Tipps Trekkingrucksack – Download

Tipps Trekkingrucksack – Download

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Was ist ein Trekkingrucksack und was gehört bei unterschiedlichen Trekkingtouren hinein? Immer wieder bekomme ich diese und weitere Fragen bei Ausbildungen und Wanderführungen gestellt. In diesem Download erhältst Du Antworten.

Eine ausführliche Beschreibung mit Bildern zum Thema Trekkingrucksack kaufen – packen – benutzen findest Du hier.

Eine Packliste für den Trekkingrucksack findest Du hier.

Ich habe über das Packen des Trekkingrucksacks für Dich ein Video auf meinem YouTube-Kanal online gestellt. Ebenso ein Video über Mehrtagesrucksäcke, Funktion, Unterschiede und Verwendung.

Zwei unterschiedliche Gaskocher werden vorgestellt
Zwei unterschiedliche Gaskocher

Hier kannst Du die Tipps für den Trekkingrucksack, die Trekkingtour downloaden.

Tipps Trekkingrucksack

Tipps Trekkingrucksack

kaufen – packen – benutzen

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Was ist ein Trekkingrucksack und was gehört bei unterschiedlichen Trekkingtouren hinein? Immer wieder bekomme ich diese und weitere Fragen bei Ausbildungen und Wanderführungen gestellt. In diesem Beitrag erhältst Du Antworten.

Trekkingtouren

In diesem Outdoor-Tipp geht es um Trekkingtouren, Fernwanderungen ohne Unterkünfte. In einem anderen Outdoor-Tipp von Reisepunsch.de geht es um Fernwanderungen, die an Unterkünften enden.

Der Ursprung des Reisens sind Trekkingtouren, denn ursprünglich hat es keine festen Unterkünfte für Reisende gegeben. Schon unsere nicht sesshaften Vorfahren, die je nach Nahrungsvorkommen und Jahreszeit umhergezogen sind, waren als Trekker unterwegs, haben abends einen Lagerplatz gesucht und sich irgendeine Zuflucht gebaut, ein Lagerfeuer errichtet, sich gebettet.

Die Packliste für den Trekkingrucksack stelle ich Dir kostenlos als Download zur Verfügung. Diese Tipps für den Trekkingrucksack kannst Du Dir ebenfalls kostenlos downloaden.

Ich habe ein Video über verschiedene Mehrtagesrucksäcke erstellt und auf meinem Youtube-Account veröffentlicht. Ebenso ein Video über das Packen des Trekkingrucksacks.

Trekking

In vielen Ländern kannst Du ohne Trekkingrucksack mit Inhalt Deine ausgewählte Tour nicht machen. Denke an Wanderungen im Fjäll in Norwegen. Oder den GR20 auf Korsika. Oder den Appalachin Trail im Osten der USA. Dir fallen gewiss noch weitere Ziele ein. Mittlerweile gibt es in Deutschland in manchen Mittelgebirgen Trekkingplätze. Unter anderem in der Pfalz. Hier kannst Du auf ausgewiesenen Trekkingplätzen Dein Zelt oder Tarp aufschlagen oder Deine Hängematte aufhängen. Allerdings musst du die Nutzung dieser Plätze vorher buchen, damit sie nicht überbelegt werden. Ich finde das eine tolle Idee, denn Du kannst nun vom Donnersberg bis in den südlichsten Zipfel der Pfalz eine über zweiwöchige Tour machen. Eventuell auch nur eine kurze Tour, um Deine Ausrüstung für ein große Auslandstour zu testen?

Vorbereiten einer Trekkingtour

Meist fängt die Planung einer Trekkingtour mit der Auswahl an. Du möchtest einem bestimmten Weg folgen. Entweder die komplette Länge oder nur einige Etappen davon. Meist ist mit dieser Überlegung bereits das Gelände bekannt, die Weglänge, die Höhenmeter, die voraussichtliche Dauer der Wanderung, ob eine Versorgung mit Nahrungsmitteln unterwegs möglich ist. Entweder durch Erfahrung, einen Wander- oder Pilgerführer, dem Ausmessen auf einer Karte oder durch den Blick ins Internet (Wanderroutenseiten) oder auf Komoot.

Aus diesem Wissen ergibt sich, was Du für die Trekkingtour an Kleidung, Nahrung und Ausrüstung benötigst.

Trekkingrucksack

Größe eines Trekkingrucksacks

Ein Trekkingrucksack sollte den maximalen Inhalt, der für die Trekkingtour benötigt wird, fassen. (Ich meine das Maximale beim Minimalen. Wer sein Gepäck tragen muss, für den ist weniger Gepäck  mehr Erlebnis. Bedenke, dass Du jegliche Kleidung durchwaschen und immer wieder verwenden kannst!) Ich rate dazu, möglichst wenig am Rucksack außen zu befestigen, sondern möglichst immer alle Sachen im Rucksack zu transportieren (Ausnahme Trekkingstöcke und Eispickel, wenn notwendig).

Je nach Art der Trekkingtour, Entfernung und Wetter reicht ein 50 l Rucksack. Allerdings kann auch ein 80 l und mehr Rucksack oder sogar eine Pulka oder eine Rollpulka für eine Tour notwendig sein.

Art des Rucksacks

Es gibt mittlerweile so viele unterschiedliche Modelle für Trekkingrucksäcke, dass jede und jeder Vorüberlegungen anstellen sollte, wie sie oder er packen möchte. Bist Du ein ordnungsliebender Typ, dann ist ein Rucksack mit vielen verschiedenen Taschen für Dich eher geeignet, als einer mit einem großen Hauptfach und einem kleinen Nebenfach. Stopfst Du gerne oder möchtest Du übersichtlich packen? Dafür gibt es auch bei den Trekkingrucksäcken mittlerweile einige Arten von Kofferrucksäcken, wo das Hauptfach mit einem Rundum- oder Seitenreißverschluss geöffnet werden kann.

Wichtig ist: der Trekkingrucksack sollte bequem und ermüdungsfrei auf Deinen Rücken passen. Er sollte stabil sein und doch ein möglichst geringes Eigengewicht haben.

Aufbau von Rucksäcken

Schulterriemen

Die Schulterriemen müssen gepolstert und für Deine Schultern zugeschnitten sein. Die Unterschiede von Frauen- und Männerrucksäcken liegen zum einen bei den Schultergurten. Bei einem Rucksack für Frauen sind die Schulterriemen am Rucksack enger zusammen angebracht, schmaler geschnitten und in einer leichten S-Kurve geformt.

Die Schulterriemen sind unten am Rucksack befestigt und verstellbar. Hier variierst Du die Höhe, in der der Rucksack sitzt.

Die Schulterriemen haben bei Trekkingrucksäcken immer eine verstellbare Verbindung zum oberen Rucksack. Damit gleichst Du die Entfernung des Rucksacks zum Rücken aus, das ist bei verstellbarem Tragesystem wichtig. 

