Hüttenhopping in der Pfalz

Hüttenhopping in der Pfalz

Inselhopping, der Besuch mehrerer Inseln während einer Reise, ist den meisten Menschen vom Namen her bekannt. Hüttenhopping ist der Besuch mehrerer Pfälzerwald Hütten während einiger Wanderungen und wird vom Büro für Tourismus in Edenkoben initiiert. Normalerweise wird mit dem letzten Stempel im Stempelpass in der Hütte das gefüllte Hüttenhopping-Schorleglas überreicht. Aber was ist während Corona schon „normal“?

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Hüttenhopping

Die Wanderhütten im Pfälzerwald sind erst vor kurzem als immaterielles Kulturgut von der UNESCO anerkannt worden. Auf der Kalmit, der höchsten Erhebung am Haardtrand, wurde vor über 100 Jahren von Mitgliedern des Pfälzerwaldvereins eine Rast- und Verpflegungshütte errichtet. Mittlerweile finden Wanderer die Hütten überall im gut ausgebauten Wanderwegenetz der Pfalz. Auch einige Ortsgruppen des Pfälzerwaldvereins in der Verbandsgemeinde Edenkoben haben Hütten im Pfälzerwald, die von Mitgliedern ehrenamtlich betrieben werden. Davon machen sechs Hütten bei der Hüttenhopping Aktion des Büro für Tourismus Edenkoben mit.

Üblicherweise bekommen die Wanderer einen Stempelpass in der ersten der besuchten Hütten und dort auch den ersten Hüttenstempel hinein. Bei jeder Hütte wird ein Stempelplatz mit dem individuellen Hüttenstempel gefüllt. Bei der letzten erwanderten Hütte wird der Stempel eingedrückt, der Stempelpass einbehalten und gegen das Motivschoppenglas „Hüttenhopping“ mit einer Pfälzer Weinschorle oder Traubensaftschorle getauscht. Diese Schorle, immerhin ein halber Liter, mundet und erfrischt auf der Terrasse im Außenbereich einer Hütte. Als besondere Belohnung behalten die Wanderer das Schoppenglas als Andenken an die Mühen, die wunderschönen Touren, die Erlebnisse im abwechslungsreichen Wald auf den unterschiedlichsten Wanderwegen und die herrlichen Aussichten.

Alle Stempel sind im Stempelpass, daneben steht das Motiv-Schoppeglas gefüllt mit einer Pfälzer Weinschorle
2019 habe ich mit dem vollen Stempelpass meine Weinschorle im neuen Motivglas in der Ringelsberghütte bekommen und genossen

Hüttenhopping bei geschlossenen Hütten während Corona

Die Hütten im Pfälzerwald sind von den Schließungen und Inzidenzwerten genauso betroffen, wie die Restaurants in den Ortschaften. Um aber die Hüttenhopping-Wanderungen am 1. Mai 2021 zu starten, wurde das System für die Zeit der Hüttenschließungen umgestellt. Der Stempelpass wird vom Wanderer im Büro für Tourismus in der Poststraße 23 in Edenkoben abgeholt. Telefon: 06323 959 222, Mail: info@garten-eden-pfalz.de (Mo-Fr von 9-12.30 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr, Samstags von 9-13.00 Uhr).
Die Stempel werden an den einzelnen Hütten vom Wanderer selbst in den Pass gedrückt. Vor der Hütte ist auch immer ein Selfie zu machen, auf dem Wanderer und Hütte zu erkennen sind. Sind alle Hütten erwandert und der Pass vollgestempelt, schicken die Wanderer die Selfies per WhatsApp an die Touristinfo. Den Stempelpass gibt der Wanderer während der Öffnungszeiten im Büro für Tourismus in Edenkoben ab und erhält dafür sein – leider leeres – Schoppenglas mit dem Motiv Hüttenhopping 2021. Sowie die Hütten wieder geöffnet sind, werden die Stempel wieder von der Hüttenmannschaft eingedrückt und in der letzten Hütte wird das gefüllte Schoppenglas überreicht.
Die Hüttenhoppingsaison läuft bis 31. Oktober 2021 beziehungsweise, solange der Vorrat an Gläsern reicht.

Die Bloggerin steht im Vorraum der Tourist-Info in Edenkoben mit den Stempelpässen und den Schoppegläsern
Abholung der Schoppegläser in der T-I in Edenkoben 2021. Mit Maske, ohne Schorle, das ist lange nicht das gleiche Erlebnis wie in „Nicht-Corona-Zeiten“

Öffnungszeiten der Pfälzerwald Hütten

Die meisten Hütten im Pfälzerwald sind nur an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Während der Corona-Pandemie hängt eine Öffnung der Hütten auch an den Inzidenzwerten der Region. Der Pfälzerwaldverein bietet auf seiner Website eine Übersicht über die aktuellen Öffnungen der Hütten an. Öffnungszeiten der Hütten

Für Wochenendwanderer, die alle geöffneten Hütten an einem Wochenende ablaufen möchten, bietet sich das Pfingstwochenende an. Wer möchte plant an Pfingstmontag die Trifelsblickhütte und die Nellohütte. Bei der Trifelsblickhütte ist Pfingstmontag am Vormittag ein ökumenischer Gottesdienst und auf der Nellohütte ist Waldfest mit viel Musik.

Familien empfehle ich, die Hütten einzeln abzuwandern. Die Böchinger Hütte ab Eußerthal, die Landauer Hütte ab Dernbach oder Ramberg, die Trifelsblickhütte ab Burrweiler oder Gleisweiler, die Ringelsberghütte ab St. Johann und die Amicitia und Nellohütte während einer Wanderung ab dem Parkplatz Modenbachtal. Alle Hütten bieten Spielplätze und die Wege dahin machen viel Spaß.

Normale Öffnungszeiten der Hüttenhopping Hütten

Amicita Hütte
Sonn- und Feiertage von 11 – 18 Uhr
Böchinger Hütte
Sonntag von 10 – 18 Uhr
Landauer Hütte
Samstag, Sonntag, Feiertage, Mittwoch (Mai bis Oktober) von 11 – 17 Uhr,
Ferien RLP an allen Tagen außer freitags

Nello Hütte
Sonn- und Feiertage von 10 – 17 Uhr
Ringelsberghütte
Sonntag 9.30  – 18 Uhr
Trifelsblickhütte
Samstag, Sonn- und Feiertage von 9.30  – 18 Uhr, (Wallfahrtstage (St. Anna-Kapelle) nur bis 17 Uhr)

Aufzeichnung der Wanderungen auf Komoot

Ich habe vier meiner Hüttenhoppingwanderungen auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachwandern.

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Oder Du folgst mir und diesen Wanderungen auf meinem Komoot-Account.

Erste Runde 2021 von St. Johann zur Böchinger-, Landauer- und Ringelsberghütte

Auch in der Pfalz liegt ein Örtchen St. Johann, mittlerweile ein Teil von Albersweiler. Unsere erste Rundtour starten wir dort vom Wanderparkplatz.

Ein geteerter Platz mit einigen Schildern am Eingang, die den Wanderparkplatz ausweisen
Der Parkplatz in St. Johann ist mit einem kleinen Zusatzschild als Wanderparkplatz gekennzeichnet

Bergauf durch das beschauliche Örtchen fällt als erstes das Schloss ins Auge, dass mittlerweile der BASF als Mitarbeiter-Schulungszentrum dient.

Eine mächtige Blutbuche, eine Buche mit rotbraunen Blättern steht vor dem Schloss in St. Johann, das mit gelber Farbe gestrichen ist
Im Frühjahr ist die Blutbuche vor dem Schloss noch nicht sehr dicht belaubt

Der Platz St. Johann ist aber von alters her als Wohnstätte begehrt. Wer der Treppe zur Ruine des Kloster und der Kirche folgt, macht nur einen kleinen Umweg.

Eine Steintreppe führt hinauf zum Gelände der Klosterruine
Ein Abstecher die Treppe hinauf zu den Resten des Klosters lohnt sich allemal
Eine große Erklärungstafel gibt Auskunft über die bauliche Nutzung des Grundstücks
Eine große Erklärungstafel gibt Auskunft über die bauliche Nutzung des Grundstücks. Bereits die Römer hatten an dieser Stelle ein Gutshaus

Wir folgen diesmal zuerst dem breiten Weg und gehen später auf einem schmalen Weg, der später als Steig bergauf führt.

Vom Wanderweg geht der Blick über die Hügel in die Rheinebene
Beim Aufstieg lohnt sich der Blick zurück – nicht nur um Atem zu schöpfen…
Vor einer Hütte, die in der Sonne vor dem Wald liegt, sitzt eine Wanderin in einem bequemen Liegestuhl
Nach dem Aufstieg haben wir uns den Liegestuhl unterhalb des Naturfreundehauses Kiesbuckel verdient

Leider hat auch das Naturfreundehaus während unserer Wanderung geschlossen und wir nehmen die Erfrischung aus dem Rucksack.

Eine Eidechse liegt in der Sonne auf einer Sandsteinmauer
Nicht nur uns lockt die Sonne zu einem Sonnenbad
Die Bloggerin kuschelt sich an die Holzskulptur eines Wanderers
Ein fröhlicher Wanderkamerad am Naturfreundehaus Kiesbuckel

Wir wandern nun unterhalb des Orensfelsens in einem Bogen weiter nach Dernbach. Schöne Aussichten, der frühlingsgrüne Wald und auch manche Pflanze am Wegesrand erfreuen uns.

