Newsletter September 2020

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Hallo,
Den August starteten wir in Ventspils in Lettland. Dort war am ersten Augustwochenende nicht nur Stadtfest. sondern im Koncertzāle Latvija auch ein Klavierkonzert der polnischen Pianistin Hania Rani. Im Konzertsaal steht ein 4,7 m hohes vertikales Klavier, die Pianistin saß an der Klaviertastatur 10 m über dem Publikum. Ein unglaubliches Erlebnis.

Ventspils

Wie die Masten eines Segelschiff ist der Springbrunnen vor der Konzerthalle gestaltet
Der Springbrunnen Valzivs in der Abendsonne

Außer dem Stadtfest mit vielen Bühnen, war im Koncertzāle Latvija auch ein Klavierkonzert der polnischen Pianistin Hania Rani. Der Konzertsaal hat ein 4,7 m hohes vertikales Klavier. Die Pianistin saß an der Klaviertastatur 10 m über dem Publikum. Ein unglaubliches Erlebnis. Beitrag lesen


Busnieku-See

Ein aus Holz geschnitzter, weiß und rot angemalter, sehr hoher Fliegenpilz
Ein sehr großer Fliegenpilz im Wald

Auf unserem Weiterweg nach Norden haben wir an einem Sonntagvormittag eine Radtour um den Busnieku See gemacht. Ein Badeplatz lockt am Sonntag viele Besucher und wir fahren weiter, wieder an die Ostsee zu einem besonderen Campingplatz, der Yoga- und Meditationskurse anbietet. Weiterlesen


Slītere Nationalpark

Der Slītere Nationalpark liegt an der livländischen Küste oben im Nordwesten in der Region Kurzeme. Er hat 14 verschiedene Wanderwege, von denen wir auf zwei unterwegs waren.

Ein orangebrauner Schmetterling mit schwarzen Flecken auf einer gelben Blüte
Nicht nur dem Schmetterling schmeckt der Nektar, auch zwei Käfer auf der anderen Blüte stärken sich

Pēterezeru dabas taka

Die Dünenlandschaft, in die der „Peter-See“ eingebettet ist, ist einmalig in Europa. Viele Pflanzen und Tiere, die auf der roten Liste der aussterbenden Arten stehen, haben hier noch eine gesunde Umwelt und somit Heimat.
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Die Bloggerin steht auf den Felsen des Kap Kolka
Reisepunsch.de hat das Kap Kolka in Form von meiner Person „erklommen“

Kap Kolka

Am Kap Kolka, dem nordwestlichste Punkt unserer Reise, treffen sich die Ostsee und die Rigaer Bucht. Die immerwährende Veränderung des Kaps und die Natur, die auf dem „Pine Trail“ entdeckt werden kann, sind auf informativen Tafeln erklärt. Weiterlesen


Weingut Mazburkas

In Holzkisten, die als Regal dienen, stehen Weinflaschen. Ein Spinnrad steht als Dekoration daneben, darauf ein offener Koffer, aus dem Plüschschafe schauen
Die Verkaufsecke ist derzeit noch recht klein gehalten

Ein Weingut in Lettland – der Besuch ist für Wahlpfälzer ein direktes Muss. Gunta Niedra, die gutes Deutsch spricht, erzählt uns von der Geschichte und Idee des Weingutes – und natürlich probieren wir ihren Wein. Weiterlesen


Riga

Säulen Türmchen Stuck an einem Jugendstilhaus
Säulen, Türmchen, Stuck, Figuren und Schmiedeeisen – wunderbar kombiniert

Die lettische Hauptstadt, in der laut Aussage des Gästeführers der Altstadtführung, wenige Letten aber viele Ausländer leben, ist ein Muss auf unserer Reise ins Baltikum. Wir haben in zwei Tagen einen Eindruck gewonnen. Unser Standort war der Stellplatz am Yachthafen, mit einem tollen Blick über den Fluss Daugava zur Stadt. Weiterlesen


