Donau-Radtour mit Wohnmobil – 8. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 8. Etappe

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Die achte und letzte Etappe unserer Donauradtour starte ich allein in Metten, einem Ort kurz vor Deggendorf. Bernhard treffe ich in Vilshofen, da er unser Wohnmobil zuerst zum Ziel bringt. Die letzten deutschen Donaukilometer wollen wir gemeinsam in die Drei-Flüsse-Stadt Passau radeln.

8. Etappe von Metten nach Passau

Bernhard bringt mich mit dem Wohnmobil an den Ortseingang Metten. Dort ist ein Verkehrskreisel mit anschließendem Parkplatz gleich neben dem Donauradweg. Wir machen schnell, schnell, denn er fährt unser Wohnmobil nach Passau. Dort muss er selbst sein Fahrrad vom Gepäckträger holen, das Gas für den Kühlschrank anstellen und zum Bahnhof radeln. Er will den Zug um kurz vor 9 nach Vilshofen noch erwischen, dass wird recht sportlich.

Touraufzeichnung in Komoot

Die Etappe von Ingolstadt nach Regensburg habe ich wieder in komoot aufgezeichnet.

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Wir benutzen den Radwanderführer von Bikeline, den Du hier bestellen kannst, eine Beschreibung findest Du hier.

Donauzuflüsse und Donauufer

Mich führt der Radweg etwas unterhalb der Straße mit schönem Blick auf die Sandbänke der Donau.

Sandbänke gehen flach in die Donau
Die Sandbänke laden Schwimmer zum Verweilen auf, denn das Ufer geht flach in die Donau über

Vor der Autobahnbrücke durchfahre ich den Donaupark, der sehr schön angelegt ist. Da ich noch am Campingplatz vorbeifahre, halte ich mich danach an die Radwegeschilder Zentrum.

Ein schön angelegter Spielplatz im Donaupark in Deggendorf, das Fahrrad der Bloggerin lehnt am Treppengeländer zur öffentlichen Toilette
Der Spielplatz im Donaupark ist für Abenteurer angelegt, die öffentliche Toilette befindet sich die Treppe runter im Parkhaus

Im Zentrum mache ich eine Rundfahrt über den Luitpoldplatz und Oberen Stadtplatz und finde es schade, dass noch nicht Mittagessenzeit ist. Auf unserer Tour in den Bayerischen Wald – irgendwann nach Corona – werden wir Deggendorf nochmal ausführlich (über die Mittagszeit) besuchen.

Auf dem Luitpoldplatz ist ein Riesenrad aufgebaut
Auf dem Luitpoldplatz in Deggendorf ist ein Riesenrad aufgebaut
Das Gasthaus heißt Zur Knödelwerferin
Leider habe ich direkt nach dem Frühstück das Gasthaus auf dem Stadtplatz in Deggendorf nicht ausprobiert, obwohl der Name schon gelockt hat

Der Donauradweg führt nicht an der Isar-Mündung vorbei, das finde ich schade. Die Zuflüsse machen doch einen Fluss erst zu dem, was er ist. Und erst recht, wenn diese Zuflüsse selbst bekannte Flüsse sind. So entscheide ich mich mal wieder für eine eigene Variante, die mich an die Isarmündung bringt.

Die Isar mündet in die Donau
Hinter der Kiesbank kommt die Isar in die Donau (im Vordergrund). Ob diese den Kies aufgeschwemmt hat?

Ich fahre auf unebenem Weg weiter an der Donau entlang. Einige Wohnmobilisten haben hier die Nacht verbracht, Angler, Schwimmer und Sonnenanbeter nutzen diesen Feldweg ebenso mit ihren Autos. Die Autobahn A3 läuft etwa parallel, aber die Natur entschädigt für den Lärm. Als sich mein Radweg von der Autobahn entfernt, stößt der Donauradweg dazu. Kurz danach radele ich zwischen Donau und einem Weiher, Wasser überall, einfach nur schön. Vor Niederalteich ist der Radweg zum Teil Baustelle bis in den Ort hinein. Die Kirche des Ortes soll eine Besonderheit sein.

Die Kirchtürme der Klosterkirche der Benediktinerabtei von Niederalteich
Die Kirchtürme der Klosterkirche der Benediktinerabtei von Niederalteich, leider derzeit geschlossen

Umleitung für Radler

An der Personen-Fähranlegestelle in Niederalteich, von der eine eingezeichnete Variante im Radführer ausgeht, stehen viele Radler, auch einige Familien. Der Radwegweiser in Richtung Passau ist von Klebebändern zugeklebt, also gesperrt. Eine Alternativroute über die Autostraße ist ausgeschildert, bedeutet aber einen großen Umweg und Fahren auf einer Landstraße. Das Gros der Radler entscheidet sich, mit der Personenfähre überzusetzen und die Variante des Radführer zu befahren. Einige Radeler nehmen die ausgeschilderte Umleitungs-Route und ich, mit wenigen anderen, fahre auf dem laut Schild gesperrten, aber wunderbar neu asphaltierten Donauradweg weiter. Kurze Zeit später frage ich eine Dame, die ihren Hund ausführt, ob man auf dem Radweg bis Winzer durchkommt. Sie antwortet mir, dass der Weg bereits seit zwei Wochen wieder freigegeben ist. Warum dann das Fahrradschild noch abgeklebt ist, sinniere ich laut. Oh, der Fährmann hat so mehr zu tun, antwortet sie mir mit einem Grinsen. Aha, hatte ich also den richtigen Riecher und es war gut, gegen ein „Verbot“ zu handeln. Mein kurzer Ärger verfliegt recht schnell, denn die Landschaft entschädigt für alle Unbilden.

Ein Mohnblumenfeld leuchtet rot
Wieder so ein beeindruckendes Mohnblumenfeld – diesmal nach Niederalteich

Während meiner Fotosession ruft mich Bernhard an. Er hat den Zug erwischt und ist in 25 Minuten in Vilshofen. Oh! Ich schaue auf der Karte nach und rechne. Ich habe noch 20 Kilometer, das schaffe ich nicht in einer halben Stunde. Also muss er einen Kaffee trinken gehen nach der Ankunft. Ich sauße auf dem wunderbaren Radweg weiter und mache vor Winzer den Fehler, dass ich dem Schild Passau nach rechts hinauf auf die Brücke folge. Eigentlich wollte ich ja links der Donau, auf dem Hauptweg, bleiben. Allerdings könnte ich so die Alternativroute rechts der Donau nutzen. Gesagt, getan und weiter geht’s. Anfänglich auf Schotter, dann immer mehr zu Wiesenwegen mutierend, komme nicht mehr so schnell voran. Da liegt auch daran, dass ich an der Donau bleiben möchte.

Ein Wiesenweg führt an der Donau entlang
Ich wähle die Variante direkt an der Donau und gelange dabei auf einen schlechten Wiesenweg – bin aber an der Donau und nicht Kilometer davon entfernt

Kurz vor Pleinting habe ich den Radweg mit Beschilderung wieder, die aber nur an der ersten Kreuzung steht, an der zweiten nicht mehr. Ich überlege mit anderen Radfahrern, welchen der vielen Abzweige man wählen müsse und fahre prompt in die falsche Richtung. In der Komoot-Landkarten-Aufzeichnung sehe ich meinen Fehler recht schnell und fahre wieder zurück und in den Ort hinein, dessen komplette Hauptstraße Baustelle ist. Am Ortsende entdecke ich denn Wegweiser wieder und fahre rechts der Bahn auf dem Radweg bis Vilshofen. Bernhard wartet direkt hinter dem Stadttor in einem Café. Wir hatten uns mit der Zeit, die ich für die 42 km benötigen würde, völlig verrechnet. Wäre er ohne Eile eine Stunde später mit dem Zug gefahren, wäre es für uns beide weniger hektisch gewesen. Mein schnelles Fahren verbuche ich unter „sehr sportliche Aktivität“ und genieße meine Apfelschorle, die schon auf mich wartet.

Der Stadtturm von Vilshofen hat neun Stockwerke
Der Stadttorturm von Vilshofen hat eine beeindruckende Höhe
Der Stadtplatz in Vilshofen
Der Stadtplatz von Vilshhofen mit der Stadtpfarrkirche St. Johannes

Gemeinsam zum Ende der Deutschen Donau

Trotzdem es uns komisch vorkommt, fahren wir mit dem Wegweiser durch eine Unterführung und an der Donau rechts. Gleich danach stellen wir fest: dies ist die Auffahrt zur Brücke und somit richtig. Wir wechseln wieder auf die linke Donauseite und haben beim Segelflugplatz einen guten Blick in Richtung Vilsmündung.

Nach Vilshofen mündet die Vils in die Donau
Nach Vilshofen mündet die Vils in die Donau, leider von einer Brücke überbaut

Gemeinsam gemütlicher als vorher allein radeln wir direkt an der Donau, in deren Mitte immer wieder Inselchen liegen. Ich würde, nachdem ich heute früh die vielen Sandbänke bei Deggendorf und die Schwimmer gesehen habe, auch gerne noch in der Donau schwimmen. Leider ist die Donau hier mit anderen Ufern versehen und wir entdecken keinen geeigneten Platz, wie schade.

An einem Seil wird die Personenfähre bei Besensandbach über die Donau gezogen
An einem Seil wird die Personenfähre bei Besensandbach über die Donau gezogen

Wir bleiben auf der linken Donauseite, mittlerweile grummelt es aber in meinem Bauch und ich informiere Bernhard, dass ich mit dem Mittagessen nicht bis Passau warten möchte. In Gaishofen entdecken wir eine Gaststätte, die aber geschlossen ist. Kurz danach, an einer Stelle, an der der Donauradweg sehr schmal ist, ist das Donaustüberl angesiedelt. Es wirbt mit frischem Fisch, hat im Schatten noch einen Tisch für uns frei – mehr brauche ich im Moment nicht, um glücklich zu sein.

In der Gaststätte Donaustüberl wird frischer Fisch serviert
Im Donaustüberl in Gaishofen wird frischer Fisch serviert

Nach dieser wunderbaren Rast beginnen die letzten Kilometer an der Deutschen Donau. Die Gaißa-Mündung verpasse ich zu fotografieren. Sie fällt mir unter der Brücke, über die wir radeln gar nicht auf. Wir müssen noch hinauf nach Maierhof und dort hinunter zum Schleusenanlage und zum Wasserkraftwerk Kachlet. Eine spannende Industrieanlage.

Die Donau wird vor Passau durch eine Schleusenanlage und ein Wasserkraftwerk gebremst
Die Schleuse vor Passau rechts und das Wasserkraftwerk Kachlet links

Passau, die Dreiflüssestadt

Die letzten Kilometer an der Donau in Deutschland würde ich mir „romantischer“ wünschen. Aber in Passau sind rechts wie links der Donau Bundesstraßen und der Radweg führt rechts der Donau an einer entlang.

Die Veste Oberhaus thront über Passau
Links der Donau thront die Veste Oberhaus über Passau

Wir radeln nach der Luitpoldbrücke weiter, nun mit schönem Blick und verkehrsberuhigt bis zu einem Schild. Die Altstadtspitze, an der die Ilz von links und der Inn von rechts in die Donau fließen, ist nur zu Fuß erreichbar. So schieben wir die Räder bis zum östlichsten Punkt unserer Radeltour an der Donau.

Die Ilz mündet unter einer Straßenbrücke in die Donau
Die Ilz mündet an der Veste Unterhaus unter einer Straßenbrücke in die Donau
So einfach kann es sein – eine behindertengerechte öffentliche Toilette, die sogar geöffnet hat!
Wir stehen an der Altstadtspitze, die in die Mündung des Inn (rechts) in die Donau (links) hineinragt

Von links fließt die dunkle Ilz an der Veste Unterhaus in die blaue Donau, etwas später, hier an der Spitze der Altstadt, fließt der grüne Inn in die Donau. Dem Betrachter erscheint es, als ob der Inn die Wasser der Donau beiseite drängt. Das Phänomen erklärt sich so, dass der Inn nur eine Tiefe von ca. 2 m hat und die Donau, die beinahe 7 m Tiefe hat, „überströmt“. Das Wasser des Inn ist grün, da es von den Schweizer Zentralalpen kommt, die Ilz kommt aus einem Moorgebiet und erscheint daher schwarz. An manchen Tagen ergibt das Luftbild eine strenge Teilung von schwarz, blau und grün der Donau kurz nach dem Zusammenfluss der Flüsse.

Bis hierher hat die Donau 647 km von Ihrer Ursprungsquelle, dem Flüsschen Breg zurückgelegt – auf meinem Tacho erscheinen 622 km.  Wir verweilen einige Zeit an dieser Stelle und spazieren dann auf der südlichen Altstadtspitze weiter. Wir haben Glück und entdecken eine geöffnete Öffentliche Toilette an der Innpromenade.