Über eine Baumkrone hinweg ist am gegenüberliegenden Hang die Ruine der Burg Ramburg schemenhaft zu erkennen
Über die Baumkrone hinweg ist am gegenüberliegenden Hang die Ruine der Burg Ramburg schemenhaft zu erkennen
Eine lilablühende Blume
Vermutlich ein geflecktes Knabenkraut. Sieben verschiedene Knabenkräuter sind in der Pfalz heimisch
Das Örtchen Dernbach liegt im Tal. Die hellgrünen Blätter der Bäume bilden helle Flecke im dunkelgrünen Nadelwald
Unter uns liegt Dernbach

Die Waldgaststätte Dernbacher Haus habe ich schon öfter besucht. Die Wiese unterhalb der Gaststätte ist der Landeplatz der Duddefliecher. Großes Fragezeichen? Im pfälzischen ist eine Dudd eine Tüte, Tasche, ein Fliecher ist ein Flieger. Da Gleitschirme wie große Tüten oder Taschen aussehen, haben sich die Pfälzischen Gleitschirmflieger diesen Namen gegeben. Der Startplatz ist oberhalb, auf dem südlichen Weg von der Landauer Hütte zum Orensfels. Stundenlang könnte ich zuschauen…

Die Waldgaststätte Dernbacher Haus ist wegen Corona nicht bewirtschaftet
Das Dernbacher Haus liegt im Mai 2021 ebenso verlassen wie alle anderen Wanderhütten
Ein Gleitschirmflieger ist tief über dem Landeplatz, rechts vorne ein Spielplatz
Ein Bild vom Herbst 2011, ein Gleitschirmflieger im Anflug auf den Landeplatz

Auf dem weiteren Weg haben wir mit aufmerksamer Umschau Aussicht auf verschiedene Burgen.

Ein Schilderpfahl mit Wanderwegmarkierungen steht vor einem Berg, auf dem die Ruine Neuscharfeneck thront
Die Perspektive trügt, die Ruine Neuscharfeneck ist noch weit entfernt
Auf drei Bergen erheben sich Burgruinen
Von links Ruine Münz, Ruine Anebos und Burg Trifels – leider ist es ein wenig diesig

Wir wandern durch den Ort Dernbach und halten uns links um den Galgenberg zu bezwingen. Hier folgen wir der Markierung Weinsteig (Rot-weiße Welle) wieder mal ein Stück.

Ein Stein mit der Gravur Galgenberg markiert den Beginn des Aufstiegs
Hier beginnt der Galgenberg bei Dernbach
Eine Rastbank steht unter einer Tafel, die die Geschichte des Galgenbergs erzählt
Die Tafel erklärt die Geschichte des Galgenbergs, die Bank lädt zum Rasten mit schöner Aussicht ein

Nach dem Sanatorium gabelt sich der Weg. Der Weinsteig geht nach links, weiter nach Annweiler, wir folgen dem Weg rechts Richtung Böchinger Hütte mit noch einem Highlight unterwegs.

Der Weg gabelt sich. Die Böchinger Hütte wird mit einem Pfeil nach rechts markiert
Hier geht der Weg zur Böchinger Hütte nach rechts ab, weg vom Weinsteig, der nach links weitergeht
Der Schwörstein ist ein großer, flacher Stein im Boden, in den das Wort Schwörstein graviert ist
Der Schwörstein ist an einem großen Platz an dem sich mehrere Wege treffen. Früher gelobten hier Gefolgsleute ihrem Herrn die Treue

Nun geht es nur noch bergab bis zur heute einsam liegenden Böchinger Hütte. Wir machen eine ausgiebige Vesperpause aus dem Rucksack. Normalerweise würden wir hier eine typisch pfälzische Spezialität zu Mittag essen. Das Stempelkästchen ist neben der Eingangstür angebracht. Wir stempeln unsere Pässe und machen mit einem kleinen Stativ und dem Selbstauslöser des Mobiltelefons ein Foto von uns und der Hütte.

Die Böchinger Hütte liegt im Pottaschtal in einem Wiesengelände
Die Böchingerhütte liegt malerisch und bietet vielen Gästen Platz, leider nicht im Mai 2021
Hinter Sitzbänken mit Tischen ist ein großer Platz mit einem Spielplatz
Der Spielplatz mit der langen Rutsche im Hang liegt hinter einem Teil der Außenbestuhlung der Böchinger Hütte

Nun geht es wieder steil aus dem Tal hinauf. Wir entscheiden uns für die Direttissima, das mutet alpin an. Die Markierung „roter Punkt“ führt auf längerem Weg aber etwas weniger steil ebenfalls zur Ramburgschänke und Ramburg.  

Die Ramburgschänke ist ein Holzhaus mit einem Sandsteinanbau
Auch die Ramburgschänke liegt im „Coronaschlaf“
Hohe Mauern ragen in den Himmel, Teile der Stützmauern der Ramburg
In den 1920er Jahren begannen die Erhaltungsmaßnahmen an der Ramburg
Mauerreste mit einem Treppenabgang und einem höher liegenden Treppenaufgang
Der Treppenabgang unter die Ramburg ist begehbar, hinauf geht rechts der Ruine eine Treppe, da die linke eine „zu hohe“ erste Stufe hat

Die erste Burg auf dem Berg wurde 1167 erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte der Burg und die verschiedenen Bau- und Umbauphasen werden auf Tafeln interessant erklärt.

Über frühlingsgrüne Bäume im Vordergrund ist im Tal Ramberg und Dernbach zu erkennen, weiter im Süden die Hügel des Haardtrandes
Der Blick von der Ramburg geht nach Süden über Ramberg im Vordergrund nach Dernbach und zu den Bergen am Haardtrand

Bürstenbinder aus Ramberg

Wir wandern hinunter nach Ramberg und heute ohne Pause hindurch. Wer Zeit hat und sich vorher anmeldet, kann auch das Bürstenbindermuseum besuchen.
Die Bewohner der Gemeinde im Pfälzerwald hatten in früheren Jahrhunderten ein leidliches Auskommen mit der Herstellung von allen möglichen Bürsten. Die Männer zogen mit den Bürsten durch das ganze Land, die Frauen gingen zum Markt nach Landau zum Verkauf. Die Frauen gingen an Markttagen früh am Morgen von Ramberg in die Festungsstadt, die schweren Kraxen mit den Bürsten auf dem Rücken. Nach dem Markttag wanderten sie wieder zurück – das war eine Wanderung von insgesamt knapp 30 km. Wir folgen auf unserer Hüttenhoppingtour anfänglich dem Marktweg bergauf. Wie leistungsfähig unsere Vorfahren waren, spüren wir dort.
Jedesmal wenn ich diesen Weg gehe, stelle ich mir das Leben der Frauen vor. Z.B. Ein Wintermorgen bei minus 20° um 5 Uhr früh. Die Frau hat mehrere Wollröcke über ihren selbstgestrickten Wollstrumpfhosen und schlüpft in ihre Holzschuhe. Die 30 kg schwere Kraxe hieft sie auf ihren Rücken und marschiert hinaus in die Kälte. Mit ihrer Nachbarin, die soeben auch aus der Haustür tritt, marschiert sie hinauf zum Zimmererplatz. (Dort steht heute die Landauer Hütte). Der Schnee reflektiert das Mondlicht, so ist es nicht ganz dunkel auf dem Weg. Vom Zimmererplatz geht es nur noch bergab bis Landau. Vor dem Tor müssen sie noch warten, denn erst bei Tagesanbruch werden die Tore der Festungsstadt geöffnet und die Marktbeschicker können eintreten. Durchgefroren kommen die Frauen auf ihrem üblichen Platz auf dem Markt der Stadt an…

Die altrosa gestrichene Kirche in Ramberg
Die St. Laurentiuskirche in Ramberg ist ein schöner Farbklecks vor dem grauen Himmel

Wir verlassen den Marktweg, denn wir wollen noch die Ruine Neu-Scharfeneck besuchen. Leider sind Teile der Burg absturzgefährdet und die Ruine momentan (Stand Mai 2021) daher gesperrt. Viele Geld ist trotz ehrenamtlichen Einsätzen notwendig, um das Kulturgut für die Nachkommen zu erhalten. Daher hat der Ruinenverein einen Spendenaufruf gestartet.

Die Ruine Neuscharfeneck mit den massiven Verteidigungsmauern und einem Teil eines Wachturms
Die Ruine Neuscharfeneck von der Talseite aus
Ein Spendenaufruf für die Erhaltung der Ruine Neu-Scharfeneck
Spendenaufruf des Ruinenvereins. Mit 16 € Jahresbeitrag kannst Du ohne weitere Verpflichtung Mitglied werden und den Verein unterstützen

Zur Landauer- und Ringelsberghütte

Wir marschieren mit der Burgmauer rechter Hand weiter und biegen an deren Ende rechts ab Richtung Landauer Hütte.

Im Herbstwald stehen Leute in Gruppen vor einem aus Sandstein errichteten Gebäude
So sieht der Herbst an der Landauer Hütte aus. Ein Bild von 2011
Schaukel, Rutsche, Sandkasten, Klettergerüst – der Spielplatz an der Landauer Hütte
Müde Wanderkinder werden auf dem Spielplatz wieder hellwach!

Nachdem wir unseren Stempel auf unseren Pass gedrückt und das Selfie gemacht haben ruhen wir uns noch etwas aus. Üblicherweise würde ich hier einen Kaffee trinken und einen guten hausgemachten Kuchen essen.
Auch heute sind die Tische und Bänke gut besetzt, obwohl die Hütte geschlossen ist. Die Wanderer haben Schorle, Vesper, Kaffee und Kuchen selbst mitgebracht. Der weitläufige Platz lässt das Coronaconform zu.
Ab hier geht es fast nur noch bergab. Vom breiten bergab führenden Weg geht ein schmalerer rechts leicht bergauf bis zur Kirschbaumhütte. Wir rasten dort nicht, sondern gehen weiter bergab.