Golf Club Viesturi und Restaurant “The Forest Café”

Ein Pavillon mit Stühlen steht vor Abschlag 7
Vor Abschlag sieben ist ein netter Sitzplatz mit Theke eingerichtet – leider heute nicht besetzt

Wir sind seit unserer Abreise einer unserer sportlichen Aktivitäten nicht nachgekommen. Dem Golfspielen. In Riga, beim Golf Club Viesturi, haben wir das nachgeholt. Der erst im Winter 2020 von einem jungen Paar wiedereröffnete Restaurant, bot uns leckere Speisen. Weiterlesen


Besondere Estnische Erzeugnisse

An unserem ersten Tag in Estland haben wir eine Broschüre über die Romantische Estnische Küste gefunden. Darin waren in der näheren Umgebung zwei regionale landwirtschaftliche Produzenten, die wir gleich besucht haben.

Ein aus Backstein gebautes zweistöckiges Herrenhaus
Das Herrenhaus ist sehr weitläufig mit einer runden Auffahrt

Fruchtweingut Allikukivi

Das Fruchtweingut Allikukivi ist im ehemaligen Herrenhaus eines Deutschen Industriellen. Erst seit fünf Jahren wird an dieser Stelle Wein produziert, den wir probieren konnten.
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Verschieden Arten und Farben von Chilischoten auf einem Tisch
Der Inhalt der Papiertüte auf unserem Tisch – das werden wohl weitere scharfe Reisewochen

Chili Garten Metste Talu

Wir hätten mit allem gerechnet in Estland, aber nicht mit einer Chilifarm. Eine Führung in Deutsch erklärte uns die unterschiedlichen Pflanzen und Schärfegrade.
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Wanderungen in Nationalsparks

Wir haben alle Estnischen Nationalparks besucht und sind überall gewandert oder Radgefahren. Hier nur zwei Beispiele:

Die Bloggerin badet in einem Moorsee
Das Wasser ist durch die vergangen Sonnentage angenehm warm und „weich“ – ein absoluter Genuss, dieses Morgenbad

Sooma Nationalpark

Der Soomaa Nationalpark war unser erster in Estland. Wir sind von der Anlage der Wanderwege, den Beschilderungen, den Einrichtungen an den Parkplätzen ungeheuer beeindruckt. Weiterlesen

Die Bloggerin steht am Haugjärv
Ich versuche am Ahnejärv die wirklich großen, fast goldenen Libellen zu fotografieren – aber die fliegen zu schnell für mich

Alutaguse Nationalpark

Der Alutaguse Nationalpark wurde erst 2018 gegründet. Eine interessante Wanderung in einem Renaturierten Moor, dass von Dünen durchzogen wird, faszinierte uns.
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Tartu – älteste Stadt im Baltikum

Die Bloggerin sitzt zwischen Bronzestaturen von Oscar Wilde und Eduard Vilde auf einer Bank
Diese Skulpturen sitzen vor dem Café Wilde und wurden von der Bildhauerin Tiiu Kirsipuu erschaffen. Der englische Schriftsteller Oscar Wilde und der estnische Schriftsteller Eduard Vilde sind heute meine Banknachbarn. Frau Kirsipuu gestaltete eine Begegnung der zwei Herren, wie sie im Jahr 1892 hätte stattfinden können. Und ich setzte mich im Jahr 2020 dazu

Tartu ist Estlands zweitgrößte Stadt. Im Baltikum ist sie die älteste Stadt und hat die älteste Universität. 20% der heutigen Bevölkerung sind Studenten. Weiterlesen


Museenbesuche

Eine Mammutkuh mit Kälbchen steht vor einem Tundra Bild
Die Mammutkuh mit Kälbchen begrüßt die Besucher in der Eiszeitenwelt

