Jääaja Keskus – Eiszeitwelt

Jääaja Keskus – Eiszeitwelt

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Nördlich von Tartu, am See Saadjärve, im Örtchen Äksi ist ein ungemein interessantes Museum angesiedelt. Es befasst sich mit der Entwicklung unserer Erde bis in die Zukunft, den Erdzeitaltern und der Eiszeit, als die Erde fast bis zum Äquator mit Eis bedeckt war. Die Estnische Landschaft im Laufe der Zeit spielt natürlich auch eine Rolle. 

Jääja Keskus – Anfahrt

Das Museum liegt im Dörfchen Äksi am Saasjärv, etwa 16 km nördlich von Tartu. Ausgebaute Radwege laden zu einem Ausflug mit dem Fahrrad von Tartu ein. Öffentliche Busse verbinden die Stadt ebenfalls mit dem Museum. Wir sind mit dem Wohnmobil angereist, über die Straße 39 und fahren in Lähte mit der braunen Beschilderung Jääaja Keskus nach Äksi im Tartu vald und in die Saadjärve 27/22. Die GPS Koordinaten: N 58.52598° E 26.67675° oder 58°31’33.5″ N 26°40’36.3″ E.

Vor dem Eingang des Museums begrüßt uns eine bekannte Figur. Der Film Ice Age hat dem breiten Publikum die Eiszeit bekannt gemacht. Der Kampf der Tiere ums Überleben wird in den Filmen sehr spaßig dargestellt. Letztendlich sind die damals lebenden Tieren aber ausgestorben.  

Die Figur Sid aus Ice Age aus Holz geschnitzt
Sid aus Ice Age begrüßt die Besucher vor dem Museum

Da Museum ist in drei Ebenen aufgebaut. Im Erdgeschoss geht es um die Entstehung der Erde und die Entwicklung der Kontinente. Im ersten Geschoss wird die Eiszeit behandelt. Und im zweiten Stock um die Zukunft der Erde. Wie wir Menschen in die Erdentwicklung eingreifen und was wir mit dem Klimawandel zu tun haben.

Entstehung der Erde und Kontinente

Das Gebäude ist um ein zentrales Atrium gebaut, in der eine ausgestorbene Spezies im Mittelpunkt und andere am Rand stehen.

Eine Mammutkuh mit Kälbchen steht vor einem Tundra Bild
Die Mammutkuh mit Kälbchen begrüßt die Besucher in der Eiszeitenwelt
Ein Säbelzahntiger und ein Hirsch
Der Hirsch hat ein ungeheuer ausladendes Geweih und der Säbelzahntiger schaut recht grimmig. Kein Wunder, weiß er doch, dass er bald aussterben wird

Das Museum ist verständlich aufgebaut und sehr kindgerecht. Immer wieder wirst Du aufgefordert in Interaktion zu treten. An anderen Stellen ist eine Veranschaulichung des Erklärten in Filmen in einem ruhigeren Rückzugsbereich möglich. In Estnisch, Englisch und Russisch werden die Exponate erklärt. Beginnend mit der Entstehung der Erde, der Entwicklung zu der Erde, die wir heute kennen. Einst ein Hitzeball, über viele Jahrmillionen die Abkühlung, wesentlich später die Entstehung von Wasser und einer Landmasse. Auf allen Karten ist der Ort Äksi, wo das Museum beheimatet ist, deutlich eingezeichnet, aber auch New York und Sidney.

Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente vor 250 Mio Jahren
Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente vor 250 Mio Jahren in estnischer Schreibweise.

Die Landmasse der Erde verschiebt sich nach wie vor. Die Kontinente haben derzeit die uns bekannte Lage gefunden und wir Menschen unterscheiden in fünf Kontinente. Aber diese Wanderung, die Bewegung der Kontinente ist noch lange nicht abgeschlossen, wie ein Blick in die Zukunft zeigt.

Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente in 250 Mio Jahren
Eine Erdkugel mit der Lage der Kontinente, wie sie in 250 Mio Jahren wahrscheinlich sein wird…

Als Resultat der heutigen wissenschaftliche Erkenntnisse der Kontinentenwanderung ist dieses Bild zu verstehen. Afrika wird Europa berühren, Australien wird sich mit Asien vereinigen. Der Atlantische Ozean wird nicht mehr sein und Amerika wächst mit Afrika zusammen. In den nächsten etwa 250 Mio Jahren wird sich ein neuer Superkontinent, Pangea Ultima, bilden.

Weiter geht es mit der Entwicklung der Menschen zu den Wesen, wie wir heute sind. Der als Urmensch in Ostafrika gefundene „Homo habilis“ ist nach einem Entwicklungsprozess der Hominiden über 15 Mio Jahre erst vor circa 2 Mio Jahren entstanden. Erst in den letzten etwa 100.000 Jahren hat der Mensch angefangen, sich die „Erde untertan zu machen“. Im Museum kann man in nachgebauten Höhlen das Schutzbedürfnis der Menschen vor Wetter, Tieren und feindlichen Artgenossen nachspüren. Aber auch, das diese Menschen kreativ waren. In der Herstellung von Gerätschaften und Waffen und in der Kunst.

Eine Ausstellungsfläche ist wie eine Höhle gestaltet
Im Fernsehen in der „Höhle“ kann der Besucher ein Höhlenleben anschauen, wie es vermutlich früher stattgefunden hatte
Eine Höhle ist mit Tierzeichnungen bemalt
In der Höhle sind sogar Zeichnungen von Tieren zu sehen

In einem nächsten „Bild“ sind Tiere zu sehen, die sich auch in Höhlen zurückziehen. Heutzutage wissen wir, das Tiere für Gefahr eine stärkere Empfindung haben, viel eher wissen, wenn etwas nicht stimmt und sie bedroht, vor dem sie fliehen müssen.