Verstellmöglichkeit der Schulterriemen
Mit diesen Gurten werden die Schulterriemen in der Höhe und im Abstand angepasst

Brustgurt

Die Schulterriemen sollten einen Brustgurt haben, der in der Höhe verstellbar ist. Bei Schulterriemen für Frauen lässt sich der Brustgurt weit nach oben stellen, sodass er oberhalb der Brust geschlossen werden kann. Der Brustgurt dient dazu, die Schulterriemen für Dich passend über die Schultern zu führen. Er ist Garant dafür, dass der Rucksack nicht ständig hin und her rutscht. Er hilft bei einer plötzlichen Bewegung, den Rucksack an der gleichen Stelle zu halten, so dass der Rucksack nicht ein Bewegungsverstärker wird (die Eigenbeschleunigung eines Rucksacks kann Dich aus dem Gleichgewicht bringen und erhöht die Unfallgefahr).

Rucksäcke mit Trinkschlauchbefestigung
Unterschiedliche Verstellmöglichkeiten bei Brustgurten und verschiedene Befestigungen für den Trinkschlauch

Beckengurt

Bei einem Trekkingrucksack ist ein Beckengurt besonders wichtig. Er nimmt das Gewicht von den Schultern auf die Hüfte, wenn er gut auf den Beckenknochen aufsitzt. Bei Frauenrucksäcken ist der Beckengurt nach oben runder geformt, mit kürzeren Bauchgurten. Je mehr Volumen der Rucksack hat, desto besser sollte der Beckengurt gepolstert sein. Manchmal sind im Beckengurt kleine Reißversschlusstaschen angebracht, in denen Lippenfettstift, Taschentücher etc. untergebracht werden können. Achte darauf, dass sich der Inhalt auch entnehmen lässt, wenn Du den Rucksack trägst.

Beckengurt eines Rucksacks
Der Beckengurt ist gut gepolstert, hat eine Formunterteilung, damit er besser anliegt und eine Außentasche mit Reißverschluss

Rückenlänge

Die Rückenlänge des Rucksacks ist bei Trekkingrucksäcken wichtig. Ein Rucksack, den Du Dir für eine Trekkingtour anschaffst, sollte auf Deine Rückenlänge passen. Es gibt Menschen mit kurzen und Menschen mit langen Rücken. Und Rucksäcke, die kürzer oder länger im Rücken gebaut sind. Es werden auch Rucksäcke mit verstellbarem Tragesystem, bei denen sich die Rückenlänge anpassen lässt, verkauft.

Reißverschlüsse

Die Reißverschlüsse am Rucksack sollten stabil sein und eine Abdeckung haben, als Staub- und Nässeschutz für den Reißverschluss und den Rucksackinhalt. Mache die Reißverschlüsse immer asymmetrisch zu, nie oben in der Mitte. Durch die Bewegung des Rucksacks gehen die meisten Reißverschlüsse, die oben geschlossen sind, von selbst auf und Du kannst Ausrüstung verlieren (blöd für Dich und die Umwelt).

Taschen, Fächer

Mache Dich mit den Taschen oder Fächernan Deinem Rucksack vertraut. Für was ist welche Tasche, welches Fach praktisch? Benötige ich ein großes Fach zum Kramen oder brauche ich viele Taschen und Fächer für meine Ordnung?

Gerade weil es für jede Sportart unterschiedlich konzipierte Rucksäcke gibt, solltest Du Dir beim Kauf den Rucksack mit seinen Funktionen erklären lassen. Wenn Du nie einen Helm auf Deinen Touren dabei hast, benötigt Dein Rucksack auch kein Fach für einen z.B. Kletter- oder Fahrradhelm.

Laschen, Riemen

Was bedeutet welche Lasche, wo befestige ich was? Frage im Geschäft nach, für was welche Lasche und welcher Riemen vorgesehen ist. Kein Rucksack hat ein Detail angebracht, das keine Funktion hat. Lasse Dir auch die Bedienung von Laschen und Riemen zeigen, wenn sich die Handhabung für Dich nicht erschließt. Ich wette, dass manche Verkäufer mit Deinen Fragen überfordert sind, weil sie sich nicht mit der Funktion auseinander gesetzt haben. Es gibt zwar mittlerweile für jeden Sport Rucksack-Spezialanfertigungen, aber wer verkauft, sollte die Details jeden Rucksacks ergründet haben.

Regenhülle

Praktisch ist, wenn der Rucksack von vornherein eine Regenhülle hat. Am besten in einem Staufach am Rucksackboden, dass von außen zu öffnen ist und in dem die Regenhülle per Knopf, Klett oder Clip befestigt ist. So kann sie bei einem Windstoß nicht fortfliegen. Regenhüllen kannst Du auch für jede Rucksackgröße nachkaufen.

Trinksystem

Für den Trinksack sind bei Trekkingrucksäcken innen am Rucksackrücken ein Einschubfach vorgesehen, meist mit Befestigungsmöglichkeit oben (Klipp, Klett, Lasche). Der Schlauch wird an der Öffnung H2O aus dem Rucksack geführt. Die H2O Öffnung sollte großzügig ausgelegt sein, seitlich am oberen Rucksack oder in der Mitte. Benutzt Du ein Trinksystem, achte darauf, dass Dein Mundstück mit Abdeckung durch die Öffnung passt.

Am Schulterriemen sollte eine Möglichkeit angebracht sein, den Schlauch anzubringen, mit der Öffnung nach unten oder oben, entweder mit Klett, Clip, Gummi oder als Einhakmöglichkeit.

Außentaschen unten

Bei den meisten Rucksäcken sind an den Seiten unten Außentaschen angebracht. Das Material ist sehr unterschiedlich. Netz, Mesch, Neopren oder sogar der Rucksackstoff kommen zum Einsatz. Hier können z.B. die Trinkflasche, Landkarten oder sonstige Kleinigkeiten untergebracht werden.

Unterschiedliche Seitentaschen an Rucksäcken
Unterschiedliche Seitentaschen an Rucksäcken – leichtes Neopren und Netzgewebe

Schlaufen am Rucksack

Die Stockschlaufen sind meist zwei nebeneinanderliegende Schlaufen, die vorne am Boden des Rucksacks angebracht sind. Hier werden die Stockspitzen der Trekkingstöcke eingeführt. Sind Stockschlaufen vorhanden, sind meist unterhalb des Deckels oder im oberen Rucksackdrittel auch Stockbefestigungen vorhanden. Als Gummizug, Haken, Lasche oder Klett. Sind keine Stockschlaufen vorhanden, benutze die Seitentaschen (Netz, festes Material) um die Stockspitzen dort unterzubringen. BEACHTE: Stockspitzen NIE nach OBEN am/im  Rucksack befestigen. Das ist für Umstehende (Mitwanderer, Mitbenutzer ÖPNV) eine höchste Unfallgefahr.

Die Pickelschlaufe ist eine einzelne große Schlaufe, die Du meist nicht benötigst (außer beim Bergsteigen mit Gletscherbegehung). Der Pickel wird von oben in die Schlaufe eingeführt, wobei die Pickelspitze zum Rucksack und die Pickelschaufel vom Rucksack weg zeigt. Ist der Pickel vollständig eingefädelt, wird er nach oben geklappt und an der Befestigung unterhalb des Deckels oder im oberen Rucksackdrittel fixiert.