Nördlich von Tartu haben wir an einem Regentag das Eiszeitmuseum besucht. Ein interaktives, sehr interessant gestaltetes Museum. Weiterlesen


Alle Fahrradtouren und Wanderungen, die ich in Komoot aufgezeichnet habe, findest Du in meinem Komoot-Account

Wohnmobilstell- und Campingplätze

Tisch und Sessel stehen am See, ein Grill neben dem Wohnmobil
Bereit zum Abendessen an einem wunderschönen Platz

Die von uns im August genutzten Wohnmobilstellplätze und Campingplätze habe ich unter Praktisches, Wohnmobilstellplätze beschrieben.

Vorschau September 2020

Wir sind mittlerweile im Süden Estlands. Unsere Reise führt uns nun durch unseren letzten estnischen Nationalpark nach Lettland. Dort stehen einige Nationalparks auf dem Programm bevor wir nach Litauen und danach nach Polen einreisen. Falls es Corona-Bedingt möglich ist, wollen wir nach Breslau, der Heimatstadt meiner Mutter fahren. Über Görlitz und Dresden werden wir den Weg zurück in die Pfalz finden. Ende September wollen wir zuhause sein.

Auf Reisepunsch.de stelle ich meine Beiträge online, wenn Internetverbindung möglich ist. Tagesaktuell informiert bist Du auf meinem Instagram-Account.

Ich wünsche Dir nun viel Spaß beim Schmökern und Stöbern auf Reisepunsch.de.

Bleib gesund und genieße Dein Leben.

Jääaja Keskus – Eiszeitwelt

Jääaja Keskus – Eiszeitwelt

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Nördlich von Tartu, am See Saadjärve, im Örtchen Äksi ist ein ungemein interessantes Museum angesiedelt. Es befasst sich mit der Entwicklung unserer Erde bis in die Zukunft, den Erdzeitaltern und der Eiszeit, als die Erde fast bis zum Äquator mit Eis bedeckt war. Die Estnische Landschaft im Laufe der Zeit spielt natürlich auch eine Rolle. 

Jääja Keskus – Anfahrt

Das Museum liegt im Dörfchen Äksi am Saasjärv, etwa 16 km nördlich von Tartu. Ausgebaute Radwege laden zu einem Ausflug mit dem Fahrrad von Tartu ein. Öffentliche Busse verbinden die Stadt ebenfalls mit dem Museum. Wir sind mit dem Wohnmobil angereist, über die Straße 39 und fahren in Lähte mit der braunen Beschilderung Jääaja Keskus nach Äksi im Tartu vald und in die Saadjärve 27/22. Die GPS Koordinaten: N 58.52598° E 26.67675° oder 58°31’33.5″ N 26°40’36.3″ E.

Vor dem Eingang des Museums begrüßt uns eine bekannte Figur. Der Film Ice Age hat dem breiten Publikum die Eiszeit bekannt gemacht. Der Kampf der Tiere ums Überleben wird in den Filmen sehr spaßig dargestellt. Letztendlich sind die damals lebenden Tieren aber ausgestorben.  

Die Figur Sid aus Ice Age aus Holz geschnitzt
Sid aus Ice Age begrüßt die Besucher vor dem Museum

Da Museum ist in drei Ebenen aufgebaut. Im Erdgeschoss geht es um die Entstehung der Erde und die Entwicklung der Kontinente. Im ersten Geschoss wird die Eiszeit behandelt. Und im zweiten Stock um die Zukunft der Erde. Wie wir Menschen in die Erdentwicklung eingreifen und was wir mit dem Klimawandel zu tun haben.

Entstehung der Erde und Kontinente

Das Gebäude ist um ein zentrales Atrium gebaut, in der eine ausgestorbene Spezies im Mittelpunkt und andere am Rand stehen.

