

Mit schönen Aussichten steigen wir weiter. Aber leider ist die Haflingeralm geschlossen und mit einem Schild Privatgrundstück versehen. Trotzdem gehe ich (verbotenerweise) bis auf die Terrasse und mache ein Foto. Der Heidelstein war, ebenso wie der Kreuzberg, jedes Mal auf der Wanderliste während der Familienferien. Und am Heidelstein gab es immer Heidelbeeren satt!

Von der Terrasse des Haflingershaus blickt man zum Heidelstein
Der Heidelstein ist links zu sehen, der Berg mit dem Funkmast, im Tal Bischofsheim

Das mit dem satt wäre jetzt was. Aber bisher grummelt der Magen noch. Und noch vertrauen wir dem Schild, das unten an der Straße stand: „Gemündener Hütte – geöffnet“ und marschieren weiter. Zur Mittagszeit ist hier viel Fahrzeugverkehr, und kein paralleler Wanderweg, etwas vom Fahrweg entfernt. Nach rechts geht ein Abzweig zum Kreuzberggipfel, der uns jetzt aber nicht lockt. Es ist zur Gemündener Hütte auch nur noch 300 m. Und schon kommt sie in Sicht und aufgespannte Sonnenschirme und Menschen auf der Terrasse lassen uns wissen, dass sie geöffnet ist.

Ein Wanderer geht den Fahrweg zur Gemündener Hütte hinauf
Auf dem stark befahrenen Fahrweg gehend, kommen wir an der Gemündener Hütte an

Vor dem Eingang stehen wir in der Coronaschlange. Erst hier fällt uns auf, dass wir in Bayern sind, hier also wieder andere Corona-Vorschriften gelten als in Hessen, das wir durchquert haben und Rheinland-Pfalz, wo wir herkommen.  Ich vertreibe mir die Wartezeit und fotografiere eine Besonderheit.

Eine aus massivem Holz gefertigte, einem Strandkorb nachempfundene, Sitzgelegenheit
Der Rhönkorb erinnert mich an eine Sitzgelegenheit, an welche wohl? Radfahrer sind echt geschafft, wenn sie die Gemündener Hütte erreichen

Die Anmeldung und Tischverteilung ist sehr gut organisiert. Name und Telefonnummer werden von der Angestellten notiert und wir bekommen den Tisch mit einem Tischplan zugewiesen. Dieser Plan hat auf der Rückseite die Speisekarte. Zusätzlich erhalten wir einen kleinen Papierabschnitt, den wir beim Weggang abgeben sollen, damit die Dauer des Aufenthalts genau notiert werden kann. Wir gehen durch den vorgeschriebenen Eingang und studieren beim Warten den Speiseplan. Bernhard geht weiter zur Theke zur Bestellung und ich durch den Raum zu unserem Tisch auf die Terrasse. Mit unseren Getränken und einem Brummgerät kommt Bernhard an den Tisch und wir genießen die Sonne und die Aussicht über die Ostrhön. Nach kurzer Wartezeit brummt das Gerät und wir können unser Essen an der Theke abholen. Bernhard hatte sich für ein Rhön-Schnitzel entschieden, ich für eine Erbsensuppe. Eine Gruppe Wanderreiten hat mit den Pferden ebenfalls an dieser Hütte zur Mittagsrast Halt gemacht. Während die Reiterinnen und Reiter essen, stehen die Pferde im Wald im Schatten und dösen ein wenig vor sich hin. Nach dem Essen geben wir unser Zettelchen ab und wandern Richtung Kreuzberggipfel. Eine Rastbank steht gleich am Weganfang, hat eine schöne Aussage und am „Tisch“ davor eine Schnitzarbeit mit dem Kloster.

Vor dem Gemündener Haus steht eine Rastbank mit dem Spruch „Die Rhön – einfach erhebend“. Ein Holzklotz davor hat als Schnitzmotiv das Kloster Kreuzberg
Der Spruch der Bank ist einfach nur richtig!

Gleich oberhalb hat sich ein Musiker auf einer Bank niedergelassen. Da muss ich mich doch gleich dazu setzen.

Auf einer Bank sitzt eine geschnitzte Figur mit einer Ziehharmonika und die Bloggerin daneben
Wo Musik ist, da lass Dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder … Diesem Liedanfang habe ich mal vertraut…

Über eine Wiese, biegen nach rechts ab, wo der Weg von der Fahrstraße auf unseren trifft. Weiter wandern wir durch einen schönen Buchenwald wir zum Hochplateau. Die Preiselbeerbüsche haben anscheinend zur Unzeit geblüht, denn es hängen nur wenige kleine Beeren dran. Der riesige Funkmast taucht über uns auf, der mit starken Betonankern fixiert ist. Das kleinere Gipfelkreuz auf 928 m fällt daneben fast nicht auf.

Ein Funkmast und ein Gipfelkreuz stehen auf dem Gipfel des Kreuzbergs
Irgendwie schräg, die Perspektive mit Funkmast und Gipfelkreuz auf dem Kreuzberg

Wir folgen dem Wegweiser nach rechts zum Kloster. Kurz danach kommen die drei Kreuze, das Wahrzeichen des Kreuzbergs, in Sicht. Die Liegestühle, die wir zuerst passieren, interessieren uns an unserem ersten Reisetag aber mehr. Die gute Luft, die Fahrt und das Mittagessen fordern Tribut.