Stockbefestigung am Rucksack
Die Trekkingstöcke werden in die Stockschlaufen am Rucksackboden eingeführt und mit hier mit eine Befestigungsgummi fixiert

Befestigungslaschen

Manche Rucksäcke haben noch zusätzliche Befestigungslaschen. Dort können Helme in Helmnetzen oder zusätzliches Material befestigt werden. Dazu benötigst Du eigene Riemen. Wenn Du etwas befestigst, achte darauf, dass der Gegenstand keine Pendelbewegungen macht. Die muss Dein Körper beim Gehen ausgleichen, er verbraucht mehr Energie und Du ermüdest schneller. Ich rate davon ab, zu viel am Rucksack außen zu befestigen, da das deine Unfallgefahr (hängenbleiben) erhöht.

Abstand zum Rücken

Der Rucksack kann einen Mesh-Abstandshalter haben. Durch eine stabile Stegvorrichtung wird der Rucksack vom Rücken weg gehalten. Durch den Abstand wird das Schwitzen des Rückens verringert. Eine andere Möglichkeit ist ein gepolsterter Rücken mit Quer-, Längs- oder Schrägrillen, die ebenfalls Luft zwischen Rucksack und Rücken zirkulieren lassen.

Rucksackboden

Der Rucksackboden sollte aus einem stärkeren Material als der restliche Rucksack sein, da er beim Aufstellen auf verschiedenen Untergründen stark beansprucht wird. Gut ist, wenn er zusätzlich wasserabweisend ist. Manchmal ist die Regenhülle im Rucksackboden untergebracht, was einen zusätzlichen Schutz des Rucksackinhalts ermöglicht.

Schlüsselkarabiner

Bei vielen Rücksäcken sind Schlüsselkarabiner angebracht. Manchmal im Deckelfach, manchmal in einem Vorfach. So haben Auto- oder Wohnungsschlüssel einen festen Platz und gehen beim Kramen in den Fächern nicht verloren.

Einstellungen Rucksack

Wie muss der Rucksack sitzen?

Das Zusammenspiel von Rückenlänge, Schulterriemen, Brustgurt und Beckengurt regelt den Sitz Deines Rucksacks. Ob der Rucksack gut sitzt, stellst Du vor einem Spiegel fest. Du setzt den Rucksack mit weit gelösten Schulterriemen auf. Zuerst zurrst Du den Beckengurt, der auf Deinen Beckenknochen gut aufsitzt, fest. Dann ziehst Du die Schulterriemen langsam an. Nun sollte der Abstand zwischen Schulterriemen und Schulter etwa ein bis zwei Zentimeter sein, die Schulterriemen sollten auf der Schulter NICHT aufsitzen. Eventuell kannst Du mit den oberen Verstellern den Abstand zur Schulter etwas verändern. Die Schulterriemen liegen nur oberhalb der Brust, am Übergang zu den Schultern fest an, in der Kuhle zwischen Armkugel und Schlüsselbein. Sitzt der Schulterriemen fest auf den Schultern, ist die Rückenlänge des Rucksacks für Dich zu kurz.

Der Brustgurt sollte, wenn der Rucksack richtig sitzt, so in der Höhe verstellbar sein, dass Du den Brustgurt oberhalb der Brust schließen kannst. Er soll die Schulterriemen an der richtigen Stelle (Kuhle) halten. Ist der Brustgurt nicht so hoch verstellbar, ist der Rucksack nicht für Deinen Körper konzipiert.

Der gepackte Trekkingrucksck auf dem Rücken der Bloggerin – Ansicht von der Seite
Ich mit meinem gepackten Rucksack von der Seite

Kompressionsriemen

Die Kompressionsriemen dienen dazu, den Rucksack möglichst klein zu zurren. Sind die Kompressionsriemen fest angezogen, verringert sich das Volumen des Rucksacks. Er beult nicht so weit aus, die Distanz von Rucksackbauch zu Deinem Rücken wird verringert. Das Tragen ist ermüdungsfreier. Bei Trekkingrucksäcken sollten die Kompressionsriemen großzügig konzipiert sein, da doch evtl. das Zelt oder die Liegematte außen am Rucksack angebracht werden muss.

Spezielle Ausrüstung und Verhalten bei der Trekkingtour

Kocher und Lagerfeuer

Wer auf eine mehrtägige Tour geht und sich selbst verpflegt, hat meist den Wunsch nach einer täglichen warmer Nahrung. Auch wer morgens einen Kaffee oder Tee genießen möchte, benötigt eine Hitzequelle. Oftmals ist es möglich, ein Lagerfeuer zu machen. Dann benötigst Du etwas Zunder (trockene Stücke eines Baumpilz, Birkenrinde (die ist alkoholhaltig), stark vermodertes Holz, trockenes Gras etc.), etwas Anbrennholz (klein und trocken) und trockene Zweige und Äste für das eigentliche Feuer. Drumherum Steine, die ein wenig vor Funkenflug schützen und davor, unabsichtlich ins Feuer zu geraten. Mache nur ein so großes Feuer, wie Du zum Kochen benötigst. Versuche, ein möglichst funkenarmes Feuer zu machen, denn Funkenflug kann Waldbrände verursachen. Dazu benutzt Du trockenes Holz aus der Umgebung, oder unterwegs gesammeltes. Fälle keine Bäumchen, frisches Holz brennt nicht gut und raucht stark, da es noch nass ist. Ein kleines Beil kann hilfreich sein, wenn Du große trockne Holzstücke zerkleinern oder länge Äste kürzen möchtest. Je nach Gegend und Jahreszeit benötigst Du das Feuer auch zum Wärmen oder als rauchendes Feuer gegen Mücken.

Ist ein Lagerfeuer nicht möglich (Gletscher, Felsgegend, Waldbrandgefahr) solltest Du einen Kocher dabei haben. Da gibt es welche mit flüssigem Brennstoff (Kerosin, Spiritus, Benzin), festem Brennstoff (Esbit) oder gasförmigem Brennstoff (Propan, Bhutan). Es kommt auf die Gegend und Deine Überlegungen an, für welchen Brennstoff Du dich entscheidest. Ich würde für lange Trekkingtouren einen Benzinkocher wählen, da ich Benzin bei jedem Auto nachtanken kann (bewohnte Gegenden, an einer Landstraße…) Der Benzinkocher sollte für unterschiedliche Treibstoffarten einstellbar sein.

Manchmal – bei höchster Waldbrandstufe – darf GAR KEIN offenes Feuer gemacht werden, dazu zählt auch jeglicher Kocher. Dann bleibt nur die kalte Küche!

Zwei unterschiedliche Gaskocher werden vorgestellt
Zwei unterschiedliche Gaskocher

Nahrung und Töpfe

Jeder Mensch hat eigene Essensvorlieben. Diese sollten auch bei einer Trekkingtour berücksichtigt werden. Wenn Du Dinge essen musst, die zwar klein und leicht und nahrhaft sind, Dir aber überhaupt nicht schmecken, dann hast Du unterwegs weniger Spaß an der Tour. Überlege Dir, was Du gerne isst und schaue, ob es das in leichter, kleiner, nahrhafter Version gibt.

