Bezaubernder Dusiasee im Regionalpark Meteliai in Litauen

Bezaubernder Dusiasee im Regionalpark Meteliai in Litauen

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Nach unserem Aufenthalt am Taltysee in Polen wollen wir nach Litauen weiter reisen. Bevor es hoch zur Ostsee geht, lockt uns ein See und ein Regionalpark, direkt im Südwesten, an der Grenze zu Polen. Zu Litauen habe ich eine besondere Beziehung, ich bin sehr gespannt auf das Land.

Einreise nach Litauen

Wir fahren vom Campingplatz in Talty in Polen zur Straße Nummer 16 und folgen dieser Richtung Osten. In Augustów könnten wir auch nach Weißrussland abbiegen. Wir aber ziehen Litauen vor, denn wir besuchen ja die Ostseeanrainerstaaten. An einem Straßenverkauf erstehen wir noch Himbeeren. Tanken wollen wir nicht mehr, denn in Litauen sind die Dieselpreise günstiger als in Polen. Und einkaufen wollen wir auch erst in Litauen, denn da können wir in € bezahlen und haben einen guten Vergleich zu deutschen Preisen. Die polnisch-litauische Grenze erkennen wir nur an den Schildern, eine offensichtliche Grenze ist nicht vorhanden.

Die Grenze von Polen nach Litauern mit vielen Schildern
Wir passieren die Grenze nach Litauen!

Ich habe fast 20 Jahre im südhessischen Ort Hüttenfeld gewohnt. Dort gibt es seit den 1960er Jahren im ehemaligen Schloss ein litauisches Gymnasium. Das hatten Exil-Litauer aus aller Welt gegründet, die ihre Kinder mit litauischer Sprache und Kultur erziehen wollten. Diese Litauer sind vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg geflüchtet. Erst vor den Deutschen Nazis und dann vor den Russen, gegen deren Besetzung sie Widerstand geleistet haben. Im Schlosspark wurde ein Internatsgebäude errichtet, der Unterricht findet zu 80% im alten Schloss statt. Im Ort selbst wohnen auch viele Litauer und so habe ich einen persönlichen Bezug zu diesem Land. Leider war ich nicht so schlau, dass ich ein wenig Litauisch gelernt habe, das wäre auf unserer Reise nun ziemlich hilfreich. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier.

Im Städtchen Lazdijai biegen wir in den Ortskern nach links ab und später, einem Hinweisschild folgend – auf dem wir nur 8-22 Uhr erkennen können – nochmal nach links. Wie richtig vermutet, landen wir bei einem Supermarkt. Wir kaufen in dem ordentlich eingerichteten und sauberen Markt ein und entdecken einige, uns unbekannte, Lebensmittel. Die werden wir in den nächsten Wochen alle ausprobieren. Nach dem Einkauf folgen wir unserem Auto-Navi bis in den Ort Meteliai und wechseln dort zur Sygic-Navigation, die uns bis zum Campingplatz Vitruna führt.

Die Einfahrt zum Campingplatz wird mit einem blauen Schild markiert und einer Holzschnitzerei mit der Aufschrift Vitruna
Die Einfahrt zum Campingplatz Vitruna

Wir parken unser Auto und gehen zu einem kleinen Häuschen hinter dem Tor. Dort hängen nur litauische Informationen. Wir fragen zwei Männer, ob sie englisch oder deutsch sprechen und sie uns mit der Übersetzung helfen können. Doch da kommt schon ein Herr, der für den Platz zuständig ist. Er klärt uns über die Preise auf und dass wir uns überall im oberen Bereich hinstellen können. Wir fragen, ob wir nicht mit Blick auf den See parken können. Diese Plätze wären für Zelte reserviert, die von Freitag bis Sonntag dort stehen würden. Außerdem wäre es dann ziemlich laut dort. Na, mal sehen, denken wir. So stellen wir uns hinten in eine Ecke, mit Bäumen, so dass wir entweder Schatten haben oder in die Sonne rücken können.

Erster Dusiasee-Tag

Ich setze mich gleich raus unter die Markise und bearbeite Bilder für den Blog, Bernhard geht mit Liegestuhl, Lektüre und Badesachen zum See. Als er zurückkommt, macht er uns aus unseren letzten polnischen Heidelbeeren, Heidelbeerpfannkuchen. Wie lecker!