Die Innstadt von Passau erhebt sich über dem Innzufluss zur Donau
Der Vorort Innstadt gehört zu Passau, rechts im Bild der Schaiblingsturm
An der Innpromenade in Passau ist ein öffentliches WC geöffnet
So einfach kann es sein – eine behindertengerechte öffentliche Toilette, die sogar geöffnet hat!

Nun schieben und fahren wir noch ein wenig durch die Altstadt, nachfolgend einige Impressionen.

Die Domturmspitze von Passau
Der Dom hat drei Türme – der hintere davon mit Uhr in Großaufnahme
Der Dom zu Passau
Der Dom zu Passau, davor ein Denkmal von König Ludwig I. von Bayern

Ich habe fest vor, irgendwann bis zum Schwarzen Meer mit dem Fahrrad zu fahren. Inwieweit wir das Wohnmobil als Übernachtungsbegleitung mitnehmen werden, müssen wir genau planen. Mein Traum ist es, mit dem Schiff auf der Donau zurück zu reisen. Allerdings muss dieser Traum warten, bis Corona vorbei ist.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 7. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 7. Etappe

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Die siebte Etappe unserer Donauradtour beginnt in Regensburg. Auf dem Weg liegt das Highlight Walhalla, errichtet in den 1840er Jahren. Bernhard wird „nur“ bis Straubing radeln, und mit der Bahn zurückfahren, um das Wohnmobil in Regensburg abzuholen. Geplant ist, uns in Deggendorf wieder zu treffen.

7. Etappe Regensburg nach Metten

Wir sind wieder früh unterwegs, denn auch heute habe ich wieder beinahe 100 km zu radeln. So haben wir es im bikeline-Radführer errechnet. Bis Straubing sind es nur knapp 50 km, also zur Mittagszeit wird Bernhard in den Zug steigen können. Nach Straubing wird die Bahnverbindung nach Regensburg zu kompliziert, mit zwei- bis dreimaligem Umsteigen, dass muss nicht sein. Wir wissen auch noch nicht, wo wir in Deggendorf, unserem Etappenziel, einen Wohnmobilstellplatz finden, bzw. wie voll es dort sein wird.

Die Etappe 7 als Komoot-Aufzeichnung

Ich habe die Etappe in Komoot aufgezeichnet.

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Geografie- und Geschichtsunterricht

Wir starten in Regensburg am Europakanal, fahren links über die Brücke und an der nächsten Ampel rechts und überqueren den Regen. In der 6. Etappe habe ich beschrieben, was die Flüsse Altmühl, Naab und Regen in meinem Kopf machen. Es bildet sich sofort das Sätzchen: „Altmühl, Naab und Regen, fließen ihr entgegen“ – dass Du wahrscheinlich aus dem Erdkundeunterricht kennst.

Der Regen mündet in die Donau
Wir überqueren den Regen, der etwas weiter vorne, am dicken Busch rechts, in die Donau mündet

Wir biegen rechts ab und wieder rechts und kommen genau an der Regenmündung an die Donau. Nun geht es wieder, mit etwas Abstand und mit Bäumen am Ufer, an der Donau entlang. Einige Jogger sind unterwegs, einige Spaziergänger mit Hunden, sonst sind wir ziemlich allein auf dem kombinierten Fuß-Radweg. Wir unterqueren eine Schnellstraße und werden immer weiter weg von der Donau geleitet. Schon kurz nach Tegernheim haben wir den ersten Blick auf die Burg Stauf bei Donaustauf und die Walhalla, am Ostende von Donaustauf, oberhalb der Donau.

Auf einem Hügel links liegt die Burg Stauf auf einem Hügel rechts die Walhalla
Links auf dem Hügel liegt Burg Stauf – ganz rechts ist schemenhaft die Walhalla zu erkennen

Wer zur Walhalla hinaufradeln und sie besichtigen möchte, muss dem Wegweiser VOR Donaustauf folgen. Es gibt zwar an den Schiffsanlegestellen nochmal die Möglichkeit, per Unterführung die Straße zu queren, dann ist die Anfahrt aber sehr steil. Es besteht natürlich die Möglichkeit, die Fahrräder abzuschließen und zu Fuß hinauf zu marschieren. Wir unterqueren eine Straßenbrücke und fahren jetzt wieder unmittelbar an der Donau weiter. Wir haben die Walhalla 2017 bei einer Recherchereise für einen Seniorenurlaub besucht, daher zieht es uns heute nicht hinauf.

Die Walhalla erhebt sich über der Donau bei Donaustauf
Die Ehrenhalle für bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ wurde 1842 eröffnet und von König Ludwig I. von Bayern in Auftrag gegeben

Wir haben wieder einen herrlichen Tag erwischt. Viel Sonne (gegen die wir uns diesmal im Voraus eingecremt haben, nachdem wir das gestern vergessen hatten), kein Wind, ein „Blauer Tag“, wie ich diese einfach nur schönen Sommertage nenne. Selbst die Donau liegt ganz ruhig in ihrem Bett.

Der Ort Demling spiegelt sich in der glatten Donaufläche
Der Ort Demling spiegelt sich in der glatten Donaufläche

Enten-, Blesshuhn und Schwangeschnatter, Froschgequake, Möwengeschrei, das sind die einzigen Geräusche außer dem Rollgeräusch unserer Reifen. So still und friedlich, ein Genuss.

Der Ort Friesheim spiegelt sich in der glatten Donaufläche
Die Donau fließt ruhig ohne Wellen, der Kirchturm von Friesheim spiegelt sich im Wasser

Nun passieren wir eine spannende Stelle. Den Ort Bach an der Donau, in dem Wein angebaut wird. Für uns, in der Pfalz wohnende, sind die Rebzeilen nichts Ungewöhnliches. Aber für die Donau in Deutschland schon. Sogar ein Weinbaumuseum soll es im Ort geben.

Im Ort Bach an der Donau liegt Deutschlands kleinstes Weinanbaugebiet
Im Ort Bach an der Donau liegt Deutschlands kleinstes Weinanbaugebiet. Die Rebzeilen ziehen sich am Hügel eentlang,

Wir unterqueren kurze Zeit später die A3 und verlassen mal wieder die Donau, um über Land zu fahren in Richtung Wörth. Dazu fahren wir in wenig Entfernung zur Autobahn – wie laut der Verkehr doch ist!

Das Schloss Wörth leuchtet weiß aus den grünen Bäumen, im Vordergrund leuchtet gelber Raps
Das Schloss Wörth erhebt sich auf einem Hügel westlich der Stadt

Mittlerweile wäre eine Kaffeepause recht und wir radeln nach Wörth hinein. Das einzige Café, dass wir entdecken, ist nur am Donnerstag, Samstag, Sonntag und Montag geöffnet. Heute ist Dienstag. Na, dann nicht!

Auf der Landkarte wird ersichtlich, wie die Donau vor der Begradigung durch die Landschaft mäandert ist.

Nach Wörth darf die Donau wieder in ihren Schleifen durch die Landschaft fließen
Nach Wörth geht der Blick auf einen Donaualtarm, der eine weite Schleife in der Landschaft macht

Wir sind noch weit von der Donau entfernt und fahren direkt neben der A3 auf dem Radweg. Ein erschreckter Fasan fliegt in der ersten Gerstenzeile auf und landet in der vierten wieder – und ist nicht mehr zu sehen. Als wir endlich wegdürfen von der Autobahn, wieder hin zur Donau, lockt uns ein Schild zu einem Biergarten unter der Autobahn hindurch in den Ort Hofdorf. Statt des Biergartens entdecken wir zuerst die Bäckerei, in der wir prompt Kunden werden.

Ein Bäckergeschäft in Hofdorf
Wir weichen kurz vom Fahrradweg ab und fahren nach Hofdorf. Dort gibt es nicht nur einen Biergarten, sondern auch eine Bäckerei. Ein Kaffee und ein frischer Erdbeerkuchen sind uns am Vormittag auch lieber ist als ein Bier

Zurück auf dem Radweg werden wir in Sichtweite der Autobahn weiter geführt. Schade, denn die Streckenführung liese sich über den Ort Niederachdorf gut verlegen und wir könnten die Schleifen der Donau auskosten. Dafür haben wir einen ersten Blick auf den Bayerischen Wald mit seinen Gipfeln, die ein weiteres Reiseziel sind.

Der Bayerische Wald erhebt sich im Hintergrund mit seinen Bergen
Der Bayerische Wald mit seinen Gipfeln taucht in der Ferne auf

Über Pondorf sind wir bald zurück an der Donau und genießen Tierwelt und relative Ruhe ohne Autobahn.

Schwäne nutzen einen alten Baumstamm in der Donau zum Rasten
Alte Treibgutbäume, die sich im Untergrund der Donau verhakt haben, bieten Wasservögeln sichere Nistplätze

Als wir wieder von der Donau weggeführt werden, entscheiden wir uns, nach einem Blick auf die Landkarte und auf die vergrößerte Kartenansicht bei Komoot, an der Donau weiter zu fahren. So kommen wir nicht durch die Orte Pittrich und Kößnach, müssen nicht an befahrenen Autostraßen entlang fahren. Sondern wir radeln gemütlich immer am Deich entlang bis zur Staustufe Straubing. Auf der Brücke muss ich mehrmals anhalten, die Aussicht ist gar zu schön.

Eine Nixenstatue ist auf der Staustufe in Straubing montiert
Die Nixe bewacht die Staustufe der Donau in Straubing
Die Nixe auf der Staumauer blickt zur Kirche Reibersdorf und zum Bayerischen Wald
Die Nixe auf der Staumauer blickt zur Kirche Reibersdorf und zum Bayerischen Wald

Wir essen gemeinsam in Straubing am Theresienplatz zu Mittag, in einem Restaurant mit Schatten und freier Außenbestuhlung,.

Der Theresienplatz in Straubing mit Brunnen und Dreifaltigkeitssäule
Der Theresienplatz in Straubing mit Brunnen und Dreifaltigkeitssäule

Bernhard fährt zum Bahnhof, ich über den Ludwigsplatz weiter. Dort ist noch Markt und ich kaufe mir Erdbeeren für eine Nachmittagsjause. Die stelle ich in meiner Packtasche auf die Regenklamotten, so dass sie es schön weich haben. Wieder fahre ich über eine Donauinsel und auf der linken Donauseite weiter.

Nach Straubing vereinen sich das Flussbett der alten und der neuen Donau wieder
Nach Straubing vereinen sich das Flussbett der alten und der neuen Donau wieder

Ich radele auf einer weiteren, eigenen Variante unter der B20 hindurch nach Reibersdorf, wo mich ein Kirchenfenster fasziniert.

Das Kirchenfenster in Reibersdorf ist mit Kupfer versehen
Das Kirchenfenster in Reibersdorf ist interessant gestaltet

Nach Reibersdorf folge ich einem Radfahrer, der rechts des Deiches weiterfährt. Als er aber an der Donau ankommt, um Schwimmen zu gehen, erkenne ich, dass das eine Sackgasse war. Aber da alle Umwege ja immer einen Hintersinn haben, erfreue ich mich an der Blütenpracht auf dem Deich und mir gelingt ein schönes Foto.

Eine Biene fliegt von links in lila Blüten
Eine Biene ist im Anflug zu den leuchtenden Blüten am Donaudeich

Wieder zurück am Donauradweg, der geteert auch einfacher zu fahren ist, als der Schotter zuvor. Wo die „Alte Kinsach“ in die Donau fließt ist ein Schleusenhaus, was ich sehr eindrucksvoll finde. Ich setzte mich auf dem Deich auf eine Bank und nasche an den Erdbeeren. Die erste Lage ist okay, bei der zweiten Lagen tauchen viele verschimmeltte Erdbeeren auf. Das kann nicht vom Transport kommen, da bin ich einfach nur übers Ohr gehauen worden. Schade!

Für die Schleusenbedienung bei Hochwasser wurden Schleusenhäuser errichtet
Für die Schleusenbedienung bei Hochwasser wurden Schleusenhäuser errichtet

Der Radweg leitet mich durch die Gemeinde Bogen, und dann am Radweg entlang der Hauptstraße weiter bis Pfelling.

Bogen Rathaus und Brunnen
Das Rathaus der Gemeinde Bogen hat einen wunderschönen Giebelaufbau

Nach dem Örtchen Pfelling geht es wieder an die Donau, allerdings links des Deichs, denn der ist nicht befahrbar. Wieder ist eine Schafherde auf dem Donaudeich unterwegs, die mich aber eher verwirrt. Ein Pickup fährt auf dem Radweg unterhalb des Deiches, die zwei Hütehunde laufen um das Auto rund herum. Die Schafe rennen unentwegt vorwärts, kaum dass sie mal ein Maulvoll Fressen rupfen können. Am Ende der Herde fährt ein Quad, das die Schafe vorantreibt, alles in Schafgaloppgeschwindigkeit. Einigen der Schafe hängt die Zunge weit aus dem Hals und sie blöken unaufhörlich. In meinen Augen werden die Tiere nicht richtig behandelt, aber ich unternehme nichts.