Eine Holzhütte mit Bänken und einem Tisch bietet einen trockenen und schattigen Rastplatz
Die Kirschbaumhütte gewährt gemütlichen Unterschlupf

Ein letzter Schlenker und wir nähern uns der Ringelsberghütte über den schönen Spielplatz.

Der Spielplatz der Ringelsberghütte hat einen Holzlaster und Kletterturm
Auszubildende der LKW-Werke von Daimler in Wörth haben im Ehrenamt diesen Spielplatz an der Ringelsberghütte gestaltet

Das Stempelkästchen finden wir etwas versteckt am Eingang. Normalerweise würde ich mit dem wunderschönen Blick auf der Aussichtsterrasse eine Schorle trinken und vielleicht noch eine Brotzeit zu mir nehmen und den lauen Abend hier gemütlich ausklingen lassen. Heute gibt es nur das restliche Wasser aus dem Rucksack.

Die Aussichtsterrasse ist ein Anbau an die Ringelsberghütte mit einer Aussicht ins Kraichgau und den Schwarzwald
Wir sitzen im Liegestuhl und schauen über die Aussichtsterrasse der Ringelsberghütte ins Kraichgau und den Schwarzwald

Im Weiterwandern entdecken wir noch ein lustiges Baumgesicht an der Hütte, dann geht es beschwingt die letzten 2 km bergab.

In die Rinde eines Nadelbaumes ist mit Naturmaterialien ein Gesicht eingefügt
In die Rinde ist ein Gesicht eingearbeitet

Bald treten wir aus dem Wald heraus und kommen auf einen meiner Lieblingsabschnitte beim Wandern in der Pfalz. Der Weg mit seiner weiten Aussicht ist zu jeder Jahreszeit schön. Zuerst kann man den Odenwald im Osten, den Kraichgau und Nordschwarzwald im Südosten, davor Landau in der Ebene, die kleine Kalmit, das Kalksteinriff oberhalb von Ilbesheim sehen und dann plötzlich die Berge des Haardtrandes nach Süden, mit dem Wasgau und im Vordergrund den Trifels.

Der bergab führende Kiesweg rechts, Weinberge links. Der Blick geht an einer hohen Tanne vorbei zu der auf den nächsten Bergen liegenden Burg Trifels
Der Wanderweg oberhalb Frankweiler Richtung Süden hat einen schönen Ausblick auf den Trifels

Wir ergötzen uns noch an der Apfelblüte bevor wir wieder über das Klostergelände nach St. Johann und zum Parkplatz zurückkommen.

Rosa Knospen und weiße Blüten an einem Apfelbaum
Apfelblüten

Zweite Runde 2021 vom Parkplatz Modenbachtal über das Wetterkreuz zur Trifelsblick-, Amicitia- und Nellohütte

Wir gehen vom Parkplatz aus mit der Markierung Weinsteig nach Osten, über die Straße und einen Steig bergauf. Bald schon mündet dieser in einen geschotterten Waldweg, der uns stetig ansteigend bis zur St. Annahütte bringt. Wer möchte macht den Abstecher zur St. Anna Kapelle mit wunderschöner Aussicht. Wir trennen uns hier erst mal vom Weinsteig und gehen an der St. Anna-Hütte rechts den Fahrweg weiter hinauf. Bald danach biegen wir links auf einen Steig ein. Nach einer Lichtung sehen wir die Felsen der Teufelsmauer vor uns. Das Naturdenkmal aus gewachsenen Felsen war unseren Vorfahren wohl etwas ungeheuerlich oder hatte einer eine Begegnung hier mit dem Teufel? Kurz danach öffnet sich der Wald für einen wunderschönen Aussichtsplatz.

Auf aufgehäuften Steinen steht ein steinernes Kreuz
Das Wetterkreuz auf dem Teufelsberg, oberhalb der Teufelsmauer, ist ein in jeder Jahreszeit lohnendes Ziel
Über einen kleinen Erdplatz geht der Blick den Hang hinunter über frühlingsgrüne Bäume in die Rheinebene
Die Aussicht vom Wetterkreuz geht über die Rheinebene und über den Rhein. Vom südlichen Odenwald links über das Kraichgau in der Mitte bis rechts zum Nordschwarzwald
Rundblick am Wetterkreuz

Nun gehen wir mit der Beschilderung Trifelsblickhütte immer bergab durch den immer wieder anderen Mischwald. Das ist überhaupt das Schönste beim Wandern am Haardtrand des Pfälzerwaldes. Der sehr abwechslungsreiche Wald. Kein Kilometer Weg ist im gleichen Baumbestand. Hauptsächlich Edelkastanien, Buchen, Eichen, Birken, Kiefern und manchmal Fichten sind die Hauptbäume im Pfälzerwald. Je nach Himmelsrichtung des Hanges und seiner Steilheit, wachsen die unterschiedlichen Bäume. Das Unterholz ist je nach Baumarten viel mit Heidekraut oder mit Farnen, Gräsern und Moosen bewachsen. Überall lugt der Buntsandstein hervor, was viele zum Steinmännchenbau verführt. Wir münden wieder auf den Weinsteig und halten uns kurz links zur Trifelsblickhütte. Wir haben heute einen strahlend schönen Tag mit weiter Fernsicht. Normalerweise kann man die Aussicht bei einer Schorle genießen, wir aber stempeln nur und machen unser Selfie.

Ein Holzhaus im Wald ist die Trifelsblickhütte
Die Außensitzplätze sind rechts und links der Trifelsblickhütte
Über eine Wiese und Wald geht der Blick weit in die Landschaft
Beim heutigen klaren Wetter geht der Blick weit ins Wasgau bis in die Nordvogesen. Der höchste Berg links ist der Hohenberg, rechts davon der Trifels mit der Burg, rechts darunter Annweiler am Trifels
Der Ausblick von der Trifelsblickhütte bei strahlendem Sonnenschein

Wir gehen die wenigen Meter zurück, die wir eben vom Wetterkreuz gekommen sind und folgen nun wieder dem Weinsteig. Der Waldweg ist breit und federt schön. Der Abschnitt ist gerade mit Kindern und Kindgebliebenen spannend, denn es gibt einiges zu entdecken.

Ein wunderschöner Waldweg mit Mischwald und links einer Holzskulptur
Der Wanderweg von der Trifelsblickhütte zum Dreimärker ist nicht nur wunderschön, sondern bietet mit allerlei Holzskulpturen auch einiges zum Lachen und Freuen

Am Dreimärker folgen wir dem breiten Weg rechts geradeaus weiter, bis ein gelbes Schild einen Steig nach rechts hinunter zur Amicitia Hütte weist.

Eine Holzblockhütte bietet Schutz bei Regen
Das Wegekreuz Dreimärker hat außer einigen Picknickbänken auch eine kleine Schutzhütte

Der Steig schlängelt sich bergab, wieder ist der Wald ganz anders, lichter als auf der Höhe. Im Tal angekommen müssen wir die Modenbachstraße wieder queren.

Ein vermoostes Schild mit einem Bushaltestellenzeichen
Zwischen Mai und Oktober fährt Sonntags ein Wanderbus ins Modenbachtal

Wir wählen den Weg links vom Bach der auf breitem Fahrweg hinauf geht. Mit Kindern ist der rechte Weg vielleicht spannender, da man öfter hinunter zum Bach kann. An der Amicita Hütte spielt ein Vater mit seinem Kind am und im Bach, ein Rindenschiffchen sucht sich seinen Weg.

Ein steinernes Gebäude, weiß gestrichen mit grünen Fensterläden
Die Amicitia Hütte liegt einsam da. Die Außenbestuhlung ist rechts des Bildes unter Bäumen

Wir stempeln unseren Pass ab und verweilen uns ein wenig auf der Bank vor der Hütte in der Sonne. Nach unserem Selfie gehen wir einen wunderschönen Steig hinauf. Walderdbeeren blühen, ebenso wie Himbeeren und Brombeeren. Der Steig mündet in einen breiteren Weg.

Ein eingefasster Brunnenstein mit Quellwasser im Wald
Der Quellwasserbrunnen Siebenquelle ist direkt bei der Mündung des steilen Aufstiegs von der Amicitia Hütte in den breiteren Waldweg

Erst folgen wir nach rechts dem breiten Weg und gehen dann nach links auf einem steilen Pfad den Berg weiter hinauf. Bald schon mündet der Weg in einen wieder breiteren Weg und wir erreichen unsere letzte Hütte auf der diesjährigen Hüttenhoppingtour, die Nellohütte. Hier würden wir nun unser mit einer kostenlosen Schorle gefülltes Glas gegen den vollen Stempelpass entgegennehmen. Dieses Jahr nicht, sondern nur den letzten Stempel in den Pass drücken, wieder ein Selfie und wir marschieren wieder hinab.

In einen terrassierten Hang eingebaut sind Sitzgelegenheiten und oben das aus Sandstein und Holz gebaute Haus der Nellohütte. Viele Menschen sind über das Gelände verteilt
Pfingstmontag 2019 war wegen des Waldfestes ein reger Andrang auf der Nellohütte

Nochmal müssen wir ein wenig bergauf gehen, bevor wir nur noch bergab auf der Südseite um den Blättersberg herumwandern. Immer wieder öffnen sich Lichtungen und gewähren uns einen schönen Ausblick in die Rheinebene. Irgendwann mündet unser Weg wieder in den Weinsteig. So wandern wir mit dieser Markierung weiter hinab und passieren das Landgut Buschmühle. Wäre es ein normales Jahr, hätten wir für diesen Sonntag zum Mittagessen einen Tisch reserviert. Aber leider darf das Restaurant wegen Corona nicht öffnen, auch nicht die Außenbestuhlung.
Normalerweise hat die Buschmühle von Donnerstag bis Samstag von 18 bis 23 Uhr geöffnet und an Sonntagen von 11.30 bis 15 Uhr.

