Donau-Radtour mit Wohnmobil – 8. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 8. Etappe

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Die achte und letzte Etappe unserer Donauradtour starte ich allein in Metten, einem Ort kurz vor Deggendorf. Bernhard treffe ich in Vilshofen, da er unser Wohnmobil zuerst zum Ziel bringt. Die letzten deutschen Donaukilometer wollen wir gemeinsam in die Drei-Flüsse-Stadt Passau radeln.

8. Etappe von Metten nach Passau

Bernhard bringt mich mit dem Wohnmobil an den Ortseingang Metten. Dort ist ein Verkehrskreisel mit anschließendem Parkplatz gleich neben dem Donauradweg. Wir machen schnell, schnell, denn er fährt unser Wohnmobil nach Passau. Dort muss er selbst sein Fahrrad vom Gepäckträger holen, das Gas für den Kühlschrank anstellen und zum Bahnhof radeln. Er will den Zug um kurz vor 9 nach Vilshofen noch erwischen, dass wird recht sportlich.

Touraufzeichnung in Komoot

Die Etappe von Ingolstadt nach Regensburg habe ich wieder in komoot aufgezeichnet.

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Wir benutzen den Radwanderführer von Bikeline, den Du hier bestellen kannst, eine Beschreibung findest Du hier.

Donauzuflüsse und Donauufer

Mich führt der Radweg etwas unterhalb der Straße mit schönem Blick auf die Sandbänke der Donau.

Sandbänke gehen flach in die Donau
Die Sandbänke laden Schwimmer zum Verweilen auf, denn das Ufer geht flach in die Donau über

Vor der Autobahnbrücke durchfahre ich den Donaupark, der sehr schön angelegt ist. Da ich noch am Campingplatz vorbeifahre, halte ich mich danach an die Radwegeschilder Zentrum.

Ein schön angelegter Spielplatz im Donaupark in Deggendorf, das Fahrrad der Bloggerin lehnt am Treppengeländer zur öffentlichen Toilette
Der Spielplatz im Donaupark ist für Abenteurer angelegt, die öffentliche Toilette befindet sich die Treppe runter im Parkhaus

Im Zentrum mache ich eine Rundfahrt über den Luitpoldplatz und Oberen Stadtplatz und finde es schade, dass noch nicht Mittagessenzeit ist. Auf unserer Tour in den Bayerischen Wald – irgendwann nach Corona – werden wir Deggendorf nochmal ausführlich (über die Mittagszeit) besuchen.

Auf dem Luitpoldplatz ist ein Riesenrad aufgebaut
Auf dem Luitpoldplatz in Deggendorf ist ein Riesenrad aufgebaut
Das Gasthaus heißt Zur Knödelwerferin
Leider habe ich direkt nach dem Frühstück das Gasthaus auf dem Stadtplatz in Deggendorf nicht ausprobiert, obwohl der Name schon gelockt hat

Der Donauradweg führt nicht an der Isar-Mündung vorbei, das finde ich schade. Die Zuflüsse machen doch einen Fluss erst zu dem, was er ist. Und erst recht, wenn diese Zuflüsse selbst bekannte Flüsse sind. So entscheide ich mich mal wieder für eine eigene Variante, die mich an die Isarmündung bringt.

Die Isar mündet in die Donau
Hinter der Kiesbank kommt die Isar in die Donau (im Vordergrund). Ob diese den Kies aufgeschwemmt hat?

Ich fahre auf unebenem Weg weiter an der Donau entlang. Einige Wohnmobilisten haben hier die Nacht verbracht, Angler, Schwimmer und Sonnenanbeter nutzen diesen Feldweg ebenso mit ihren Autos. Die Autobahn A3 läuft etwa parallel, aber die Natur entschädigt für den Lärm. Als sich mein Radweg von der Autobahn entfernt, stößt der Donauradweg dazu. Kurz danach radele ich zwischen Donau und einem Weiher, Wasser überall, einfach nur schön. Vor Niederalteich ist der Radweg zum Teil Baustelle bis in den Ort hinein. Die Kirche des Ortes soll eine Besonderheit sein.