Auf dem Donaudeich weiden Schafe
Nach Mariapoching sind wieder Schafe auf dem Donaudeich, die in ständiger Bewegung gehalten werden.

Ich passiere die Vogelfreistätte und Graureiherkolonie Kleinschwarzach und sehe schon von weitem die Brücke über die A3. Ich nähere mich ihr auf dem Donaudeich, der wieder befahrbar ist.

Die Autobahnbrücke der A3 vor Metten
Die A3 führt über diese interessant gebaute Brücke vor Metten

Mein Handyakku und meine Powerbar sind nun bald leer. Ich habe auch noch nichts von Bernhard gehört, daher entschließe ich mich, nach Metten hineinzufahren, in der Hoffnung auf eine Eiscafé. Meine Hoffnung wird zuerst enttäuscht, denn das örtliche Eiscafé ist geschlossen. Aber am Marktplatz ist ein Gasthof geöffnet und einen Eiskaffee gibt es dort auch.

Bernhard meldet sich telefonisch. Er hat in Deggendorf keinen schönen Stellplatz für unser Wohnmobil gefunden und ist nach Fischerdorf auf einen Privaten Stellplatz ausgewichen. Er will mich abholen kommen, also ist meine Etappe hier in Metten zu Ende. Da es wieder 95 km waren, wehre ich mich nicht dagegen. Morgen lasse ich mich von Bernhard wieder in Metten absetzen. Deggendorf muss bis morgen warten.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 6. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 6. Etappe

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Die sechste Etappe unserer Donauradtour führt uns von Ingolstadt nach Regensburg. Das Wohnmobil steht bereits in Regensburg, so fahren wir mit der Bahn zum Ausgangspunkt. Unterwegs erwartet uns der Donaudurchbruch bei Weltenberg, denn wir mit einer Schifffahrt erleben wollen.

6. Etappe von Ingolstadt nach Regensburg

Das wird eine lange Etappe. Mit dem bikeline-Radführer haben wir errechnet, dass wir beinahe 100 km vor uns haben. Um die Strecke relativ gemütlich zu radeln, sitzen wir bereits kurz vor 8 Uhr in der Bahn, um gegen 9 Uhr in Ingolstadt zu starten.

Die Bloggerin fährt mit ihrem Fahrrad in der Bahn nach Ingolstadt
Maskenpflicht in Öffentlichen Verkehrsmitteln – wir fahren an Pfingstmontag von Regensburg mit der Bahn nach Ingolstadt

Wir blättern heutige die Route in unserem Radwanderführer nochmal durch. Dabei kommt uns die Idee zu überprüfen, ob die Personenschifffahrt durch den Donaudurchbruch heute bereits möglich ist. Wir schauen im Internet nach. Der Rat auf der Website lautet: Online die Tickets reservieren. Das machen wir auch und müssen nun um 13 Uhr in Weltenberg am Schiffanleger eingestiegen sein. Kaum ist das erledigt, werden die Fahrkarten kontrolliert. Die Schaffnerin verlangt die Fahrradkarten. Wir schauen verständnislos? Sie erklärt, dass man in Bayern bei einer Fahrradmitnahme in der Bahn ein Fahrradticket haben muss. Wir haben keines! Bernhard erklärt, dass er unsere Tickets online, in der Bahn-App, gebucht hat. Er hat Fahrradmitnahme in der Bahn angeklickt, um nur die Züge mit Fahrradmitnahme angezeigt zu bekommen. Er hat weder einen Hinweis auf ein Fahrradticket bekommen, noch ist er beim Buchen unserer Tickets drauf hingewiesen worden. Er erzählt auch, dass er auf allen Strecken der Donauradtour in Baden-Württemberg kontrolliert worden ist, aber keine Fahrradkarte verlangt wurde.

Das sei eine Besonderheit in Bayern, erklärt uns die Schaffnerin. In Bayern kostet die Mitnahme von Fahrrädern im Zug. Sie allerdings, in der Privatbahn mit der wir fahren würden, dürfe keine Tickets verkaufen. Sie dürfe nicht kassieren, daher sollten wir bitte beim nächsten Mal am Fahrscheinautomat im Bahnhof Fahrradtickets kaufen. Leider gäbe es diese Tickets in der Bahn-App nicht.

Armes Bayern, denken wir uns, nachdem sie gegangen ist. Wie wollen wir in Deutschland eine Verkehrswende hinbekommen, wenn ausgerechnet im reichsten Bundesland Fahrradmitnahme im Zug etwas kostet? Bayern kann an vielen Stellen mit seiner Landschaft bei Touristen punkten. Aber ein umweltbewusster Mensch wird eher in den Schwarzwald fahren, in dem in der Kurtaxe am Urlaubsort ein Freifahrtschein im gesamten Schwarzwald mit Fahrradmitnahme im öffentlichen Personennahverkehr inbegriffen ist. Da wird für eine Verkehrswende zumindest im Urlaub stark geworben. Vermutlich ist es in anderen Regionen der Bundesrepublik genauso? Wir haben bereits viele Radtouren mit Zugbegleitung, Zuganreise oder Rückreise gemacht, aber ein Fahrradticket war bisher nicht dabei, höchstens eine Reservierung für das Fahrrad in Schnellzügen. Mit diesen Gedanken und einigen Blicken auf die Donau erreichen wir Ingolstadt.

Touraufzeichnung in Komoot

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Start am Bahnhof in Ingolstadt

Wir fahren gegenüber des Bahnhofs die Straße auf dem Radweg hinauf, dann rechts durch einen Park und links in ein Wohngebiet bis hinauf zur Donau. Wir wollen hinein in die Altstadt von Ingolstadt und folgen der Radwegbeschilderung Zentrum.

Ein Radfahrer wartet auf einer geschwundgenen, gespannten Brücke
Eine interessant gebaute Brücke führt vom Bahnhof kommend über die Donau in die Innenstadt

Bayern hat erst vorgestern (Pfingstsamstag) den Corona-Lockdown ein wenig gelockert. Ausflüge sind wieder möglich, die Freizeiteinrichtungen, Übernachtungsbetriebe und Wohnmobilstellplätze sind wieder geöffnet. Aber so früh am Feiertag sind noch wenige Menschen unterwegs, so kann ich das „social distancing“ gut einhalten.

Die Bloggerin steht vor dem Rathaus mit Brunnen in Ingolstadt
An Pfingstmontag habe ich den Rathausplatz für mich allein

Wir radeln langsam durch einen Teil der Altstadt und finden unsere Radwanderweg-Beschilderung „Deutsche Donau“, der wir weiter folgen wollen.

Das neue Schloss in Ingolstadt, Turm
Die Sonne kündigt über dem Neuen Schloss in Ingolstadt von einem heißen Tag

Ab neuem Schloss fahren wir links der Donau, die sich teilweise hinter Bäumen versteckt. Wir fahren auf einer Straße, die eigentlich „nur“ für militärische Zwecke benutzt werden darf. Sie ist breit, schön geteert und die Räder rollen gut, das finden auch die Inliner, die die Straße benutzen. An manchen Stellen ist das Gelände zur Donau abgeflacht, hier werden wohl die Pioniere Brückenbau und anderes üben. Wir machen einen kleinen Schlenker, weil ich nicht glaube, dass es am Ende dieser Straße keinen Abzweig nach links auf den eigentlichen Radweg gibt – tja, verschätzt!

Nach einem Kraftwerk fahren wir nach links, an einem See entlang, queren die B16a und erreichen Kleinmehring, an dessen Ortsrand wir bis zur Donaubrücke vorfahren.

Links und Rechts der Donau

Wieder radeln wir auf die rechte Donauseite und durch einen Auenwald, immer wieder Altarme der Donau querend bis zum Donaudeich. Mit schönem Blick auf die gemächlich links von uns fließende Donau erreicht wir schnell Vohburg, eine alte Stadt mit einem Burgberg. Es wird Zeit für eine kurze Pause und einen Kaffee.

Der Burgberg von Vohburg ist von einer Mauer umgeben
Der Burgberg von Vohburg ist von einer Mauer umgeben

Direkt an der Donaubrücke gibt es ein Café. Wir entscheiden uns jedoch, in die Stadt hineinzufahren und im Ort etwas weniger touristisches zu suchen.

Das Stadttor von Vohburg liegt in einer Senke
Durch das Stadttor radeln wir hinauf zum Burgberg

Zuerst zieht es uns hinauf auf den Berg (ziehen wäre schön gewesen, treten war angesagt) allerdings befindet sich dort „nur“ die Kirche und der Friedhof. Und: eine geöffnete öffentliche Toilette, super!

Auf dem Burgberg in Vohburg ist der Friedhof angelegt
Auf dem Burgberg in Vohburg ist der Friedhof angelegt

Wir entdecken am Marktplatz einen Italiener, der auch Außenbestuhlung hat. Kompliziert ist es nur, an den Kaffee zu kommen. Bernhard bestellt den Kaffee, während er fragt, ob er seinen Fahrradakku an die Steckdose stecken kann. (Der schafft 100 km nicht mehr – ähh, der Akku). Ich möchte meinen Handy-Akku auch noch aufladen und gehe nachfragen, ob das auch möglich ist. Leider nein, es gibt nur eine Steckdose – aber unseren Kaffee könnte ich mitnehmen. Ich schaue fragend? Serviert wird nicht, wegen Corona, erhalte ich als Antwort. Aha, denke ich und mache mich mit zwei lauwarmen, also trinkfähigen Kaffee auf den Weg über die Straße. Es ist schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Interpretationen es für die verschiedenen Tätigkeiten wegen Corona gibt! Kurz danach sausen wir bergab und beobachten auf der Donaubrücke die Wassersportler.

Unter der Donaubrücke in Vohburg steigen Paddler in ihre Boote
Unter der Donaubrücke in Vohburg steigen Paddler in ihre Boote

Nach der Brückenquerung ist die Donau erst mal wieder NICHT zu sehen. Wir fahren durch den Ort Dünzing und kurz vor Wackerstein wieder an die Donau. Danach an einer Straße entlang nach Pförring und wieder zur Donau, wo wir auf dem Deich, eigentlich einem Deich im Land, weiterradeln.

Schafe weiden auf dem Donaudeich
Schafe halten das Gras des Donaudeichs kurz und verhelfen uns Radlern zu einer unvorhergesehenen Rast

Wir hören uns einige Zeit das Gemalme der Schafe beim Grasrupfen und Kauen an. Vor Neustadt an der Donau queren wir die Donau wieder auf einer Brücke und befinden uns nun an der Deutschen Limesstraße. Wir wohnen in der Nähe von Neustadt an der Weinstraße, wo ich manchmal als Gästeführerin unterwegs bin, daher möchte ich gerne in die Stadt hineinfahren.

Die Stadtgründung ist in Neustadt Donau an einem Haus aufgemalt
An der Rathausmauer in Neustadt Donau wird die Stadtgründung erwähnt

Neustadt an der Donau hat die Stadtrechte zwei Jahre vor Neustadt an der Weinstraße (ehemals Neustadt an der Haardt) erhalten, dafür ist das Städtchen insgesamt kleiner und hat noch etwas mehr Reste seiner mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Erbauer der damals neu gegründeten Stadt waren aber bei der Namensfindung ebenso fantasielos, wie die in Neustadt an der Weinstraße und weiteren 35 Neustadts im deutschsprachigen Gebiet.

Donauradweg – ohne Donau

Entlang der Straße, teils auf einem Radweg, fahren wir durch Bad Gögging und Sittling, mittlerweile müssen wir etwas aufs Tempo drücken, das Schiff wird nicht auf uns warten. Seit Vohburg haben wir in der Ferne immer wieder Felder mit langen Stangen darauf gesehen. Wir befinden uns mitten in einem Hopfenanbaugebiet und endlich führt unser Radweg genau an einem vorbei, Zeit für einen Fotostopp muss nochmal sein.

Die Bloggerin steht vor einem Hopfenfeld
Nach Neuburg Donau radeln wir an vielen Hopfenfeldern entlang

Kurz geht es an dem Flüsschen Abens entlang, der bei Einig in die Donau mündet. Wir radeln wieder weg von der Donau und über den Ausläufer des Sandbergs, allerdings mit einem leuchtenden Feld als Ansporn bergauf.

Ein Mohn- und Kornblumenfeld
Ein Mohn- und Kornblumenfeld leuchtet in rot und blau um die Wette

Bald geht es wieder hinab und nochmal hinauf und auf der Höhe weiter streng nach Norden durch ausgedehnte Felder.

Donaudurchbruch bei Weltenberg

Allmählich geht’s bergab nach Staubing mit Blick zur Donau und an ihr weiter nach Weltenburg.