Ich nehme gerne Müsli, Studentenfutter und Milchpulver fürs Frühstück mit. Das ist nahrhaft und kann kalt oder warm genossen werden. Manchmal nehme ich mir auch Brot mit, oder, wenn ich weiß, dass ich Feuer machen kann, nur Mehl. Dann backe ich mir mein Brot selbst. Entweder nur Mehl mit etwas Wasser und Salz zusammenrühren, es muss ein fester Brei sein, und in meiner Pfanne oder auf einem heißen Stein beim Feuer garen lassen. Oder Mehl mit Trockenhefe, etwas Zucker, Wasser und Salz verrühren und verkneten und in einer Schüssel über längere Zeit im Warmen gehen lassen (z.B. nachts im Schlafsack, da sollte der Schüsseldeckel allerdings gut schließen!) Morgens Brötchen formen und in der Pfanne oder auf dem heißen Stein garen (die werden luftiger als ohne Hefe).

Zum Kochen nehme ich entweder Couscous mit, Gemüsebrühe, Zwiebeln und Knoblauch und roten Spitzpaprika (dass kann ich tatsächlich mehrere Tage hintereinander essen, ohne dass es mir überdrüssig wird.) Den Couscous (von Baktat) verfeinert ich zuhause schon mit getrockneter Minze. Oder Nudel-Fix-Gerichte mit möglichst kurzer Kochzeit und möglichst viel Nährwert. Die zwei Portionen-Packung benötige ich aber für mich allein. Natürlich gibt es auch im Outdoor-Laden spezielle Trekkingnahrung, die ich für Winter- oder weite Touren, ohne Möglichkeit unterwegs Verpflegung nachzukaufen, benutze.

Manchmal mische ich mir zuhause sogar Cremespeise- und Milchpulver, dass ich unterwegs nur mit Wasser und meinem Minischneebesen aufschlage. Wenn ich mich für eine Etappe belohnen will. Wenn ich frustriert bin und eine Aufmunterung benötige. Wenn ich mir etwas Besonderes gönnen will. Da muss jede und jeder seinen Weg finden. Bedenke, Du musst die Nahrung tragen, allerdings wird der Rucksack täglich leichter.

Mittlerweile nehme ich kaum noch Riegel irgendeiner Art mit. Ich mag sie einfach nicht mehr, ich habe sie zu viele Jahre auf meinen Touren gegessen.

Ich benutze seit über 30 Jahren ein Edelstahltopfset. Das sind drei ineinanderpassende Töpfe mit einem Deckel. Die können auf allen Brennquellen stehen, lassen sich gut reinigen und sind unverwüstlich. Ich wähle vor der Tour aus, ob ich alle Töpfe, oder nur einen Teil davon mitnehme.

In manchen Gegenden ist es ratsam, Deine Nahrungsmittel nachts in einem geruchsdichten Packsack, abseits vom Lager in einen Baum zu hängen, damit die Wildtiere Dir nicht zu nah auf den Leib rücken. Die Packsäcke von Ortlieb sind dafür sehr empfehlenswert, eine 3 mm Reepschnur (ca. 10 m) und ein Karabiner.

Stinkerschäufelchen und Toilettenpapier

Bei einer Trekkingtour sollte immer ein kleines Schäufelchen mitgeführt werden. Wer unterwegs seine Notdurft verrichtet, sollte dies abseits des Weges (mindestens 10 m) machen. Ein kleines Loch im Boden graben, Notdurft reinmachen, Toilettenpapier darauf und wieder mit dem Boden bedecken. So wird die Notdurft schneller von den Bodenbakterien verarbeitet und das Toilettenpapier fliegt nicht in der Landschaft umher. In felsigem Gebiet, einige Steine wegheben und diese über die Notdurft drüberlegen.

Das Schäufelchen kannst Du an Regentagen auch nutzen, um eine Abflussrinne um Dein Zelt zu graben. Am nächsten Tag bringe alles wieder in seinen möglichst ursprünglichen Zustand.

Bitte nutze ausschließlich Toilettenpapier (ungebleichtes), denn das löst sich schnell auf. Papiertaschentücher sind heutzutage so konzipiert, dass sie extra reißfest sind und sehr langsam verrotten.

Ein Schäufelchen dient unterwegs zum Vergraben der Notdurft
Mein Stinkerschäufelchen ist ein stabiles Gartengerät

Frauen und pinkeln

Ich benutze schon seit vielen Jahren draußen beim Pinkeln kein Toilettenpapier mehr, um mich abzutupfen. Ich, als Frau, gehe draußen beim Pinkeln in die Hocke. Ich fasse mir von hinten um die Oberschenkel und ziehe mir meine äußeren Schamlippen ein wenig auseinander. So öffnen sich auch die inneren Schamlippen und mein Urinstrahl kann direkt aus der Harnröhre auf den Boden fließen. Nach Beendigung ziehe ich die Hosen wieder hoch, die somit trocken bleiben.

Müll

Du hast selbstverständlich einen Müllsack mit, der etwas stabiler ausfallen kann. Bemesse die Größe des Müllsacks an der Verpackung Deiner Nahrungsmittel. Eventuell wählst Du ihn auch größer, weil Du den Müll von Anderen bis zur nächsten öffentlichen Mülltonne mitnehmen möchtest?

Gast in der Natur

Als Wanderer auf einer Trekkingtour bist Du Gast in der von Dir gewählten Gegend mit ihrer teils wenig vom Menschen berührten oder gestalteten Natur. Verhalte Dich bitte entsprechend. Respektiere die Tiere und Pflanzen in ihrem Lebensraum. Du bist nur Gast bei ihnen und herzlich willkommen, wenn Du beobachtest, ohne zu stören; wenn Du nur Fußabdrücke hinterlässt und Fotos mitnimmst. Dein Verhalten wirkt sich nicht nur auf die Natur, sondern auch für die nachkommenden Wanderer aus. Wird immer mehr Natur zerstört, z.B. Tiere gestört in ihrem Lebensraum, Waldbrände entfacht oder Müll hinterlassen, wird das Gebiet ggf. für weitere Unternehmungen gesperrt. Sei bitte achtsam und umsichtig.

Wo kommt was in den Rucksack?

Da hat sicherlich jeder sein eigenes System und es hängt vom Aufbau Deines Rucksacks ab. Für mich persönlich ist Ordnung im Rucksack wichtig. Ich weiß, wo sich was befindet.

Dinge, an die Du immer wieder dran musst, sollten griffbereit sein, ggf. im Deckelfach oder einem Vorfach. Dinge, die Du evtl. gar nicht benötigst (Regenjacke, Ersatzkleidung…) können weiter unten im Rucksack sein. Schwere Dinge werden nahe des Rückens, möglichst weit unten verstaut.

Erste Hilfe, Taschenmesser, Trinkmöglichkeit, Sitzkissen und Stinkerschäufelchen sollten immer schnell zu erreichen sein.

Eine Packliste für die Trekkingtour findest Du unter hier kostenlos.