Eine Mammutkuh mit Kälbchen steht vor einem Tundra Bild
Die Mammutkuh mit Kälbchen begrüßt die Besucher in der Eiszeitenwelt
Ein Säbelzahntiger und ein Hirsch
Der Hirsch hat ein ungeheuer ausladendes Geweih und der Säbelzahntiger schaut recht grimmig. Kein Wunder, weiß er doch, dass er bald aussterben wird

Das Museum ist verständlich aufgebaut und sehr kindgerecht. Immer wieder wirst Du aufgefordert in Interaktion zu treten. An anderen Stellen ist eine Veranschaulichung des Erklärten in Filmen in einem ruhigeren Rückzugsbereich möglich. In Estnisch, Englisch und Russisch werden die Exponate erklärt. Beginnend mit der Entstehung der Erde, der Entwicklung zu der Erde, die wir heute kennen. Einst ein Hitzeball, über viele Jahrmillionen die Abkühlung, wesentlich später die Entstehung von Wasser und einer Landmasse. Auf allen Karten ist der Ort Äksi, wo das Museum beheimatet ist, deutlich eingezeichnet, aber auch New York und Sidney.

Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente vor 250 Mio Jahren
Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente vor 250 Mio Jahren in estnischer Schreibweise.

Die Landmasse der Erde verschiebt sich nach wie vor. Die Kontinente haben derzeit die uns bekannte Lage gefunden und wir Menschen unterscheiden in fünf Kontinente. Aber diese Wanderung, die Bewegung der Kontinente ist noch lange nicht abgeschlossen, wie ein Blick in die Zukunft zeigt.

Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente in 250 Mio Jahren
Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente, wie sie in 250 Mio Jahren wahrscheinlich sein wird…

Als Resultat der heutigen wissenschaftliche Erkenntnisse der Kontinentenwanderung ist dieses Bild zu verstehen. Afrika wird Europa berühren, Australien wird sich mit Asien vereinigen. Der Atlantische Ozean wird nicht mehr sein und Amerika wächst mit Afrika zusammen. In den nächsten etwa 250 Mio Jahren wird sich ein neuer Superkontinent, Pangea Ultima, bilden.

Weiter geht es mit der Entwicklung der Menschen zu den Wesen, wie wir heute sind. Der als Urmensch in Ostafrika gefundene „Homo habilis“ ist nach einem Entwicklungsprozess der Hominiden über 15 Mio Jahre erst vor circa 2 Mio Jahren entstanden. Erst in den letzten etwa 100.000 Jahren hat der Mensch angefangen, sich die „Erde untertan zu machen“. Im Museum kann man in nachgebauten Höhlen das Schutzbedürfnis der Menschen vor Wetter, Tieren und feindlichen Artgenossen nachspüren. Aber auch, das diese Menschen kreativ waren. In der Herstellung von Gerätschaften und Waffen und in der Kunst.

Eine Ausstellungsfläche ist wie eine Höhle gestaltet
Im Fernsehen in der „Höhle“ kann der Besucher ein Höhlenleben anschauen, wie es vermutlich früher stattgefunden hatte
Eine Höhle ist mit Tierzeichnungen bemalt
In der Höhle sind sogar Zeichnungen von Tieren zu sehen

In einem nächsten „Bild“ sind Tiere zu sehen, die sich auch in Höhlen zurückziehen. Heutzutage wissen wir, das Tiere für Gefahr eine stärkere Empfindung haben, viel eher wissen, wenn etwas nicht stimmt und sie bedroht, vor dem sie fliehen müssen.

Verschiedene Wildtiere ziehen sich in eine Höhle zurück
Ob sich die Wildtiere zu Beginn der Eiszeit versuchten, in Höhlen zurück zu ziehen?