Die Kirchtürme der Klosterkirche der Benediktinerabtei von Niederalteich
Die Kirchtürme der Klosterkirche der Benediktinerabtei von Niederalteich, leider derzeit geschlossen

Umleitung für Radler

An der Personen-Fähranlegestelle in Niederalteich, von der eine eingezeichnete Variante im Radführer ausgeht, stehen viele Radler, auch einige Familien. Der Radwegweiser in Richtung Passau ist von Klebebändern zugeklebt, also gesperrt. Eine Alternativroute über die Autostraße ist ausgeschildert, bedeutet aber einen großen Umweg und Fahren auf einer Landstraße. Das Gros der Radler entscheidet sich, mit der Personenfähre überzusetzen und die Variante des Radführer zu befahren. Einige Radeler nehmen die ausgeschilderte Umleitungs-Route und ich, mit wenigen anderen, fahre auf dem laut Schild gesperrten, aber wunderbar neu asphaltierten Donauradweg weiter. Kurze Zeit später frage ich eine Dame, die ihren Hund ausführt, ob man auf dem Radweg bis Winzer durchkommt. Sie antwortet mir, dass der Weg bereits seit zwei Wochen wieder freigegeben ist. Warum dann das Fahrradschild noch abgeklebt ist, sinniere ich laut. Oh, der Fährmann hat so mehr zu tun, antwortet sie mir mit einem Grinsen. Aha, hatte ich also den richtigen Riecher und es war gut, gegen ein „Verbot“ zu handeln. Mein kurzer Ärger verfliegt recht schnell, denn die Landschaft entschädigt für alle Unbilden.

Ein Mohnblumenfeld leuchtet rot
Wieder so ein beeindruckendes Mohnblumenfeld – diesmal nach Niederalteich

Während meiner Fotosession ruft mich Bernhard an. Er hat den Zug erwischt und ist in 25 Minuten in Vilshofen. Oh! Ich schaue auf der Karte nach und rechne. Ich habe noch 20 Kilometer, das schaffe ich nicht in einer halben Stunde. Also muss er einen Kaffee trinken gehen nach der Ankunft. Ich sauße auf dem wunderbaren Radweg weiter und mache vor Winzer den Fehler, dass ich dem Schild Passau nach rechts hinauf auf die Brücke folge. Eigentlich wollte ich ja links der Donau, auf dem Hauptweg, bleiben. Allerdings könnte ich so die Alternativroute rechts der Donau nutzen. Gesagt, getan und weiter geht’s. Anfänglich auf Schotter, dann immer mehr zu Wiesenwegen mutierend, komme nicht mehr so schnell voran. Da liegt auch daran, dass ich an der Donau bleiben möchte.

Ein Wiesenweg führt an der Donau entlang
Ich wähle die Variante direkt an der Donau und gelange dabei auf einen schlechten Wiesenweg – bin aber an der Donau und nicht Kilometer davon entfernt

Kurz vor Pleinting habe ich den Radweg mit Beschilderung wieder, die aber nur an der ersten Kreuzung steht, an der zweiten nicht mehr. Ich überlege mit anderen Radfahrern, welchen der vielen Abzweige man wählen müsse und fahre prompt in die falsche Richtung. In der Komoot-Landkarten-Aufzeichnung sehe ich meinen Fehler recht schnell und fahre wieder zurück und in den Ort hinein, dessen komplette Hauptstraße Baustelle ist. Am Ortsende entdecke ich denn Wegweiser wieder und fahre rechts der Bahn auf dem Radweg bis Vilshofen. Bernhard wartet direkt hinter dem Stadttor in einem Café. Wir hatten uns mit der Zeit, die ich für die 42 km benötigen würde, völlig verrechnet. Wäre er ohne Eile eine Stunde später mit dem Zug gefahren, wäre es für uns beide weniger hektisch gewesen. Mein schnelles Fahren verbuche ich unter „sehr sportliche Aktivität“ und genieße meine Apfelschorle, die schon auf mich wartet.