Rucksack packen

Beim Trekkingrucksack hast Du Ersatzwanderkleidung, Pyjama, Ersatzschuhe (Sandalen oder leichte Schuhe) die Du tagsüber nicht benötigst, weit unten im Hauptfach des Rucksacks. Ich verstaue alle diese Dinge sortiert in verschiedenen Plastiktüten (weil ich sie noch habe). Es gibt mittlerweile auch Kompressionstaschen in den Sportgeschäften zu kaufen, bei denen Du die Luft auspressen kannst. Wichtig beim Packen ist, dass die Sachen gestopft und somit verdichtet werden, da der Rucksack somit kleiner wird, der Schwerpunkt näher zu Deinem Rücken kommt und Du leichter zu tragen hast.

Kleidung für die Trekking Tour liegt auf dem Tisch
Für jede Trekkingtour überlege ich neu, welche Kleidung und Schuhe für die Tour angemessen sind

Waschbeutel und Handtuch habe ich eher tagsüber griffbereit, wenn mein Trekkingplatz keine Waschmöglichkeit hat. Oder falls ich an einem Bach mit Gumpen oder einem See vorbei komme und baden möchte. Ein feuchtes Handtuch befestigst Du gut an Deinem Rucksack, bei der nächsten Auszieh- oder Trinkpause sollte es trocken und einpackbar sein.

Ein kleiner Waschbeutel enthält Pflegemittel, Waschlappen und Handtuch
Mein kleiner Waschbeutel enthält Pflegemittel, Waschlappen und Handtuch

Der Essensvorrat bei einer langen Tour ist ebenfalls weit unten im Rucksack – ich hole beim abendlichen oder morgendlichen Packen das Essen für den heutigen Tag ganz nach oben. Koche ich nur am Lagerplatz, kommen Kocher und Kochgeschirr über die Ersatzkleidung und nur die Nahrung für den Tag griffbereit obenauf bzw. an eine schnell erreichbare Stelle.

Schlafsack, Isomatte und Zelt/Tarp/Hängematte sind so verstaut, dass sie am Lagerplatz ohne anderen Inhalt auszupacken, griffbereit sind. Falls Du im Regen irgendwo ankommst ist es prima, wenn Du erst Dein Zelt aufstellst und den Rucksack im Trockenen auspacken kannst. Ggf. kannst Du ein Tarp vor dem Zelt aufbauen, um Deine nassen Sachen drunter zu deponieren und sie vielleicht im Wind ein wenig abtrocknen?

Musst Du Wasser zu einem Lagerplatz transportieren, sollte der Wasserbeutel so am/im Rucksack befestigt sein, dass Du ihn schnell befüllen kannst (nicht alles erst auspacken musst).

Ein Wassersack zum Wassertransport
Ein Wassersack von Ortlieb, mit kleiner Füllöffnung, gegenüber dem Rollsack, mit weiter Füllöffnung

Das Stinkerschäufelchen ist in einer Seitentasche verstaut, Toilettenpapier für den Tag in der Hosentasche.

Hast Du Deinen Rucksack fertig gepackt, setzte ihn auf und überprüfe, ob er sich bequem tragen lässt. Drückt irgendwas in Deinen Rücken? Bewege Dich schnell auf der Stelle von rechts nach links und wieder zurück. Was schlackert am Rucksack? Was entwickelt eine Eigendynamik? Das solltest Du besser befestigen.

Der gepackte Trekkingrucksck auf dem Rücken der Bloggerin – Ansicht von Vorne
Ich mit meinem gepackten Rucksack

Unfälle vermeiden

Alle Schnallen, Schlaufen und Reißverschlüsse des Rucksacks sollten immer geschlossen sein. Eine umherbaumelnde Schnalle, eine weite Schlaufe oder ein offener Reißverschluss mit einer klaffenden Tasche können sich an einem Ast, Fels, Vorsprung etc. verhaken und einen Unfall herbeiführen. So abstrus das klingt, aber es verunglücken in den Bergen jedes Jahr Wanderer tödlich oder mit Verletzungen, weil offene Schlaufen oder Laschen sich irgendwo einhaken. Der Wanderer, der nach vorne strebt, wird unvermittelt zurück gerissen und somit aus dem Gleichgewicht gebracht, was zu einem Unfall führen kann und im schlimmsten Fall zu einem Absturz.

Meist ist Dir die Abmessung Deines Rucksacks nicht bewusst. Bei Deinen Dreh- und Beuge-Bewegungen berechnest Du nicht intuitiv (wie sonst) Deine zusätzliche Breite und Höhe. So können nach oben befestigte Stockspitzen Umstehende verletzten. Halte bitte auf schmalen Wegen beim Gehen und bei Pausen Abstand zu Mitwanderern. Eine schnelle Drehung kann den Nebenstehenden aus dem Gleichgewicht und zum (Ab)-Sturz bringen (jährlich mehrere, zum Teil tödliche Unfälle! Und sogar Mitreißunfälle, weil sich der Abstürzende am Mitwanderer festzuhalten versucht).

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Tipps Trekkingrucksack

Packliste Trekking – Download

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Was sollte ich für einer Trekkingtour packen? Auf welches Material achte ich? Eine Packliste für die Trekkingtour zum Downloaden, Ausdrucken und Ankreuzen findest Du unten. Und sogar noch Platz, um Deine persönlichen Ergänzungen zu machen.

Meine Tipps zum Packen des Rucksacks, über den Inhalt und die Materialien findest Du hier. Diese Tipps stelle ich Dir auch kostenlos als Download zur Verfügung.

Ich habe ein Video über die Funktion verschiedener Mehrtagesrucksäcke erstellt und auf meinem Youtube-Account veröffentlicht. Ebenso ein Video über das Packen des Trekkingrucksacks.

Die Trekkingausrüstung liegt auf einem Tisch
Ich habe meine Ausrüstung für verschiedene Trekkingtouren und Einsätze auf meinem Tisch ausgebreitet

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Tipps Mehrtagesrucksack – Download

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Über den Inhalt und das Packen eines Mehrtagesrucksacks habe ich auch ein Video erstellt und auf Youtube veröffentlicht.

Beckengurt eines Rucksacks
Der Beckengurt ist gut gepolstert, hat eine Formunterteilung, damit er besser anliegt und eine Außentasche mit Reißverschluss

Den Beitrag habe ich für Dich zum Ausdrucken und Nachlesen als kostenlosen Download bereit gestellt.

Tipps Mehrtagesrucksack

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Was ist ein Mehrtagesrucksack und was gehört bei unterschiedlichen Mehrtageswanderungen hinein? Immer wieder bekomme ich diese und weitere Fragen bei Ausbildungen und Wanderführungen gestellt. In diesem Beitrag erhältst Du Antworten.

Mehrtageswanderungen

Der Ursprung des Reisens sind die Mehrtageswanderungen. Schon unsere nicht sesshaften Vorfahren, die je nach Nahrungsvorkommen und Jahreszeit umhergezogen sind, waren als Wanderer unterwegs.

In diesem Outdoor-Tipp geht es um Mehrtageswanderungen, die an Unterkünften enden. In einem anderen Outdoor-Tipp von Reisepunsch.de geht es um Fernwanderungen ohne Unterkünfte, ums Trekking.

Ich habe ein Video über die Funktion von Rucksäcken erstellt und auf meinem Youtube-Account veröffentlicht. Ebenso ein Video über das Packen für verschiedene Mehrtageswandervarianten.