Durch ein steinernes Tor geht der Blick auf einen großen Innenhof mit blühenden Bäumen und zum Gutshaus im Hintergrund
Das Landgut Buschmühle hat Coronabedingt leider zum Muttertag 2021 noch geschlossen

Das Ambiente im Gutshof mit schattigen Bäumen, die tollen Speisen und der liebevolle Service locken uns immer wieder dorthin.

So gehen wir heute schweren Herzens vorbei und erreichen, immer auf dem Weinsteig bleibend, nach einigen Metern bergauf unser Auto am Parkplatz.

Ich fahre am nächsten Tag nach Edenkoben, verschicke die Selfies per WhatsApp und gebe die Stempelpässe im Büro für Tourismus ab. Die freundliche Mitarbeiterin händigt mir die zwei Schoppegläser aus. Im vorbereiteten Karton schicke ich das Glas meiner Freundin per Post nach Karlsruhe. Ein einsamer Abschluss für jede von uns. Na denn mal Prost!

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Trekking in der Südpfalz

Trekking in der Südpfalz

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Schon seit über zehn Jahren gibt es die Trekkingplätze in der Südpfalz. In Deutschlands größtem zusammenhängende Waldgebiet, mit wenigen Ortschaften und großartigen Aussichten. Eine fantastische Sache für eine Trekkingtour in Deutschland oder um Ausrüstung und Kondition für eine große Auslands-Tour zu testen.

Trekking und Corona

In meinem Newsletter April 2020 kündigte ich an, am 4. Mai zur Pfalz-Trekking-Tour zu starten. Mein Neffe hat sein Abitur fast geschafft, alle üblichen Abi-Veranstaltungen fallen aus, er ist wie alle Schüler im Homeschooling. Um sein „Leid“ zu mildern, habe ich ihn zum Pfalz-Trekking eingeladen. Leider kommt die Absage am Abend des 3. Mai per Mail. Wegen Corona bleiben die Trekkingplätze gesperrt. Ich verstehe den Sinn nicht, genauso wenig ich den Sinn verstehe, dass Wohnmobil-Stellplätze gesperrt sind. Wen gefährden wir im Wald beim Wandern oder auf einem Trekkingplatz? Ich halte beim Wandern sowieso Abstand von anderen Wanderern. Auf dem Trekkingplatz würden wir das auch tun. In unserem Wohnmobil sind mein Mann und ich zu zweit zuhause – könnten „stay at home“ praktizieren. Wir kämen mit wenig oder keinen Menschen zusammen, beim Wasser-Ver- und Entsorgen hielten wir Abstand, falls andere Menschen in der Nähe wären und könnten ansonsten die Natur in anderen Gegenden genießen.

Aber bei dieser Krise geht es weniger ums Verstehen von Maßnahmen, sondern um das Befolgen derselben um andere zu schützen. Also halten wir uns an die Regeln.

Am Montag, 4. Mai, wird telefonisch vage Hoffnung gemacht für einen Termin ab 11. Mai. Aber eher wahrscheinlich ist ein Termin ab 18. Mai – allerdings nicht auf den von uns vorgesehenen Trekkingplätzen „Kalmit – Heldenstein – Eußerthal“. So weichen wir auf die Plätze „Heldenstein – Eußerthal – Annweiler“ aus und buchen diese vom 18. bis 21. Mai. Zu meinem eigenen Trost plane ich jeden Abend die eventuell zu wandernden Tagestouren in Komoot vor. Nach der Tour werde ich sie in die tatsächlich gewanderten Routen abändern.

Trekking in der Pfalz

Die Trekkingplätze sind in der Südpfalz 2009 konzipiert worden. Es begann mit sechs Trekkingplätzen zwischen Kalmit im Norden und Burgruine Guttenberg im Süden. Mittlerweile sind weitere Plätze in den nördlichen und westlichen Pfälzerwaldgebieten hinzugekommen. Die Plätze ermöglichen Draußen-Übernachtungen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zwischen April und Oktober. Sie liegen etwas versteckt außerhalb der üblichen Wanderwege und sind mit einigen ebenen Plätzen und einer Feuerstelle ausgestattet. Und einer biologischen Toilette. Daher kommt auch das Verbot der Landesregierung, denn in unserer Republik muss jedes Ding in eine Schublade und Trekkingplätze kommen eben in die Campingplatzschublade, denn ein Holzverschlag im Wald, eine Biotoilette, ist ein „Sanitärraum“. Auch wenn Deine feste Notdurft mit etwas Rindenmulch bedeckt in der Biotoilette kompostiert. Nee, das ist kein Jux, sondern Anwendung von Gesetzestexten und Vorschriften.

Auf den einzelnen Trekkingplätzen stehen nur wenige Übernachtungsplätze zur Verfügung, wobei es egal ist, ob Du im Zelt, im Tarp oder in der Hängematte übernachtest. Damit die Plätze nicht überfüllt werden, buchst Du Deinen Platz über den Tourismusverband Südliche Weinstraße, die Gebühr beträgt 10 € pro Nacht pro Platz. Für jedes Trekkingcamp gibt es einen zuständigen Ehrenamtler, der den Platz in Ordnung hält (was eigentlich die Aufgabe der Besucher ist) und dem man Schäden (z.B. umgestürzte Bäume, Vandalismus) melden kann. Alle Angaben zu den Plätzen erhältst Du nach der Buchung.

Trekking in unmittelbarer Umgebung

Vielen Menschen ist bisher nicht bekannt, dass es in der Pfalz diese Trekkingplätze gibt. Meist zieht es die Trekker nach Skandinavien oder auf die großen Fernwanderwege ohne Übernachtungsmöglichkeiten, wie den GR 20 auf Korsika. Die Landschaft, in der die mittlerweile 15 Pfälzer Plätze liegen, ist jedoch sehr abwechslungsreich und teilweise auch spektakulär. Also, warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah. Das sagte ich mir Anfang April, als unsere Kanada-Wohnmobil-Überführung wegen Corona abgesagt wurde. Mein Trekkingpartner würde mein Neffe sein, denn er hatte mit seinem Vater, meinem Bruder, im letzten Jahr eine Tour in Jontunheimen in Norwegen gemacht. David ist ein begnadeter Musiker, der bereits seit seinem 15. Lebensjahr komponiert. Du kannst seine Norwegentour mit seiner Musik als Film auf Youtube anschauen.

Für den jungen Mann, der in diesem Coronajahr das Abitur geschrieben hat, fallen sämtliche Feierlichkeiten aus und dass ist ungeheuer schade. Unsere gemeinsame Trekkingtour sollte ein kleiner Trost und eine Abwechslung sein. Mit Achselzucken nahm er das neue Datum zur Kenntnis und wir verabredeten uns für den 18. Mai.

Packen für die Tour

Am Montagvormittag holten wir meine Trekkingausrüstung aus dem Keller und breiteten alle Dinge im Wohnzimmer aus. Das Wetter hatte es die letzten zweieinhalb Wochen gut mit uns gemeint. Der Regen hat die Waldbrandgefahr sinken lassen. So werden wir „offenes Feuer“ zumindest mit dem Gaskocher machen dürfen. Ich habe „Fix-Nudel-Gerichte“ gekauft, mit sechs Minuten Kochzeit und Kaffee zum Frühstück ist auch möglich. Die nächsten Tage werden überwiegend freundlich, es kann aber nachts recht kalt werden. Daher entscheiden wir uns für das größere Zelt, das ich als „Notzelt“ in Schottland erstanden hatte. Wir nehmen keine Teller mit, wir verwenden die Töpfe des Topfsets stattdessen. Bald liegen zwei Häufchen wohlüberlegtes Material im Zimmer, die wir in die Rucksäcke packen. Mein Gregory – den ich seit meiner Marmolejo-Expedition in Chile besitze – fasst über 80 l. Die will ich aber nicht voll machen, obwohl er sich gut trägt. Davids benutzt den 20-Jahre alten Discounter-Trekkingrucksack seines Vaters, wie in Norwegen. Als Luxus gönnen wir uns jeden Abend, je eine Dose Äppler (Apfelwein). Die steuert David bei, als Hommage an unser Herkunftsland Hessen.

Start des Pfalztrekkings

Wir lassen uns von Bernhard, meinem Mann, am Spätnachmittag zum Parkplatz Lolosruhe am Ende des Edenkobener Tals bringen. Ich habe zwar die voraussichtichen Routen vorgeplant, aber die dienen nur als Idee. Wir wollen uns treiben lassen, zu- und abgeben, wie uns die Kondition, die Landschaft und unsere Laune es vorgeben. Wir haben uns mit den Bedingungen zur Nutzung der Trekkingplätze vertraut gemacht und uns Wegbeschreibungen ab markanten Punkten ausgedruckt. Den heutigen Platz wollen wir ab dem Forsthaus Heldenstein erwandern.

Auf Komoot habe ich unsere Routen aufgezeichnet. So kannst Du unsere Tour nachwandern. Die genaue Lage der Trekkingplätze darf ich aber nicht verraten, die erhältst Du nach einer Buchung bei Südpfalz-Trekking. Da ich die Touren vorab geplant habe, erscheinen die Touren mit dem Planungsdatum hier im Bericht und auf Komoot. Das ändert an der Wegführung jedoch nichts.