Der Stadtturm von Vilshofen hat neun Stockwerke
Der Stadttorturm von Vilshofen hat eine beeindruckende Höhe
Der Stadtplatz in Vilshofen
Der Stadtplatz von Vilshhofen mit der Stadtpfarrkirche St. Johannes

Gemeinsam zum Ende der Deutschen Donau

Trotzdem es uns komisch vorkommt, fahren wir mit dem Wegweiser durch eine Unterführung und an der Donau rechts. Gleich danach stellen wir fest: dies ist die Auffahrt zur Brücke und somit richtig. Wir wechseln wieder auf die linke Donauseite und haben beim Segelflugplatz einen guten Blick in Richtung Vilsmündung.

Nach Vilshofen mündet die Vils in die Donau
Nach Vilshofen mündet die Vils in die Donau, leider von einer Brücke überbaut

Gemeinsam gemütlicher als vorher allein radeln wir direkt an der Donau, in deren Mitte immer wieder Inselchen liegen. Ich würde, nachdem ich heute früh die vielen Sandbänke bei Deggendorf und die Schwimmer gesehen habe, auch gerne noch in der Donau schwimmen. Leider ist die Donau hier mit anderen Ufern versehen und wir entdecken keinen geeigneten Platz, wie schade.

An einem Seil wird die Personenfähre bei Besensandbach über die Donau gezogen
An einem Seil wird die Personenfähre bei Besensandbach über die Donau gezogen

Wir bleiben auf der linken Donauseite, mittlerweile grummelt es aber in meinem Bauch und ich informiere Bernhard, dass ich mit dem Mittagessen nicht bis Passau warten möchte. In Gaishofen entdecken wir eine Gaststätte, die aber geschlossen ist. Kurz danach, an einer Stelle, an der der Donauradweg sehr schmal ist, ist das Donaustüberl angesiedelt. Es wirbt mit frischem Fisch, hat im Schatten noch einen Tisch für uns frei – mehr brauche ich im Moment nicht, um glücklich zu sein.

In der Gaststätte Donaustüberl wird frischer Fisch serviert
Im Donaustüberl in Gaishofen wird frischer Fisch serviert

Nach dieser wunderbaren Rast beginnen die letzten Kilometer an der Deutschen Donau. Die Gaißa-Mündung verpasse ich zu fotografieren. Sie fällt mir unter der Brücke, über die wir radeln gar nicht auf. Wir müssen noch hinauf nach Maierhof und dort hinunter zum Schleusenanlage und zum Wasserkraftwerk Kachlet. Eine spannende Industrieanlage.

Die Donau wird vor Passau durch eine Schleusenanlage und ein Wasserkraftwerk gebremst
Die Schleuse vor Passau rechts und das Wasserkraftwerk Kachlet links

Passau, die Dreiflüssestadt

Die letzten Kilometer an der Donau in Deutschland würde ich mir „romantischer“ wünschen. Aber in Passau sind rechts wie links der Donau Bundesstraßen und der Radweg führt rechts der Donau an einer entlang.

Die Veste Oberhaus thront über Passau
Links der Donau thront die Veste Oberhaus über Passau

Wir radeln nach der Luitpoldbrücke weiter, nun mit schönem Blick und verkehrsberuhigt bis zu einem Schild. Die Altstadtspitze, an der die Ilz von links und der Inn von rechts in die Donau fließen, ist nur zu Fuß erreichbar. So schieben wir die Räder bis zum östlichsten Punkt unserer Radeltour an der Donau.