Die Packlisten für Mehrtageswanderungen stelle ich Dir kostenlos als Download zur Verfügung.

Mehrtageswandern mit Übernachtung in festen Häusern

in Deutschland auf Premium- und Prädikatswanderwegen, Fernwanderwegen in anderen Ländern und einigen Europäischen Fernwanderwegen, bei denen die einzelnen Etappen in Ortschaften enden.

Andere Mehrtageswanderungen unternehmen wir in den Alpen als sogenannte Hüttentouren.

Pilgerwanderungen gibt es, seit es den Glauben an höhere Mächte gibt. Bei heutigen Pilgerrouten enden die Etappen immer in Ortschaften und Städten.

Bei all diesen Mehrtageswanderungen sind am Etappenziel Übernachtungsbetriebe. In Städten und Ortschaften Hotels, Pensionen, Gästezimmer, teils auch Jugendherbergen und Naturfreundehäuser. Im Gebirge wird in den Übernachtungshütten der Alpenvereine genächtigt. Den Pilgern stehen meistens Pilgerherbergen und andere Übernachtungsbetriebe zur Verfügung.

Vorbereiten einer Wanderung

Meist fängt die Planung einer Wanderung mit der Auswahl eines Ziels an. Du möchtest einem bestimmten Weg folgen. Entweder die komplette Länge oder nur einige Etappen davon.

Meist ist mit dieser Überlegung bereits das Gelände bekannt, die Weglänge, die Höhenmeter, die voraussichtliche Dauer der Wanderung. Entweder durch Erfahrung, einen Wander- oder Pilgerführer, dem Ausmessen auf einer Karte oder durch den Blick ins Internet (Wanderroutenseiten) oder auf Komoot.

Aus diesem Wissen ergibt sich, was Du für die Wanderung an Kleidung und Ausrüstung benötigst.

Mehrtagesrucksack

Größe eines Mehrtagesrucksacks

Ein Mehrtagesrucksack sollte den maximalen Inhalt, der für die Wanderung benötigt wird, fassen. (Ich meine das Maximale beim minimalen Gepäck. Wer sein Gepäck tragen muss, für den ist weniger Gepäck, mehr Erlebnis. Bedenke, dass Du jegliche Kleidung durchwaschen und immer wieder verwenden kannst!) Ich rate dazu, nichts am Rucksack außen zu befestigen, sondern immer alle Sachen im Rucksack zu transportieren (Ausnahme Trekkingstöcke und, wenn notwendig, Eispickel).

Je nach Art der Wanderung, Entfernung und Wetter reicht ein 30 l bis 40 l Mehrtagesrucksack. Im Winter und wenn ich Kinder dabei habe, kann der Mehrtagesrucksack auch bis zu 50 l fassen.

Art des Rucksacks

Es gibt mittlerweile so viele unterschiedliche Modelle für Mehrtagesrucksäcke, dass jede und jeder Vorüberlegungen anstellen sollte, wie sie oder er packen möchte. Bist Du ein ordnungsliebender Typ, dann ist ein Rucksack mit vielen verschiedenen Taschen für Dich eher geeignet, als einer mit einem großen Hauptfach und einem kleinen Nebenfach. Stopfst Du gerne oder möchtest Du übersichtlich packen? Dafür gibt es auch bei den Mehrtagesrucksäcken mittlerweile einige Arten von Kofferrucksäcken, wo das Hauptfach mit einem Rundum- oder Seitenreißverschluss geöffnet werden kann.

Wichtig ist: der Mehrtagesrucksack sollte bequem und ermüdungsfrei auf Deinen Rücken passen. Er sollte stabil sein und doch ein möglichst geringes Eigengewicht haben.

Aufbau von Rücksäcken

Schulterriemen

Die Schulterriemen müssen gepolstert und für Deine Schultern zugeschnitten sein. Die Unterschiede von Frauen- und Männerrucksäcken liegen zum einen bei den Schultergurten. Bei einem Rucksack für Frauen sind die Schulterriemen am Rucksack enger zusammen angebracht, schmaler geschnitten und in einer leichten S-Kurve geformt.
Die Schulterriemen sind unten am Rucksack befestigt und verstellbar. Hier variierst Du die Höhe, in der der Rucksack sitzt.
Die Schulterriemen haben bei Mehrtagesrucksäcken immer eine verstellbare Verbindung zum oberen Rucksack. Damit gleichst Du die Entfernung des Rucksacks zum Rücken aus, das ist bei verstellbarem Tragesystem wichtig. 

Verstellmöglichkeit der Schulterriemen
Mit diesen Gurten werden die Schulterriemen in der Höhe und im Abstand angepasst

Brustgurt

Die Schulterriemen sollten einen Brustgurt haben, der in der Höhe verstellbar ist. Bei Schulterriemen für Frauen lässt sich der Brustgurt weit nach oben stellen, sodass er oberhalb der Brust geschlossen werden kann. Der Brustgurt dient dazu, die Schulterriemen für Dich passend über die Schultern zu führen. Er ist Garant dafür, dass der Rucksack nicht ständig hin und her rutscht. Er hilft bei einer plötzlichen Bewegung, den Rucksack an der gleichen Stelle zu halten, so dass der Rucksack nicht ein Bewegungsverstärker wird (die Eigenbeschleunigung eines Rucksacks kann Dich aus dem Gleichgewicht bringen und erhöht die Unfallgefahr).

Rucksäcke mit Trinkschlauchbefestigung
Unterschiedliche Verstellmöglichkeiten bei Brustgurten und verschiedene Befestigungen für den Trinkschlauch

Beckengurt

Bei einem Mehrtagesrucksack ist ein Beckengurt wichtig. Er nimmt das Gewicht von den Schultern auf die Hüfte, wenn er gut auf den Beckenknochen aufsitzt. Bei Frauenrucksäcken ist der Beckengurt nach oben runder geformt, mit kürzeren Bauchgurten. Je mehr Volumen der Rucksack hat, desto besser sollte der Beckengurt gepolstert sein. Manchmal sind im Beckengurt kleine Reißversschlusstaschen angebracht, in denen Lippenstift, Taschentücher etc. untergebracht werden können. Achte darauf, dass sich der Inhalt auch entnehmen lässt, wenn Du den Rucksack trägst.

Beckengurt eines Rucksacks
Der Beckengurt ist gut gepolstert, hat eine Formunterteilung, damit er besser anliegt und eine Außentasche mit Reißverschluss

Rückenlänge

Die Rückenlänge des Rucksacks ist bei Mehrtagesrucksäcken wichtig. Ein Rucksack, den Du Dir für Mehrtageswanderungen anschaffst, sollte auf Deine Rückenlänge passen. Es gibt Menschen mit kurzen und Menschen mit langen Rücken. Und Rucksäcke, die kürzer oder länger im Rücken gebaut sind. Es werden auch Rucksäcke mit verstellbarem Tragesystem, bei denen sich die Rückenlänge anpassen lässt, verkauft.

