Donau-Radtour mit Wohnmobil – 4. Etappe

Donau-Radtour mit Wohnmobil – 4. Etappe

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Die vierte Etappe unserer Donauradtour führt uns von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige. Die ersten 10 km sind in stadtnahem Verkehr, trotz Radwegen nicht sehr schön zu fahren. Später öffnet sich wieder die Landschaft und wir passieren weitflächige Felder, Wiesen und Donauauen.

4. Etappe von Ulm zum Hofgut Bäldleschwaige

Bernhard parkt morgens das Wohnmobil auf dem Wohnmobilstellplatz in Ulm so, dass die Sonne später prall auf unsere Solarkollektoren scheinen wird. So wollen wir prüfen, ob die Aufbaubatterien sich aufladen oder die Verbindung einen Wackler hat oder die Aufbaubatterien einfach altersschwach sind.

4. Etappe in Komoot

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Wir benutzen den Radwanderführer von Bikeline, den Du hier bestellen kannst, eine Beschreibung findest Du hier.

Mit den Rädern starten wir durch den Freizeitpark Friedrichsaue und sind bald wieder auf dem Donauradweg unterwegs. Anfänglich noch im Grünen, aber bald an einer Schnellstraße entlang, mit dem normalen städtischen Morgenverkehr. Zwar auf Radwegen, aber laut und unattraktiv. Kurz vor Thalfingen passieren wir die Grenze zu Bayern.

Ein Schild markiert die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern
Wir verlassen Baden-Württemberg und erreichen Bayern – mit anderen Corona-Maßnahmen als bisher

Für uns ist das Passieren der Grenze von daher wichtig, weil in Bayern andere Corona-Bestimmungen gelten als in Baden-Württemberg. Beispielsweise sind in Bayern noch Stellplätze, Campingplätze, Übernachtungsbetriebe und Freizeiteinrichtungen gesperrt. Daher ist uns noch nicht endgültig klar, wo wir am Abend sein werden. Vorläufig ist der Plan, bis Donauwörth zu radeln und von dort mit der Bahn, beiden Wohnmobilpassagieren und Fahrrädern zurück nach Ulm (Baden-Württemberg) zu fahren und noch mal auf dem Stellplatz am Stadion zu übernachten.

Wir fahren auf der Bundesstraße durch den Ort Thalfingen und danach auf der anderen Seite der Bundestraße und Bahnstrecke weiter. Kurz vorm Autobahnkreuz Ulm-Elchingen, dass wir von vielen Anfahrten nach Österreich und in die Alpen mit dem Auto kennen, werden wir auf dem Radweg in die Landschaft geleitet. An Badeseen entlang und später durch schönen Auenwald fahren wir nach Leipheim. Unter einer Brücke dort ist eine Radlerpausenstelle mit Kiosk (Radlertankstelle), aber uns ist es für eine Pause noch zu früh.

Der Kirchturm von Leipheim ist durch die Ufergewächse der Donau zu sehen
Die Stadt Leipheim taucht aus dem Ufergrün der Donau auf

Wir lassen Leipheim rechts der Donau liegen und radeln auf der linken Donauseite weiter, immer noch im Schatten der Bäume. Wieder bin ich froh um meine Handschuhe und meine winddichte Jacke. Über den Radweg an der Brücke wechseln wir die Donauseite, um in Günzburg eine Rast zu machen. Das Legoland hat leider auch noch zu, sonst wäre auch das eine schöne Abwechslung zum Radeln gewesen und hätte sich sicherlich auch als Übernachtungsplatz angeboten. Auch in Günzburg ist wieder eine Marktstraße mit ungeheuer schönen alten Häusern, ich liebe das. Wir setzen uns in die Sonne, ich muss noch etwas auftauen.

Links und rechts der Marktstraße ziehen sich bunt gestrichene alte Häuser entlang
Am Marktplatz in Günzburg trinken wir einen Cappuccino – der Sonnenschein trügt, erst hier ziehen ich die Handschuhe aus

Corona – Verständnisschwierigkeiten

Wir wählen ab Günzburg die Variante auf der rechten Donauseite zur Weiterfahrt. Wir fahren auf einen schönen Hügel hinauf, der auf höchster Stelle mit einem Aussichtsturm zu einer Rundumsicht lockt. Leider ist er aber wegen Corona gesperrt. Das ist eine Massnahme, die ich nicht verstehe. Wir fügen uns aber und gucken halt nicht über die Bäume hinweg nach Norden…

Oberhalb des Ortes Offingen steht am Waldrand ein Aussichtsturm
Leider war der Aussichtsturm oberhalb Offingens wegen Corona gesperrt

Im Abwärtsfahren kommen die Kühltürme von Grundremmingen in Sicht, die uns einige Zeit begleiten. Wir fahren in Offingen wieder über die Donau und folgen direkt an der Donau dem Donaudamm. Dass ist eine eigene Variante, denn der eigentliche Donauradweg ist ca. 2 km westlich der Donau ausgeschildert. So haben wir einen tollen Blick auf die Donau, wegen der wir ja radeln, auf Flora und Fauna. Gundelfingen taucht links von uns auf, wir bleiben aber direkt auf dem Damm. Die Donau breitet sich immer weiter aus und wir verlassen den Damm zum Ort Faimingen hin.