Endlich in den Wald eintauchen, unterwegs sein. Wir folgen der Markierung „Rotes Kreuz“, dem europäischen Fernwanderweg 8 von Irland bis zu den Karpaten. Schon bald sind wir am 1874 errichteten Schänzelturm. Er bietet eine spektakuläre Aussicht über die Landschaft, die wir in den nächsten Tagen durchwandern werden. Wir finden in der Ferne den Asselstein. Wir richten die Wanderkarte an ihm aus und schauen die eventuellen Wandermöglichkeiten auf der Karte an.

Schänzelturm Aussicht

Der Schänzelturm steht auf dem 613,5 m hohen Steigerkopf, am Ende des Edenkobener Tals.

Der Schänzelturm auf dem Steigerkopf – ein Wegweiser mit den Wanderzielen steht davor
Der Schänzelturm auf dem Steigerkopf und ein Wegweiser mit den Wanderzielen

Wir folgen vom Schänzelturm dem roten Kreuz nach Westen bis zu den „Heldensteinen“. So oft war ich schon am Schänzelturm, aber die Gedenksteine habe ich noch nicht besucht, sondern bin immer nach Süden, zum Benderplatz, weiter gewandert.

Heldensteine am Steigerkopf

Ein kurzer Rückblick in die Historie. Deutschland bestand bis 1872 aus 37 verschiedenen Herrschaftsgebieten, die sich manchmal in „Bünden“ zusammenschlossen. Nach der französischen Revolution (1789) griff der Freiheitsgedanke auch auf die Pfalz über. Bereits 1793 gründete sich für vier Monate die Mainzer Republik, als erstes bürgerlich-demokratisches Staatswesen auf deutschem Boden. Zwischen 1792 und 1797 führten Frankreich und eine Koalition verschiedener Staaten, hauptsächlich Preußen und Österreich und kleinere deutsche Staaten einen Krieg. Hauptsächlich ging es den Gegnern Frankreichs um die Wiedereinsetzung der französischen Monarchie und das Unterbinden der Verbreitung der revolutionären Ideen der französischen Revolution. 1794 wurde am Steigerkopf eine große Schlacht geschlagen. Zur damaligen Kriegsführung gehörten Schanzen zur Verteidigung und für den Angriff zu errichten. Im Sommer 1794 bauten 4.500 preußische Soldaten Schanzen gegen die anmarschierenden 7.000 Franzosen. Die Preußen wurden von General Pfau befehligt, der am 13. Juli 1794 unterhalb des heutigen Schänzelturm fiel. Das Territorium fiel kurzzeitig an die Franzosen.

Ein Gedenkstein mit einer Inschrift steht, daran sind Felsplatten gelehnt
Der Gedenkstein für General Pfau wurde von seinem Freund und Mitstreiter General Feldmarschall Graf von Wurmser 1796 errichtet

Ein weiterer Kampf fand im Winter 1794 statt. Die österreichische Armee besiegte die Franzosen und erreichte einen kurzzeitigen Waffenstillstand.

Gedenkstein für die österreichische Armee

Bis die Pfalz 1798 endgültig an Frankreich angebunden wurde, ging die Herrschaft über die Pfalz in zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen siebenmal hin und her. Bis 1815 war die Pfalz Französisch. Die Bevölkerung hatte alle bürgerlichen Rechte und Pflichten, die die Revolution in Frankreich errungen hatte. Unter anderem den Code Civil, ein bürgerliches Gesetzbuch, das im Übrigen der Ideengeber unseres BGB geworden ist. Weiter in die Geschichte eintauchen, das ginge für unsere Wanderung (und diesen Blogbeitrag) zu weit.

Bei der Wanderung kannst Du bei genauem Hinschauen die Schanzen heute noch in der Landschaft entdecken. Unterhalb des Schänzelturms, etwa auf halber Strecke zum Forsthaus Heldenstein, sind Gedenksteine für General von Pfau und die Kämpfer der österreichischen Armee aufgestellt. Der Schwedenstein, der ebenfalls auf diesem Plateau steht, erinnert an den Dreißigjährigen Krieg. Truppen von Schweden und des Herzogs von Sachsen-Weimar, kämpften auf französischer Seite gegen Truppen des Deutschen Kaisers und Bayerns. Wir entdecken noch weitere Rittersteine, die der Pfälzer-Wald-Verein zu historischen Ereignissen an bedeutsamen Stellen errichtet hat.

Weiterführende Infos für Interessierte zu den Gedenkstätten am Steigerkopf findest Du unter der Website von „Kultur. Landschaft. Digital.“

Trekkingplatz Heldenstein

Tief in die Erklärungen über die vielfältige pfälzische Geschichte und in der Beantwortung von Davids Fragen versunken, wandern wir weiter bergab zum Forsthaus Heldenstein. Ich habe im Hinterkopf, dass der Trekkingplatz im Südwesten des Forsthauses liegt. Unsere Geschichtsstunde unterbrechend lesen wir die Wegbeschreibung, die wir erhalten haben. Diese spricht vom Wanderweg Nr. 6. So suchen wir ein wenig herum, bis wir herausfinden, dass wir wieder hinauf müssen, fast in der Richtung, die wir gekommen sind. Bald haben wir über den Wanderweg 6 die Heldensteine wieder erreicht. Wir lachen sehr über dieses Missgeschick.und wandern zum Trekkingplatz weiter. Wir verbuchen es unter Erfahrung gemacht und eine wunderschöne Eingehtour am heutigen Spätnachmittag. Wir erreichen den Platz, der malerisch unter hohen Bäumen liegt.

Links steht ein Toilettenhäuschen, geradeaus ein Lagerfeuerplatz
Der Trekkingplatz Heldenstein, links die Biotoilette

Die Feuerstelle bildet auf einer ebenen Fläche den Mittelpunkt; hohe Steine und Baumstämme umgeben sie. Das Toilettenhäuschen liegt abseits etwas links, in der Innentür die Bedienungsanleitung. Eine Beschreibung zur Nutzung des Trekkingplatzes ist an einen Baum genagelt und unter den Bäumen finden wir einen weichen, ebenen Platz für unser Zelt. Nach dem Aufbau richten wir es mit unseren Matten und Schlafsäcken ein. Die Nahrungsmittel aus den Rucksäcken packen wir größtenteils in den Ortliebsack, nur unser Abendessen kommt ins Zelt.

Ein geöffnetes Zelt, daneben in einer Plane verpackte Rucksäcke und ein Nahrungsmittelbeutel
Unsere Rucksäcke sind in der Plane verpackt, der Nahrungsmittelbeutel wartet auf die Reste unseres Abendessens

Der Trekkingplatz liegt am Westhang eines Berges und wir finden einen Baumstamm auf einer Lichtung in der Nähe, auf der wir unseren Sundowner, einen Apfelwein aus dem Odenwald, genießen.

Sundowner am Trekkingplatz Heldenstein

Die Sonne senkt sich in schönen warmen Farben zwischen Bäumen hinter einen Berg und schön wird es merklich kühler. Wir machen kein Feuer an der Feuerstelle. Der Pfälzer Wald ist sehr trocken durch die wenigen Niederschläge 2018 und 2019. Das Jahr 2020 war bisher auch nicht so regenreich und ohne Schneeauflage im Winter, der Waldboden ist ungeheuer trocken. Mir ist die Waldbrandgefahr bei einem Lagerfeuer zu hoch.

Wir essen im Zelt, warm und Insektenfrei zu Abend. Unser restliches Brot kommt danach noch in den Essensack und wir werfen etwas vom Zelt entfernt den Karabiner mit dem Ende unserer Reepschnur über eine Astgabel. Der Karabiner wird in die Ösen des Ortliebsacks eingehakt, der Sack nach oben gezogen und die Schnur an den Stamm geknotet. Das ist nicht sehr gastfreundlich den Wildschweinen und anderen Wildtieren gegenüber, aber Menschessen ist sowieso kein geeignetes Tierfutter. Ich liege mit Beginn der Dunkelheit in meinem Schlafsack, David bleibt noch draußen und telefoniert. Die erste Nacht im Zelt ist ungewohnt, aber ich genieße sie.

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Vom Heldenstein nach Eußerthal

Am Morgen genieße ich die Ruhe im Wald. Vögel zwitschern um mich herum, ansonsten ist nur Stille. Ich suche mir mit unserem Wassersack einen entfernten Platz und wasche mich mit einem Waschlappen. Ich spaziere über den Platz und studiere die Anleitung der Biotoilette, die quasi wie ein Kompost im Garten funktioniert.

Trekkingplatz Heldenstein Morgenstimmung

Ein Wind kommt auf, der mich ins Zelt zum Anziehen treibt. Ich wecke meinen Wanderkameraden und wir packen ein, fürs Frühstück suchen wir uns einen gemütlicheren Platz.

Der Wald ist aufgeräumt
Wir hinterlassen nur leichte Druckspuren und sonst nichts

Wir wandern den uns bereits bekannten Weg zum Forsthaus Heldenstein und folgen von dort der Markierung rotes Kreuz Richtung Kirschbaumhütte. Der schmale Pfad ist wunderbar zu gehen, teils sandig, teils mit kleinen Steinen und Wurzeln durchsetzt. Die Stille ist überwältigend, nur unsere Schritte und das Stockgeklapper machen außer den Vögeln Geräusche. Bald biegen wir nach Süden ab und folgen der Markierung „grün-blauer Balken“. Eine Rastbank mit Tisch am Sandplatz wird unser Frühstücksplatz. Wir stellen den Gaskocher auf den Tisch, füllen Wasser in den größten Topf und das Milchpulver hinzu. David schnippelt den Apfel für unser Müsli, ich bereite meinen Kaffee vor. Ich rühre die Milchsuppe immer wieder um, und als sie kocht, fülle ich zuerst mein Kaffeetöpfchen auf und den Topfdeckel, der meine Müslischale ist, den Topf mit dem Milchsuppenrest bekommt David. Die Suppe füllen wir mit Müsli, Studentenfutter und den Apfelstückchen auf und genießen das leckere, warme Frühstück.