Paddler auf der Donau vor Weltenburg
Paddler begleiten uns auf der Donau kurz vor Weltenburg

Statt mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch zu fahren, hätten wir auch mit der Personenfähre übersetzen und – wieder weitab der Donau – nach Kelheim fahren können. Ich finde es aber auch mal spannend, nicht nur an der Donau, sondern auch auf der Donau zu sein – und das außerdem an dieser besonderen Stelle.

Ein langer hölzerner Kahn ist die Personenfähre vor Weltenburg
Wer mit dem Fahrrad nach Kelheim fährt, muss mit der Personenfähre übersetzen und über den Hirschberg fahren

Je näher wir dem Schiffsanleger und dem Kloster kommen umso mehr Menschen sind unterwegs. Kind und Kegel, Alt und Jung, mit Kinderwagen, Leiterwagen, Rollator, Rollstuhl, E-Scooter, zu Fuß, auf dem Skateboard und mit dem Fahrrad. Ein Gewurle – wir sind diese Menschenmengen nicht mehr gewohnt. Distanz zu halten ist absolut unmöglich und wir sind froh, uns nicht in die lange Schlange an der Kasse des Schiffsanlegers stellen zu müssen. So ziehen wir unsere Mund-Nasen-Schutzmasken auf und können uns direkt an der Warteschlange der Einsteigenden einreihen. Gerade hat das Schiff angelegt und die Fahrgäste steigen von Bord. Es geht wirklich zivilisiert zu, alle bemühen sich um Abstand, allein die Masse der Menschen verhindert das. Ein Besuch des Klosters ist für uns aus Zeitgründen und aufgrund der Menschendichte leider ausgeschlossen.

Ein Personenschiff liegt am Anleger vor dem Donaudurchbruch
Wir stehen in der Schlange der Wartenden vor dem Personenschiff durch den Donaudurchbruch

Da das Schiff nur einen Bruchteil der üblichen Passagiermenge befördern darf, ist für die Fahrräder unter Deck genügend Platz. Wir ergattern für uns noch zwei Plätzchen auf Deck und genießen die Fahrt. Die Donau ist an dieser Stelle sehr tief, das Tal eng, wir könnten beinahe zu beiden Seiten die Felsen berühren. Über uns gibt es Gipfelkreuze auf den Höhen und jede Menge Menschen, die auf den Zu- und Abwegen unterwegs sind.

Ein Schiff passiert den Donaudurchbruch zwischen Weltenberg und Kelheim
Die Fahrt mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch zwischen Weltenberg und Kelheim ist beeindruckend

Ein Crewmitglied erklärt die Beschaffenheit des Donaudurchbruchs, während  Getränke auf der 20-minütigen Fahrt serviert werden. Wir hören Geschichten über die Felsen und Höhlen und werden auf die Befreiungshalle, die am Ende des Donaudurchbruchs oberhalb steht, hingewiesen.

Über dem Wald des Hirschbergs erhebt sich die Befreiungshalle
Die Befreiungshalle wurde von König Ludwig I. von Bayern zur Erinnerung an die Kriege gegen Napoleon beauftragt

Leider fehlt uns am Anleger in Kelheim ein eindeutiger Fahrradwegweiser und wir irren mal wieder ein wenig herum. Wir fahren nicht zur Befreiungshalle, denn die Heerscharen der Menschen bewegen sich in diese Richtung. Wir hoffen, in der Stadt einen Mittagessensplatz zu bekommen und finden einen Griechen am Marktplatz. Erst später sehen wir die Brauerei, aber da sind wir schon satt. Dabei wäre ich gerne dorthin gegangen, denn das Brauhaus hat eine interessante Geschichte.

Vom Marktplatz in Kelheim sieht man durch alte Bürgerhäuser hindurch zur Befreiungshalle
Vom Marktplatz in Kelheim sieht man durch alte Bürgerhäuser hindurch zur Befreiungshalle

In Kelheim mündet die Altmühl in die Donau. Sowie ich das Wort „Altmühl“ höre, läuft bei mir im Gehirn der Satz: „Altmühl, Naab und Regen, fließen links entgegen“ … wer kennt den nicht aus dem Erdkundeunterricht? Die Mündung der Altmühl ist auch von keiner Brücke überbaut und gut zu erkennen.

Die Altmühl fließt in die Donau
Ein Motorboot vor dem Zufluss der Altmühl in die Donau

Nun radeln wir ohne Zeitdruck an der Donau weiter, manchmal durch kleine Auwälder, öfter an landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbei, Kiesseen, Campingplätzen und Sportboothäfen. Es wird beim Schauen also nicht langweilig. Aufmerksam muss man nur manchmal sein, wenn der Fahrradweg entlang einer Straße führt. In Poikam wechseln wir wieder die Donauseite und kommen an eine Straßenbauhistorisch interessante Stelle.

Ein Radler steht auf dem Fahrradweg neben der Bundesstraße vor Bad Abbach, auf einem steinernen Sockel ist ein gemeißelter Löwe zu erkennen
Der Donauradweg führt vor Bad Abbach entlang der heutigen Bundestraße. Die Straße wurde unter hartnäckigem Einsatz ab 1792 unterhalb des Teufelsfelsens errichtet. Die Löwen sind zu Ehren des Bauherrn Carl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog und Kurfürst von Bayern errichtet worden

Kurze Zeit später haben wir einen kurzen Blick auf Bad Abbach, tangieren die Stadt aber nur.

Die Kirche von Bad Abbach, hinter Bäumen ist der Schlossturm versteckt
Die Kirche von Bad Abbach – der Schlossturm versteckt sich hinter Bäumen

Ich erfreue mich daran, dass der Radweg wirklich bis Regensburg immer entlang der Donau führt. Die Donau ist auf diesem Teilstück auch nicht (sehr) reguliert, sie fließt in ihrem kurvenreichen Bett. Das macht die Tour zwar länger, aber auch spannender, weil sich die Blickrichtung immer wieder ändert. – Außerdem – und das stellen wir erst am Abend fest – bekommen wir so überall Sonnenbrand. Die Sonne kann durch den ständigen Richtungswechsel alle Stellen der Arme und Beine erreichen. Wir hatten zwar unterwegs ans Eincremen mit Sonnenschutz gedacht, aber doch nicht gemacht. Wie blöd!

Wir tangieren nur einzelne kleine Ortschaften ansonsten nur Donau, Boote, Landschaft. Wie schön! Hinter der Ortschaft Pentling schaue ich angestrengt nach links, die Naab muss bald gegenüber in die Donau münden. (… Altmühl, Naab und Regen…) Bei unserem nächsten Regensburgbesuch werden wir mal eine Radtour an der Naab machen, nehme ich mir vor.

Die Naab mündet in die Donau
Links der Boote mündet die Naab in die Donau

Wir fahren unter der Autobahn durch und wenig später verdichten sich die Fußgänger und Radfahrer auf dem kombinierten Rad- und Fußweg, wir nähern uns Regensburg.

Über der Donau sind die ersten Kirchen von Regensburg zu erkennen
Über der Donau sind die ersten Kirchen von Regensburg zu erkennen

Recht langsam kommen wir nun voran und bleiben bis zur Steinernen Brücke auf dem Donauradweg.

Über die Steinerne Brücke ist links der Regensburger Dom
Menschenmengen schieben sich über die Steinerne Brücke, der Dom überragt die Altstadt von Regensburg
Der Turm ist ein Teil der ehemaligen Stadtmauer in Regensburg
Der Turm der alten Stadtmauer erinnert mich ein wenig an Rapunzel

An der Steinernen Brücke ist unser Abschluss der heutigen Tour. Anstrengend, weit und superschön war sie. Ein fantastisches Erlebnis an der regulierten, der „wilden“ und der gemütlichen Donau.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 5. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 5. Etappe

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Die fünfte Etappe unserer Donauradtour führt mich vom Hofgut Bäldleschwaige über Donauwörth nach Neuburg an der Donau. Dort treffe ich Bernhard, der unser Wohnmobil nach Ingolstadt gefahren hat. Mit dem Zug und dem Fahrrad kommt er zurück nach Neuburg, gemeinsam fahren wir nach der Mittagspause weiter nach Ingolstadt.

5. Etappe vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt

Die Kaltfront, die sich mit der Wolkenbildung gestern Abend schon angekündigt hat, ist da. Sicherheitshalber fülle ich meine Packtasche mit der Regenkleidung, obwohl der Wetterbericht den Regen weiter östlich und südlich meldet. Wieder habe ich meine Handschuhe an, denn die Kaltfront macht ihrem Namen alle Ehre, es ist nur um die 8° beim Losfahren. Ich genieße die sehr frische Morgenluft und die Wolkenbildung am Himmel.

Sonnenstrahlen brechen durch dunkle Wolken und bestrahlen eine Birke am Wegesrand
Die Abfahrt von Bäldleschwaige wird von Wolkenspielereien der Kaltfront begleitet

5. Etappe in Komoot

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Donauradweg – endlich wieder an der Donau

Der Donauradweg geht über die wenig befahrene Landstraße weiter, so wie er gestern aufhörte. Das ist soweit in Ordnung, nur in den Kurven muss ich höllisch aufpassen, da viel Kies auf der Straße liegt, der rutschig sein kann. Endliche nähere ich mich wieder der Donau, die hier einem See gleicht.

Die Donau wird vor dem Laufwasserkraftwerk Donauwörth gestaut
Die Donau wird vor dem Laufwasserkraftwerk Donauwörth gestaut

Der Donauradweg führt unter der Bundesstraße durch und eigentlich geradeaus in die Stadt. Allerdings kommen von der Bundesstraße sehr viele Autos, die den gleichen Weg auf der schmalen Straße mit Gegenverkehr haben. Ein Hinweisschild mit einem Fahrrad und der Schrift „Zentrum“ weist nach links. So folge ich lieber diesem Radweg, abseits von Autoverkehr, als dem offiziellen Donauradweg. Ich erreiche einen Kreisel, dessen Zierde mich sehr beeindruckt.

In einem Kreisel in Donauwörth ist ein Hubschrauber aufgebaut
Ein Hubschrauber ist auf einem Kreisel auf dem Weg in die Stadt Donauwörth aufgebaut

Nun schickt mich der Radweg nach Nordosten unter den Bahnschienen hindurch, aus dem Stadtteil hinaus. Rechts von mir liegt die Altstadt, davor ein Steg, so wende ich mich nach Osten.

Von Westen führt eine hölzerne Brücke über die Wörnitz nach Donauwörth
Ich radle mit dem Wegweiser Stadtmitte Donauwörth über die Holzbrücke über die Wörnitz, die in Donauwörth in die Donau mündet

Ich radle kurz am Mühlkanal entlang und biege rechts ab, hinauf in die Altstadt. Ich bin beeindruckt von der Anlage der Reichsstraße und der Gebäude, die daran liegen.

Ein Adler wacht über einen Brunnen an der Reichsstraße in Donauwörth
Links wacht ein Adler über den Brunnen an der Reichsstraße in Donauwörth

Auf Höhe der Touristinfo erreiche ich wieder den Donauradweg. Er führt mich rechts hinab, ich stoppe aber gleich wieder wegen eines Fotomotivs.  

Am Trauzimmer der Stadt Donauwörth ist ein schmiedeeiserner Doppeladler angebracht
Ein geschmiedeter Doppeladler ist am Gebäude mit dem Trauzimmer angebracht

Regentropfen, die auf meinen Helm klopfen…

Der Himmel wird immer dunkler, als ich auf dem Radweg entlang der Bundesstraße weiterfahre. Auf Höhe Schweizerhof fängt es an zu regnen und ich halte unter hohen Bäumen, um mir die Regenkleidung anzuziehen. Ich habe eine Regenhose, die auf beiden Beinseiten Reißverschlüsse hat. Diese sind von unten nach oben zu öffnen und an Oberschenkel-, in Knie-, Waden und Knöchelhöhe sind außerdem Klettverschlüsse. Ich mag das sehr, denn so lasse ich den Reißverschluss ab dem oberen Oberschenkel offen und mache nur die Klettverschlüsse zu, so kann bei jedem Pedaltritt Luft zirkulieren und Schwitzfeuchtigkeit wegnehmen. Ich kann die Regenhose über die Schuhe ziehen, was auch praktisch ist, wenn es schnell gehen muss. Meine Unterarmzipps an der Regenjacke habe ich auch offen. Ich wäre ansonsten unter der Regenbekleidung ähnlich nass, als würde ich sie nicht anhaben. Mein Fahrradhelm passt perfekt über die Kapuze. Und weiter geht es. Nach Altisheim geht es bergauf, rechts im Tal ist die Donau versteckt und ich erreiche Leitheim.