Reißverschlüsse

Die Reißverschlüsse am Rucksack sollten stabil sein und eine Abdeckung haben, als Staub- und Nässeschutz für den Reißverschluss und den Rucksackinhalt. Mache die Reißverschlüsse immer asymmetrisch zu, nie oben in der Mitte. Durch die Bewegung des Rucksacks gehen die meisten Reißverschlüsse, die oben geschlossen sind, von selbst auf und Du kannst Ausrüstung verlieren (blöd für Dich und die Umwelt).

Taschen, Fächer

Mache Dich mit den Taschen oder Fächern an Deinem Rucksack vertraut. Für was ist welche Tasche, welches Fach praktisch? Benötige ich ein großes Fach zum Kramen oder brauche ich viele Taschen und Fächer für meine Ordnung?

Gerade weil es für jede Sportart unterschiedlich konzipierte Rucksäcke gibt, solltest Du Dir beim Kauf den Rucksack mit seinen Funktionen erklären lassen. Wenn Du nie einen Helm auf Deinen Touren dabei hast, benötigt Dein Rucksack auch kein Fach für einen z.B. Kletter- oder Fahrradhelm.

Laschen, Riemen

Was bedeutet welche Lasche, wo befestige ich was? Frage im Geschäft nach, für was welche Lasche und welcher Riemen vorgesehen ist. Kein Rucksack hat ein Detail angebracht, das keine Funktion hat. Lasse Dir auch die Bedienung von Laschen und Riemen zeigen, wenn sich die Handhabung für Dich nicht erschließt. Ich wette, dass manche Verkäufer mit Deinen Fragen überfordert sind, weil sie sich nicht mit der Funktion auseinander gesetzt haben. Es gibt zwar mittlerweile für jeden Sport Rucksack-Spezialanfertigungen, aber wer verkauft, sollte die Details jeden Rucksacks ergründet haben.

Regenhülle

Praktisch ist, wenn der Rucksack von vornherein eine Regenhülle hat. Am besten in einem Staufach am Rucksackboden, dass von außen zu öffnen ist und in dem die Regenhülle per Knopf, Klett oder Clip befestigt ist. So kann sie bei einem Windstoß nicht fortfliegen. Regenhüllen kannst Du auch für jede Rucksackgröße nachkaufen.

Trinksystem

Für den Trinksack sind bei Mehrtagesrucksäcken innen am Rucksackrücken ein Einschubfach vorgesehen, meist mit Befestigungsmöglichkeit oben (Klipp, Klett, Lasche). Der Schlauch wird an der Öffnung H2O aus dem Rucksack geführt. Die H2O Öffnung sollte großzügig ausgelegt sein, seitlich am oberen Rucksack oder in der Mitte. Benutzt Du ein Trinksystem, achte darauf, dass Dein Mundstück mit Abdeckung durch die Öffnung passt.

Am Schulterriemen sollte eine Möglichkeit angebracht sein, den Schlauch anzubringen, mit der Öffnung nach unten oder oben, entweder mit Klett, Clip, Gummi oder als Einhakmöglichkeit.

Rucksäcke mit Trinkschlauchbefestigung
Unterschiedliche Verstellmöglichkeiten bei Brustgurten und verschiedene Befestigungen für den Trinkschlauch

Außentaschen unten

Bei den meisten Rucksäcken sind an den Seiten unten Außentaschen angebracht. Das Material ist sehr unterschiedlich. Netz, Mesh, Neopren oder sogar der Rucksackstoff kommen zum Einsatz. Hier können z.B. die Trinkflasche, Landkarten oder sonstige Kleinigkeiten untergebracht werden.

Unterschiedliche Seitentaschen an Rucksäcken
Unterschiedliche Seitentaschen an Rucksäcken – leichtes Neopren und Netzgewebe

Schlaufen am Rucksack

Die Stockschlaufen sind meist zwei nebeneinanderliegende Schlaufen, die vorne am Boden des Rucksacks angebracht sind. Hier werden die Stockspitzen der Trekkingstöcke eingeführt. Sind Stockschlaufen vorhanden, sind meist unterhalb des Deckels oder im oberen Rucksackdrittel auch Stockbefestigungen vorhanden. Als Gummizug, Haken, Lasche oder Klett. Sind keine Stockschlaufen vorhanden, benutze die Seitentaschen (Netz, festes Material) um die Stockspitzen dort unterzubringen. BEACHTE: Stockspitzen NIE nach OBEN am/im  Rucksack befestigen. Das ist für Umstehende (Mitwanderer, Mitbenutzer ÖPNV) eine höchste Unfallgefahr.

Stockbefestigung am Rucksack
Die Trekkingstöcke werden in die Stockschlaufen am Rucksackboden eingeführt und mit hier mit eine Befestigungsgummi fixiert

Die Pickelschlaufe ist eine einzelne große Schlaufe, die Du meist nicht benötigst (außer beim Bergsteigen mit Gletscherbegehung). Der Pickel wird von oben in die Schlaufe eingeführt, wobei die Pickelspitze zum Rucksack und die Pickelschaufel vom Rucksack weg zeigt. Ist der Pickel vollständig eingefädelt, wird er nach oben geklappt und an der Befestigung unterhalb des Deckels oder im oberen Rucksackdrittel fixiert.

Befestigungslaschen

Manche Rucksäcke haben noch zusätzliche Befestigungslaschen. Dort können Helme in Helmnetzen oder zusätzliches Material befestigt werden. Dazu benötigst Du eigene Riemen. Wenn Du etwas befestigst, achte darauf, dass der Gegenstand keine Pendelbewegungen macht. Die muss Dein Körper beim Gehen ausgleichen, er verbraucht mehr Energie und Du ermüdest schneller. Ich rate davon ab, zu viel am Rucksack außen zu befestigen, da das Deine Unfallgefahr (hängenbleiben) erhöht.

Abstand zum Rücken

Der Rucksack kann einen Mesh-Abstandshalter haben. Durch eine stabile Stegvorrichtung wird der Rucksack vom Rücken weg gehalten. Durch den Abstand wird das Schwitzen des Rückens verringert. Eine andere Möglichkeit ist ein gepolsterter Rücken mit Quer-, Längs- oder Schrägrillen, die ebenfalls Luft zwischen Rucksack und Rücken zirkulieren lassen.

Rucksackboden

Der Rucksackboden sollte aus einem stärkeren Material als der restliche Rucksack sein, da er beim Aufstellen auf verschiedenen Untergründen stark beansprucht wird. Gut ist, wenn er zusätzlich wasserabweisend ist. Manchmal ist die Regenhülle im Rucksackboden untergebracht, was einen zusätzlichen Schutz des Rucksackinhalts ermöglicht.

Schlüsselkarabiner

Bei vielen Rücksäcken sind Schlüsselkarabiner angebracht. Manchmal im Deckelfach, manchmal in einem Vorfach. So haben Auto- oder Wohnungsschlüssel einen festen Platz und gehen beim Kramen in den Fächern nicht verloren.

Einstellungen Rucksack

Wie muss der Rucksack sitzen?

