Newsletter August 2020

Newsletter August 2020

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Hallo,
wir sind auf Tour. Unsere Ostseereise hat uns bisher an die deutsche Ostsee, nach Polen und Litauen und Lettland geführt. In Deutschland und Polen waren an der Ostsee so viele Urlauber unterwegs, dass wir lieber ins Landesinnere ausgewichen sind. Auch haben wir somit den Teil Russlands umfahren, der im Baltikum liegt.


Segeltörn auf der Wismarer Bucht

Ein Crewmitglied löst das Tau, mit dem das Focksegel bei Nichtgebrauch zusammengehalten wird
Das Focksegel wird gelöst, damit es aufgezogen werden kann

In Wismar haben wir uns kurzentschlossen für eine Fahrt auf einem Zweimastgaffelschoner, der Atalanta, angemeldet. Das Schiff wird von einem Verein und Ehrenamtlern, die Menschen von der traditionellen Seefahrt begeistern wollen, betrieben.


Stettin und Kolberg

In einem Gewölbekeller mit Kreuzrippengewölbe stehen die Braukessel in Gastraum
Der Keller ist unglaublich schön. Die Braukessel stehen direkt hinter der Theke

Nach einigen Tagen auf Usedom mit Fahrradtour, sind wir nach Polen eingereist. Wegen Corona dachten wir, dass es Kontrollen geben könnte, aber wir konnten uns im offenen Europa frei bewegen. Leider hatten wir für Stettin einen totalen Regentag erwischt. Trotz Schirm und Regenjacke machte die Stadtbesichtigung irgendwann keinen Spaß mehr. (Campingplatz Kolberg)


Polen Naturpark Slowinski

Links die stark wellige Ostsee, in der Mitte dick angezogene Menschen und rechts Dünen
Der Wind ist arktisch kalt und alle Menschen dick eingemummelt

Im Polnischen Naturpark Slowinski an der Ostseeküste waren wir mit dem Rad unterwegs und haben die Aussicht von einem Leuchtturm genossen. (Campingplatz Smolzinski Las)


Litauen – Dusia See

Menschen gehen im flachen Seewasser in der Abendsonne spazieren
Wasserwandern mal anders interpretiert

Nach unserer Einreise nach Litauen haben wir einige Tage am Dusia See verbracht. Mit Radfahren, den See genießen, der Trinkwasserqualität hat, und Flammkuchen in unserem Grill backen. (Campingplatz Dusia-See) Tipps für Litauen


Kaunas und Kurische Nehrung

Kaunas

Der Ritter in der Detailansicht auf seinem Pferd
Nahansicht des Ritters Kanklininkas auf seinem Pferd

Kaunas haben wir mit dem Rad erobert. Leider am Montag, als alle Museen geschlossen hatten. Wir sind an dem sonnigen Tag bis zum Kaunas-Meer, einem Stausee geradelt. Den Ritter Kanklininkas haben wir jedoch an der Burg getroffen. (Campingplatz Kaunas)

Kurische Nehrung

Die Bloggerin und ihr Mann stehen im Sand der Toten Düne, im Hintergrund die Ostsee
Wir haben das Foto an südafrikanische Freunde geschickt und behauptet, wir wären in Namibia… Im Hintergrund die Ostsee

Von Klaipėda sind wir mit dem Schiff Benas zur Kurischen Nehrung gefahren, die Fahrräder auf dem Dach des Schiffs! Trotz 90% Regenwahrscheinlichkeit sind wir bei schönstem Sonnenschein über den litauischen Teil der Halbinsel geradelt. (Campingplatz Klaipėda)


Am Ostseestrand in Lettland

Naturpark Pape

Ein Radfahrer hebt ein Fahrrad über einen umgestürzten Baum
Das war der letzte von unzähligen Bäumen, über den wir die Fahrräder heben mussten

Gleich hinter der Lettischen Grenze liegt an der Ostsee der Naturpark Pape. Er ist wegen des Papesees, einem Sumpfgebiet mit See, entstanden. Wir wollten eine Fahrradtour rundherum machen, stießen aber an unsere Grenzen und die unserer Fahrräder. Da der Campingplatz direkt hinter einer Düne liegt, war der Weg ins Wasser nicht weit. (Pape Campingplatz)

Steilküste bei Jūrkalne

Rechts über der Ostsee der Widerschein des Sonnenuntergangs, links dicke Regenwolken über der Steilküste
Das Gewitter kommt über die Steilküste schnell näher, der Sonnenuntergang fällt ins Wasser

An der Steilküste bei Jūrkalne haben wir – bis auf Schnee – alle Wetterlagen erlebt, in nur zwei Tagen. Wie unterschiedlich die Ostsee sein kann, schäumend bei Sturm und glatt wie ein Spiegel. Während des Gewitters hatten wir eine „Fahrradfamilie“ aus Erfurt im Wohnmobil zu Gast. Das war ein schöner Abend! (Campingplatz Jūrkalne)


Außerdem waren wir in Liepāja, einer Küstenstadt, die die Zeit als sowjetische Militärstadt noch nicht ganz weggesteckt hat, und in Aizpute und Kuldiga, netten Städtchen etwas im Landesinneren. Wobei Kuldiga mit zwei Superlativen aufwartet!


Vīna Darītava Mārtiņš Sants

Der Fruchtweinhersteller Mārtiņš Sants sitzt am Tisch seiner Probierstube. Im Hintergrund die Regale mit Fruchtwein
Mārtiņš Sants sitzt entspannt für ein Foto in seiner Probierstube

In Aizpute haben wir den Jungen Fruchtweinwinzer Mārtiņš Sants besucht und eine informative und lustige Zeit verbracht. Natürlich sind in unserem Wohnmobilkeller auch einige seiner Erzeugnisse eingelagert.


Alle Fahrradtouren, die ich in Komoot aufgezeichnet habe, findest Du in meinem Komoot-Account.