Ein Rucksack liegt auf einem Tisch, an dem zwei Personen sitzen. Auf einem Gaskocher wird Wasser erhitzt
Frühstücksvorbereitung – noch sind Wetter und Kaffeewasser kalt

Leider ist das Milchpulver im Topf etwas angebrannt. So kochen wir nach dem Frühstück noch etwas Wasser auf und lösen mit dem Kochlöffel die Schicht und mit dem Spülschwamm den Rest. Wir lernen: das Milchpulver erst nach dem Siedepunkt in das Wasser einrühren! Wir packen alles zusammen und wandern weiter nach Süden bis zu einer Kreuzung. Ein Kunstwerk an einem gefällten Baum lässt und staunen.

Eine Vielzahl von kleinen Baumpilzen bevölkern die Schnittkante eines Baumstamms
Die Baumpilze bilden eine richtige Siedlung an der Schnittkante des Baumstamms – Baumpilzkunst nenne ich das

Ein Schild zeigt nach Westen zur Böchinger Hütte und wir folgen dem roten Punkt.

Ein Wegweiser erläutert die Entfernungen und Richtungen der Wanderwege
Wir folgen dem Wegweiser zur Böchinger Hütte

Den Weg bin ich letztes Jahr beim Hüttenhopping von Ramberg kommend bereits gewandert. Er ist ab der Kreuzung erst breiter Forstweg und schwenkt mit einem Haken nach rechts, auf schmalem Pfad steil hinab. Einsam liegt die Böchinger Hütte in einem Wiesengrund. Ein fantasievoll gestalteter Spielplatz liegt rechts, Tische und Bänke verteilen sich um die Hütte und links davon. Sie ist an Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet – hoffentlich bald wieder. Zwar darf die Gastronomie bereits wieder öffnen, aber nur mit Bewirtung am Tisch. Die Pfälzerwaldhütten, die sehr oft ehrenamtlich von den Mitgliedern der Ortsgruppen des jeweiligen Pfälzerwaldhütten bewirtschaftet werden, sind von alters her als Thekenverkauf organisiert. Und das ist derzeit noch nicht erlaubt!

Die Böchinger Hütte liegt im Pottaschtal in einem Wiesengelände
Die Böchingerhütte liegt malerisch und bietet vielen Gästen Platz

Wir folgen dem roten Punkt das Pottaschtal hinab. Wir stoßen auf den Katzenbach.

Eine Wanderin steht weit unten an einem Bach
Ich klettere die steile Böschung hinab und fülle unsere Wasserflaschen auf

Wir lassen uns von einem Hinweis zur „Friedel-Jung-Aussicht“ bergauf locken. Der Weg ist lange, bietet aber Abwechslung. Ein dicker blauer Käfer kreuzt unseren Weg, den wir einige Zeit beobachten.

Ein blauer Käfer am Waldboden
Ein blauer Käfer auf Nahrungssuche

Faszinierend sind auch die Bäume, die sich auf Felsbrocken links von uns festklammern. Die Wurzeln ziehen sich teils einige Meter oberirdisch zur Seite oder nach unten, bevor sie im Erdreich fest wurzeln.

Die Baumwurzeln suchen durch Felsen den Weg in die Erde
Mich faszinieren die Wurzelgebilde der Bäume in den Felsen am Wegesrand

Nach beinahe 200 Höhenmetern stoßen wir auf eine schön angelegte Terrasse mit Bänken und Tisch.

Eine Holzterrasse mit Tisch und Bänken
Der Friedel Jung Platz wurde 2006 angelegt

David wird in seinem durchgeschwitzten Baumwollshirts kalt und er wechselt die Kleidung. Ich laufe seit Jahren in Merinoshirts, Devold oder Eisbreaker, bei mir ist alles warm, trocken und okay. Von der Aussicht bin ich ein wenig enttäuscht. Das Wort „Aussicht“ signalisiert meinem Hirn die Erwartungshaltung „Weitblick“ und der ist hier nur zu einem Berggipfel gegeben.

Aussicht auf einen Berg über den Mischwald hinweg
Welcher Berg im Hintergrund steht, sagt uns unsere Karte leider nicht

Nach einem Blick in die Karte entscheiden wir, weiter hinauf zum Schwörstein zu wandern. Auch hier erwarte ich einen Aussichtspunkt, aber wieder kommt es anders.

Ein flacher Felsen an einer Wegkreuzung
Der flache Felsen an der Wegkreuzung heißt Schwörstein. Vermutlich ein früherer Versammlungsplatz mit politischer Bedeutung

Hier haben wir endlich mobilen Empfang und David nutzt die Pause an der höchsten Stelle zum Telefonieren. An dieser Wegkreuzung erreichen wir wieder die Markierung „Blau-grüner Balken“, der wir nun nach Südsüdwest folgen. Kurz danach passieren wir eine Stelle, an der der Wind im unten verzweigten Talschluss wohl keinen Ausweg fand und in seiner Wucht mehrere starke Buchen abdrehte.

Eine riesige Buche liegt zersplittert auf dem Wanderweg
Welche Kraft der Wind hat, wird uns bei der abgebrochenen Buche wieder mal bewusst gemacht

Wir erfreuen uns am immer unterschiedlichen Wald, dem abwechslungsreichen Baumbestand, der manchmal skurrilen Gewächsen Raum gibt.

Zwei Buchen wachsen umeinander herum in die Höhe
Die Buchen wachsen verschlungen – um stärker zu sein gegen den Wind, der hier auch schon durchgefegt ist?

Wir sind so in das Schauen vertieft auf Kleinigkeiten und Besonderheiten, dass wir einen Abzweig verpassen. Als das Sanatorium Eußerthal vor uns auftaucht, fällt mir das auf, aber ich weiß ja, dass wir über den Weinsteig auch nach Eußerthal kommen. Ein interessantes Kunstwerk tröstet uns über den Verhauer hinweg.

Auf einem Baumstumpf an einem Hang sind Steine filigran als Kunstwerk aufeinander gesetzt
Kunstwerk oder Statik-Übung?

Wir suchen eine Rastbank für unsere Spätnachmittagsvesper, finden eine aber nur direkt oberhalb der Häuser von Eußerthal. Nach Brot, Käse, Wurst, Paprika und Kohlrabi legen wir unsere Rucksäcke hinter einen Baum und gehen über eine steile betonierte Rampe hinab zur Hauptstraße. Das Grundstück rechts der Rampe beherbergt einen Hund, der sich gar nicht einkriegt und furchtbar laut bellt. Die Hausbewohner stört das nur wenig, nach einem „Sei doch still“ Kommando, auf das der Hund nicht hört, passiert von Hundebesitzerseite nichts mehr.

Wir spazieren an der evangelischen Kirche vorbei und biegen rechts ab, am Klostergarten vorbei zur Kirche. Ich mag diese Kirche sehr. Für mich ist sie ein magischer Ort zur Besinnung, zum Lauschen und zum Lernen. Leider ist die Orgel abgeschlossen. Ich hätte gerne ein Privatkonzert genossen, denn David ist seit letztem Jahr ausgebildeter Organist.

Die Klosterkirche Eußerthal ist aus rotem Sandstein gebaut
Die Klosterkirche Eußerthal, eine Glaubens- und Informationsstätte

Auf anderem Weg wandern wir zurück zu den Rucksäcken, der Hund kann uns immer noch nicht leiden, und nochmal am Hund vorbei zur Hauptstraße, der wir nach rechts folgen. Leider hat der Birkenthaler Hof am Dienstag Ruhetag, sonst müssten wir heute Abend nicht selbst kochen. Bevor wir nach rechts zum Trekkingplatz abbiegen, füllen wir am Bach noch unseren Wassersack.

Am Bach wird der Wassersack gefüllt
Ein Autofahrer rät uns davon ab, das eingefüllte Wasser als Trinkwasser zu nutzen – oberhalb wäre die Forellenzucht und der Sportplatz – also gießen wir es wieder aus

Nun wollen wir keinen Umweg mehr zu einer Quelle laufen und hoffen, mit dem Wasser in den Flaschen und unserm Apfelwein bis zum Frühstück durchzuhalten.

Wir folgen einem kleinen Schild „Trekkingcamp“ einigen Serpentinen hinauf und kommen nach 200 Höhenmetern an mächtigen Felsen heraus, die wir umwandern.

Ein Baum wächst mit vielen Bögen aus einem Fels heraus
Der Baum ist faszinierend gewachsen

Ich bin ziemlich erschöpft – ich merke, dass mir Training fehlt – und so wandere ich langsamer hinter David her. Nach weiteren Felsumgehungen erreichen wir ein Felsplateau. Am liebsten würde ich da Zelten, aber da müssten wir uns über Nacht anseilen und die Gerätschaft dafür habe ich nicht mit. So geht es noch ein wenig bergauf, bis wir am heutigen Ziel sind, nach 21,4 km, 820 Höhenmetern bergab und 580 Höhenmetern bergauf.