Zwei hölzerne Liegestühle stehen vor den drei Kreuzen des Kreuzbergs
Die Liegestühle haben wir für ein Schläfchen okkupiert. Im Hintergrund die drei Kreuze von Golgota oberhalb des Klosters Kreuzberg, über eine lange Treppe mit Kreuzweg vom Kloster zu erreichen

Eine dicke schwarze Wolke verdeckt die Sonne und es wird empfindlich kalt, davon werden wir wach. Beim Weitergehen entdecke ich die Wasserkuppe, die mit 950 m Höhe nicht nur der höchste Berg der Rhön, sondern auch Hessens ist. In meiner Kindheit waren noch mehr Kuppeln darauf. Aber der eiserne Vorhang ist ja Gott sei Dank gefallen, die militärische Nutzung der Wasserkuppe vorbei und die Überwachung „des Ostens“ nicht mehr notwendig.

Die Wasserkuppe, der höchste Berg der Rhön ist im Hintergrund hinter anderen Berggipfeln
Die Wasserkuppe, der höchste Berg der Rhön, ist hinten in der Mitte noch zu erkennen

Unterhalb der drei Kreuze ist eine Aussichtstafel angebracht, die die Gipfel der Aussicht erklärt. Im Hintergrund ist sogar schemenhaft der Vogelsberg zu erkennen.

Auf einer Tafel wird die Aussicht erklärt
Die Tafel erklärt die Gipfel der zu genießenden Aussicht

Die Treppe führt uns an den Stationen des Kreuzweges vorbei und an einer tollen Lupinenwiese. Ich liebe diese Blumen. Jede einzelne Blüte an den Dolden ist so wunderbar geformt.

Eine Lupinenwiese
Ich liebe Lupinen – sie sind so wunderschön!

Eine besonders dicke Pusteblume fasziniert mich ebenfalls. Leider weiß ich nicht, wie die Blüte ausgesehen haben könnte. Die Schirmchen sind so exakt geformt, die Härchen so filigran…

Eine schöne Pusteblume
Diese Pusteblume ist kein Löwenzahn!

So, nun aber losreißen von den Pflanzen. Eine andere Pflanzenspezialität wartet im Kloster. Gersten-Hopfensaft, auch bekannt als Bier. Im Kloster Kreuzberg wird schon seit 1731 Bier gebraut, da wurde den Mönchen die Braurechte verliehen und es ist sooo lecker und süffig. Auch hier wird der Corona-Einlass zur Gaststätte ähnlich geregelt wie in der Gemündener Hütte.

Das Eingangstor ist mit dem Schriftzug Kloster Kreuzberg versehen
… das Klosterbier ruft….

Ich hole uns zwei Halbe mit Klosterbier. Leider sitzen wir mit unserem Tisch im Schatten. Aber  Coronabedingt können wir den Platz nicht wechseln, da die Tischnummern ja notiert worden sind. An uns vorbei werden Haxen, Schweinsbraten und Obazda getragen – aber wir sind leider satt. Eventuell kommen wir morgen nochmal her? Vom Stellplatz aus sind es nur ein knapper Kilometer bis zum Kloster.

Der Grundstein zum Franziskanerkloster wurde 1681 gelegt. Die Barockkirche ist sehr sehenswert. Der Kreuzberg kam zu seinem Namen, als 1681 ein Stadthauptmann aus Bischofsheim dem Kloster einen Holzspan vom Kreuz Chrisi von einer Pilgerreise mitbrachte und diesen als Reliquie der Klosterkirche zur Verfügung stellte. Zuvor hieß der Berg Eschenberg und noch früher, bei den Germanen, Asenberg

Wir wandern auf dem Wanderweg „Roter Tropfen“ den Berg hinunter. Wieder durch einen schönen Buchenwald, später auch durch Fichtenwald. Diese sind allerdings noch grün. Unterwegs auf unserer Fahrt hierher haben wir viele „rostige“ Fichtenwälder gesehen, die durch Trockenheit und Borkenkäfer abgestorben sind. Ob die Hochrhön um genau die wenigen Grade kühler ist, dass die Fichten überleben? Nach einer Wiese kommen wir nochmal in ein Wäldchen, in dem eine Hainbuche steht.

Eine verzweigte Hainbuche
Ein Kletterbaum meiner Kindheit – eine Hainbuche

Direkt nach dem Wäldchen sehen wir rechts oberhalb von uns den Berggasthof Roth. Kurz danach auch einen Trampelpfad durch die Wiese rechts hinauf zum Stellplatz. Noch lange sitze ich draußen mit meinem Laptop, schreibe und genieße den Blick über die wunderschönen Kuppen der Rhön. Ein schöner Sonnenuntergang rundet unseren ersten Reisetag ab.

Die Sonne geht über einem Rhöngipfel unter
Ein schöner Tag geht mit einem fantastischen Sonnenuntergang geht am Stellplatz über dem Arnsberg (?) zu Ende

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