Wohnmobilstell- und Campingplätze

Ein Wohnmobil steht auf einer Wiese, die Markise ist ausgefahren. Ein Fahrrad steht davor, im Hintergrund ist die Ostsee unterhalb der Wiese zu sehen
Unser Platz auf „Kemping Zaki“ ist windgeschützt mit Blick aufs Meer

Die von uns im Juli genutzten Wohnmobilstellplätze und Campingplätze habe ich unter Praktisches, Wohnmobilstellplätze beschrieben.

Vorschau August 2020

Wir haben den Übergang in den August in Ventspils verbracht. Ein wunderschönes Küstenstädtchen in Lettland, etwas unterhalb des Kap Kolka, dem nördlichsten Punkt im Westen Lettlands, bevor die Rigaer Bucht sich im Osten öffnet. Wir bleiben an der Ostseeküste, mit kleinen Abstechern ins Inland bis wir in Estland an die Russische Grenze stoßen. Der Rückweg wird durch die Baltischen Staaten im Inland führen, einen Plan dafür gibt es aber noch nicht.

Wir haben das Glück, dass in den Baltischen Staaten wenige Menschen leben und wir viel in der Natur sind. Es gibt wegen des Corona-Virus Vorsichtsmaßnahmen, aber keine Maskenpflicht. Wir bemühen uns, uns von Menschenansammlungen fern zu halten und halten sowieso Abstand.

Auf Reisepunsch.de stelle ich meine Beiträge online, wenn Internetverbindung möglich ist. Tagesaktuell informiert bist Du auf meinem Instagram-Account.

Ich wünsche Dir nun viel Spaß beim Schmökern und Stöbern auf Reisepunsch.de. Bleib gesund und genieße Dein Leben,

Eindrücke von Kaunas

Eindrücke von Kaunas

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Kaunas hat eine uralte Geschichte und ist doch eine junge und moderne Stadt. Ehemals die einzige Hansestadt Litauens, wird sie 2022 Kulturhauptstadt Europas sein. Für die modernistische Architektur von 1919-1940 (Bauhaus) ist sie mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden.

Fahrt in Kaunas Altstadt

Vom außerhalb liegenden Campingplatz, Hotel oder der sonstigen Unterkunft in die Stadtmitte von Kaunas zu kommen ist mit dem öffentlichen Bus recht einfach. Im erweiterten Stadtzentrum fahren „O-Busse“, das sind Oberleitungsbusse, die elektrisch betrieben werden. Die Haltestellendichte ist groß mit aussagekräftigen Fahrplänen, teils mit digitaler Abfahrtsanzeige. Die Fahrkarte kauft man beim Fahrer oder der Fahrerin zum Preis von 1 €, Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren und Fahrräder fahren kostenlos mit. Es gibt sogar USB-Stecker um das Mobiltelefon während der Fahrt zu bezahlen. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier.

An einer Stange im Bus ist ein USB-Stecker zum Laden von Mobiltelefonen
Standard im Bus – USB-Stecker fürs Mobiltelefon

Verkehrseindrücke von Kaunas mit dem Fahrrad

Wir sind an unserem Ankunftstag von unserem Campingplatz im Westen Kaunas mit dem Bus gefahren und am zweiten Tag mit dem Fahrrad. Teilweise sind die Fahrradwege sehr gut ausgebaut und markiert. Mein Eindruck ist, dass gerade um die größeren Zentren der Ausbau von Fahrradwegen forciert wird. Allerdings sind manche Straßen – auch für Fußgänger und Fahrradfahrer – in einem ziemlich schlechten „Pflaster“-Zustand.

An sehr gepflegten Radwegen stehen hohe eiserne Baumgestelle in deren obere Ringe bunte Blumen gepflanzt sind
Die Fahrradwege sind zum Teil ausgezeichnet und die „Blumenbäume“ begeistern mich sehr
Fahrradständer, die an große Kamerablenden erinnern
Interessante Fahrradständer auf dem Rathausplatz
Eine Fußgängerbrücke über die Memel in Kaunas
Die Fußgänger- und Fahrradbrücke führt von der Memelinsel über die Memel
Eine grobe Pflasterstraße mit tiefen Spurrillen
Diese Straße fordert Fahrradfahrer heraus, tiefergelegte Autos haben keine Chance
Das Straßenpflaster ist ungeheuer wellig
Das Straßenpflaster in der Vilniaus Straße

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

Die Fahrradtour habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachfahren.

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Oder Du folgst mir und dieser Fahrradtour auf meinem Komoot-Account.

Gebäude in Kaunas

Kaunas ist die zweitgrößte Stadt Litauens. Die Architektur der Stadt wiederspiegelt die Epochen der vergangenen Jahrhunderte. Wir haben uns vorwiegend in der Altstadt aufgehalten, bzw. entlang der Memel, die auf Litauisch Nemura heißt. Leider haben wir den Fehler einer Radtour an einem Montag zum Kloster Pažaislis gemacht, dass am Kaunas-Meer liegt. Die Klostermauern sind so hoch, dass man nur die Kuppel der Kirche sehen kann. Und Montags ist alles geschlossen. Da es unterwegs zum Teil keine Radwege gibt, mussten wir entlang einer vielbefahrenen Straße radeln.

Eine Kuppel einer Kirche mit je einem Turm links und rechts, hinter einer Mauer
Mehr war vom Kloster nicht zu sehen. Die Kuppel der Kirche „des Besuchs der Heiligen Jungfrau Maria bei Elisabeth“

So haben wir die Zeit in Kaunas leider schlecht genutzt und die meisten Highlights gar nicht gesehen. Nachfolgend einige unserer Gebäudeeindrücke.