Die Eiszeit und Estland

Die Geologie Estlands wurde bereits im Erdgeschoss behandelt. Im ersten Stock wird auf die Landschaftsformung eingegangen. Die Vergletscherung durch die verschiedenen Eiszeiten – es gab sogar mal eine Eiszeit, bei der das Eisschild der Erde fast bis zum Äquator ging – hat die Oberflächen der Kontinente mit geformt. Die letzte Eiszeit mit ihren riesigen Eispanzern und Gletschern hat Felsen gesprengt und vor sich hergeschoben auf ihrem „Fluss“. Auch beim Schmelzen der Gletscher hat diese Entwicklung angehalten. So wird erklärt, wie Gletscherrillen heute noch in der Landschaft zu erkennen sind, warum es an manchen Stellen so viele Seen gibt und Hebungen und Senken. Nahezu am Ende des ersten Stockes wird auf die estnische Heimat eingegangen. Estland liegt bereits im sogenannten Tundragürtel. Viele der Tiere, die wir sonst nur in Skandinavien und Russland vermuten, sind auch hier beheimatet. Die Winter in Estland können bis zu minus 40° kalt werden und viel Schnee haben. Allerdings war in den letzten beiden Wintern die Temperatur selten unter Null und es hat überwiegend geregnet. Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar.

Tiere, die im Winter ihre Farbe ändern, stehen in einem kleinen Schneefeld in einer Tundra
Eine Tundralandschaft mit schmelzendem Schnee und die heute darin vorkommenden Tieren. Rentier, Schneehuhn, Schneehase, Schneeeule und Schneefuchs
Ein Elch steht in einer Vitrine
Wieder begegnen wir nur einem ausgestopften Elch in einer Vitrine und nicht in der estnischen Natur

Aber unsere in Deutschland bekannten Waldtiere sind hier natürlich auch beheimatet. Ein Fuchs ist vor uns bei der Anfahrt zum Parkplatz mit wehender Rute über die Straße gerannt. Die hier ausgestellten Tiere sind leider nicht mehr so lebendig. Ganz charmant finde ich eine Vitrine, in der Vögel ausgestellt sind. Wenn Du auf das Knöpfchen an der Scheibe drückst, dann lässt der Vogel seinen Gesang hören. So lassen sich Stimme und dazu passender Vogel wunderbar lernen.

In einer Virtrine sind ausgestopfte Tiere, Biber, Marder und Fuchs
In der Vitrine kann man die Größenverhältnisse von Biber, Fuchs und Marder erkennen

Zukunft der Erde

Welchen Anteil wir Menschen am derzeitigen Zustand der Erde haben, wird im zweiten Stock erläutert. Unsere Ausbeutung der Erde, Abbau von Bodenschätzen, Zerstörung der Wälder und der ursprünglichen Landschaft und ihres Bewuchses, Verschmutzung der Luft und das Zerstören des Schutzschilds der Erde. Wie wir in den natürlichen Wandel eingreifen und somit Dinge beschleunigen oder anders ablaufen lassen. Und natürlich, was wir tun können, um dem Einhalt zu gebieten oder zumindest, den Klimawandel zu verlangsamen.

Am Beispiel Estlands, mit etwa 1,3 Mio Einwohnern wird der Klimakiller Verkehr erläutert. Hier gibt es etwa 450.000 zugelassene Fahrzeuge, von denen nur rund 140.000 viel genutzt werden. Trotzdem fahren die Esten jährlich so viel Auto, dass die Strecke 120.000 mal um den Äquator reicht. Wie kann da ein Wandel, ein Bewusstseinswandel einsetzen? Nebenan ist ein Supermarktregal mit viel Plastikverpackung aufgebaut und es wird darauf hingewiesen, wie wir dem entgegenwirken können. Auch diese Abteilung ist kindgerecht aufgebaut, wobei ich es persönlich wichtiger finde, dass wir Erwachsenen endlich umdenken und durch unser Kaufverhalten die Abläufe ändern. Meiner Meinung nach ist aber hauptsächlich die Politik gefordert (die Volksvertreter), die den Lobbyisten, den Machthungrigen und Großgeldverdienern Einhalt gebieten, konstruktive Lösungen aufzeigen und die Umsetzung steuern müssen.