Verschiedene Wildtiere ziehen sich in eine Höhle zurück
Ob sich die Wildtiere zu Beginn der Eiszeit versuchten, in Höhlen zurück zu ziehen?

Die Eiszeit und Estland

Die Geologie Estlands wurde bereits im Erdgeschoss behandelt. Im ersten Stock wird auf die Landschaftsformung eingegangen. Die Vergletscherung durch die verschiedenen Eiszeiten – es gab sogar mal eine Eiszeit, bei der das Eisschild der Erde fast bis zum Äquator ging – hat die Oberflächen der Kontinente mit geformt. Die letzte Eiszeit mit ihren riesigen Eispanzern und Gletschern hat Felsen gesprengt und vor sich hergeschoben auf ihrem „Fluss“. Auch beim Schmelzen der Gletscher hat diese Entwicklung angehalten. So wird erklärt, wie Gletscherrillen heute noch in der Landschaft zu erkennen sind, warum es an manchen Stellen so viele Seen gibt und Hebungen und Senken. Nahezu am Ende des ersten Stockes wird auf die estnische Heimat eingegangen. Estland liegt bereits im sogenannten Tundragürtel. Viele der Tiere, die wir sonst nur in Skandinavien und Russland vermuten, sind auch hier beheimatet. Die Winter in Estland können bis zu minus 40° kalt werden und viel Schnee haben. Allerdings war in den letzten beiden Wintern die Temperatur selten unter Null und es hat überwiegend geregnet. Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar.

Tiere, die im Winter ihre Farbe ändern, stehen in einem kleinen Schneefeld in einer Tundra
Eine Tundralandschaft mit schmelzendem Schnee und die heute darin vorkommenden Tieren. Rentier, Schneehuhn, Schneehase, Schneeeule und Schneefuchs
Ein Elch steht in einer Vitrine
Wieder begegnen wir nur einem ausgestopften Elch in einer Vitrine und nicht in der estnischen Natur

Aber unsere in Deutschland bekannten Waldtiere sind hier natürlich auch beheimatet. Ein Fuchs ist vor uns bei der Anfahrt zum Parkplatz mit wehender Rute über die Straße gerannt. Die hier ausgestellten Tiere sind leider nicht mehr so lebendig. Ganz charmant finde ich eine Vitrine, in der Vögel ausgestellt sind. Wenn Du auf das Knöpfchen an der Scheibe drückst, dann lässt der Vogel seinen Gesang hören. So lassen sich Stimme und dazu passender Vogel wunderbar lernen.

In einer Virtrine sind ausgestopfte Tiere, Biber, Marder und Fuchs
In der Vitrine kann man die Größenverhältnisse von Biber, Fuchs und Marder erkennen

Zukunft der Erde

Welchen Anteil wir Menschen am derzeitigen Zustand der Erde haben, wird im zweiten Stock erläutert. Unsere Ausbeutung der Erde, Abbau von Bodenschätzen, Zerstörung der Wälder und der ursprünglichen Landschaft und ihres Bewuchses, Verschmutzung der Luft und das Zerstören des Schutzschilds der Erde. Wie wir in den natürlichen Wandel eingreifen und somit Dinge beschleunigen oder anders ablaufen lassen. Und natürlich, was wir tun können, um dem Einhalt zu gebieten oder zumindest, den Klimawandel zu verlangsamen.

Am Beispiel Estlands, mit etwa 1,3 Mio Einwohnern wird der Klimakiller Verkehr erläutert. Hier gibt es etwa 450.000 zugelassene Fahrzeuge, von denen nur rund 140.000 viel genutzt werden. Trotzdem fahren die Esten jährlich so viel Auto, dass die Strecke 120.000 mal um den Äquator reicht. Wie kann da ein Wandel, ein Bewusstseinswandel einsetzen? Nebenan ist ein Supermarktregal mit viel Plastikverpackung aufgebaut und es wird darauf hingewiesen, wie wir dem entgegenwirken können. Auch diese Abteilung ist kindgerecht aufgebaut, wobei ich es persönlich wichtiger finde, dass wir Erwachsenen endlich umdenken und durch unser Kaufverhalten die Abläufe ändern. Meiner Meinung nach ist aber hauptsächlich die Politik gefordert (die Volksvertreter), die den Lobbyisten, den Machthungrigen und Großgeldverdienern Einhalt gebieten, konstruktive Lösungen aufzeigen und die Umsetzung steuern müssen.

Zum Abschluss ein Bild von Tieren, die es wohl ziemlich bald nicht mehr geben wird, wenn wir nicht endlich richtig aktiv für eine Verlangsamen oder den Stopp des Klimawandels werden. 

Ein Pinguin links, der Strich des Äquators in der Mitte und ein Eisbär rechts
Zwei, die sich nie begegnen werden. Der Pinguin vom Südpol und der Eisbär vom Nordpol

Der Besuch war lohnend und hoch interessant. In den estnischen Sommerferien werden vom Museum Exkursionen in die Landschaft, zu eiszeitlichen Landschaftsmerkmalen angeboten. Dann kann man im ans Gebäude grenzenden Saadjärv (Saadsee) auch schwimmen und den nahen Grill- und Picknickplatz nutzen.

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