Ein Schloss im Hintergrund, im Hof rechts die Rezeption des Hotels
Noch ist Coronabedingt kein Betrieb im Schlosshotel Leitheim

Die Radwegschilder sind in Leitheim in einem Gebüsch versteckt und so dauert es ein wenig hin- und herfahren, bis ich wieder auf dem Donauradweg bin, der nun steil hinab nach Graisbach führt und gleich wieder hinauf nach Lechsend und weiter bergauf nach Marxheim. Der Regen hat aufgehört, ich hänge meine Regenhose zum Trocknen an den Lenker, die Regenjacke packe ich mit den nassesten Stellen nach außen auf den Gepäckträger. Der Fahrtwind kann sie trocknen.

Nach einer Bergabfahrt zur Donau entdecke ich ein braunes Hinweisschild, das mich zum Fotostopp inspiriert.

Ein Straßenschild mit dem Schriftzug romantische Straße
Der Schriftzug “Romantische Straße“ ist auch in asiatischer Schrift – an meinem Lenker trocknet die Regenhose

Endlich biegt der Radweg wieder ab und führt an der Donau entlang.

Der Radweg führt über den Deich vor Bertholdsheim, von bunten Wiesenblumen begleitet
Der Radweg führt über den Deich, immer mit Blick über bunte Wiesenblumen auf die Donau

Ich folge dem Radweg vor der Staustufe Bertoldsheim nicht nach links, sondern bleibe bis zur Staumauer auf dem Deich und biege dann erst ab zur Landstraße.

Vor der Staustufe Bertoldsheim erweitert sich die Donau wieder in einen See
Vor der Staustufe Bertoldsheim erweitert sich die Donau wieder in einen See

Hätte ich besser in die Landkarte geschaut, wäre ich auf dem Radweg rechts der Straße weiter geradeaus gefahren. So aber entscheide ich mich, hinauf in den Ort zu fahren, durch den der Donauradweg führt. Im Ort werden Radfahrer sehr originell in einen Biergarten eingeladen.

Auf einer kleinen gepflasterten Fläche steht ein altes Fahrrad mit dem Hinweis Biergarten mit Donaublick
Das Fahrrad lädt in den naheliegenden – am Vormittag noch geschlossenen – Biergarten ein

Mehr hat der Ort aber nicht zu bieten, außer dem steilen Hügel hinauf und hinab. Ich fahre am Schloss (Privat)vorbei und wieder hinab und auf ähnlich schmalen Landstraßen, wie am Morgen ab Bäldleschwaige, fahre ich weiter. Hinter Stepperg wird der Donauradweg anders geführt als im Radwanderführer eingezeichnet. So mache ich in fröhlichem Bergabsaußen eine Vollbremsung und biege wieder zur Donau ab und dort auf den Deich. Wie schön!

Über Kornblumen ist die Donau im Hintergrund zu sehen
Der Donauradweg bei „Donau km 2.485,6“ von Kornblumen und Margeriten gesäumt. Die Kilometerangaben der Donau werden von der Quelle bis zur Mündung immer kleiner

Mein Mobiltelefon ist in einer Halterung am Lenker angebracht, so dass ich die Komootaufzeichnung überwachen kann und eine zusätzliche Orientierung habe. So kann ich mein Telefon außerdem bedienen, ohne anzuhalten. Bernhard meldet sich per Telefon. Er ist mittlerweile mit der Bahn in Neuburg angekommen. Da es Mittagszeit ist, sucht er uns ein Restaurant. Ich genieße noch Kleinigkeiten am Wegesrand, die mir vor die Fotolinse kommen.

Zwei kleine Inseln sind mit einem Treibgutbaum verbunden
Der Baum bildet eine natürliche Brücke zwischen den Inseln

Idyllisch an der Donau fahrend, mittlerweile wieder im Sonnenschein, erreiche ich die Brücke, die nach Neuburg hineinführt. Ich soll durch das Stadttor geradeaus bergauf fahren, habe ich mittlerweile mitgeteilt bekommen und gegenüber der Kirche anhalten.

Mittagspause

In einem Haus mit geschwundenen Giebel ist in Neuburg an der Donau das Restaurant zur Laterne
Bernhard erwartet mich zum Mittagessen in Neuburg an der Donau im Restaurant zur Laterne.

Eine vorzüglich Pizza mit frischem Salat belegt bringt neue Kräfte. Das Restaurant Laterne hat an diesem Mittwoch als einziges in Neuburg an der Donau in der Stadtmitte zur Mittagszeit geöffnet. Eine sehr gute Wahl, denn wir wurden zuvorkommend bedient und hatten ein sehr leckers Essen. (Ristorante Il Lampione / Zur Laterne, Amalien Straße A 53, 86633 Neuburg an der Donau, Tel. 08431-64 23 996)

Donauradweg – unsere Variante

Fröhlich und gesättigt fahren wir die gepflasterte Straße hinunter durch das Stadttor und biegen nach links zur Donau ab. Vor der Donau führt uns der Radweg rechts, durch den Englischen Garten, am Industriegebiet vorbei in einen Auenwald. Wir folgen ihm bis zur Staustufe Bergheim und entscheiden uns dann wieder für eine eigene Variante, immer entlang des Deichs, entlang der Donau. Der offizielle Radweg führt weg von der Donau, über das Jagdschloss Grünau und den Ort Weichering und kommt bei Ingolstadt erst an die Donau zurück. Ich hatte heute noch nicht genug Donau und so fahren wir auf dem Deich weiter. Das Wetter hat sich mittlerweile wieder umentschieden und bildet einen interessanten Himmel.

Sonnenstrahlen dringen durch dunkle und weiße Wolken an den blauen Himmel
Manchmal ist der Himmel ein wahrer Künstler

Wir entdecken mehrere „Kindergärten“ von Wasservögeln und eine besonderes Nest, mitten auf dem Fluss.

Ein Wasservogel hat ein filigranes Nest auf der Donau verankert
Ob das Nest auch dem nächsten Regen und erhöhter Fliesgeschwindigkeit standhält?

Der Deichweg endet und ein Verbotsschild zur Weiterfahrt mit dem Fahrrad ist am weiterführenden Weg aufgestellt. So fahren wir wieder in Richtung Donauradweg und passieren dabei einen Altarm der ursprünglichen Donau.

Bäume liegen im Donau-Altarm bei Weichering
Der ursprüngliche Lauf der Donau ist in ihren Altarmen noch zu erkennen. Ob Biber oder Sturm die Bäume gefällt hat?

In der Landkarte entdecke ich das Fort Rosenschwaig, das wir aber leider nicht finden und auch keinen ausgeschilderten Hinweis. Wir nähern uns Ingostadt. Zu erkennen ist das daran, dass immer mehr Radfahrer und Fußgänger jetzt am Nachmittag in der Nähe der Stadt unterwegs sind, da heißt es Rücksicht nehmen. Wir fahren nur bis zum Wohnmobil, das Bernhard am Stadtrand direkt am Radweg geparkt hat. Ingolstadt wollen wir uns erst beim Start der nächsten Etappe anschauen. Die 6. Etappe muss fünf Tage warten, denn der Werkstatttermin zum Austausch der Wohnmobilsitze im Fond und Familienbesuche in München und Regensburg unterbrechen unsere Radeltour.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 4. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 4. Etappe

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Die vierte Etappe unserer Donauradtour führt uns von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige. Die ersten 10 km sind in stadtnahem Verkehr, trotz Radwegen nicht sehr schön zu fahren. Später öffnet sich wieder die Landschaft und wir passieren weitflächige Felder, Wiesen und Donauauen.

4. Etappe von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige

Bernhard parkt morgens das Wohnmobil auf dem Wohnmobilstellplatz in Ulm so, dass die Sonne später prall auf unsere Solarkollektoren scheinen wird. So wollen wir prüfen, ob die Aufbaubatterien sich aufladen oder die Verbindung einen Wackler hat oder die Aufbaubatterien einfach altersschwach sind.

4. Etappe in Komoot

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Mit den Rädern starten wir durch den Freizeitpark Friedrichsaue und sind bald wieder auf dem Donauradweg unterwegs. Anfänglich noch im Grünen, aber bald an einer Schnellstraße entlang, mit dem normalen städtischen Morgenverkehr. Zwar auf Radwegen, aber laut und unattraktiv. Kurz vor Thalfingen passieren wir die Grenze zu Bayern.

Ein Schild markiert die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern
Wir verlassen Baden-Württemberg und erreichen Bayern – mit anderen Corona-Maßnahmen als bisher

Für uns ist das Passieren der Grenze von daher wichtig, weil in Bayern andere Corona-Bestimmungen gelten als in Baden-Württemberg. Beispielsweise sind in Bayern noch Stellplätze, Campingplätze, Übernachtungsbetriebe und Freizeiteinrichtungen gesperrt. Daher ist uns noch nicht endgültig klar, wo wir am Abend sein werden. Vorläufig ist der Plan, bis Donauwörth zu radeln und von dort mit der Bahn, beiden Wohnmobilpassagieren und Fahrrädern zurück nach Ulm (Baden-Württemberg) zu fahren und noch mal auf dem Stellplatz am Stadion zu übernachten.

Wir fahren auf der Bundesstraße durch den Ort Thalfingen und danach auf der anderen Seite der Bundestraße und Bahnstrecke weiter. Kurz vorm Autobahnkreuz Ulm-Elchingen, dass wir von vielen Anfahrten nach Österreich und in die Alpen mit dem Auto kennen, werden wir auf dem Radweg in die Landschaft geleitet. An Badeseen entlang und später durch schönen Auenwald fahren wir nach Leipheim. Unter einer Brücke dort ist eine Radlerpausenstelle mit Kiosk (Radlertankstelle), aber uns ist es für eine Pause noch zu früh.

Der Kirchturm von Leipheim ist durch die Ufergewächse der Donau zu sehen
Die Stadt Leipheim taucht aus dem Ufergrün der Donau auf

Wir lassen Leipheim rechts der Donau liegen und radeln auf der linken Donauseite weiter, immer noch im Schatten der Bäume. Wieder bin ich froh um meine Handschuhe und meine winddichte Jacke. Über den Radweg an der Brücke wechseln wir die Donauseite, um in Günzburg eine Rast zu machen. Das Legoland hat leider auch noch zu, sonst wäre auch das eine schöne Abwechslung zum Radeln gewesen und hätte sich sicherlich auch als Übernachtungsplatz angeboten. Auch in Günzburg ist wieder eine Marktstraße mit ungeheuer schönen alten Häusern, ich liebe das. Wir setzen uns in die Sonne, ich muss noch etwas auftauen.

Links und rechts der Marktstraße ziehen sich bunt gestrichene alte Häuser entlang
Am Marktplatz in Günzburg trinken wir einen Cappuccino – der Sonnenschein trügt, erst hier ziehen ich die Handschuhe aus

Corona – Verständnisschwierigkeiten

Wir wählen ab Günzburg die Variante auf der rechten Donauseite zur Weiterfahrt. Wir fahren auf einen schönen Hügel hinauf, der auf höchster Stelle mit einem Aussichtsturm zu einer Rundumsicht lockt. Leider ist er aber wegen Corona gesperrt. Das ist eine Massnahme, die ich nicht verstehe. Wir fügen uns aber und gucken halt nicht über die Bäume hinweg nach Norden…

Oberhalb des Ortes Offingen steht am Waldrand ein Aussichtsturm
Leider war der Aussichtsturm oberhalb Offingens wegen Corona gesperrt

Im Abwärtsfahren kommen die Kühltürme von Grundremmingen in Sicht, die uns einige Zeit begleiten. Wir fahren in Offingen wieder über die Donau und folgen direkt an der Donau dem Donaudamm. Dass ist eine eigene Variante, denn der eigentliche Donauradweg ist ca. 2 km westlich der Donau ausgeschildert. So haben wir einen tollen Blick auf die Donau, wegen der wir ja radeln, auf Flora und Fauna. Gundelfingen taucht links von uns auf, wir bleiben aber direkt auf dem Damm. Die Donau breitet sich immer weiter aus und wir verlassen den Damm zum Ort Faimingen hin.

Bei der Donaustaustufe Faimingen ist die Donau sehr breit
Die Donau weitet sich in ihrem Bett vor der Staustufe Faimingen

Geschichtsexkursion

Ein kleines Hinweisschild „Römertempel“ macht uns neugierig und wir entdecken eine schöne und gepflegte Anlage.

Ein Lageplan und Ruinen des Römertempels Faimingen
Am Beginn der Ausgrabungsstätte des Römertempels Faimingen ist ein Lageplan
Ruinen des Römertempel Faimingen werden von einem Besucher betrachtet
Die Überreste des Römertempels

Sogar die öffentliche Toilette am Tempel ist geöffnet, was wollen wir mehr? Fast nahtlos geht der Ort in das Städtchen Lauingen über. Am Ortseingangsschild erhasche ich den Namen Albertus Magnus und denke spontan an meine Tochter, die in ein gleichnamiges Gymnasium gegangen ist. Wir radeln auf der Hauptverkehrsstraße in die Ortsmitte, die von einem schönen Kirchturm markiert wird.