Die Ilz mündet unter einer Straßenbrücke in die Donau
Die Ilz mündet an der Veste Unterhaus unter einer Straßenbrücke in die Donau
So einfach kann es sein – eine behindertengerechte öffentliche Toilette, die sogar geöffnet hat!
Wir stehen an der Altstadtspitze, die in die Mündung des Inn (rechts) in die Donau (links) hineinragt

Von links fließt die dunkle Ilz an der Veste Unterhaus in die blaue Donau, etwas später, hier an der Spitze der Altstadt, fließt der grüne Inn in die Donau. Dem Betrachter erscheint es, als ob der Inn die Wasser der Donau beiseite drängt. Das Phänomen erklärt sich so, dass der Inn nur eine Tiefe von ca. 2 m hat und die Donau, die beinahe 7 m Tiefe hat, „überströmt“. Das Wasser des Inn ist grün, da es von den Schweizer Zentralalpen kommt, die Ilz kommt aus einem Moorgebiet und erscheint daher schwarz. An manchen Tagen ergibt das Luftbild eine strenge Teilung von schwarz, blau und grün der Donau kurz nach dem Zusammenfluss der Flüsse.

Bis hierher hat die Donau 647 km von Ihrer Ursprungsquelle, dem Flüsschen Breg zurückgelegt – auf meinem Tacho erscheinen 622 km.  Wir verweilen einige Zeit an dieser Stelle und spazieren dann auf der südlichen Altstadtspitze weiter. Wir haben Glück und entdecken eine geöffnete Öffentliche Toilette an der Innpromenade.

Die Innstadt von Passau erhebt sich über dem Innzufluss zur Donau
Der Vorort Innstadt gehört zu Passau, rechts im Bild der Schaiblingsturm
An der Innpromenade in Passau ist ein öffentliches WC geöffnet
So einfach kann es sein – eine behindertengerechte öffentliche Toilette, die sogar geöffnet hat!

Nun schieben und fahren wir noch ein wenig durch die Altstadt, nachfolgend einige Impressionen.

Die Domturmspitze von Passau
Der Dom hat drei Türme – der hintere davon mit Uhr in Großaufnahme
Der Dom zu Passau
Der Dom zu Passau, davor ein Denkmal von König Ludwig I. von Bayern

Ich habe fest vor, irgendwann bis zum Schwarzen Meer mit dem Fahrrad zu fahren. Inwieweit wir das Wohnmobil als Übernachtungsbegleitung mitnehmen werden, müssen wir genau planen. Mein Traum ist es, mit dem Schiff auf der Donau zurück zu reisen. Allerdings muss dieser Traum warten, bis Corona vorbei ist.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 7. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 7. Etappe

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Die siebte Etappe unserer Donauradtour beginnt in Regensburg. Auf dem Weg liegt das Highlight Walhalla, errichtet in den 1840er Jahren. Bernhard wird „nur“ bis Straubing radeln, und mit der Bahn zurückfahren, um das Wohnmobil in Regensburg abzuholen. Geplant ist, uns in Deggendorf wieder zu treffen.

7. Etappe Regensburg nach Metten

Wir sind wieder früh unterwegs, denn auch heute habe ich wieder beinahe 100 km zu radeln. So haben wir es im bikeline-Radführer errechnet. Bis Straubing sind es nur knapp 50 km, also zur Mittagszeit wird Bernhard in den Zug steigen können. Nach Straubing wird die Bahnverbindung nach Regensburg zu kompliziert, mit zwei- bis dreimaligem Umsteigen, dass muss nicht sein. Wir wissen auch noch nicht, wo wir in Deggendorf, unserem Etappenziel, einen Wohnmobilstellplatz finden, bzw. wie voll es dort sein wird.

Die Etappe 7 als Komoot-Aufzeichnung

Ich habe die Etappe in Komoot aufgezeichnet.

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Geografie- und Geschichtsunterricht

Wir starten in Regensburg am Europakanal, fahren links über die Brücke und an der nächsten Ampel rechts und überqueren den Regen. In der 6. Etappe habe ich beschrieben, was die Flüsse Altmühl, Naab und Regen in meinem Kopf machen. Es bildet sich sofort das Sätzchen: „Altmühl, Naab und Regen, fließen ihr entgegen“ – dass Du wahrscheinlich aus dem Erdkundeunterricht kennst.