Bei der Donaustaustufe Faimingen ist die Donau sehr breit
Die Donau weitet sich in ihrem Bett vor der Staustufe Faimingen

Geschichtsexkursion

Ein kleines Hinweisschild „Römertempel“ macht uns neugierig und wir entdecken eine schöne und gepflegte Anlage.

Ein Lageplan und Ruinen des Römertempels Faimingen
Am Beginn der Ausgrabungsstätte des Römertempels Faimingen ist ein Lageplan
Ruinen des Römertempel Faimingen werden von einem Besucher betrachtet
Die Überreste des Römertempels

Sogar die öffentliche Toilette am Tempel ist geöffnet, was wollen wir mehr? Fast nahtlos geht der Ort in das Städtchen Lauingen über. Am Ortseingangsschild erhasche ich den Namen Albertus Magnus und denke spontan an meine Tochter, die in ein gleichnamiges Gymnasium gegangen ist. Wir radeln auf der Hauptverkehrsstraße in die Ortsmitte, die von einem schönen Kirchturm markiert wird.

Der Kirchturm von Lauingen ist in interessanten Stufen erbaut
Unten in viereckingen Stufen, später sechseckig – der Kirchturm von Lauingen

Auf dem Marktplatz entdecke ich ein Denkmal von Albertus Magnus, jetzt erschließt sich der anfängliche Hinweis.

Ein Denkmal ist dem Heiligen Albertus-Magnus gewidmet
Albertus Magnus, einer der größten Gelehrten des Mittelalters, ist um 1200 in Lauingen geboren

Wir radeln auf offiziellem Donauradweg aus Lauingen hinaus Richtung Ludwigsau und genießen die Fahrt durch den Wald bis Dillingen. Die Hauptstraße durch den Ort ist von riesigen, alten Gebäuden gesäumt.

Die Studienkirche und Universität in Dillingen
Die Universität (rechts) in Dillingen wurde 1549 gegründet, links die Studienkirche

Wieder geht’s hinunter zur Donau, endlich sind wir am Fluss unserer Begierde zurück! Der Radweg ist wieder beschaulich, links der Wald, rechts die Donau, auf dem Damm bunte Blumen und im Wasser allerlei Brutgeschäft – wie schön! Das einzige was stört, ist das Grummeln des Magens. Nein, bis Donauwörth halten wir ohne Mittagessen nicht durch. Am Marktplatz in Höchstädt locken Sonnenschirme von Restaurant und Eiscafé die hungrigen Besucher. Wir entscheiden uns für das griechische Lokal Poseidon und essen vorzüglich. Ein Aperitif zu Beginn, eine Hauptspeise von der Tageskarte und ein inkludierter Nachtisch – eine sehr gelungene Pause.

Am Marktplatz in Höchstädt stehen große Bürgerhäuser
Das Vogteihaus in Höchstädt hat eine beeindruckende Größe mit seinen beiden Eckerkern. Wir blicken von unserem Mittagstisch beim Restaurant Poseidon auf die schönen Bürgerhäuser

Donauradweg – ohne Donau

Wir folgen der neuen Donauradwegbeschilderung erst mal zum Schlößchen und eine Parallelstraße wieder zurück, komische Wegführung. Nördlich der Baggerseen führt der Radweg durch Sonderheim und Blindheim. Wir fahren auf Radwegen entlang von sehr wenig befahren Landstraßen, weitab der Donau und genießen die Aussichten auf die Dörfer, Wiesen und Felder. Nach Gremheim queren wir die Donau und radeln nun rechts, wieder weitab der Donau weiter. Links von uns liegen einzelne Gehöfte, die mit „Nachnamen“ „Schwaige“ heißen. Circa einen Kilometer vor Pfaffenhofen geht es direkt auf der Landstraße nach Norden. Wenige motorisierte Fahrzeuge begegnen uns, dafür viele Fahrradfahrer, die den sonnigen Tag draußen genießen. Wir freuen uns auf das Hofgut Bäldleschwaige, auf Kaffee und Kuchen. Mit einem anderen Schwung Radfahrer erreichen wir das Hofgut. Die Parkplätze für Radler und Autofahrer sind sehr großzügig angelegt, die Bewirtungsmöglichkeiten des Hofgutes ebenso. Das scheint in normalen Zeiten ein absoluter Ausflugsmagnet zu sein. Einige Familien mit Kleinkindern genießen Spielplatz und Streichelzoo, Eis, Kuchen und Softgetränke. Ich entdecke einen Flyer von „Landlust“, dem Handbuch für Wohnmobilisten, die gerne bei Landwirten, Manufakturen, Künstlern und Handwerker nächtigen. So keimt in uns die Idee auf, ob wir eventuell doch heute bereits in Bayern nächtigen können. Wir fragen nach, die Besitzerin sagt, der Wohnmobilstellplatz wäre zwar noch gesperrt, aber auf dem normalen Parkplatz könnten wir gerne stehen. So entscheiden wir, dass Bernhard noch bis Tapfheim zum Bahnhof radelt und nach Ulm zurückfährt, um das Wohnmobil nachzuholen. Ich bleibe am Hofgut, schneide bei einem erfrischenden Apfelmost meinen Film für meinen Instagram-Account, sortiere Fotos und genieße die Sonne und Rast.