Der Kirchturm von Lauingen ist in interessanten Stufen erbaut
Unten in viereckingen Stufen, später sechseckig – der Kirchturm von Lauingen

Auf dem Marktplatz entdecke ich ein Denkmal von Albertus Magnus, jetzt erschließt sich der anfängliche Hinweis.

Ein Denkmal ist dem Heiligen Albertus-Magnus gewidmet
Albertus Magnus, einer der größten Gelehrten des Mittelalters, ist um 1200 in Lauingen geboren

Wir radeln auf offiziellem Donauradweg aus Lauingen hinaus Richtung Ludwigsau und genießen die Fahrt durch den Wald bis Dillingen. Die Hauptstraße durch den Ort ist von riesigen, alten Gebäuden gesäumt.

Die Studienkirche und Universität in Dillingen
Die Universität (rechts) in Dillingen wurde 1549 gegründet, links die Studienkirche

Wieder geht’s hinunter zur Donau, endlich sind wir am Fluss unserer Begierde zurück! Der Radweg ist wieder beschaulich, links der Wald, rechts die Donau, auf dem Damm bunte Blumen und im Wasser allerlei Brutgeschäft – wie schön! Das einzige was stört, ist das Grummeln des Magens. Nein, bis Donauwörth halten wir ohne Mittagessen nicht durch. Am Marktplatz in Höchstädt locken Sonnenschirme von Restaurant und Eiscafé die hungrigen Besucher. Wir entscheiden uns für das griechische Lokal Poseidon und essen vorzüglich. Ein Aperitif zu Beginn, eine Hauptspeise von der Tageskarte und ein inkludierter Nachtisch – eine sehr gelungene Pause.

Am Marktplatz in Höchstädt stehen große Bürgerhäuser
Das Vogteihaus in Höchstädt hat eine beeindruckende Größe mit seinen beiden Eckerkern. Wir blicken von unserem Mittagstisch beim Restaurant Poseidon auf die schönen Bürgerhäuser

Donauradweg – ohne Donau

Wir folgen der neuen Donauradwegbeschilderung erst mal zum Schlößchen und eine Parallelstraße wieder zurück, komische Wegführung. Nördlich der Baggerseen führt der Radweg durch Sonderheim und Blindheim. Wir fahren auf Radwegen entlang von sehr wenig befahren Landstraßen, weitab der Donau und genießen die Aussichten auf die Dörfer, Wiesen und Felder. Nach Gremheim queren wir die Donau und radeln nun rechts, wieder weitab der Donau weiter. Links von uns liegen einzelne Gehöfte, die mit „Nachnamen“ „Schwaige“ heißen. Circa einen Kilometer vor Pfaffenhofen geht es direkt auf der Landstraße nach Norden. Wenige motorisierte Fahrzeuge begegnen uns, dafür viele Fahrradfahrer, die den sonnigen Tag draußen genießen. Wir freuen uns auf das Hofgut Bäldleschwaige, auf Kaffee und Kuchen. Mit einem anderen Schwung Radfahrer erreichen wir das Hofgut. Die Parkplätze für Radler und Autofahrer sind sehr großzügig angelegt, die Bewirtungsmöglichkeiten des Hofgutes ebenso. Das scheint in normalen Zeiten ein absoluter Ausflugsmagnet zu sein. Einige Familien mit Kleinkindern genießen Spielplatz und Streichelzoo, Eis, Kuchen und Softgetränke. Ich entdecke einen Flyer von „Landlust“, dem Handbuch für Wohnmobilisten, die gerne bei Landwirten, Manufakturen, Künstlern und Handwerker nächtigen. So keimt in uns die Idee auf, ob wir eventuell doch heute bereits in Bayern nächtigen können. Wir fragen nach, die Besitzerin sagt, der Wohnmobilstellplatz wäre zwar noch gesperrt, aber auf dem normalen Parkplatz könnten wir gerne stehen. So entscheiden wir, dass Bernhard noch bis Tapfheim zum Bahnhof radelt und nach Ulm zurückfährt, um das Wohnmobil nachzuholen. Ich bleibe am Hofgut, schneide bei einem erfrischenden Apfelmost meinen Film für meinen Instagram-Account, sortiere Fotos und genieße die Sonne und Rast.

Der Spielplatz beim Hofgut Bäldleschwaige ist wie eine Burg errichtet
Der Spielplatz vor dem Streichelzoo beim Hofgut Bäldleschwaige

Bernhard ist lange vor der Abfahrt seines Zuges am Bahnhof in Tapfheim und hat dort ein besonderes Erlebnis. Das Bahnhofsgebäude ist von Privatleuten gekauft, restauriert und renoviert worden. Ein Café und eine Schmuckmanufaktur sind eingezogen, es finden Workshops und Veranstaltungen statt. Die Einrichtung ist nostalgisch und nachhaltig, da überwiegend recycelte Möbel verwendet wurden. Aus einer Sektlaune im sommer 2015 heraus entstand der Gedanke, den alten, ungenutzten Bahnhof in eine Begegnungsstätte für Alte und Junge, für Einheimische und Gäste umzugestalten. Das Projektteam hat bis zur Eröffnung des Café Bruno im Frühjahr 2018 ganz Arbeit geleistet und ein wahres Schmuckstück gestaltet, mit viel Liebe zum Detail. Bernhard war von der Herzlichkeit, dem Ambiente und dem Kaffee, den er getrunken hat, völlig begeistert. (Öffnungszeiten: Mi + Do 8.30-18.00 Uhr, Fr+Sa 8.30-22 Uhr, So+Feiertag 9-18 Uhr, Mo+Di IMMER geschlossen – Reservierungen: 09070-9609720)

Das Bahnhofsgebäude in Tapfheim ist frisch renoviert
Das Bahnhofsgebäude in Tapfheim ist frisch renoviert und in ein Café und Schmuckmanufaktur umgewandelt worden
Die Außensitzplätze am Gleis im Café Bruno sind mit recycelten Stühlen ausgestattet
Der Außenbereich des Cafés am Gleis ist mit recycelten Sitzmöbeln gestaltet – das zeugt von nachhaltigem Handeln
Zwei Frauen stehen im Café Bruno im alten Bahnhof von Tapfheim
„Wie drapiert man Coronamasken, so dass sie schick aussehen?“ Würde ich als Sprechblase über das Bild der beiden Besitzerinnen im Café Bruno gerne schreiben
Der Speiseraum im Café Bruno an der hinteren Wand steht eine Jukebox
Mich begeistert die Jukebox im Speiseraum beim Fotogucken am meisten
Unter alten Bäumen ist das Gartencafé gemütlich gestaltet
Links des Bahnhofes lädt das Gartencafé unter alten Bäumen zum Verweilen ein

Um halb acht am Abend ist Bernhard erst wieder zurück im Hofgut Bäldleschwaige, das war ein langer Tag für ihn. Wir vespern noch im Hofgut, bevor wir den Sonnenuntergang draußen genießen.

Der Sonnenuntergang hinter den Büschen des Hofguts Bäldleschwaige
Der Sonnenuntergang unterhalb der Kaltfrontbewölkung beim Hofgut Bäldleschwaige

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 3. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 3. Etappe

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Die dritte Etappe unserer Donauradtour führt uns von Riedlingen nach Ulm. Anfänglich ist das Donautal noch sehr eng und hat oftmals keinen Platz für den Radweg. So strampeln wir hinauf auf die Höhen und werden mit den Aussichten auf die sich verändernde Landschaft für die Mühen entschädigt.

3. Etappe von Riedlingen nach Ulm

Am Morgen ist der Himmel blankgewischt, die Wolken verschwunden und die Sonne strahlt vom blauen Firmament. Aber es ist noch kühl als wir uns auf den Weg machen. Der Donauradweg liegt gleich hinter dem Parkplatz mit dem Wohnmobilstellplatz und wir genießen einen letzten Blick auf die Kulisse der Altstadt von Riedlingen.

Hinter Büschen und Bäumen ragt ein Kirchturm hervor
Der Blick vom Parkplatz zur Riedlinger Kirche

3. Etappe in Komoot

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Wir unterfahren die Brücke der B 312 und kurz danach ist wieder nur Stille, Vogelgezwitscher und Froschquaken um uns herum. Immer wieder tauchen aus der Uferbewachsung Kirchtürme auf.

Über den schmalen Fluss hinweg ist im Grün der Büsche der Kirchturm von Daugendorf zu erkennen
Anfänglich schlängelt sich die junge Donau durch viel Grün. Der Kirchturm von Daugendorf schaut heraus

Vor Daugendorf überqueren wir die Donau und fahren linksseitig durch die Felder. In Zell queren wir wieder die Donau und verweilen an der Brücke, um der Storchfamilie zuzuschauen.

Hinter einer Straßenbrücke ist ein Herrschaftshaus und ein Kirchturm zu erkennen
Auf dem Herrschaftshaus ist ein Storchennest mit Jung- und Altstörchen

Hinauf und Hinunter – die Donau bleibt im Tal

Die Donauschleife bei Zell wird vom Radweg nicht ausgefahren und wir erreichen Zwiefaltendorf, das am Ortsende sogar ein kleines Schlösschen hat. In einer Mächtigen Tanne brütet in der Spitze auch ein Storch, allerdings so weit weg, dass uns nur der weiße Kot auf der Baumspitze über das Nest belehrt.

Über ein Gerstenfeld geht der Blick zum Dorf mit Kirchturm rechts und kleeinem Schloss links
Zwiefaltendorf liegt malerisch zwischen Feldern

Nun geht es sehr steil bergauf und ich bin froh über meinen Elektromotor, den ich auf dem Steilstück zuschalten kann. Trotzdem komme ich außer Puste oben an und erfreue mich an der Pause, um die Werbetafel zu fotografieren.

Auf einem Plakat mit der Aufschrift „Vollmilch statt Promille“ werden die Vorzüge von Milch angepriesen
Nach einem sehr steilen Bergauf steht diese Milchwerbung in Datthausen

Nach Datthausen halten wir Ausschau nach einem Wegweiser oder Hinweis, denn dort soll es eine Keltische viereckschanze geben. Leider ist am Radweg nichts zu finden und wir radeln bergab, immer steiler und erreichen den Ort Rechtenstein, in dem wir wieder auf die linke Donauseite wechseln.

Oberhalb von Donau und Kirche thront die Burg
Rechtenstein ist ein weiteres Kleinod an der Donau

Kaum aus dem Ort heraus öffnet sich der Blick zum Kloster Obermarchtal. Unser Radführer bietet eine Variante durch den Ort an, aber Coronabedingt ist noch keine Besichtigung möglich. So folgen wir der Hauptroute des Donauradwegs.

Das Kloster Obermarchtal liegt hinter Wiesen und Büschen
Der Donauradweg biegt nach links ab, im Hintergrund das Kloster Obermarchtal

Nach Untermarchtal geht es wieder steil bergauf. Auf der Höhe ist ein Rastplatz im Schatten von drei großen, stattlichen Linden mit Tischen und Bänken eingerichtet. Wir nutzen ihn zum Verschnaufen und um mittlerweile zu warme Kleidung auszuziehen.

Eine Tafel erklärt die Bedeutung der Friedenslinden
Drei große Linden erinnern an den Friedenschuss nach dem 1871/1872 Krieg zwischen Frankreich und Deutschland

Wir bleiben erst mal auf der Höhe und genießen die Aussicht ins Land und über die Felder und Wiesen.

Lila Blumen stehen vor gelben Raps
Die Farbenpracht der Wiesenblumen – hier lila und gelb

Wieder geht es ohne Muskelkraft allein durch die Steilheit des Radweges bergab nach Munderkingen. Der ursprüngliche Ort lag in einer engen Donauschleife, vermutlich recht gut geschützt vor feindlichen Angriffen.

Rechts ein Stadtbrunnen im Hintergrund links das Rathaus mit einem brütenden Storch
Auch auf dem Rathaus von Munderkingen brütet ein Storchenpaar
Das Rathaus in Munderkingen hat ein an der rechten Fassade angebrachtes Glockenspiel und einen vierstöckigen Giebel
Der Giebel am Rathaus in Munderkingen ist sehr beeindruckend

Die folgende Strecke führt uns durchs Rottenacker Ried, an hinter Büschen versteckten Bade- oder Kiesseen recht flach bis Ehingen. Hier steigt Bernhard in den Zug nach Riedlingen. Wir werden uns in Ulm wiedersehen. Auf meinem Weg durch Ehingen freue ich mich, das heute Markttag ist.

Markttag

In Ehingen stehen Marktstände vor dem Rathaus
Ich lasse mich vom Markt inspirieren und kaufe Honig und Erdbeeren

Nach Ehingen geht es steil bergauf und durch einen Park mit vielen Rastbänken und toller Aussicht nach Süden und über die Donau. Dabei entdecke ich den Radfahrer, der vor Freude über die Aussicht das Radfahren völlig vergessen hat.