Der Regen mündet in die Donau
Wir überqueren den Regen, der etwas weiter vorne, am dicken Busch rechts, in die Donau mündet

Wir biegen rechts ab und wieder rechts und kommen genau an der Regenmündung an die Donau. Nun geht es wieder, mit etwas Abstand und mit Bäumen am Ufer, an der Donau entlang. Einige Jogger sind unterwegs, einige Spaziergänger mit Hunden, sonst sind wir ziemlich allein auf dem kombinierten Fuß-Radweg. Wir unterqueren eine Schnellstraße und werden immer weiter weg von der Donau geleitet. Schon kurz nach Tegernheim haben wir den ersten Blick auf die Burg Stauf bei Donaustauf und die Walhalla, am Ostende von Donaustauf, oberhalb der Donau.

Auf einem Hügel links liegt die Burg Stauf auf einem Hügel rechts die Walhalla
Links auf dem Hügel liegt Burg Stauf – ganz rechts ist schemenhaft die Walhalla zu erkennen

Wer zur Walhalla hinaufradeln und sie besichtigen möchte, muss dem Wegweiser VOR Donaustauf folgen. Es gibt zwar an den Schiffsanlegestellen nochmal die Möglichkeit, per Unterführung die Straße zu queren, dann ist die Anfahrt aber sehr steil. Es besteht natürlich die Möglichkeit, die Fahrräder abzuschließen und zu Fuß hinauf zu marschieren. Wir unterqueren eine Straßenbrücke und fahren jetzt wieder unmittelbar an der Donau weiter. Wir haben die Walhalla 2017 bei einer Recherchereise für einen Seniorenurlaub besucht, daher zieht es uns heute nicht hinauf.

Die Walhalla erhebt sich über der Donau bei Donaustauf
Die Ehrenhalle für bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ wurde 1842 eröffnet und von König Ludwig I. von Bayern in Auftrag gegeben

Wir haben wieder einen herrlichen Tag erwischt. Viel Sonne (gegen die wir uns diesmal im Voraus eingecremt haben, nachdem wir das gestern vergessen hatten), kein Wind, ein „Blauer Tag“, wie ich diese einfach nur schönen Sommertage nenne. Selbst die Donau liegt ganz ruhig in ihrem Bett.

Der Ort Demling spiegelt sich in der glatten Donaufläche
Der Ort Demling spiegelt sich in der glatten Donaufläche

Enten-, Blesshuhn und Schwangeschnatter, Froschgequake, Möwengeschrei, das sind die einzigen Geräusche außer dem Rollgeräusch unserer Reifen. So still und friedlich, ein Genuss.

Der Ort Friesheim spiegelt sich in der glatten Donaufläche
Die Donau fließt ruhig ohne Wellen, der Kirchturm von Friesheim spiegelt sich im Wasser

Nun passieren wir eine spannende Stelle. Den Ort Bach an der Donau, in dem Wein angebaut wird. Für uns, in der Pfalz wohnende, sind die Rebzeilen nichts Ungewöhnliches. Aber für die Donau in Deutschland schon. Sogar ein Weinbaumuseum soll es im Ort geben.

Im Ort Bach an der Donau liegt Deutschlands kleinstes Weinanbaugebiet
Im Ort Bach an der Donau liegt Deutschlands kleinstes Weinanbaugebiet. Die Rebzeilen ziehen sich am Hügel eentlang,

Wir unterqueren kurze Zeit später die A3 und verlassen mal wieder die Donau, um über Land zu fahren in Richtung Wörth. Dazu fahren wir in wenig Entfernung zur Autobahn – wie laut der Verkehr doch ist!

Das Schloss Wörth leuchtet weiß aus den grünen Bäumen, im Vordergrund leuchtet gelber Raps
Das Schloss Wörth erhebt sich auf einem Hügel westlich der Stadt

Mittlerweile wäre eine Kaffeepause recht und wir radeln nach Wörth hinein. Das einzige Café, dass wir entdecken, ist nur am Donnerstag, Samstag, Sonntag und Montag geöffnet. Heute ist Dienstag. Na, dann nicht!