Die Stadtansicht der alten Stadt von Kaunas. Im Vordergrund eine Wiese, dahinter ein schmaler Fluss und dahinter von rechts die Reste der Burg und nach links die Türme von Rathaus und der Kirchen
Die Stadtansicht von der Brücke aus. Rechts die Reste der Burg, der „Schwanenhals“ des Rathauses und die Kirchtürme der Altstadt
Vor der Burg steht der Schriftzug Kaunas mit einem Hashtag
Ich habe das Foto auf Instagram gepostet, da der # (Hashtag) schon davor stand …
Das Rathaus in Kaunas wirkt wie eine Kirche, da es einen sehr hohen turm hat
Das Rathaus am Abend – der Turm wird Schwanenhals genannt
Das hölzerne Innentor des Rathauses ist kunstvoll aus Holz und Metall gearbeitet
Das Innentor im Rathaus ist beeindruckend
Ein Backsteinhaus hat als Giebel drei Stufen, die von rechts nach links höher werden
Häuser mit einem “halben Giebel“ sieht man in Kaunas öfter, das hier steht am Rathausplatz
Ein altes Backsteinhaus mit Stufengiebel
Das Perkũnas Haus war vermutlich der Handelssitz der Hansekaufleute in Litauen und hat seinen Namen von einem Donnergott, der in der Wand des Gebäudes gefunden wurde
Zwei Balkone, der linke nicht restauriert, der rechte restauriert
Restaurierung muss sich der Hausbesitzer leisten können…
Ausgrabungen der alten Stadt, die Mauern werden durch Blechdächer geschützt
Ausgrabungen von alten Stadtresten. Das Niveau der Stadt lag deutlich niedriger als die heutigen Bauten, nur etwas über Flusshöhe
Eine gepflasterte Seitenstraße in Kaunas mit hohen Häusern
Blick in eine Seitenstraße
In einem Fenster stehen Tomatenpflanzen
Ein Zimmergarten über der Einkaufsstraße
Ein Springbrunnen mit vielen kleinen Fontänen auf einem Platz ist von einem schwarzen quadratischen Becken eingefasst
Ein Springbrunnen auf der längsten Einkaufsstraße des Baltikums, der Laisvės Avenue
Neue Gebäude mit viel Glas stehen am Ufer der Memel
Hier entstehen moderne Glaspaläste an der Memel, in der Nähe des Einkaufscentrums Akropolis
In einem Einkaufszentrum steht ein richtiges Haus als Geschäft
In der Mall Akropolis stehen auch richtige Häuser, teils im traditionellen Stil, die mir die Dimension eines Einkaufszentrums verdeutlichen

Kirchen in Kaunas

Das Gebiet von Litauen wurde erst im 14. Jahrhundert christianisiert. Laut einer litauischen Informationsschrift sind aber viele „heidnische“  Bräuche in die christlichen Feste Litauens übernommen worden. In Litauen herrscht Religionsfreiheit, wir haben einige Kirchen wegen ihrer Baukunst von außen bestaunt.

Die Jesuitenkirche ist in Pastelltönen gestrichen
Die Jesuitenkirche in Kaunas steht in der Häuserzeile am Rathausplatz, hier im Abendlicht
Eine aus Backstein gebaute Kirche mit einem Kirchturm mit recht flachem Dach
Die Kathedrale Peter und Paul in Kaunas steht in Rathausplatznähe
Hinter einem Kirchturm des Bernhardinerklosters zeichnet das Abendrot orangene Muster in den grauen Wolkenhimmel
Das Abendrot im regengrauen Wolkenhimmel hinter einem Kirchturm des Bernhardinerklosters, nahe der alten Burg
Die Moschee in Kaunas steht in einem Park
Die Moschee in Kaunas, die einzige in Litauen, steht im Ramybės-Park – in Deutschland sind die Moscheen oft genug in einem Industriegebiet angesiedelt
Die orthodoxe Kirche in Kaunas ist wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet
Die orthodoxe Kirche in Kaunas ist wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet
Details der Fensterumrahmungen und Eingangssäulen
Details der orthodoxen Kirche

Plastiken in Kaunas

Kaunas ist eine Stadt, in der Kunst gelebt wird. Das merkt der Besucher an den Plastiken, die er überall in der Stadt entdecken kann. Wenn er denn aufmerksam um sich schaut. Mich haben viele der Plastiken erfreut und zum Lachen angeregt. Nachfolgend einige Beispiele.

Auf einer Mauer ist eine Bronzeplastik. Ein Dicker Mann mit Schnauzer und sehr dünnen und kurzen Beinen
Das Männlein hockt auf der Mauer der Unterführung der Gertrudstraße
Eine Bronzeplastik ist oben als Kiefernzapfen gestaltet und hat unten zwei Beine mit Fußen in Holzschuhen
Das Zapfenmännlein steht im Park in der Nähe der Burg
Eine Bronzeplastik von einem Priester, der auf einer Bank sitzt mit einem Hund
Dieser Priester sitzt mit seinem Hund vor der Vytautas-Magnus-Kirche
Eine Bronzeplastik von einem Jungen auf einem Kinderfahrrad, der ein Stöckchen in der Hand hält und mit einem kleinen Hund spielt
Die Plastik ist so detailgetreu, auf den ersten Blick möchte ich dem spielenden Jungen ausweichen
Am Kreisel nach der Brücke über den Neris sind stilisierte Reiter als Plastiken aufgestellt
Am Kreisel nach der Brücke über den Neris sind diese Jockeys unterwegs
Eine Ritterskulptur vor neuen modernen Häusern im Hintergrund
Der Ritter Kanklininkas in der Nähe der alten Burg hat im Hintergrund neue Stadtgebäude jenseits des Neris
Der Ritter in der Detailansicht auf seinem Pferd
Nahansicht des Ritters Kanklininkas auf seinem Pferd
Eine Plastik von einer Frau, die liegend über einem Stein schwebt
Die schwebende Frau auf dem Vorplatz der orthodoxen Kirche
Die Statue des ersten litauischen Herrschers Vytautas Magnus
Vytautas Magnus wurde 1429 zum ersten litauischen König gewählt
Das Werbeschild ist künstlerisch mit Ähren und Blättern gestaltet
Kunst als Werbeschild

Graffiti in Kaunas

Die Kunstszene spielgelt von Kaunas spiegelt sich auch in vielen Graffiti an Gebäuden wieder. Ich finde es toll, dass Gebäudeflächen für diesen Kunststil zur Verfügung gestellt werden. So muss kein Graffiti-Künstler in der Illegalität arbeiten. Das heißt allerdings nicht, dass die Sprühfarben-Schmierer, die nur Sachbeschädigung betreiben, nicht auch unterwegs wären…