Auf einem Teller liegt ein mit Puderzucker bestäubter Heidelbeerpfannkuchen
Zum Abendessen gibt es lecker Heidelbeerpfannkuchen

Ich spüle ab und folge Bernhard zum See. Er ist, als ich ankomme schon am Schwimmen. Der See ist aufgepeitscht und ein warmer Wind pfeift.

Vom See aus ist das baumbestandene Ufer zu sehen
So ruhig war der See am Nachmittag
Ein See mit Schilf im Hintergrund, rechts zwei Menschen, die in den See gehen
Das Wasser ist so klar, es hat sicherlich Trinkwasserqualität. Um zu schwimmen, muss man ziemlich weit in den See hineinlaufen
Graue Wolken hängen über einem See, die Bäume sind von Sonne beschienen, ein Schwimmer ist im Wasser
Bernhard schwimmt bei stürmischer Stimmung im Dusiasee

Wir sitzen im Wind, trinken Wein und betrachten den See und einige Schlauchboote, die mit dem Wind und den Wellen kämpfen. Einfach nur sitzen und schauen… Als ich später den Sonnenuntergang vom Seeufer fotografieren will, entdecke ich auf einem großen Felsblock diesen Käfer.

Die schwarzen Punkte des Marienkäfers sind weiß umrandet
Vermutlich ist das kein Marienkäfer, denn die schwarzen Punkte haben weiße Ränder

Obwohl er auf der flachen, oberen Seite des Steins sitzt, kann ihn der starke Wind nicht wegpusten. Ich bewundere ihn und konzentriere mich wieder auf den Sonnenuntergang.

Der Sonnenuntergang am Dusiasee
So schön klingt unser erster Abend am Dusiasee aus

Zweiter Dusiasee-Tag

Am nächsten Tag unternehmen wir zuerst eine Radtour zum Informationszentrum Meteliai. Nach dem Einkaufen drehen wir eine Fahrradrunde um den See. Die habe ich in einem Extra-Beitrag beschrieben.

Wieder zurück beim Wohnmobil trinken wir erst ein Bier, bevor ich mich wieder an den Laptop setze und Bernhard an den See geht. Wir hatten bereits gestern Abend das Roastbeef aus unserem Einkauf in Rothenklempenow bei der Höfegemeinschaft Pommern aus dem Eis genommen und im Kühlschrank langsam auftauen lassen. Bevor Bernhard zum See gegangen ist, hat er das Roastbeef aufgeschnitten, da wir Steaks zum Abendessen grillen wollen. Vom See zurück macht er einen leckeren Salat und scheucht mit vom Laptop. Ich decke den Tisch und wir genießen ein tolles Abendessen.

Ein Wohnmobil steht auf einer Wiese unter Laubbäumen, Tisch und Stühle stehen daneben, ein Mann grillt unter einer Markise
Bernhard an unserem Grill, der Tisch ist schon gedeckt
Ein Steak und ein Salat auf einem Teller
Das sieht nicht nur lecker aus – das war es auch!

Nach dem Essen gehen wir mit Stühlen, der Kühltasche mit Wein und den Badesachen runter zum See. Das Licht der Abendstimmung ist einfach phänomenal. Die Bäume am Ufer hängen ziemlich über die Böschung. Leider ist das Wasser nicht so tief an der Stelle, dass man sich an einem Seil vom Baum in den See schwingen könnte. Bei der Seehöhe nach 10 oder 15 m, bekäme man nur einen blauen Hintern.

Die Bäume am Ufer sind über das Wasser gekippt
Die Uferbäume hängen tief über das Wasser
Die Wurzeln der Uferbäume sind unterspült
Die Wurzeln der Uferbäume sind unterspült. Das sieht zwar sehr interessant aus, aber die Bäume werden früher oder später in den See kippen

Nach dem ersten Bad sitzen wir wieder nur im Stuhl und schauen. Mir kommt die Idee, dass ich als werdende Influenzerin auch Bilder von mir in den Blog stellen sollte. Da die Sonne die Wasseroberfläche nun in einem Streifen in goldenes Licht taucht, kommt mir eine Idee. Ich könnte ja den Wein unseres Lieblingsweingutes, dem Weingut Sohn in Frankweiler in der Pfalz, den wir in unserem Wohnmobilkeller spazieren fahren, mal mit einem litauischen Foto anpreisen. So schenke ich mir Weißburgunder vom Weingut Sohn in mein Glas und laufe auf dem Sonnenstreifen in den See. Bernhard macht verschiedene Fotos, davon eines für Dich zur Ansicht.