Ein als Radfahrer gebautes Drahtgestell ist von Efeu überwuchert
Ich bin froh, dass ich nicht so langsam bin auf dem Rad, dass mich das Efeu überwuchert

Wieder geht es sehr steil bergab und zurück an die Donau und rechts von ihr weiter, allerdings in einem weiten Bogen über Griesingen. Auf dem Weg nach Öpfingen begegnet mir ein andersfarbiges Blütenfeld.

Roter Mohn, blaue Kornblumen, gelber Raps
Die Blütenfarben begeistern mich, Mohn, Kornblume und Raps

Links vom Radweg gibt es einige Altarme der Donau, das kann ich aber nur auf der Landkarte erkennen, denn die Uferränder sind sehr dicht und breit mit Büschen und Bäumen bestanden. Allerdings tönt Geschnatter und Gequake von dort, es sind wahrscheinlich viele Kinderstuben an den versteckten Stellen untergebracht.

Über ein Feld geht der Blick durch Bäume hindurch nach Öpfingen
Öpfingens Kirchturm grüßt aus dem Grün der Bäume an der Donau

Am Stauwehr hinter Ersingen setze ich mich mit Blick auf die einen der Stauseen zur Mittagspause und genieße auch die in Ehingen gekauften Erdbeeren. Während meiner Pause kommt ein kalter Wind auf, es bewölkt sich Zusehens und die Sonne wird immer öfter verdeckt. Ich ziehe wieder alle Kleidung an und radle weiter, um warm zu werden. Die weiteren Stauseen, die Anglern und Schwimmern ein Freizeitangebot machen, laden mich daher nicht nochmal zum Verweilen ein. Auf Höhe von Donaustetten steht ein breiter hölzerner Liegestuhl, aber auch der lockt mich nicht, es ist zu kalt.

Eine breite Liegestuhlbank steht oberhalb der Donau
Die wunderbare Rastbank steht mit dem Rücken zur Donau

Nach Göggingen führt der Fahrradweg an einem großen Industriegebiet entlang, in dem namhafte Firmen und Speditionen ihren Firmensitz haben. Ich muss höllisch aufpassen, denn die LKW-Fahrer, manche davon anscheinend ortsfremd, sind mit Adressen suchen beschäftigt. Nach einigen heiklen Situationen und weil die Sonne wieder vom Himmel brennt, entdecke ich ein Café der Firma Seeberger, mit Sitzgelegenheiten auf der Wiese. Ich mache dort eine Rast, trinke einen Kaffee und esse einen Rhabarber-Walnusskuchen, sehr lecker. Außerdem ziehe ich die warmen Sachen wieder aus. Bernhard meldet sich, er ist am Wohnmobilstellplatz in Ulm angekommen und hat unterwegs Kuchen gekauft. Okay, dann muss ich mal schnell radeln, um das zweite Kuchenstück zu verdienen!

Nach dem Industriegebiet führt der Radweg durch einen Park und dann auf einem engen Radweg, eingeklemmt zwischen steilem Donauufer und Eisenbahn in die Stadt. An einem Turm der alten Stadtmauer erhasche ich den ersten Blick aufs Ulmer Münster. Der Donauradweg führt direkt unterhalb der teils noch vorhandenen Stadtmauer entlang. Ein Kunstwerk animiert mich zu einem kleinen Stopp.

Über die Ulmer Stadtmauer ragt eine „Himmelsleiter“ als Kunstwerk in die Höhe
Stearway to Heaven – leider nicht begehbar ist diese Himmelsleiter direkt am Radweg oberhalb der Stadtmauer

Unser Übernachtungsplatz – das eigene Wohnmobil

Der Wohnmobilstellplatz ist direkt neben dem Stadion am Rande des Parks Friedrichsaue, etwas abseits des Donauradwegs. Nach einer erfrischenden Dusche im Wohnmobil und einem Stück Erdbeertorte spazieren wir zu Fuß in die Altstadt und machen einen kleinen Rundgang.

Ein Fachwerkhaus hat in der Dachmitte eine dreistöckige Gaube
Die Gaube ist beinahe höher als das darunter liegende Haus
Das Ulmer Münster ragt in einen bewölkten Himmel
Der Himmel über den Ulmer Münster betont die gewaltige Höhe

Wir entdecken die Hausbrauerei Ulmer Barfüßer und genießen dort erst ein Bier und dann ein sehr leckeres Abendessen.

In einem Holzgestell stehen drei verschiedene Bierproben der Privatbrauerei Barfüßer
Ich liebe hausgebrautes Bier und genieße eine Bierprobe der Privatbrauerei Barfüßer

Zurück im Wohnmobil stellen wir fest, dass unsere Aufbaubatterien, die von der Lichtmaschine und den Solarpanelen geladen werden, mit der Aufladung meines Fahrradakkus wohl überfordert sind. Die Aufbaubatterien sind nun vier Jahre alt und kommen anscheinend an ihre Leistungsgrenze. Morgen soll es sehr sonnig sein, so werden wir das Wohnmobil in der Sonne parken um zu überprüfen, ob die Batterien von den Solarpanelen noch geladen werden.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 2. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 2. Etappe

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Die zweite Etappe unserer Donauradtour führt uns von Beuron nach Riedlingen. Wir radeln noch im oberen Donautal mit spektakulären Aussichten auf Kalkfelsen, Burgen und Klöster. Liebliche kleine Orte liegen am Wegesrand und wir meistern Passagen mit steilem Bergauf und Bergab.

2. Etappe von Beuron nach Riedlingen

2. Etappe in Komoot

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Donaujura

Wir radeln vom Wohnmobilstellplatz den Berg hinauf und folgen nach der Bahnbrücke dem Schild Donauradweg nach links, gleich wieder bergab. Es ist heute so kalt am Morgen, wie gestern auch und ich habe meine Handschuhe an. Der Fahrtwind und der Schatten des frühlingsgrünen Walds, in dem wir bergab sausen, verstärkt das Kältegefühl noch. Die Donau windet sich im engen Tal und so wechseln wir die Flussseite oftmals.

Eine schmale Holzbrücke führt über die Donau, Felsen erheben sich darüber
Eine schmale Holzbrücke führt über die Donau, ein Kreidefelsen erhebt sich hinter den Bäumen

Gleich nach der Brücke passieren wir einen Ableger des Klosters Beuron, dass idyllisch liegt, mit Aussicht auf Burg Wildenstein.

Eine Kapelle mit Namen Maurus im Felde ist über mehrere Treppenstufen zu erreichen
Die Kapelle Maurus im Felde gehört zu einer Dependance des Klosters Beuron

Bald geht es über die nächste Brücke und wieder direkt rechts der Donau. Auf den Felsen links taucht das Schloss Werenwag vor uns auf.

Der Radweg schlängelt sich durch Bäume, im Hintergrund rechts ein Dorf, links über der Donau ist auf hohen Felsen ein Schloss
Die Höflinge auf Schloss Werenwag hatten immer eine besonders schöne Aussicht

In Hausen passieren wir den Campingplatz, der am Ufer gegenüber liegt. Zwei junge Frauen plantschen in der jungen Donau. Da die Sanitäranlagen auf dem Campingplatz Coronabedingt noch gesperrt sind, haben sie diese Lösung zur Körperpflege gefunden. Zapfig ist es, antworten sie auf meinen Zuruf. Das ist wieder der Vorteil vom Wohnmobil, wir haben unsere eigenen Sanitäranlagen an Bord. Der Radweg schlängelt sich meist ganz am Ufer entlang, ich kann mich gar nicht satt sehen an der Schönheit der Landschaft.

Über einer Wiese liegt links ein kleiner Weile mit einer Kirche, rechts erheben sich die Felsen über die Donau
Malerisch liegen der Weiler und die Kirche St. Georg im Oberen Donautal

Da es in Inzigkofen keine Möglichkeit für einen Kaffeestopp gibt, radeln wir weiter nach Sigmaringen und folgen dem Donaurad-Alternativweg durch die Stadt. Das Schloss begrüßt uns schon von weither.

Das Schloss Sigmaringen
Das Schloss in Sigmaringen vom Donauradweg aus

Gemeinsam radeln wir noch bis Mengen. Dort steigt Bernhard in den „Naturpark Express“ und fährt zurück nach Beuron. Das hat erstens den Grund, dass er ohne Umsteigen zurück fahren kann und zweitens läuft unser Parkticket am Wohnmobilstellplatz in Beuron um 14:08 Uhr ab. Ich fahre mit dem Rad weiter bis Riedlingen, Bernhard kommt mit dem Wohnmobil dorthin. Nach Mengen öffnet sich die Landschaft und lässt wieder mehr Landwirtschaft zu. Ich erfreue mich nicht nur an den Getreidefeldern, sondern hauptsächlich an den Blütenwiesen.

Eine Wiese mit Mohnblumen und Kornblumen, im Hintergrund der Ort Hundersingen
Blütenreiche bunte Wiesen links und rechts im oberen Donautal, im Hintergrund der Ort Hundersingen

Ich hätte Zeit genug, mir das Freilichtmuseum Heuneburg oberhalb von Herbertingen anzuschauen. Es ist zwar seit einer Woche wieder offen, aber leider ist heute Montag und das Museum geschlossen. Da wir in der Pfalz ebenfalls viele Keltensiedlungen haben, hätte mich das sehr interessiert. Schade, aber ich genieße den Blick auf den Hügel und freue mich an der Landschaft.

Auf einem Hügel erhebt sich der Nachbau der Keltensiedlung Heuneburg
Montags hat das Freilichtmuseum Heuneburg leider geschlossen

Gemächlich fahre ich weiter, meist direkt neben der Donau, mit schönen Blicken auf Kirchtürme hinter Bäumen und manchmal auch der Aussicht auf kleine Ortschaften. Ich beobachte die Vogelwelt, die emsig am Brüten, Grundeln, Schnattern und Küken beaufsichtigen ist. Der Himmel zieht sich immer mehr zu, aber es ist angenehm warm.

Zwischen Wiesen fließt die Donau vor Riedlingen
Die Donau vor Riedlingen hat Platz in ihrem Bett

Unser Übernachtungsplatz – das eigene Wohnmobil

Der Wohnmobilstellplatz in Riedlingen ist auf einem großen Parkplatz aufgewiesen. Nur drei Wohnmobile haben einen offiziellen Stellplatz direkt neben einer kompakten Entsorgungsstation.

Der Wohnmobilstellplatz in Riedlingen hat nur 3 Plätze auf einem großen Parkplatz
Leider sind alle Plätze mit Stromanschluss belegt. Teils von Dauercampern, die mehrere Tage bleiben

Die drei Plätze sind besetzt und so setze ich mich auf eine Bank an der Donau und genieße die Aussicht auf die Altstadt. Und beobachte das Familienleben der Störche in ihren Nestern.

Altstadthäuser in Riedlingen, auf zwei Dächern brüten Störche
Auf zwei Dächern in der Altstadt von Riedlingen brüten Störche

Als Bernhard mit dem Wohnmobil ankommt stellen wir uns weiter hinten auf den Parkplatz und genießen die manchmal wieder hervorstechende Sonne auf einer Donaubank.

Ein Wohnmobil steht auf einem Parkplatz, Fahrräder stehen dahinter
Morgens vor der Abfahrt vom Parkplatz in Riedlingen. Hinten rechts der Platz für drei Wohnmobile

Wir erkunden am Spätnachmittag das Städtchen und wollen eigentlich dort auch zu Abend essen. Coronabedingt und weil es Montag ist, sind die meisten Restaurants geschlossen und wir kehren bei einem Kebab-Pizza ein.

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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Donau-Radtour mit Wohnmobil – 1. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 1. Etappe

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Deutschlands Flüsse sind in den meisten Fällen von Fahrradfernradwegen gesäumt. Und in vielen Fällen ebenso von Bahnlinien. So lässt sich eine Fahrrad-Wohnmobil-Tour perfekt kombinieren. Die Mosel haben wir 2018 so befahren. Bei unserer Donauradtour sind nur die länderverschiedenen Corona-Vorschriften zu beachten.

Vorbereitung in Coronazeiten

Eigentlich wären wir in Kanada, sind wir aber nicht. Eigentlich wollten wir ab Mitte Juni die große Ostseerunde fahren – mal sehen, ob das in 2020 etwas wird. Alternativen müssen her! Trekking und Radfahren in Deutschland wählen wir aus. Die Trekkingtour findet aufgrund von Corona zwei Wochen verspätet statt, weil die Trekkingplätze, ebenso wie die Wohnmobilstellplätze, noch gesperrt sind.