Auf einem Graffiti klettern drei Jungen mit Schirmmützen über einen Zaun
Die drei Jungs büxen wohl über den Zaun aus…
Ein Graffiti an einem hohen Gebäude sieht aus wie ein hockender Pfeifenraucher
Eines der berühmtesten Graffiti in Kaunas kommt sichtlich in die Jahre
An einem Hausgiebel ist eine Graffiti von einem hockenden Jungen
Ein Junge in Turnschuhen als Graffiti an einem Hausgiebel
Auf einer Hausfassade sind Bilder von Bürgern aufgemalt
Eindrücke vom Leben im Stadtteil Šančiai auf einer Hauswand

Litauische Spezialitäten in Kaunas

Kaunas war unsere erste litauische Stadt, in der wir Restaurants besuchen konnten. Das haben wir gerne gemacht und einige litauische Spezialitäten probiert. Leider haben wir vergessen die „Zeppelinas“ zu fotografieren. Das sind Kartoffelklöße mit Hackfleisch gefüllt. In Zeppelinform gerollt, gekocht und mit einer Specksoße serviert werden. Sehr lecker, aber auch sehr sättigend, da die Portionen sehr groß waren.

Nudelteigtaschen liegen auf einem Teller
Die Chinkali (eigentlich eine georgische Spezialität) werden mit einer Zange serviert
Eine Rote-Beete-Suppe steht vor der Bloggerin
… Suppe passend zum Top …
Buchweizengrütze ist gekocht und mit gebratenem Gemüse gemischt und mit Reibekäse bestreut
Der Buchweizen mit Gemüse schmeckt sehr lecker
Kartoffelpfannkuchen aus rohen Kartoffeln sind mit Hackfleisch gefüllt
Aus rohen Kartoffeln werden diese Pfannkuchen hergestellt, die mit Hackbrät gefüllt sind
Das Brot wird in Butter mit Knoblauch gebraten, Käse wird dazugegeben
Das ist eine litauische Speise zum Bier – „altes“ Brot in Knoblauchbutter gebraten. Der Käse wird noch drüber gestreut und schmilzt darüber
In einer gläsernen Theke liegen Käse in der Auslage
Der Džiugas – Käse stammt der Legende nach von einem Riesen
Eine Torte steht in einer Auslage
So lecker die Torte aussieht – die Creme unter den Walnüssen ist ein Gorgonzolaähnlicher Džiugas-Käse

Kaunas – andere Ereignisse

Neben unseren „thematisch sortierten“ Erlebnissen, hatten wir weitere Eindrücke. Eines davon war im Ramybės Park die Gedenkstätte für litauische Partisanen. Das russische Reich war schon während der Zarenzeit bestrebt, sich Litauen einzuverleiben, was irgendwann auch geschah. Litauen wurde 1918 zum ersten Mal seit 1795 wieder unabhängig, davor war es seit 1569 Teil einer Union mit Polen. Kaunas wurde Hauptstadt Litauens und der erste Präsident, Antanas Smetona 1919 gewählt. Aus der Zeit, die auf diese Unabhängigkeit folgte, gibt es 23 Gebäude, vom Präsidentenpalast bis zum Japanischen Konsulat, die nördlich und nordöstlich der Altstadt gebaut wurden. 1940 wurde Litauen bereits wieder von Russland okkupiert und erst 1990 wieder unabhängig. Gerade 1940 kämpften viele Litauer im Untergrund gegen die Vereinnahmung durch Russland. Den Partisanen wird auf dem alten Friedhof gedacht.

Steinerne Kreuze stehen auf einer Wiese zur Erinnerung an die litauischen Partisanen
Die steinernen Kreuze erinnern an die Partisanen, die gegen die russische Besetzung gekämpft haben

Wir hatten natürlich auch skurrile Erlebnisse und einen Einblick ins Formationsfliegen.

Eine Bank steht im flachen Wasser der Memel
Die Bank wird derzeit von den Kormoranen genutzt
Im letzten Abendrot, in dem ein See leuchtet, fährt ein Wasserskifahrer
Auf dem See beim Campingplatz ist noch ein Wasserskifahrer unterwegs
Drei Flugzeuge im Formationsflug
Drei Flugzeuge im Formationsflug
Die drei Flugzeuge im Formationsflug stoßen Rauch aus
Ob die Flugzeuge für einen „Auftritt“ üben?

Insgesamt waren es zwei interessante Tage in Kaunas. Wer nicht ausgerechnet am Montag in Kaunas ist, kann Museen zu sehr speziellen Themen besuchen und auch viele Galerien, denn Kaunas ist auch eine UNECO Stadt des Designs.

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Bezaubernder Dusiasee im Regionalpark Meteliai in Litauen

Bezaubernder Dusiasee im Regionalpark Meteliai in Litauen

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Nach unserem Aufenthalt am Taltysee in Polen wollen wir nach Litauen weiter reisen. Bevor es hoch zur Ostsee geht, lockt uns ein See und ein Regionalpark, direkt im Südwesten, an der Grenze zu Polen. Zu Litauen habe ich eine besondere Beziehung, ich bin sehr gespannt auf das Land.

Einreise nach Litauen

Wir fahren vom Campingplatz in Talty in Polen zur Straße Nummer 16 und folgen dieser Richtung Osten. In Augustów könnten wir auch nach Weißrussland abbiegen. Wir aber ziehen Litauen vor, denn wir besuchen ja die Ostseeanrainerstaaten. An einem Straßenverkauf erstehen wir noch Himbeeren. Tanken wollen wir nicht mehr, denn in Litauen sind die Dieselpreise günstiger als in Polen. Und einkaufen wollen wir auch erst in Litauen, denn da können wir in € bezahlen und haben einen guten Vergleich zu deutschen Preisen. Die polnisch-litauische Grenze erkennen wir nur an den Schildern, eine offensichtliche Grenze ist nicht vorhanden.

Die Grenze von Polen nach Litauern mit vielen Schildern
Wir passieren die Grenze nach Litauen!