Zum Abschluss ein Bild von Tieren, die es wohl ziemlich bald nicht mehr geben wird, wenn wir nicht endlich richtig aktiv für eine Verlangsamen oder den Stopp des Klimawandels werden. 

Ein Pinguin links, der Strich des Äquators in der Mitte und ein Eisbär rechts
Zwei, die sich nie begegnen werden. Der Pinguin vom Südpol und der Eisbär vom Nordpol

Der Besuch war lohnend und hoch interessant. In den estnischen Sommerferien werden vom Museum Exkursionen in die Landschaft, zu eiszeitlichen Landschaftsmerkmalen angeboten. Dann kann man im ans Gebäude grenzenden Saadjärv (Saadsee) auch schwimmen und den nahen Grill- und Picknickplatz nutzen.

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Fruchtweingut Allikukivi

Fruchtweingut Allikukivi

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An unserem ersten Tag in Estland ergattern wir eine englische Broschüre der „romantischen Küste Estlands“. Beim Studium während der Fahrt, leite ich Bernhard in Uulu von der A 4 auf die A 6, bis zum Dörfchen Allikikivi. Dort ist ein Fruchtweinmacher zuhause, den wir spontan besuchen.

Anfahrt zum Weingut

Über die A 6 von Westen am Städtchen Kilingi-Nõmme vorbei. Etwas nach der Abzweigung der A 92 geht es nach links ins Weingut.

Adresse

Kooli tee 2, Allikukivi, Saarde vald, Pärnumaa, 86201, Eesti, Tel. +372 525 2800, https://www.allikukivi.ee/
GPS Daten
N 58.15138° E 25.01983°
58°09’05.0“ N 25°01’11.4” E

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 20 Uhr

Ein aus Backstein gebautes zweistöckiges Herrenhaus
Das Herrenhaus ist sehr weitläufig mit einer runden Auffahrt

Weingut Allikukivi

Wir fahren in die Einfahrt und den linken Kreisbogen der Auffahrt hoch zu einem Herrenhaus aus Backstein. Ott Hein wartet bereits auf uns, denn wir haben und per Telefon angekündigt. Er ist der älteste Sohn des Hauses und verantwortlich für die englischsprachigen Führungen. Mir fällt die Karte vor der Eingangstreppe ins Auge.

Auf einer Schiefertafel sind in estnischer Sprache Cocktails aufgeführt
Heute sind Cocktails im Angebot 😊

Ott möchte uns erst einen Teil des acht Hektar großen Grundstücks mit eigenem Park zeigen. Der Deutsche Industrielle Albert Zoefeld hatte auf dem Nachbargrundstück eine Kleiderfabrik erbaut – und für sich das Herrenhaus. Nachdem die Fabrik geschlossen war und das Haus leer stand, nutzte die Gemeinde es als Schule. Die Eltern von Ott, Reili und Roman Hein haben das Grundstück mit Haus vor acht Jahren ersteigert, seit fünf Jahren leben sie hier, statt in der Hauptstadt Tallin.

Die Rückseite des Backsteinherrenhauses mit einer Treppe in den Park
Der Parkausgang des Herrenhauses

Auf der unteren Terrasse des Herrenhauses zum Park finden immer wieder Konzerte und andere Veranstaltungen statt, gerade am letzten Wochenende ein Jazzkonzert. Ein australischer Freund, der zu Besuch und von Beruf Barmann ist, kreierte Cocktails aus den Fruchtweinen, was bei den Gästen ungeheuer gut ankam.