Rundumblick Trekkingplatz Eußerthal

Wir stellen auf einem Stein der Feuerstelle unseren Kocher auf, ein Päckchen „Fix-Gericht“ wird heute Abend reichen, ich bin einfach nur müde und nicht hungrig.

Ein Gaskocher steht auf einem Stein, Wasser wird in einem Topf erhitzt
Frau ohne Kopf bedeutet nicht, dass ich kopflos bin – ich habe nur vergessen, dass ich im Vordergrund höher sein werde als David im Hintergrund

Nach meinem Telefonat sinke ich in meinen Schlafsack, nachdem ich meine Therm-a-Rest Matte nochmal fest nachgeblasen habe. Ich wache nachts immer wieder auf, weil die Matte nicht weich, sondern knochenhart ist – also lasse ich ein wenig Luft raus – und weil wir mit dem Fußende bergab stehen. Mein Schlafsack rutscht auf der Matte sehr gut und ich somit immer wieder ins Fußende des Zeltes. Ich robbe mich wie eine Raupe hinauf und das Rutschspiel beginnt von vorne.

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Von Eußerthal nach Wernersberg

Gegen fünf Uhr in der Früh kommt von Osten ein starker Wind auf, der am Zelt rüttelt. Ich schlafe nochmal ein und spaziere nach sieben Uhr mit meinem Waschlappen zum Regenfass am Toilettenhäuschen. Zwar ist das Regenwasser für das Löschen des Lagerfeuers gedacht, aber ich nutze einige Tropfen auf meinem Waschlappen für meine Morgentoilette. Wieder am Zelt ziehe ich mich schnell an und über ein Devold-Hoodie noch die Windstopperjacke und meine Regenjacke. Der Wind ist ungeheuer ungemütlich. So wecke ich David und beginne zu packen, während er sich anzieht. Nein, Frühstück gibt es hier keines, zu kalt, zu ungemütlich und wir haben kein Wasser mehr.

Der Wald sieht unberührt aus, wo vorher das Zelt stand
Wieder sieht keiner, dass wir überhaupt da waren

Wir folgen dem Forstweg und sind bald schon aus dem Wind und es wird gemütlicher. Da wir den kleinen Pfad zum Neubrunnen nicht finden, laufen wir an der Taubensuhlstraße hinauf. Den Abzweig nach links zur Siebeldinger Hütte nehmen wir nicht, da wir uns nun den Tröpfelbrunnen auf der Karte ausgesucht haben, um zu Wasser zu kommen. So wandern wir die Taubensuhlstraße noch drei Kehren hinauf und erfreuen uns an dem sanften Geplätscher, das der Brunnen macht.

Eine gefasste Quelle mit Becken trägt die Inschrift Tröpfelbrunnen
Der Tröpfelbrunnen füllt langsam, aber stetig die Wasserflaschen und den Wassersack

Erst die Wasserflaschen, dann den Wassersack und nochmal die Wasserflaschen, die fast schon wieder leergetrunken sind. Es dauert lange, aber wir habe es ja nicht eilig und ich habe mittlerweile auch schon zwei Schichten ausgezogen und im Rucksack verstaut.

Beinahe gegenüber des Tröpfelbrunnens geht ein schmaler Pfad, mit Markierung roter Punkt, hinab zur Siebeldinger Hütte, dem wir mit gluckerndem Wassersack folgen.

Ein schmaler Pfad führt steil nach unten
Die Markierung roter Punkt führt auf schmalem Pfad steil hinab zur Siebeldinger Hütte

Wieder liegt ein wunderschöner, gesunder, starker Baum über dem Weg, umgeblasen vom Wind. Ich animiere David zu einem gestellten Foto, bevor wir das Hindernis über- äh, unterwinden.

Eine mächtige Buche ist umgestürzt
David hört (noch) auf mich und macht den Quatsch über die Buche klettern zu sollen für das Foto mit
Ein junger Mann unterquert eine umgestürzte Buche
Drunter durch geht es doch einfacher

Auch diese Hütte haben wir für uns, da aber hier wieder der Wind bläst, ziehen wir uns in die Laube vor dem Eingang zurück. Ich stelle den Kocher mit Wasser auf und decke den Tisch. David ist derzeit inspizierend unterwegs und findet eine Kerze mit Adventsaufdruck, die wir uns zum Frühstück entzünden.

Die Siebeldinger Hütte hat viele überdachte Sitzplätze
Die Siebeldinger Hütte liegt malerisch, am Morgen jedoch noch schattig

Wasserrauschen lockt mich unter dem Dach hervor und ich entdecke die Quelle an der Hütte – na, da wäre der Wassersack ja ruckzuck voll gewesen!

Eine Quelle mit breitem Strahl ergießt sich aus einem Drachenkopf ins Laub
Ein dicker Strahl kommt aus dem Drachenkopf aus der Quelle an der Siebeldinger Hütte

Wir genießen unser Frühstück, Müsli, Apfelstücke, Studentenfutter und Milch aus Milchpulver, dazu einen Kaffee.

Zwei Personen sitzen beim Frühstück am Tisch einer Waldhütte
David hat für unser Frühstück ein Kerzchen gefunden und angezündet

Wir sparen danach nicht mit Spülwasser. Selbst der Tisch glänzt sauber, als wir ihn verlassen, denn den Lindenblütenstaub haben wir auch abgewischt. Unseren Müll transportieren wir in einem Müllsack an meinem Rucksack. Der füllt sich auch unterwegs immer mit Unrat, der im Wald nichts zu suchen hat und den wir auch mitnehmen. Von der Hütte könnten wir weiter bergauf, auf dem roten Punkt spazieren und auf der anderen Seite am Bach nach Süden laufen. Wir entschließen uns, auf dem gelben Weg zu bleiben und laufen daher im Schatten, begleitet vom Wind, der das Tal hinunterfegt. Eine Baumbrücke bietet sich nicht wirklich zur Überquerung der „Schlucht“ an.

Ein Baum ist über das Bachtal gestürzt
Ich wage den Sprung zur Baumbrücke auf die Sonnenseite des Eußerbaches nicht

Unten im Tal kommen die Wege wieder zusammen und wir schauen uns unsere weiteren Möglichkeiten auf der Karte an. Wir wollen den roten Punkt weiter verfolgen, denn wir wollen am Aussichtpunkt Almersberg Mittagspause machen. Leider lassen wir uns schon wieder ablenken, denn wir erkunden noch eine malerische Hütte.

Eine kleine Rasthütte in Fachwerkbauweise
Die Dörrenthalhütte steht am Eingang zum Meisenthal in das wir nun wandern

Das wäre auch ein schöner Übernachtungsplatz, aber leider ist abgeschlossen. Wir entdecken das Schild Meisenthal und nehmen den Weg bergauf. Irgendwann, als der Weg eine Serpentine nach links macht, überprüfen wir Weg und Wanderkarte und stellen fest, dass wir schon wieder anders gehen, als wir uns vorgenommen haben. So nehmen wir klar wahrnehmbare, aber nicht in der Karte eingezeichnete Wege weiter hinauf, bis wir wieder den Weg mit dem roten Punkt erreichen. Auf schmalem Pfad geht es weiter bergauf.

Ein Pfad führt bergauf durch den Wald in eine Wiederaufforstung
Der Weg ist wunderschön und abwechslungsreich, gleich wird David in die jungen Buchen eintauchen

Dann folgt wieder ein Abschnitt mit vom Sturm gefällten Bäumen.

Ein junger Mann klettert auf dem Wanderweg über einen Baum
Immer wieder liegen uns Bäume im Weg und fordern sportliche Kletterübungen

Die Förster bemühen sich um die Wiederaufforstung. Der obere Teil des Berges ist sogar eingezäunt, um den jungen Bäumchen zu ermöglichen, ohne Wildverbiss zu wachsen.

Ein Gatter schützt die Wiederaufforstungsfläche am Almersberg
David geht durch das Gatter der Aufforstungsfläche am Almersberg

Wir passieren einen Felsen, der trotz der porösen Unterstruktur noch aufeinandersteht.

Der Sandstein ist porös und gesprungen – hält den Felsen darauf aber noch
Die verschiedenen Schichten des Buntsandsteins halten irgendwie aufeinander, auch wenn die Erosion unterschiedlich voranschreitet

Noch ein wenig Kraxelei und wir erreichen das Plateau des Almersberges.

Die Hochebene vor dem Rastplatz am Almersberg
Die Hochebene vor dem Rastplatz am Almersberg

Diesmal passe ich auf und entdecke den unscheinbaren Pfad, der zu einem der schönsten Aussichtplätze führt, die ich in der Pfalz bisher gesehen habe.

Ein junger Mann sitzt an einem Tisch, der auf einem Felsen steht
Unser Kocher steht auf einem Felsen neben einem Regenwassertümpelchen

Wir bauen unseren Kocher auf einer Felsplatte auf, gleich nebenan ist ein kleiner Regenwassertümpel. Ich bleibe beim Topf hocken und bewache und rühre unser Essen.

Die Bloggerin rührt im Topf auf dem Gaskocher
Die Outdoorküche an einem besonderen Platz

Zwei Päckchen Tütenessen passen gleichzeitig in den Topf, wir setzen gleich noch unser kleines Töpfchen mit Wasser auf, entweder zum Spülen oder für eine dritte Tüte.

Eine Suppe steht auf einem Tisch mit schöner Aussicht über das Wasgau
Welch schöneren Platz könnte es für das Mittagessen geben? Der Blick reicht tief in das Wasgau

Da ein junger Mensch mehr Hunger hat als ich, überlasse ich den 2. Gang beinahe vollständig David und genieße als Nachtisch die Aussicht.