Ich habe fast 20 Jahre im südhessischen Ort Hüttenfeld gewohnt. Dort gibt es seit den 1960er Jahren im ehemaligen Schloss ein litauisches Gymnasium. Das hatten Exil-Litauer aus aller Welt gegründet, die ihre Kinder mit litauischer Sprache und Kultur erziehen wollten. Diese Litauer sind vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg geflüchtet. Erst vor den Deutschen Nazis und dann vor den Russen, gegen deren Besetzung sie Widerstand geleistet haben. Im Schlosspark wurde ein Internatsgebäude errichtet, der Unterricht findet zu 80% im alten Schloss statt. Im Ort selbst wohnen auch viele Litauer und so habe ich einen persönlichen Bezug zu diesem Land. Leider war ich nicht so schlau, dass ich ein wenig Litauisch gelernt habe, das wäre auf unserer Reise nun ziemlich hilfreich. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier.

Im Städtchen Lazdijai biegen wir in den Ortskern nach links ab und später, einem Hinweisschild folgend – auf dem wir nur 8-22 Uhr erkennen können – nochmal nach links. Wie richtig vermutet, landen wir bei einem Supermarkt. Wir kaufen in dem ordentlich eingerichteten und sauberen Markt ein und entdecken einige, uns unbekannte, Lebensmittel. Die werden wir in den nächsten Wochen alle ausprobieren. Nach dem Einkauf folgen wir unserem Auto-Navi bis in den Ort Meteliai und wechseln dort zur Sygic-Navigation, die uns bis zum Campingplatz Vitruna führt.

Die Einfahrt zum Campingplatz wird mit einem blauen Schild markiert und einer Holzschnitzerei mit der Aufschrift Vitruna
Die Einfahrt zum Campingplatz Vitruna

Wir parken unser Auto und gehen zu einem kleinen Häuschen hinter dem Tor. Dort hängen nur litauische Informationen. Wir fragen zwei Männer, ob sie englisch oder deutsch sprechen und sie uns mit der Übersetzung helfen können. Doch da kommt schon ein Herr, der für den Platz zuständig ist. Er klärt uns über die Preise auf und dass wir uns überall im oberen Bereich hinstellen können. Wir fragen, ob wir nicht mit Blick auf den See parken können. Diese Plätze wären für Zelte reserviert, die von Freitag bis Sonntag dort stehen würden. Außerdem wäre es dann ziemlich laut dort. Na, mal sehen, denken wir. So stellen wir uns hinten in eine Ecke, mit Bäumen, so dass wir entweder Schatten haben oder in die Sonne rücken können.

Erster Dusiasee-Tag

Ich setze mich gleich raus unter die Markise und bearbeite Bilder für den Blog, Bernhard geht mit Liegestuhl, Lektüre und Badesachen zum See. Als er zurückkommt, macht er uns aus unseren letzten polnischen Heidelbeeren, Heidelbeerpfannkuchen. Wie lecker!

Auf einem Teller liegt ein mit Puderzucker bestäubter Heidelbeerpfannkuchen
Zum Abendessen gibt es lecker Heidelbeerpfannkuchen

Ich spüle ab und folge Bernhard zum See. Er ist, als ich ankomme schon am Schwimmen. Der See ist aufgepeitscht und ein warmer Wind pfeift.

Vom See aus ist das baumbestandene Ufer zu sehen
So ruhig war der See am Nachmittag
Ein See mit Schilf im Hintergrund, rechts zwei Menschen, die in den See gehen
Das Wasser ist so klar, es hat sicherlich Trinkwasserqualität. Um zu schwimmen, muss man ziemlich weit in den See hineinlaufen
Graue Wolken hängen über einem See, die Bäume sind von Sonne beschienen, ein Schwimmer ist im Wasser
Bernhard schwimmt bei stürmischer Stimmung im Dusiasee

Wir sitzen im Wind, trinken Wein und betrachten den See und einige Schlauchboote, die mit dem Wind und den Wellen kämpfen. Einfach nur sitzen und schauen… Als ich später den Sonnenuntergang vom Seeufer fotografieren will, entdecke ich auf einem großen Felsblock diesen Käfer.

Die schwarzen Punkte des Marienkäfers sind weiß umrandet
Vermutlich ist das kein Marienkäfer, denn die schwarzen Punkte haben weiße Ränder

Obwohl er auf der flachen, oberen Seite des Steins sitzt, kann ihn der starke Wind nicht wegpusten. Ich bewundere ihn und konzentriere mich wieder auf den Sonnenuntergang.

Der Sonnenuntergang am Dusiasee
So schön klingt unser erster Abend am Dusiasee aus

Zweiter Dusiasee-Tag

Am nächsten Tag unternehmen wir zuerst eine Radtour zum Informationszentrum Meteliai. Nach dem Einkaufen drehen wir eine Fahrradrunde um den See. Die habe ich in einem Extra-Beitrag beschrieben.

Wieder zurück beim Wohnmobil trinken wir erst ein Bier, bevor ich mich wieder an den Laptop setze und Bernhard an den See geht. Wir hatten bereits gestern Abend das Roastbeef aus unserem Einkauf in Rothenklempenow bei der Höfegemeinschaft Pommern aus dem Eis genommen und im Kühlschrank langsam auftauen lassen. Bevor Bernhard zum See gegangen ist, hat er das Roastbeef aufgeschnitten, da wir Steaks zum Abendessen grillen wollen. Vom See zurück macht er einen leckeren Salat und scheucht mit vom Laptop. Ich decke den Tisch und wir genießen ein tolles Abendessen.

Ein Wohnmobil steht auf einer Wiese unter Laubbäumen, Tisch und Stühle stehen daneben, ein Mann grillt unter einer Markise
Bernhard an unserem Grill, der Tisch ist schon gedeckt
Ein Steak und ein Salat auf einem Teller
Das sieht nicht nur lecker aus – das war es auch!

Nach dem Essen gehen wir mit Stühlen, der Kühltasche mit Wein und den Badesachen runter zum See. Das Licht der Abendstimmung ist einfach phänomenal. Die Bäume am Ufer hängen ziemlich über die Böschung. Leider ist das Wasser nicht so tief an der Stelle, dass man sich an einem Seil vom Baum in den See schwingen könnte. Bei der Seehöhe nach 10 oder 15 m, bekäme man nur einen blauen Hintern.