Auf der Landkarte wird ersichtlich, wie die Donau vor der Begradigung durch die Landschaft mäandert ist.

Nach Wörth darf die Donau wieder in ihren Schleifen durch die Landschaft fließen
Nach Wörth geht der Blick auf einen Donaualtarm, der eine weite Schleife in der Landschaft macht

Wir sind noch weit von der Donau entfernt und fahren direkt neben der A3 auf dem Radweg. Ein erschreckter Fasan fliegt in der ersten Gerstenzeile auf und landet in der vierten wieder – und ist nicht mehr zu sehen. Als wir endlich wegdürfen von der Autobahn, wieder hin zur Donau, lockt uns ein Schild zu einem Biergarten unter der Autobahn hindurch in den Ort Hofdorf. Statt des Biergartens entdecken wir zuerst die Bäckerei, in der wir prompt Kunden werden.

Ein Bäckergeschäft in Hofdorf
Wir weichen kurz vom Fahrradweg ab und fahren nach Hofdorf. Dort gibt es nicht nur einen Biergarten, sondern auch eine Bäckerei. Ein Kaffee und ein frischer Erdbeerkuchen sind uns am Vormittag auch lieber ist als ein Bier

Zurück auf dem Radweg werden wir in Sichtweite der Autobahn weiter geführt. Schade, denn die Streckenführung liese sich über den Ort Niederachdorf gut verlegen und wir könnten die Schleifen der Donau auskosten. Dafür haben wir einen ersten Blick auf den Bayerischen Wald mit seinen Gipfeln, die ein weiteres Reiseziel sind.

Der Bayerische Wald erhebt sich im Hintergrund mit seinen Bergen
Der Bayerische Wald mit seinen Gipfeln taucht in der Ferne auf

Über Pondorf sind wir bald zurück an der Donau und genießen Tierwelt und relative Ruhe ohne Autobahn.

Schwäne nutzen einen alten Baumstamm in der Donau zum Rasten
Alte Treibgutbäume, die sich im Untergrund der Donau verhakt haben, bieten Wasservögeln sichere Nistplätze

Als wir wieder von der Donau weggeführt werden, entscheiden wir uns, nach einem Blick auf die Landkarte und auf die vergrößerte Kartenansicht bei Komoot, an der Donau weiter zu fahren. So kommen wir nicht durch die Orte Pittrich und Kößnach, müssen nicht an befahrenen Autostraßen entlang fahren. Sondern wir radeln gemütlich immer am Deich entlang bis zur Staustufe Straubing. Auf der Brücke muss ich mehrmals anhalten, die Aussicht ist gar zu schön.

Eine Nixenstatue ist auf der Staustufe in Straubing montiert
Die Nixe bewacht die Staustufe der Donau in Straubing
Die Nixe auf der Staumauer blickt zur Kirche Reibersdorf und zum Bayerischen Wald
Die Nixe auf der Staumauer blickt zur Kirche Reibersdorf und zum Bayerischen Wald

Wir essen gemeinsam in Straubing am Theresienplatz zu Mittag, in einem Restaurant mit Schatten und freier Außenbestuhlung,.

Der Theresienplatz in Straubing mit Brunnen und Dreifaltigkeitssäule
Der Theresienplatz in Straubing mit Brunnen und Dreifaltigkeitssäule

Bernhard fährt zum Bahnhof, ich über den Ludwigsplatz weiter. Dort ist noch Markt und ich kaufe mir Erdbeeren für eine Nachmittagsjause. Die stelle ich in meiner Packtasche auf die Regenklamotten, so dass sie es schön weich haben. Wieder fahre ich über eine Donauinsel und auf der linken Donauseite weiter.

Nach Straubing vereinen sich das Flussbett der alten und der neuen Donau wieder
Nach Straubing vereinen sich das Flussbett der alten und der neuen Donau wieder

Ich radele auf einer weiteren, eigenen Variante unter der B20 hindurch nach Reibersdorf, wo mich ein Kirchenfenster fasziniert.