Die Besitzerin des Weingutes Raili Hein
Die Besitzerin des Weingutes Raili Hein im Park Ihres Anwesens

Vor 10 Jahren überlegte Raili Hein, dass sie den Fruchtwein, den die Familie gerne trinkt, auch selbst herstellen könnte. So besuchte sie einen Kurs und begann mit der Herstellung von Fruchtweinen. Sie reichte ihre Weine gleich zu Verkostungen ein und gewann damit immer 2. Preise bei den Hobbywinzern. Von Hauptberuf ist sie in der IT-Branche tätig und kann ihre Arbeit von Allikukivi aus im Homeoffice machen. 1 – 2 Mal im Monat muss sie allerdings nach Tallin, zum Arbeitsplatz. Ott führt uns während seiner Erzählung durch den Park und zeigt uns eine Besonderheit in einem Baum.

Wir biegen links ab und gelangen zum Beerengrundstück, das momentan auf einem Hektar bewirtschaftet wird, aber auf 2 Ha erweitert werden kann. Nach dem Kauf des Hauses begannen sie mit dem Pflanzen von Beerensträuchern verschiedener Sorten.

Viele Sträucher mit Schwarzen Johannisbeeren stehen in einer Reihe
Die Ernte der schwarzen Johannisbeeren steht kurz bevor
In den Sträuchern hängen viele dunkle Johannisbeeren
Die Sträucher hängen voller Beeren
Rhabarberstängel bekommen rotes Laub
Zwar keine Beere wird aber auch für Wein angebaut. Der Rhabarber macht sich farblich bereits für den Herbst schön
Am Strauch hängen viele fast schwarze Aroniabeeren
Die Aroniabeeren sind noch nicht ganz reif

Alle Arbeit im Fruchtweingut war bis zum letzten Jahr Handarbeit. Beim Pflücken hat sich das nicht geändert, im Keller schon. Eine neue Fruchtsorte sollte zukünftig hinzukommen. Im letzten Jahr hat die Familie 35 Kirschbäume angepflanzt, die in diesem Jahr aber alle eingegangen sind. Im Herbst wird ein neuer Versuch mit einer robusteren Sorte unternommen. Bis letztes Jahr wurde in einem Raum des Erdgeschosses der Wein gepresst und gekeltert. Erst vor drei Monaten ist der Weinkeller im Keller des Hauses fertig geworden. Die Probierstube muss noch möbliert und dekoriert werden, bevor die ersten Gäste empfangen werden können.

Ein gefliester Kellerboden mit Backsteinwänden
Die zukünftige Weinprobierstube ist erst vor kurzen fertig renoviert worden

An der mittlerweile elektrischen Weinpresse ist Roman Heim die Ernte von gestern am Pressen.

Ein Mann säubert eine Presse von Beerenrückständen
Roman Hein säubert die Presse von den Rückständen der Stachelbeeren

Wir probieren den Saft, der mir zumindest viel zu sauer ist. In mehreren Räumen stehen die Edelstahlfässer, in denen der Fruchtwein reift.

Zwei Edelstahlfässer stehen in einem Backsteinkeller
Die Fenster im Weinkeller gehen in die Probierstube – so können die Gäste später beim „Reifen“ zuschauen
Verschieden große Edelstahltanks stehen im Weinkeller
Je nach Saft- und Weinmenge werden verschieden große Tanks für die Reife und Lagerung benötigt

Im letzten Jahr wurden 4.000 Liter Fruchtwein hergestellt, in diesem Jahr hofft die Familie auf 10.000 Liter.

Der Gärkeller geht zur Vorderseite des Hauses und ist mit einem Flipchart für das Notieren der Messdaten ausgestattet. Um die drei Wochen gären die Früchte, bevor sie In die Fässer zum Reifen umziehen können.

In Plastikfässern gärt Fruchtwein
Die Fruchtweine sind während des Gärens in ständiger Kontrolle

Wir gehen um die andere Seite des Hauses herum, wo für Gäste eine Toilette ist.