Die Bäume am Ufer sind über das Wasser gekippt
Die Uferbäume hängen tief über das Wasser
Die Wurzeln der Uferbäume sind unterspült
Die Wurzeln der Uferbäume sind unterspült. Das sieht zwar sehr interessant aus, aber die Bäume werden früher oder später in den See kippen

Nach dem ersten Bad sitzen wir wieder nur im Stuhl und schauen. Mir kommt die Idee, dass ich als werdende Influenzerin auch Bilder von mir in den Blog stellen sollte. Da die Sonne die Wasseroberfläche nun in einem Streifen in goldenes Licht taucht, kommt mir eine Idee. Ich könnte ja den Wein unseres Lieblingsweingutes, dem Weingut Sohn in Frankweiler in der Pfalz, den wir in unserem Wohnmobilkeller spazieren fahren, mal mit einem litauischen Foto anpreisen. So schenke ich mir Weißburgunder vom Weingut Sohn in mein Glas und laufe auf dem Sonnenstreifen in den See. Bernhard macht verschiedene Fotos, davon eines für Dich zur Ansicht.

Die Bloggerin steht im Sonnenuntergang im See, im Lichtstreifen der Sonne und hält ein Glas Weißwein in die Höhe
Ich mache ein Spaßfoto für meinen Instagram-Account, an dem Du nun auch teilhaben kannst

Dritter Dusiasee-Tag

Wir entschließen uns, noch einen Tag zu bleiben, denn ich hänge mit den Blogartikeln weit hinterher. Bernhard verbringt den Tag in der Hängematte und am See, ich am Wohnmobil. Es gibt, glaube ich, schlechtere Arbeitsplätze, als vor einem Wohnmobil an einem schönen Sommertag. Zum Mittagessen machen wir uns Flammkuchen in unserem Enders Gasgrill. Wie das geht, zeige ich in einem extra Beitrag.

Der fertige Flammkuchen auf dem Gasgrill
Voila, der Flammkuchen ist fertig, guten Appetit!

Später ärgere ich mich mit dem schlechten Internet im Bistro herum, bis die Damen den Routerfehler beheben. Spät gehen wir mit den Liegestühlen, unserem Wein und den Schwimmsachen an den See. Mittlerweile ist das Ufer überfüllt von Autos und Zelten. Überall brennen Lagerfeuer und Grills – nicht mit Holzkohle, sondern mit echten Holzscheiten entzündet. Allerdings wird zum Anbrennen ganz viel Spiritus benutzt. Wir haben Glück am Ufer, eine Familie ist gerade am Gehen. So können wir ganz vorne links am Zaun unsere Stühle aufstellen. Wir wissen mittlerweile, dass das die schönste Stelle für den Sonnenuntergang ist.

Jetzt am Abend ist das Wasser des am Ufer so flachen Sees fast Badewannenwarm. Das Schwimmen ist wieder ein Genuss, auch weiter draußen. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber ich empfinde das Wasser als ungeheuer weich. In der praktischen Umkleide ziehen wir uns um und genießen auf unseren Stühlen sitzend, einen Merlot Rosé von unserem Lieblingswinzer.

Junge Leute hinter uns fangen ein Ballspiel an, werfen sich einen Football zu. Manchmal landet er im Wasser, einmal fast auf mir, denn das „Ei“ ist schwer zu werfen. Wir lachen mit den jungen Leuten und sie nehmen einen Volleyball und laden uns ein, mit ihnen ein wenig zu spielen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und kommen so mit ihnen ins Gespräch. Ein junger Mann hat in Deutschland sein Abitur gemacht, ein anderer erzählt, dass zur Zeit der Unabhängigkeit noch 3,2 Millionen Menschen in Litauen wohnten, mittlerweile nur noch 2,6 Millionen. Ich habe die Zahlen NICHT überprüft! Er meinte, dass die Menschen im Ausland mehr verdienen und deshalb auswandern.  Die jungen Menschen werden zum Essen gerufen, wir verabschieden uns. Wir setzen uns zum Fotografieren und zum Abend genießen. Das Licht ist so einmalig und dwir haben einige schöne Motive.

Ein Segelboot führt auf einem See, Im Hintergrund eine weiße Kirche
Das Segelboot ist in etwa auf Höhe der Kirche Kryziu sventove
Ein Schwan streckt die Zunge zur Verteidigung hinaus
Wenn Schwimmer zu nahe kommen, faucht der Schwan
Menschen gehen im flachen Seewasser in der Abendsonne spazieren
Wasserwandern mal anders interpretiert
Ein Schwan in den Lichtspielen der Untergehenden Sonne in einem See
Der Schwan im kitschigen sonnengespiegel der untergehenden Sonne
Ein roter Himmel mit halb untergegangener Sonne über dem See
Ein atemraubender Sonnenuntergang am letzten Abend am See

Mit diesem Erlebnis spazieren wir zurück zu unserem Wohnmobil. Überall riecht es nach allen möglichen Speisen an den qualmenden Lagerfeuern. Das ist wegen der Moskitos eine gute Idee, denn so schwirren die alle zu uns, die wir kein qualmendes Feuer haben. Aber Antimückenspray, mit dem wir uns „einstinken“ uns so auch nicht für Moskitos attraktiv sind.

Am Morgen gehen wir noch schwimmen und duschen dann in unserem Wohnmobil. Wir reisen nach dem Frühstück mit kleinen Aufenthalten nach Kaunas. Wir haben drei wunderschöne Tage verlebt, mit drei völlig verschiedenen Stimmungen am Abend am See Dusia!

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Fahrradtour um den Dusia-See

Fahrradtour um den Dusia-See

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Ein herrlicher Sommertag in Litauen. Wir sind am Dusia-See, im Regionalpark Meteliai. Wir packen die Badesachen in die Fahrrad-Packtaschen und radeln zum Informationszentrum des Regionalparks. Leider werden Fahrradkarten angepriesen, aber nicht vorhanden und wir planen unsere eigene Tour.