Die Bloggerin steht im Sonnenuntergang im See, im Lichtstreifen der Sonne und hält ein Glas Weißwein in die Höhe
Ich mache ein Spaßfoto für meinen Instagram-Account, an dem Du nun auch teilhaben kannst

Dritter Dusiasee-Tag

Wir entschließen uns, noch einen Tag zu bleiben, denn ich hänge mit den Blogartikeln weit hinterher. Bernhard verbringt den Tag in der Hängematte und am See, ich am Wohnmobil. Es gibt, glaube ich, schlechtere Arbeitsplätze, als vor einem Wohnmobil an einem schönen Sommertag. Zum Mittagessen machen wir uns Flammkuchen in unserem Enders Gasgrill. Wie das geht, zeige ich in einem extra Beitrag.

Der fertige Flammkuchen auf dem Gasgrill
Voila, der Flammkuchen ist fertig, guten Appetit!

Später ärgere ich mich mit dem schlechten Internet im Bistro herum, bis die Damen den Routerfehler beheben. Spät gehen wir mit den Liegestühlen, unserem Wein und den Schwimmsachen an den See. Mittlerweile ist das Ufer überfüllt von Autos und Zelten. Überall brennen Lagerfeuer und Grills – nicht mit Holzkohle, sondern mit echten Holzscheiten entzündet. Allerdings wird zum Anbrennen ganz viel Spiritus benutzt. Wir haben Glück am Ufer, eine Familie ist gerade am Gehen. So können wir ganz vorne links am Zaun unsere Stühle aufstellen. Wir wissen mittlerweile, dass das die schönste Stelle für den Sonnenuntergang ist.

Jetzt am Abend ist das Wasser des am Ufer so flachen Sees fast Badewannenwarm. Das Schwimmen ist wieder ein Genuss, auch weiter draußen. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber ich empfinde das Wasser als ungeheuer weich. In der praktischen Umkleide ziehen wir uns um und genießen auf unseren Stühlen sitzend, einen Merlot Rosé von unserem Lieblingswinzer.

Junge Leute hinter uns fangen ein Ballspiel an, werfen sich einen Football zu. Manchmal landet er im Wasser, einmal fast auf mir, denn das „Ei“ ist schwer zu werfen. Wir lachen mit den jungen Leuten und sie nehmen einen Volleyball und laden uns ein, mit ihnen ein wenig zu spielen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und kommen so mit ihnen ins Gespräch. Ein junger Mann hat in Deutschland sein Abitur gemacht, ein anderer erzählt, dass zur Zeit der Unabhängigkeit noch 3,2 Millionen Menschen in Litauen wohnten, mittlerweile nur noch 2,6 Millionen. Ich habe die Zahlen NICHT überprüft! Er meinte, dass die Menschen im Ausland mehr verdienen und deshalb auswandern.  Die jungen Menschen werden zum Essen gerufen, wir verabschieden uns. Wir setzen uns zum Fotografieren und zum Abend genießen. Das Licht ist so einmalig und dwir haben einige schöne Motive.

Ein Segelboot führt auf einem See, Im Hintergrund eine weiße Kirche
Das Segelboot ist in etwa auf Höhe der Kirche Kryziu sventove
Ein Schwan streckt die Zunge zur Verteidigung hinaus
Wenn Schwimmer zu nahe kommen, faucht der Schwan
Menschen gehen im flachen Seewasser in der Abendsonne spazieren
Wasserwandern mal anders interpretiert
Ein Schwan in den Lichtspielen der Untergehenden Sonne in einem See
Der Schwan im kitschigen sonnengespiegel der untergehenden Sonne
Ein roter Himmel mit halb untergegangener Sonne über dem See
Ein atemraubender Sonnenuntergang am letzten Abend am See

Mit diesem Erlebnis spazieren wir zurück zu unserem Wohnmobil. Überall riecht es nach allen möglichen Speisen an den qualmenden Lagerfeuern. Das ist wegen der Moskitos eine gute Idee, denn so schwirren die alle zu uns, die wir kein qualmendes Feuer haben. Aber Antimückenspray, mit dem wir uns „einstinken“ uns so auch nicht für Moskitos attraktiv sind.