Die Wohnmobilstellplätze in Baden-Württemberg sind ab 18. Mai (wie die Trekkingplätze in Rheinland-Pfalz) geöffnet, die in Bayern ab 30. Mai. Nach Österreich zum Verwandtschaftsbesuch ist vielleicht möglich. So planen wir Fahrradtour, Familienbesuche in Regensburg und München, neue bequemere Sitze für unseren Karmann Ontario bei der Firma Camping Service Riedel in Markt Indersdorf und Familienbesuch in Oberösterreich und Salzburg.

Du merkst, unsere Wünsche lassen sich wunderbar kombinieren, wenn wir die Donau entlang radeln (bis auf den Abstecher nach München). So fahren wir an einem total verregneten Samstag gemütlich über den Schwarzwald nach Donaueschingen. Der regennasse Schwarzwald bietet ungewöhnlich schöne Ansichten und bei dem Wetter ist wenig Verkehr. Der Wohnmobilstellplatz in Donaueschingen liegt sehr ruhig außerhalb bei den Sportplätzen. Nach einem viertelstündigen Spaziergang durch den Schlosspark der Fürstenberger erreichen wir das Donautempelchen, von dem das Donau-Bächlein in die Brigach fließt, die sich kurz hinter Donaueschingen mit dem Quellfluss Breg vereinigt, ab dort heißt der Fluss Donau.

Das Donautempelchen, an dem die Quelle der Donau in die Brigach fließt
Im Jahr 1910 wurde der Einfluss der Donau in die Brigach mit einem Tempelchen versehen

Über die Brücke erreichen wir rechts der Stadtkirche St. Johann die Donauquelle. Sie ist wunderschön gefasst, die Steinmetzarbeiten filigran. Eine langsame Umrundung der Anlage ist absolut lohnenswert.

Die gefasste Donauquelle, die Bloggerin mit Mann steht dahinter, darüber die Skulptur der Mutter Baar
Die gefasste Donauquelle mit der Skulptur der Mutter Baar (Baar = die Landschaft, in der die Donau entspringt) und der Donau in zwei Altersstufen. Mutter Baar zeigt der jungen Donau den Weg zum Schwarzen Meer

Auf dem Rückweg zum Stellplatz flanieren wir andere Wege durch den Park der Fürstenbergs und haben noch ein entzückendes Erlebnis mit Familie Schwan.

Das Schloss Fürstenberg ist in eine Blütenwiese eingebettet
Das Schloss Fürstenberg im Schlosspark von Donaueschingen

Das Erlebnis habe ich als YouTube Video „Schwanensee“ eingestellt.

1. Etappe von Donaueschingen nach Beuron

Wir fahren morgens mit dem Wohnmobil zur Entsorgungsstelle am Klärwerk und stellen das Wohnmobil am Bahnhof ab.

Das Wohnmobil ist am Bahnhof in Donaueschingen geparkt
Unser Wohnmobil ist am Bahnhof in Donaueschingen geparkt

Mit den Rädern fahren wir zum Startpunkt des Donauradweges. Bis zum Schwarzen Meer legt die Donau 2.845 km zurück. (Nimmt man die Breg als Quellfluss hinzu sind es 2.888 km). Wir nehmen uns vorläufig nur die 594 Kilometer bis Passau vor. Neben dem Startpunkt des offiziellen Donauradweges ist ein Relief der Donau in den Boden eingelassen.

Am Start des Donauradweges ist ein Relief der Donau in die Erde eingelassen
Das Relief ist am Startpunkt des Donauradweges in den Boden eingelassen. Leider sind meine Arme zu kurz gewesen, so fehlt rechts unten der Name Donaueschingen. Der Punkt links beinahe ganz oben markiert die Stadt, in der die Quelle der Donau gefasst ist. Die Donau ist als Silberband zu erkennen und das Donaudelta rechts in der Mitte
Ein Fahrradfahrer steht vor dem Schild „Start Donauradweg“
Hier ist der Start des Donauradweges – und los geht´s

Komoot Aufzeichnung der Radtour

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Start der ersten Etappe

Nun geht es los. An einem Fluss entlang radeln bedeutet nicht, dass man am Fluss entlang radelt. Oft genug liegt das Flussbett in „unberührten“ Gebieten, in denen sich die Natur selbst überlassen ist.

An einem Baum an der jungen Donau sind Bissspuren von Bibern zu erkennen
Biber-Bissspuren an der Oberen Donau

So dauert es auch bis Pfohren, bis wir die Donau erstmals sehen, weil wir sie auf einer Brücke überqueren.

Ein schmaler Fluss mit Treibgut, gesäumt von Bäumen
Ein Foto von der ersten Donauquerung bei Pfohren, Blick zurück Richtung Donaueschingen

Anfänglich, auf den ersten zwei Etappen, windet sich die Donau noch richtig durch die Landschaft. Der durch seine Zuläufe immer stärker werdende Fluss hat sich auf dem Weg zum Schwarzen Meer durch einige Mittelgebirge und Felsen durcharbeiten müssen. Spektakuläre und unerwartete Aussichten öffnen sich uns immer mal wieder, auf Fluss, Landschaft, Gebäude und Ortschaften. In Pfohren beeindruckt mich ein kleines Schlösschen.

Ein altes Burggebäude steht in einer Wiesenlandschaft
Das ehemalige Jagdschloss Entenburg in Pfohren

Nach Pfohren geht es durch wunderschöne Auenlandschaft mit vielen Wiesen und auch einigen Feldern. Störche kreisen nicht nur über uns, sondern sind auf den Wiesen unterwegs. Die hungrigen Jungen im Nest müssen gefüttert werden.

Auf einer Auenwiese stehen viele Störche auf der Futterwiese
Eine Storchversammlung in der Donauaue auf einer Blütenwiese – fast könnte man meinen, sie haben von den Corona-Abstandsregeln gehört

Immer wieder sind wir am Beginn des Donauradweges mal auf der linken, mal auf der rechten Seite unterwegs. Die Flussüberquerungen sind spannend, da die Brücken so unterschiedlich sind.

Eine überdachte Holzbrücke führt über die junge Donau
Die Historische Holzbrücke vor Zimmern

Wir fahren kurz an der Bahnstrecke entlang, die Bernhard später zurückfahren wird und passieren Immendingen. Direkt vor der Stadt führt uns eine Brücke über die Donau, die hier schon nicht mehr frei in ihrem Bett fließt, sondern von Menschen gestaltet ist.

Die Donau bei Immendingen fließt über ein Wehr
Die Donau bei Immendingen, schon reguliert

Abwechslungsreiche Erlebnisse

Kurz darauf erreichen wir die erste Donauversickerung. An manchen Stellen auf der ersten Etappe versickert die Donau in den unterirdischen Höhlen des Juragesteins, um später wieder zutage zu treten. Wir können auf Infotafeln lesen, dass diese „Donauversickerung“ im Sommer und Herbst vorkommt – aber nach den beiden trockenen Jahren 2018 und 2019 und dem wenig niederschlagreichen Winter 2019/2020 ist die Donau bereits im Mai 2020 versickert. An der Donauversickerung bei Immendingen ist ein Radlerzeltplatz, der auf einer Wiesenfläche zur Donau hin angelegt ist.

Bei der Donauversickerung ist ein großer Spiel- und Radelzeltplatz
Bei der ersten Donauversickerung ist ein großer Spiel- und Radelzeltplatz

Gleich beim ersten Abzweig danach haben die Modellautofreunde Immendingen einen Rennparcours. Heute am Sonntag sind die Vereinsmitglieder aktiv und wir schauen eine Weile den wechselnden Rennen zu.

Unser Radweg führt uns durch den Ort Möhringen und nach dem Rathaus über eine Behelfsbrücke über einen Bach, der kurze Zeit später in die Donau mündet.

Das Rathaus in Möhringen, ein Radfahrer steht davor, rechts davon blühende Kastanienbäume
Das Rathaus in Möhringen ist schön restauriert

Im Laufe der Jahrtausende hat die Donau ihr Bett auch immer mal gewechselt, so dass die Altarme als kleine Seen zurückgeblieben sind. Diese Seenlandschaft begleitet und auf dem Weg nach Tutlingen, in die Stadt fahren wir wieder über eine schöne Brücke.

Eine überdachte Holzbrücke ist über den Fluss gespannt
Eine Holzbrücke über die Donau bei Tuttlingen

Der Radweg geht mitten durch die Stadt und so kommen wir am Marktplatz mit dem Pyramidenbrunnen vorbei. Die Form des Brunnens greift die Quadrate der Innenstadt auf, wie sie nach einem Stadtbrand 1803 neu errichtet wurde. Der Bauer erinnert wohl an die frühere Bedeutung des Marktplatzes als Umschlagplatz für die Waren der Landwirte.

Eine Skulptur eines Bauern mit einem Stier steht vor einem als Pyramide gebauten Brunnen
Der Bauer mit dem Stier vor dem Pyramidenbrunnen in Tuttlingen

Spannende Natur

Nach Tuttlingen beginnt der Abschnitt, der mir am besten gefällt. Der Naturpark „Obere Donau“ ist ungeheuer schön. Satte grüne Wiesen, steile Kalkfelswände, historische Gemäuer auf vielen Höhen und wenig Besiedlung. Dazu das klare Flüsschen, ich fühle mich wie im Paradies. Nach Mühlheim fahren wir am Wulfbach entlang, der in seinem Mündungsgebiet zur Donau der Natur überlassen ist.

Viele Baumstämme liegen quer über einen Bach, die Arbeit von Bibern
Der Wulfbach, der in die Donau fließt, hat bereits Biberbesiedlung, so wie der Oberlauf der Donau an manchen Stellen

Die Donau windet sich in weiten Kurven weiter durch die Felslandschaft und bietet und Radfahrern auf immer wieder neue spektakuläre Aussichten auf die Landschaft.

https://www.reisepunsch.de/project/donaueschingen-wohnmobilstellplatz/
Der Donaujura taucht erstmals nach Fridingen auf

Laut unserem Radwanderführer Donau wäre die erste Etappe in Fridingen zu Ende. Wir haben jedoch einen anderen Zeitplan, sind mit Fahrrädern mit elektronischer Unterstützung unterwegs und wollen heute deshalb weiter bis Beuron. Direkt nach Fridingen ist die nächste Donauversickerung.

Eine Tafel erklärt das Phänomen der Donauversinkungen
An der 3. Donauversinkung, wird das Phänomen auf einer großen Tafel erklärt

Bald schon geht es auf dem Radweg immer mal wieder kräftig hinauf und hinab. Die Donau hat sich durch die Kalkfelsen des Weißen Jura gearbeitet, wir Radler müssen diese Berge überwinden. Wieder ergeben sich dadurch schöne Ausblicke.

Die Donau hat sich in vielen Jahrtausenden durch den Fels gearbeitet
Welche Kraft Wasser hat, die Donau zeigt das eindrucksvoll mit dem Felsdurchbruch an der oberen Donau

Unser Übernachtungsplatz – das eigene Wohnmobil

Radfernwege an Flüssen fahren wir seit 2018 mit dem Wohnmobil. Bei der Planung der Etappen berücksichtigen wir, wo Bahnhöfe an der Strecke liegen, die Bernhard zum Ausgangspunkt und somit zum Wohnmobil zurück bringen. Entweder bleiben wir am Bahnhofsort oder ich fahre noch weiter und wir treffen uns später an einem Wohnmobilstellplatz auf der Strecke. Unsere heutige Etappe endet in Beuron. Dort ist ein Bahnhof und ein schöner Wohnmobilstellplatz. Natürlich ist dort auch das Kloster Beuron. Unser Ankunftstag ist ein Sonntag, der erste nach der Coronaöffnung und mit wunderschönem Frühlingswetter. So sind große Menschenmengen unterwegs und ich verzichte sicherrheittshalber auf die Klosterbesichtigung. Stattdessen genieße ich die Sonne auf dem Rasenstück neben unserem Wohnmobilstellplatz. Gleich nebenan sind Unterkünfte für Fahrradfahrer in großen Kiefernholzfässern eingerichtet. Die Anlage nennt sich „Camp im Donautal“. Im Holzfass sind Bett, Tisch und Stühle, außerhalb sanitäre Anlagen und Picknicktische.

Der Bahnhof mit Gleisen in Beuron
Bernhard fährt mit dem Zug nach Donaueschingen zurück und holt das Wohnmobil
Ein Fahrrad steht auf einem freien Platz, Wohnmobile links daneben
Mein Fahrrad steht auf dem Platz, auf dem später das Wohnmobil stehen wird
Runde Tonnen sind als Unterkünfte für Radfahrer und Wanderer eingerichtet
In den Kieferholzfässern können Fahrradfahrer und Wanderer direkt neben dem Wohnmobilstellplatz übernachten

Wir lassen den Abend gemütlich mit einem leckeren Essen und einem Glas Pfälzer Wein ausklingen.

Ein Wohnmobilstellplatz in Beuron
Wir sitzen gemütlich auf einem Wiesenstück – später werden wir den Grill – erstmals mit Außengasanschluss – benutzen

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 4. Etappe Donauradweg: von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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