Fahrt zum Informationszentrum Regionalpark Meteliᶙ

Die Badesachen sind in der Ortlieb-Packtasche und wir fahren entlang der Straße Richtung Meteliai, in Litauisch Meteliᶙ geschrieben. Die Straße ist nur so breit, dass ein Auto und ein Fahrrad auf dem Teer fahren können. Die Banketten sind sandig mit grobem Schotter und sehr breit. Entgegenkommende Fahrzeuge weichen zum Aneinander vorbeifahren auf die Bankette aus. Einige Autofahrer, entgegenkommende und in unsere Fahrtrichtung, weichen auch beim Überholen oder passieren von uns, auf die Bankette aus, und wir fahren in Staubwolken weiter. Steine fliegen uns außerdem um die Ohren, denn die Geschwindigkeit wird beim Passieren nicht verringert. Zum Glück sind wenige Autos unterwegs, so ist das Radfahren eigentlich recht entspannt ist.

Im Örtchen Meteliai entdecken wir ein – wohl in der Sowjetzeit errichtetes – Gebäude, dass wie ein Rathaus aussieht. Bei näherem hineinschauen entpuppt sich das Erdgeschoss als kleiner Supermarkt, Paduotivo genannt. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier. Gut zu wissen! Gegenüber ist ein Stand aufgebaut, in dem geräucherte Fische angeboten werden. Wir radeln weiter, erst mal am Aussichtsturm vorbei, zum Informationszentrum.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

Diese Fahrradtour habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachfahren.

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Das Informationszentrum Regionalpark Meteliᶙ

Gestern, bei der Anreise mit dem Wohnmobil, haben wir das Informationszentrum verpasst. Das Hinweisschild ist längs zur Straße unter Bäumen angebracht, so dass es beim Autofahren nicht sichtbar ist, wie schade. Die Einheimischen und litauischen Touristen kennen den Platz, denn der Parkplatz füllt sich gerade mit Badegästen. Am Infozentrum können Kajaks und Standupbretter ausgeliehen werden. Im ersten Stock ist ein Museum zur Ökologie des Sees untergebracht, Eintritt 1 €. Wir besuchen es nicht. Der Ranger, der das Informationszentrum betreut, kann uns nur eine litauische Übersichtskarte geben, die künstlerisch sehr schön gestaltet ist.

Ein zweistöckiges Haus, im oberen Stockwerk verglast, beherbergt das Besucherzentrum des Nationalparks mit Museum
Das Besucherzentrum des Nationalparks hat im oberen Stockwerk ein Museum
Eine überlebensgroße geschnitzte Figur mit einem Fischernetz steht auf dem Rasen vor dem Informationszentrum
Diese geschnitzte Figur steht vor dem Informationszentrum

Wir wissen nun, dass es unterwegs keine Einkehr gibt und wir eine große Stecke an der Hauptverkehrsstraße fahren müssen, die jedoch wenig befahren ist. Wir entschließen uns, ein Picknick zu richten. Wir fahren zurück zum Supermarkt und kaufen einige fehlende Lebensmittel. Am Campingplatz richten wir uns ein Picknick.

Fahrradtour um den Dusia-See

Nachdem das Picknick in Kühltaschen verstaut ist, starten wir richtig zu unserer Fahrradtour.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

Diese Fahrradtour habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachfahren.

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Wir fahren an vielen Einfahrten zum See vorbei, die mit Schnüren oder Schranken abgesperrt und mit einem Schild „Privatu“ versehen sind, dass wir als „Privat“ übersetzen. Meist sind die Grundstücke einfache Wiesengrundstücke, oft stehen darauf Wohnwägen oder Zelte. Links von uns sind meist die Seegrundstücke und rechts landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Bauernhöfe dazu stehen ziemlich verstreut und wirken manchmal unbewohnt. Als wir einen direkt zwischen See und Straße eingeklemmten privaten Badeplatz passieren, fällt uns ein Stillleben ins Auge.

Ein Boot liegt halbversunken im Dusisee. Links hinter dem Boot sind rote Seerosen, dahinter Schilf
Ein Stillleben mit altem Boot
Rote Seerosen vor Schilf
Rosarote Seerosen – wie schön!

Wir halten an jeder Kreuzung um uns zu orientieren und die Karte mit der Komoot-Landkarte zu vergleichen. Die wenig vorhandene Beschilderung ist für uns manchmal nicht aussagekräftig. Den Ort Spernia, den wir laut Tourikarte aus dem Informationszentrum arte passieren, nehmen wir gar nicht wahr. Scheinbar liegt er nicht an der Straße am See, sondern mehr ins Landesinnere?

Prähistorische Höhenburg

Nach zwei mal Abbiegen sehen wir einen grasbewachsener Hügel vor uns, mit Parkplätzen und Infotafel. An dieser Stelle werden wir unsere Mittagspause machen.

Ein grasbewachsener Hügel zeigt die Stelle, wo im ersten Jahrtausend der Stamm der Yotfingian eine Höhenburg hatte
Die prähistorische Stelle Piliakalniai oder Piliakalnis, in der der Stamm der Yotvinigian eine Höhenburg hatte
Die Bloggerin und ihr Mann liegen auf einer Decke am See, rechts davon einige Bäume
Dort wo sich die Yotvinigian wohlfühlten, fühlen wir uns zur Mittagsrast mit Vesper auch wohl
Ein Mann geht im flachen Wasser des Dusiasees schwimmen
Das Wasser ist so klar, dass Du die Steine am Uferrand im Wasser genau erkennen kannst
Der Eingang zur Höhenburg wird von zwei geschnitzten Figuren bewacht
Sogenannte “steinerne Frauen” bewachen den Eingang zur Höhenburg. Rechts die Figur mit Trinkhorn für die Gastfreundschaft, links die Figur mit dem Schwert, die das ihre Verteidigen wird

Wir unterhalten und mit einem Familienvater, der mit seinem kleinen Sohn mit einer Angel im flachen Wasser steht. Von ihm erfahren wir, dass der See 12 km lang und 4 km breit ist und an seiner tiefsten Stelle 15 m tief ist. Entstanden sind die Seen während der Eiszeit durch eine Gletscherzunge. Hier, am Westufer des Sees, sinkt das Ufer auch schneller in den See, als am Ostufer.