Am Morgen gehen wir noch schwimmen und duschen dann in unserem Wohnmobil. Wir reisen nach dem Frühstück mit kleinen Aufenthalten nach Kaunas. Wir haben drei wunderschöne Tage verlebt, mit drei völlig verschiedenen Stimmungen am Abend am See Dusia!

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Fahrradtour um den Dusia-See

Fahrradtour um den Dusia-See

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Ein herrlicher Sommertag in Litauen. Wir sind am Dusia-See, im Regionalpark Meteliai. Wir packen die Badesachen in die Fahrrad-Packtaschen und radeln zum Informationszentrum des Regionalparks. Leider werden Fahrradkarten angepriesen, aber nicht vorhanden und wir planen unsere eigene Tour.

Fahrt zum Informationszentrum Regionalpark Meteliᶙ

Die Badesachen sind in der Ortlieb-Packtasche und wir fahren entlang der Straße Richtung Meteliai, in Litauisch Meteliᶙ geschrieben. Die Straße ist nur so breit, dass ein Auto und ein Fahrrad auf dem Teer fahren können. Die Banketten sind sandig mit grobem Schotter und sehr breit. Entgegenkommende Fahrzeuge weichen zum Aneinander vorbeifahren auf die Bankette aus. Einige Autofahrer, entgegenkommende und in unsere Fahrtrichtung, weichen auch beim Überholen oder passieren von uns, auf die Bankette aus, und wir fahren in Staubwolken weiter. Steine fliegen uns außerdem um die Ohren, denn die Geschwindigkeit wird beim Passieren nicht verringert. Zum Glück sind wenige Autos unterwegs, so ist das Radfahren eigentlich recht entspannt ist.

Im Örtchen Meteliai entdecken wir ein – wohl in der Sowjetzeit errichtetes – Gebäude, dass wie ein Rathaus aussieht. Bei näherem hineinschauen entpuppt sich das Erdgeschoss als kleiner Supermarkt, Paduotivo genannt. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier. Gut zu wissen! Gegenüber ist ein Stand aufgebaut, in dem geräucherte Fische angeboten werden. Wir radeln weiter, erst mal am Aussichtsturm vorbei, zum Informationszentrum.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

Diese Fahrradtour habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachfahren.

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Das Informationszentrum Regionalpark Meteliᶙ

Gestern, bei der Anreise mit dem Wohnmobil, haben wir das Informationszentrum verpasst. Das Hinweisschild ist längs zur Straße unter Bäumen angebracht, so dass es beim Autofahren nicht sichtbar ist, wie schade. Die Einheimischen und litauischen Touristen kennen den Platz, denn der Parkplatz füllt sich gerade mit Badegästen. Am Infozentrum können Kajaks und Standupbretter ausgeliehen werden. Im ersten Stock ist ein Museum zur Ökologie des Sees untergebracht, Eintritt 1 €. Wir besuchen es nicht. Der Ranger, der das Informationszentrum betreut, kann uns nur eine litauische Übersichtskarte geben, die künstlerisch sehr schön gestaltet ist.

Ein zweistöckiges Haus, im oberen Stockwerk verglast, beherbergt das Besucherzentrum des Nationalparks mit Museum
Das Besucherzentrum des Nationalparks hat im oberen Stockwerk ein Museum
Eine überlebensgroße geschnitzte Figur mit einem Fischernetz steht auf dem Rasen vor dem Informationszentrum
Diese geschnitzte Figur steht vor dem Informationszentrum

Wir wissen nun, dass es unterwegs keine Einkehr gibt und wir eine große Stecke an der Hauptverkehrsstraße fahren müssen, die jedoch wenig befahren ist. Wir entschließen uns, ein Picknick zu richten. Wir fahren zurück zum Supermarkt und kaufen einige fehlende Lebensmittel. Am Campingplatz richten wir uns ein Picknick.

Fahrradtour um den Dusia-See

Nachdem das Picknick in Kühltaschen verstaut ist, starten wir richtig zu unserer Fahrradtour.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

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Wir fahren an vielen Einfahrten zum See vorbei, die mit Schnüren oder Schranken abgesperrt und mit einem Schild „Privatu“ versehen sind, dass wir als „Privat“ übersetzen. Meist sind die Grundstücke einfache Wiesengrundstücke, oft stehen darauf Wohnwägen oder Zelte. Links von uns sind meist die Seegrundstücke und rechts landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Bauernhöfe dazu stehen ziemlich verstreut und wirken manchmal unbewohnt. Als wir einen direkt zwischen See und Straße eingeklemmten privaten Badeplatz passieren, fällt uns ein Stillleben ins Auge.