Aussicht vom Rastplatz Almersberg

Ich strecke mich auf dem Felsen aus, um ein wenig zu ruhen, denn so schnell wollen wir hier nicht wieder weg.

Die Sonne scheint durch Eichenblätter
Der letzte Blick vor dem Mittagsschläfchen verleitet zum Träumen

Erst nach vier Uhr trennen wir uns von diesem schönen Platz und wandern auf dem roten Punkt bis Rinnthal. Wir kommen dabei der B 48 immer näher und somit dem Verkehrslärm. Eine gute Einstimmmung, denn die B 48 mündet im Tal in die B 10. Unter der Brücke mündet auch der Weilerbach in die Queich, allerdings ist das Bachplätschern wegen dem Verkehrslärm nicht zu hören.

Der Weilbach schlängelt sich durch Laubwald zur Queichmündung
Der Weilbach schlängelt sich durch Laubwald zur Queichmündung

Der Weg nach und durch Rinnthal ist nicht sehr attraktiv und die Wegmarkierung sehr verwirrend. Ich gehe nach Gefühl und dabei kürzen wir diesmal ab. Vor dem Bahnhof gehen wir über die Gleise und steigen bergauf. Hier finden wir die Markierung roter Punkt auch wieder. Nach einigen Serpentinen gelangen wir wieder zu einem interessanten Felsgebilde. Davor steht ein Wegweiser, der uns am Hang entlang Richtung Westen und mit Markierung Blau-grüner Balken nach Wernersberg leitet. Nun beginnt eine langwierige Kletterei über Baumstämme.

Viele umgestürzte Bäume liegen über dem Wanderweg
Der Weg ist zwar ausgeschildert, aber wohl seit dem letzten Windbruch noch nicht wieder geräumt

Immer der, der wartet, dass der Vordermann das Hindernis überwindet, findet bei der Betrachtung eine einfachere Lösung und wir müssen wieder viel lachen. Durch dichten Ginsterbewuchs führt und der Weg endlich bergab auf eine offene Fläche mit einem Forstweg. Der ganze Nordhang des Talschlusses ist von Ginster überwuchert, einmalig diese Farbintensität.

Der Ginster hat sich über eine Rodungsfläche ausgebreitet
Im Kahlschlag hat sich der Ginster ausgebreitet

Geblendet von dieser Schönheit leisten wir uns noch einen weiteren kurzen Umweg, bevor wir an der Straße zwischen Sarnstall und Lug aus dem Wald herauskommen. Wir müssen nun 100 m rechts auf der Straße wandern und dann links auf einer Brücke über einen Graben und durch ein Wiesengelände zum Rimbach.

Eine Bohlenbrücke führt über den Straßengraben
Brücke über den Straßengraben, geradeaus verläuft der Wanderweg?

Ein Weg war hier mal, aber begangen wurde der schon lange nicht mehr. Am Rimbach zeugt eine sehr marode Brücke davon, dass der Weg wohl nicht instandgehalten wird.

Wackelige Angelegenheit

Im weichen Untergrund am Bach sehen wir Rehspuren, denen wir hinaus zur Wiese folgen und eine Böschung hinauf laufen, um auf einen gangbaren Weg zu kommen. Hier müssen wir laut Landkarte nach links und in einem großen Bogen letztendlich nach rechts zum Trekkingplatz.

Im Wald ist es mittlerweile schon schattig und kühl, die Wiese neben uns ist noch von der Sonne bestrahlt. Wir entschließen und bereits hier, unser Abendessen auf der Wiese in der Abendsonne einzunehmen. Nach einigen hundert Metern macht der Forstweg einen Linksknick und wir haben einige flache Wiesenstücke im Wald links von uns. Es wäre schön, wenn ein Trekkingplatz mal einen Wiesenuntergrund hätte, sage ich gerade zu David, als er das charakteristische Toilettenhäuschen der Trekkingplätze hinter einem Busch entdeckt. Na super! Angekommen. Da es von Stechmücken nur so wimmelt, wollen wir erst das Zelt aufschlagen und einrichten. Die meisten für Zelte vorgesehenen ebenen Plätze werden gerade von Brombeerranken für die Natur zurückerobert. Allerdings vertragen sich die Stacheln der Brombeeren nicht mit meiner Matte, die ist bei Berührung beleidigt und wird platt. So suchen wir lange nach einem brombeerfreien Platz. Dann schlagen wir das Zelt direkt neben dem Forstweg auf, begleitet von Autolärm von der Straße. Idyllisch finden wir das beide nicht.

Rundblick über den Trekkingplatz Wernersberg

Mit unserem Fressbeutel gehen wir zurück zur Wiese und setzen uns auf den unteren Teil eines Hochsitzes, der einen Nottisch bietet, durch ein schmales Brett, das ihn unten quer stabilisiert. Während David Brot schneidet, melde ich mich per Telefon bei Bernhard. Ich möchte am Vatertag nicht mehr weit wandern, die Pfalz wird voll von Ausflüglern sein, so bestelle ich ihn an die Kirche von Wernersberg.

„Wenn ihr morgen nicht weit laufen wollt, warum wollt ihr dann noch dort schlafen?“ fragt er.

Ich habe den Lautsprecher an und schaue auf David, der zurückschaut.

„Ja, ich weiß nicht, wir haben es uns vorgenommen?!“ versuche ich zu antworten, allerdings wohl nicht sehr überzeugend.

„Ich habe hier Bier für euch kalt liegen!“ tönt es aus dem Lautsprecher „Ich könnte euch in einer halben Stunde abholen.“

Bei „Bier kalt“ ist David um mindestens 20 cm gewachsen und er schaut mich bittend an.

„Halbe Stunde wird knapp. Wir müssen zurück zum Platz, Zelt abbauen, alles verstauen und wieder zurück an die Straße. Das wird hektisch!“ Ich schaue beim Sprechen David an. Er nickt und meint: „Kriegen wir hin“.

„Eine Dreiviertelstunde ist realistisch, also um halb neun.“

Auf den Holzstreben eines Hochsitzes sitzt die Bloggerin beim Abendessen
Ein sonniger Platz mit Sitzmöglichkeit zum Abendessen

Ich erkläre die Stelle, an der er oder wir wartenden können und dann wird es plötzlich wirklich hektisch. Im Laufschritt geht es zurück und ein geordneter Rückzug beginnt. Wir hüpfen vom Wald quer über die Wiese zum Rimbach und David nutzt noch die Gelegenheit, Wiesenblumen für sein Mädchen zu pflücken, dass er morgen wieder sehen wird. Die Wiese ist ein Stoppelacker, ich vermute, vor noch nicht allzu langer Zeit gerodet und noch nicht ganz urbar gemacht, so viele Löcher und Stolperfallen wie diese Wiese hat. Wir gehen vorsichtig über die „Knacksbrücke“ und sausen zur Straße. Erster!

Gegen 21 Uhr sind wir zuhause und nach einer Dusche mit einem kalten Bier auf dem Sofa. Als Dankeschön und Erinnerung für David habe ich uns vor der Tour T-Shirts bestellt, die wir nun stolz tragen.

Die Bloggerin und ihr Neffe sitzen geduscht auf einem Sofa beim Abendessen
Als Belohnung für eine schöne Tour habe ich uns T-Shirts bestellt

Wir haben bewiesen, dass social distancing im Wald gar kein Problem ist! Wir sind insgesamt sechs Personen in den drei Tagen begegnet, weil wir uns auch oft abseits der vielbelaufenen Wege gehalten haben.

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Mein Fazit zu den Trekkingplätzen

Generell ist es großartig, dass es die Möglichkeit für Zeltübernachtungen im deutschen Wald offiziell gibt. Ich hätte allerdings keinen der Plätze bei einer „frei gegangenen“ Trekkingtour gewählt, weil alle weit weg von Wasser oder Quellen sind. Es kann allerdings sein, dass somit Verunreinigungen der Bäche vorgebeugt werden soll. Eventuell würden Menschen sonst Wäsche, Geschirr oder sich selbst am Bach direkt mit Seife waschen, statt abseits vom Bach. Die Lage der Trekkingplätze Heldenstein und Eußerthal, mit Ausrichtung nach Westen finde ich sehr gelungen. Der Platz in Wernersberg ist leider zu brombeerig und zu laut durch die naheliegende Straße. Alle Plätze bieten keine Aussicht, was ich auch schade finde.

Üblicherweise hätten wir sicherlich in den Dörfern auch Mittag- oder Abendessen können, aber leider hatte Coronabedingt noch alles zu. Die von uns passierten Hütten sind nur an Sonn- und Feiertagen offen, das Forsthaus Heldenstein zusätzlich am Mittwochnachmittag und Samstag. Wer wenig Nahrung mitschleppen möchte, sollte seine Tour an die Hütten-Öffnungszeiten anpassen.

Aber ich jammere auf hohem Niveau! Es hat uns Spaß gemacht in unserem schönen Wandergebiet mal anders als bei einer Tagestour unterwegs zu sein. Die verschiedenen Stimmungen zu den verschiedenen Tageszeiten zu erleben und die Temperaturschwankungen von Nacht zu Tag zu Nacht hautnah wahrzunehmen.

Vielen Dank an die Initiatoren der Trekkingplätze Pfalz.

Wenn du Tipps für Trekking-Touren, die Ausrüstung oder den Rucksack brauchst, schaue auf meine Outdoor-Tipps unter Praktisches. Dort habe ich kostenlos Tipps, Downloads und Packlisten für Dich bereit gestellt.

Diese Infos habe ich in Videos vertieft und veranschaulicht. Diese findest Du auf meinem YouTube Kanal.

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