Kapelle Maria zum Rosenkranz

Wir radeln auf einer schönen geteerten schmalen Straße weiter und haben auf den nächsten 5 km nur zwei Autobegegnungen. Es geht immer wellig voran, im leichten Gefälle kann ich Anlauf nehmen für die nächste Steigung. Fast am Südufer des Sees angekommen, passieren wir eine Kirche. Dank Google Übersetzung bekomme ich später in etwa heraus, was es mit dieser Kirche auf sich hat.

Eine im Jahr 2000 neu erbaute Kirche für die Heilige Maria
Die im Jahr 2000 neu erbaute Kirche Kryziu sventove ersetzt die hölzerne Vorgängerkirche aus dem Jahr 1816
Aus Holz geschnitzte Figuren auf einer Wiese markieren den Kreuzweg Jesu
Auf der Wiese bei der Kirche stehen 12 Figuren, die wahrscheinlich den Kreuzweg Jesu nachstellen

Die „Heilige Kapelle der Kreuze und der Königin Maria vom Rosenkranz“ steht am südwestlichen Ufer des Dusia-Sees zwischen den Dörfern Sutre und Staigūnai. Die Geschichte der Kirche ist auf den „Großen nordischen Krieg“ zurückzuführen. Er wurde von 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt. Eine Allianz aus Russischem Zarenreich, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen griff im März 1700 das Schwedische Königreich an. Im Jahr 1702 war die litauische Armee zwischen den Seen Dusia und Metelis stationiert. Sie stand unter der Führung von Hauptmann Mykolas Servantietis Višnioveckis, und sollte verhindern, dass die schwedische Armee nach Grodno marschierte. Während des Wartens auf den Feind, errichteten die Litauer drei Kreuze. An eines der Kreuze lies der Hauptmann eine Kopie eines Marienbildnisses von Barūnai, einen Zinkstich, hängen,  an dessen helfende Kraft er fest glaubte. Am Feiertag der Apostel Peter und Paul hielt der Armeekaplan die heilige Messe, kurz danach griffen die Schweden an und gewannen die Schlacht und das Gebiet. Die Bevölkerung versteckte nach der Niederlage die Kreuze und den Zinkstich vor den protestantischen Schweden.

Ein blinder Veteran kehrte einige Jahre später zum Schlachtfeld zurück und erlangte sein Augenlicht wieder. Das Wunder sprach sich schnell herum und die Menschen pilgerten an diese Stelle, die drei Kreuze wurden wieder aufgestellt. Unter der Herrschaft der Preußen wurden die Kreuze in die Kirche in Meteliai gebracht, aber die Menschen pilgerten weiterhin an die ehemalige Stelle. So wurde 1816 eine hölzerne Kapelle an der heiligen Stelle errichtet. Sie wurde 1948 von den Russen geschlossen und 1963 abgerissen, die Kreuze und das Bildnis der Muttergotten waren wieder versteckt worden.

1992, kurz nach der Litauischen Unabhängigkeit von der UdSSR, wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Die finanziellen Mittel kamen hauptsächlich von Exil-Litauern aus aller Welt. Der Dekan Vytautas Prajara weihte die Kirche im Jahr 2000 ein. Eine Messe wird jeden Sonntag angeboten. De Hauptfeiertage, an denen viele Gläubige zur Kirche pilgern, sind Pfingsten und der Namenstag der Apostel Peter und Paul. (Falls Du eine bessere Information zur Kirche hast, oder Fehler korrigieren möchtest, nutze bitte mein Kontaktformular, vielen Dank).

Bei der Kirche ist auch ein Brunnen, der für diese Gegend in Litauen wohl üblich ist.

Ein überdachter, gemauerter Ziehbrunnen mit einem Zinkeimer
Diese Brunnen sieht man noch an vielen Häusern auf dem Land in Litauen

Um das Südende des Sees fahren wir wieder auf der stärker befahrenen Straße. Es ist Freitagnachmittag, die Litauer reisen für das Wochenende an den See. Beim passieren eines privaten Seegrundstücks, fällt mir die Schranke auf.

Ein Privatgrundstück wird von zwei hölzernen Figuren und einer Schranke abgesperrt
Links ein Fisch, daneben der Zwerg und der Riese mit Schild, die die Schranke des Privatgrundstücks bewachen

Wir fahren nun am Infozentrum vorbei und halten am Aussichtsturm an.

Ein aus Holz gebauter, in sich verdrehter, Turm aus langen Holzbalken mit einer stählernen Wendeltreppe darin und einer Aussichtsplattform oben
Die Konstruktion des Aussichtsturms ist beeindruckend
Die Wendeltreppe aus Stahl und die gebogenen Holzbalken, die ebenfalls mit Stahl unterstützt, den Aussichtsturm bilden
Detailansicht des Aussichtsturms
Die Verschraubungen von Stahl und Holz im Detail
Detailansicht des Aussichtsturms
Blick vom Aussichtsturm über einen See und Felder
Der Blick zum benachbarten Metelys See vom Aussichtsturm

Kurz danach kommen wir in den Ort zurück, dessen Ortsschild mir gut gefällt.

Das inoffizielle Ortschild von Meteliai weißt darauf hin, dass der Ort schon immer ein Fischerort war
Das inoffizielle Ortschild von Meteliai weißt darauf hin, dass der Ort schon immer ein Fischerort war

Kurz vor dem Abzweig zum Campingplatz sind einige Kurven, in denen uns Fahrzeuge in hoher Geschwindigkeit entgegenkommen, die auf die Bankette ausweichen. Hinter uns kommen allerdings auch Fahrzeuge, ebenfalls sehr schnell, die mit quietschenden Reifen abbremsen. Eingestaubt biegen wir zum Campingplatz ab, zum Glück gibt’s den See zum entstauben!

Die Einfahrt zum Campingplatz wird mit einem blauen Schild markiert und einer Holzschnitzerei mit der Aufschrift Vitruna
Die Einfahrt zum Campingplatz Vitruna

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