Ein Boot liegt halbversunken im Dusisee. Links hinter dem Boot sind rote Seerosen, dahinter Schilf
Ein Stillleben mit altem Boot
Rote Seerosen vor Schilf
Rosarote Seerosen – wie schön!

Wir halten an jeder Kreuzung um uns zu orientieren und die Karte mit der Komoot-Landkarte zu vergleichen. Die wenig vorhandene Beschilderung ist für uns manchmal nicht aussagekräftig. Den Ort Spernia, den wir laut Tourikarte aus dem Informationszentrum arte passieren, nehmen wir gar nicht wahr. Scheinbar liegt er nicht an der Straße am See, sondern mehr ins Landesinnere?

Prähistorische Höhenburg

Nach zwei mal Abbiegen sehen wir einen grasbewachsener Hügel vor uns, mit Parkplätzen und Infotafel. An dieser Stelle werden wir unsere Mittagspause machen.

Ein grasbewachsener Hügel zeigt die Stelle, wo im ersten Jahrtausend der Stamm der Yotfingian eine Höhenburg hatte
Die prähistorische Stelle Piliakalniai oder Piliakalnis, in der der Stamm der Yotvinigian eine Höhenburg hatte
Die Bloggerin und ihr Mann liegen auf einer Decke am See, rechts davon einige Bäume
Dort wo sich die Yotvinigian wohlfühlten, fühlen wir uns zur Mittagsrast mit Vesper auch wohl
Ein Mann geht im flachen Wasser des Dusiasees schwimmen
Das Wasser ist so klar, dass Du die Steine am Uferrand im Wasser genau erkennen kannst
Der Eingang zur Höhenburg wird von zwei geschnitzten Figuren bewacht
Sogenannte “steinerne Frauen” bewachen den Eingang zur Höhenburg. Rechts die Figur mit Trinkhorn für die Gastfreundschaft, links die Figur mit dem Schwert, die das ihre Verteidigen wird

Wir unterhalten und mit einem Familienvater, der mit seinem kleinen Sohn mit einer Angel im flachen Wasser steht. Von ihm erfahren wir, dass der See 12 km lang und 4 km breit ist und an seiner tiefsten Stelle 15 m tief ist. Entstanden sind die Seen während der Eiszeit durch eine Gletscherzunge. Hier, am Westufer des Sees, sinkt das Ufer auch schneller in den See, als am Ostufer.

Kapelle Maria zum Rosenkranz

Wir radeln auf einer schönen geteerten schmalen Straße weiter und haben auf den nächsten 5 km nur zwei Autobegegnungen. Es geht immer wellig voran, im leichten Gefälle kann ich Anlauf nehmen für die nächste Steigung. Fast am Südufer des Sees angekommen, passieren wir eine Kirche. Dank Google Übersetzung bekomme ich später in etwa heraus, was es mit dieser Kirche auf sich hat.

Eine im Jahr 2000 neu erbaute Kirche für die Heilige Maria
Die im Jahr 2000 neu erbaute Kirche Kryziu sventove ersetzt die hölzerne Vorgängerkirche aus dem Jahr 1816
Aus Holz geschnitzte Figuren auf einer Wiese markieren den Kreuzweg Jesu
Auf der Wiese bei der Kirche stehen 12 Figuren, die wahrscheinlich den Kreuzweg Jesu nachstellen

Die „Heilige Kapelle der Kreuze und der Königin Maria vom Rosenkranz“ steht am südwestlichen Ufer des Dusia-Sees zwischen den Dörfern Sutre und Staigūnai. Die Geschichte der Kirche ist auf den „Großen nordischen Krieg“ zurückzuführen. Er wurde von 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt. Eine Allianz aus Russischem Zarenreich, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen griff im März 1700 das Schwedische Königreich an. Im Jahr 1702 war die litauische Armee zwischen den Seen Dusia und Metelis stationiert. Sie stand unter der Führung von Hauptmann Mykolas Servantietis Višnioveckis, und sollte verhindern, dass die schwedische Armee nach Grodno marschierte. Während des Wartens auf den Feind, errichteten die Litauer drei Kreuze. An eines der Kreuze lies der Hauptmann eine Kopie eines Marienbildnisses von Barūnai, einen Zinkstich, hängen,  an dessen helfende Kraft er fest glaubte. Am Feiertag der Apostel Peter und Paul hielt der Armeekaplan die heilige Messe, kurz danach griffen die Schweden an und gewannen die Schlacht und das Gebiet. Die Bevölkerung versteckte nach der Niederlage die Kreuze und den Zinkstich vor den protestantischen Schweden.