Im Garten, unter einem Baum ist eine Trockentoilette und ein Waschbecken
Im Garten, unter einem Baum ist eine Trockentoilette und ein Waschbecken

In einigen Jahren soll das zweite Stockwerk für Gästezimmer mitgenutzt werden. Aber bis dahin ist noch ein langer Weg. Wir sind mittlerweile wieder auf der Eingangsterrasse, auf der der Probiertisch für uns gedeckt ist. Vier Weine und einen Likör werden wir versuchen, zur Geschmacksneutralisierung steht Käse bereit.

An einem Holztisch stehen Stühle, darauf Gläser für eine Weinprobe
Auf der Eingangsterrasse ist für unsere Weinprobe gedeckt

Unser erster Wein, ein Rhabarberwein, ist mit dem Saft von Birken verfeinert, was eine gewisse Extrasüße gibt. Ich empfinde den Rhabarbergeschmack dadurch allerdings als zu wenig, denn ich mag ihn lieber kräftiger.

Es folgen die Weine Apfel-Quitte, eine neue Kreation, die mir sehr gut schmeckt, den die Quitte sticht leicht hervor. Ein halbtrockenen Johannisbeerwein verkosten wir danach, der sehr fruchtig schmeckt. Der Himbeerwein schmeckt sehr weich und als wenn eine Himbeere im Mund zergeht. Ott bringt uns zwei Liköre, einen Johannisbeer, der dieses Jahr einen 2. Preis gewonnen hat und ausverkauft ist und einen Erdbeerlikör. Auch er schmeckt sehr fruchtig und ich kann ihn mir gut über einem Eis vorstellen.

Nach der Weinprobe zeigt uns Ott noch den Theatersaal, den Herr Zoefeld im Haus integrieren lies. Die Bühne im hinteren Teil des Raumes wäre heute noch nutzbar.

Ein großer Saal mit Holzfußboden und einer Bühne an der hinteren Wand
Im Herrenhaus Theatersaal, während der Schulnutzung Sporthalle, heute Kinderspielzimmer
Ein großer Saal mit Holzfußboden, Turngeräten und einem Basketballkorb
Das war unverkennbar die Sporthalle – mit dem unvermeidlichen Basketballkorb der Esten

Gegenüber liegt der Verkaufsraum, in dem die Weine und Liköre und einige Ware von regionalen Erzeugern angeboten werden.

An einer Wand mit Dunkelroter Tapete stehen dunkle Regale mit Fruchtweinflaschen
Der Verkaufsraum ist geschmackvoll eingerichtet

Hier steht auch der Zweite Preis Gewinner in einem Regal. Die Liköre haben aller Frauennamen, Hermiine, Adeele und Margaret.

Vier Flaschen Johannisbeerlikör mit Namen Hermine
Der Johannisbeerlikör Hermine hat in diesem Jahr bei einer Messe den 2. Preis gewonnen

Verschiedener Fruchtsaft wird natürlich ebenso hergestellt und in lustig bedruckten Boxen verkauft.

Ein Karton mit Saft hat einen Aufdruck mit einem Hirsch mit Früchten im Geweih
Die Saftbox hat einen witzigen Aufdruck

Die Preisliste ist – wie auch bei Gunta Niedra im Weingut Mazburkas und bei Mārtiņš Sants von Vīna Darītava in Lettland – recht einfach gestrickt. Es gibt nur zwei Preise. Allerdings ist es anders als in der Pfalz bei der Weinprobe. Erstens kostet die Weinprobe 12 € und zweitens kostet sie das auch, wenn Wein gekauft wird.

Auf einer Schiefertafel stehen die Wein- und Likörpreise
Die Preisliste des Fruchtweinguts ist recht einfach

Wir durften ausnahmsweise an einem Montag im Weingut vorbeischauen und danken dafür recht herzlich. Die Weine werden uns an eine interessante Familie erinnern und im nächsten Jahr werden wir die neuen Kreationen von diesem Jahr probieren, wenn wir wieder kommen.