Der Spielplatz beim Hofgut Bäldleschwaige ist wie eine Burg errichtet
Der Spielplatz vor dem Streichelzoo beim Hofgut Bäldleschwaige

Bernhard ist lange vor der Abfahrt seines Zuges am Bahnhof in Tapfheim und hat dort ein besonderes Erlebnis. Das Bahnhofsgebäude ist von Privatleuten gekauft, restauriert und renoviert worden. Ein Café und eine Schmuckmanufaktur sind eingezogen, es finden Workshops und Veranstaltungen statt. Die Einrichtung ist nostalgisch und nachhaltig, da überwiegend recycelte Möbel verwendet wurden. Aus einer Sektlaune im sommer 2015 heraus entstand der Gedanke, den alten, ungenutzten Bahnhof in eine Begegnungsstätte für Alte und Junge, für Einheimische und Gäste umzugestalten. Das Projektteam hat bis zur Eröffnung des Café Bruno im Frühjahr 2018 ganz Arbeit geleistet und ein wahres Schmuckstück gestaltet, mit viel Liebe zum Detail. Bernhard war von der Herzlichkeit, dem Ambiente und dem Kaffee, den er getrunken hat, völlig begeistert. (Öffnungszeiten: Mi + Do 8.30-18.00 Uhr, Fr+Sa 8.30-22 Uhr, So+Feiertag 9-18 Uhr, Mo+Di IMMER geschlossen – Reservierungen: 09070-9609720)

Das Bahnhofsgebäude in Tapfheim ist frisch renoviert
Das Bahnhofsgebäude in Tapfheim ist frisch renoviert und in ein Café und Schmuckmanufaktur umgewandelt worden
Die Außensitzplätze am Gleis im Café Bruno sind mit recycelten Stühlen ausgestattet
Der Außenbereich des Cafés am Gleis ist mit recycelten Sitzmöbeln gestaltet – das zeugt von nachhaltigem Handeln
Zwei Frauen stehen im Café Bruno im alten Bahnhof von Tapfheim
„Wie drapiert man Coronamasken, so dass sie schick aussehen?“ Würde ich als Sprechblase über das Bild der beiden Besitzerinnen im Café Bruno gerne schreiben
Der Speiseraum im Café Bruno an der hinteren Wand steht eine Jukebox
Mich begeistert die Jukebox im Speiseraum beim Fotogucken am meisten
Unter alten Bäumen ist das Gartencafé gemütlich gestaltet
Links des Bahnhofes lädt das Gartencafé unter alten Bäumen zum Verweilen ein

Um halb acht am Abend ist Bernhard erst wieder zurück im Hofgut Bäldleschwaige, das war ein langer Tag für ihn. Wir vespern noch im Hofgut, bevor wir den Sonnenuntergang draußen genießen.

Der Sonnenuntergang hinter den Büschen des Hofguts Bäldleschwaige
Der Sonnenuntergang unterhalb der Kaltfrontbewölkung beim Hofgut Bäldleschwaige

Hier geht’s zur 1. Etappe Donauradweg: von Donaueschingen nach Beuron.

Hier geht’s zur 2. Etappe Donauradweg: von Beuron nach Riedlingen.

Hier geht’s zur 3. Etappe Donauradweg: von Riedlingen nach Ulm.

Hier geht’s zur 5. Etappe Donauradweg: vom Hofgut Bäldleschwaige nach Ingolstadt.

Hier geht’s zur 6. Etappe Donauradweg: von Ingolstadt nach Regensburg.

Hier geht’s zur 7. Etappe Donauradweg: von Regensburg nach Metten.

Hier geht’s zur 8. Etappe Donauradweg: von Metten nach Passau.

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