Ein blinder Veteran kehrte einige Jahre später zum Schlachtfeld zurück und erlangte sein Augenlicht wieder. Das Wunder sprach sich schnell herum und die Menschen pilgerten an diese Stelle, die drei Kreuze wurden wieder aufgestellt. Unter der Herrschaft der Preußen wurden die Kreuze in die Kirche in Meteliai gebracht, aber die Menschen pilgerten weiterhin an die ehemalige Stelle. So wurde 1816 eine hölzerne Kapelle an der heiligen Stelle errichtet. Sie wurde 1948 von den Russen geschlossen und 1963 abgerissen, die Kreuze und das Bildnis der Muttergotten waren wieder versteckt worden.

1992, kurz nach der Litauischen Unabhängigkeit von der UdSSR, wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Die finanziellen Mittel kamen hauptsächlich von Exil-Litauern aus aller Welt. Der Dekan Vytautas Prajara weihte die Kirche im Jahr 2000 ein. Eine Messe wird jeden Sonntag angeboten. De Hauptfeiertage, an denen viele Gläubige zur Kirche pilgern, sind Pfingsten und der Namenstag der Apostel Peter und Paul. (Falls Du eine bessere Information zur Kirche hast, oder Fehler korrigieren möchtest, nutze bitte mein Kontaktformular, vielen Dank).

Bei der Kirche ist auch ein Brunnen, der für diese Gegend in Litauen wohl üblich ist.

Ein überdachter, gemauerter Ziehbrunnen mit einem Zinkeimer
Diese Brunnen sieht man noch an vielen Häusern auf dem Land in Litauen

Um das Südende des Sees fahren wir wieder auf der stärker befahrenen Straße. Es ist Freitagnachmittag, die Litauer reisen für das Wochenende an den See. Beim passieren eines privaten Seegrundstücks, fällt mir die Schranke auf.

Ein Privatgrundstück wird von zwei hölzernen Figuren und einer Schranke abgesperrt
Links ein Fisch, daneben der Zwerg und der Riese mit Schild, die die Schranke des Privatgrundstücks bewachen

Wir fahren nun am Infozentrum vorbei und halten am Aussichtsturm an.

Ein aus Holz gebauter, in sich verdrehter, Turm aus langen Holzbalken mit einer stählernen Wendeltreppe darin und einer Aussichtsplattform oben
Die Konstruktion des Aussichtsturms ist beeindruckend
Die Wendeltreppe aus Stahl und die gebogenen Holzbalken, die ebenfalls mit Stahl unterstützt, den Aussichtsturm bilden
Detailansicht des Aussichtsturms
Die Verschraubungen von Stahl und Holz im Detail
Detailansicht des Aussichtsturms
Blick vom Aussichtsturm über einen See und Felder
Der Blick zum benachbarten Metelys See vom Aussichtsturm

Kurz danach kommen wir in den Ort zurück, dessen Ortsschild mir gut gefällt.

Das inoffizielle Ortschild von Meteliai weißt darauf hin, dass der Ort schon immer ein Fischerort war
Das inoffizielle Ortschild von Meteliai weißt darauf hin, dass der Ort schon immer ein Fischerort war

Kurz vor dem Abzweig zum Campingplatz sind einige Kurven, in denen uns Fahrzeuge in hoher Geschwindigkeit entgegenkommen, die auf die Bankette ausweichen. Hinter uns kommen allerdings auch Fahrzeuge, ebenfalls sehr schnell, die mit quietschenden Reifen abbremsen. Eingestaubt biegen wir zum Campingplatz ab, zum Glück gibt’s den See zum entstauben!

Die Einfahrt zum Campingplatz wird mit einem blauen Schild markiert und einer Holzschnitzerei mit der Aufschrift Vitruna
Die Einfahrt zum Campingplatz Vitruna

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