Das Kirchenfenster in Reibersdorf ist mit Kupfer versehen
Das Kirchenfenster in Reibersdorf ist interessant gestaltet

Nach Reibersdorf folge ich einem Radfahrer, der rechts des Deiches weiterfährt. Als er aber an der Donau ankommt, um Schwimmen zu gehen, erkenne ich, dass das eine Sackgasse war. Aber da alle Umwege ja immer einen Hintersinn haben, erfreue ich mich an der Blütenpracht auf dem Deich und mir gelingt ein schönes Foto.

Eine Biene fliegt von links in lila Blüten
Eine Biene ist im Anflug zu den leuchtenden Blüten am Donaudeich

Wieder zurück am Donauradweg, der geteert auch einfacher zu fahren ist, als der Schotter zuvor. Wo die „Alte Kinsach“ in die Donau fließt ist ein Schleusenhaus, was ich sehr eindrucksvoll finde. Ich setzte mich auf dem Deich auf eine Bank und nasche an den Erdbeeren. Die erste Lage ist okay, bei der zweiten Lagen tauchen viele verschimmeltte Erdbeeren auf. Das kann nicht vom Transport kommen, da bin ich einfach nur übers Ohr gehauen worden. Schade!

Für die Schleusenbedienung bei Hochwasser wurden Schleusenhäuser errichtet
Für die Schleusenbedienung bei Hochwasser wurden Schleusenhäuser errichtet

Der Radweg leitet mich durch die Gemeinde Bogen, und dann am Radweg entlang der Hauptstraße weiter bis Pfelling.

Bogen Rathaus und Brunnen
Das Rathaus der Gemeinde Bogen hat einen wunderschönen Giebelaufbau

Nach dem Örtchen Pfelling geht es wieder an die Donau, allerdings links des Deichs, denn der ist nicht befahrbar. Wieder ist eine Schafherde auf dem Donaudeich unterwegs, die mich aber eher verwirrt. Ein Pickup fährt auf dem Radweg unterhalb des Deiches, die zwei Hütehunde laufen um das Auto rund herum. Die Schafe rennen unentwegt vorwärts, kaum dass sie mal ein Maulvoll Fressen rupfen können. Am Ende der Herde fährt ein Quad, das die Schafe vorantreibt, alles in Schafgaloppgeschwindigkeit. Einigen der Schafe hängt die Zunge weit aus dem Hals und sie blöken unaufhörlich. In meinen Augen werden die Tiere nicht richtig behandelt, aber ich unternehme nichts.

Auf dem Donaudeich weiden Schafe
Nach Mariapoching sind wieder Schafe auf dem Donaudeich, die in ständiger Bewegung gehalten werden.

Ich passiere die Vogelfreistätte und Graureiherkolonie Kleinschwarzach und sehe schon von weitem die Brücke über die A3. Ich nähere mich ihr auf dem Donaudeich, der wieder befahrbar ist.

Die Autobahnbrücke der A3 vor Metten
Die A3 führt über diese interessant gebaute Brücke vor Metten

Mein Handyakku und meine Powerbar sind nun bald leer. Ich habe auch noch nichts von Bernhard gehört, daher entschließe ich mich, nach Metten hineinzufahren, in der Hoffnung auf eine Eiscafé. Meine Hoffnung wird zuerst enttäuscht, denn das örtliche Eiscafé ist geschlossen. Aber am Marktplatz ist ein Gasthof geöffnet und einen Eiskaffee gibt es dort auch.

Bernhard meldet sich telefonisch. Er hat in Deggendorf keinen schönen Stellplatz für unser Wohnmobil gefunden und ist nach Fischerdorf auf einen Privaten Stellplatz ausgewichen. Er will mich abholen kommen, also ist meine Etappe hier in Metten zu Ende. Da es wieder 95 km waren, wehre ich mich nicht dagegen. Morgen lasse ich mich von Bernhard wieder in Metten absetzen. Deggendorf muss bis morgen warten.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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