Das Zusammenspiel von Rückenlänge, Schulterriemen, Brustgurt und Beckengurt regelt den Sitz Deines Rucksacks. Ob der Rucksack gut sitzt, stellst Du vor einem Spiegel fest. Du setzt den Rucksack mit weit gelösten Schulterriemen auf. Zuerst zurrst Du den Beckengurt, der auf Deinen Beckenknochen gut aufsitzt, fest. Dann ziehst Du die Schulterriemen langsam an. Nun sollte der Abstand zwischen Schulterriemen und Schulter etwa ein bis zwei Zentimeter sein, die Schulterriemen sollten auf der Schulter NICHT aufsitzen. Eventuell kannst Du mit den oberen Verstellern den Abstand zur Schulter etwas verändern. Die Schulterriemen liegen nur oberhalb der Brust, am Übergang zu den Schultern fest an, in der Kuhle zwischen Armkugel und Schlüsselbein. Sitzt der Schulterriemen fest auf den Schultern, ist die Rückenlänge des Rucksacks für Dich zu kurz.

Der Brustgurt sollte, wenn der Rucksack richtig sitzt, so in der Höhe verstellbar sein, dass Du den Brustgurt oberhalb der Brust schließen kannst. Er soll die Schulterriemen an der richtigen Stelle (Kuhle) halten. Ist der Brustgurt nicht so hoch verstellbar, ist der Rucksack nicht für Deinen Körper konzipiert.

Kompressionsriemen

Die Kompressionsriemen dienen dazu, den Rucksack möglichst klein zu zurren. Sind die Kompressionsriemen fest angezogen, verringert sich das Volumen des Rucksacks. Er beult nicht so weit aus, die Distanz von Rucksackbauch zu Deinem Rücken wird verringert. Das Tragen ist ermüdungsfreier.

Was ist der Unterschied beim Packen für Fernwanderwege, Pilgern und Hüttentouren?

Eine Packliste für die unterschiedlichen Mehrtagestouren findest Du kostenlos auf www.reisepunsch.de/praktisches/downloads.

Wo kommt was in den Rucksack? Da hat sicherlich jeder sein eigenes System und es hängt vom Aufbau Deines Rucksacks ab. Für mich persönlich ist Ordnung im Rucksack wichtig. Ich weiß, wo sich was befindet.
Dinge, an die Du immer wieder dran musst, sollten griffbereit sein, ggf. im Deckelfach oder einem Vorfach. Dinge, die Du evtl. gar nicht benötigst (Regenjacke, Ersatzkleidung…) können weiter unten im Rucksack sein. Schwere Dinge werden nahe des Rückens, möglichst weit unten verstaut.
Erste Hilfe, Taschenmesser, Trinkmöglichkeit, Sitzkissen sollten immer schnell zu erreichen sein.

Rucksack packen

Die Mehrtageswanderung mit Hotelübernachtung benötigt am wenigsten Gepäck. Du hast Ersatzwanderkleidung, Kulturbeutelchen und Pyjama, Ersatzschuhe (Sandalen oder leichte Schuhe) und Kleidung für die Abende dabei. Diese Dinge benötigst Du tagsüber nicht. Sie sind weit unten im Hauptfach des Rucksacks. Ich verstaue alle diese Dinge sortiert in verschiedenen Plastiktüten (weil ich sie noch habe). Es gibt mittlerweile auch Kompressionstaschen in den Sportgeschäften zu kaufen, bei denen Du die Luft auspressen kannst. Wichtig beim Packen ist, dass die Sachen gestopft und somit verdichtet werden, da der Rucksack somit kleiner wird, der Schwerpunkt näher zu Deinem Rücken kommt und Du leichter zu tragen hast.

Beim Pilgern und bei Hüttentouren musst Du einen Hüttenschlafsack und ein Handtuch dabeihaben. Der Deutsche Alpenverein z.B. verkauft in seinem Shop Hüttenschlafsäcke. Die aus Baumwolle sind schwerer und haben ein größeres Packmaß, Seidenschlafsäcke sind angenehm auf der Haut, leicht, mit einem geringen Packmaß. Dein Handtuch sollte saugfähig und leicht sein. Wenn Du morgens mit einem feuchten Handtuch loslaufen musst, dann befestige es gut an Deinem Rucksack, bei der ersten Auszieh- oder Trinkpause sollte es trocken und einpackbar sein.

Eventuell musst Du beim Pilgern auch einen Teller, Becher und Besteck mitführen, dann rate ich auch zu einem Geschirrtuch. Als Seife kannst Du Dir universelle biologisch abbaubare Seife anschaffen (Drogerie, Bio- oder Unverpacktladen). Damit kannst Du Haare, Körper, Wäsche und Geschirr gleichermaßen sauber halten.

Planst Du eine Hüttentour mit Klettersteigen, dann solltest Du Helm, Hüftgurt, Klettersteigset, Bandschlingen und Rettungskarabiner griffbereit am Einstiegsplatz haben. Ich habe immer Rucksäcke mit einem Bodenfach, in denen meine Kletterausrüstung untergebracht ist, der Helm ist direkt unter dem Deckelfach im Hauptfach. Hast Du dein Kletterzeug angelegt und den Rucksack aufgesetzt, dann ziehe die Schulterriemen sehr eng an. So befindet sich der Beckengurt meist oberhalb deines Hüftgurtes und du kommst mit ihm beim Karabiner einhängen nicht in Konflikt.

Unfälle vermeiden

Alle Schnallen, Schlaufen und Reißverschlüsse des Rucksacks sollten immer geschlossen sein. Eine umherbaumelnde Schnalle, eine weite Schlaufe oder ein offener Reißverschluss mit einer klaffenden Tasche können sich an einem Ast, Fels, Vorsprung etc. verhaken und einen Unfall herbeiführen. So abstrus das klingt, aber es verunglücken in den Bergen jedes Jahr Wanderer tödlich oder mit Verletzungen, weil offene Schlaufen oder Laschen sich irgendwo einhaken. Der Wanderer, der nach vorne strebt, wird unvermittelt zurück gerissen und somit aus dem Gleichgewicht gebracht, was zu einem Unfall führen kann und im schlimmsten Fall zu einem Absturz.

Meist ist Dir die Abmessung Deines Rucksacks nicht bewusst. Bei Deinen Dreh- und Beuge-Bewegungen berechnest Du nicht intuitiv (wie sonst) Deine zusätzliche Breite und Höhe. So können nach oben befestigte Stockspitzen Umstehende verletzten. Halte bitte auf schmalen Wegen beim Gehen und bei Pausen Abstand zu Mitwanderern. Eine schnelle Drehung kann den Nebenstehenden aus dem Gleichgewicht und zum (Ab)-Sturz bringen (jährlich mehrere, zum Teil tödliche Unfälle! Und sogar Mitreißunfälle, weil sich der Abstürzende am Mitwanderer festzuhalten versucht).

Packliste Mehrtageswanderung – Download

Packliste Mehrtageswanderung – Download

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Der Ursprung des Reisens sind die Mehrtageswanderungen. Schon unsere nicht sesshaften Vorfahren, die je nach Nahrungsvorkommen und Jahreszeit umhergezogen sind, waren als Wanderer unterwegs. Heute sind wir bei einer Mehrtageswanderung auf einem Fernwanderweg unterwegs, Pilgern oder machen eine Hüttentour.

Dir ist eine Packliste allein zu theoretisch? Ich habe einen Beitrag zum Mehrtagesrucksack erstellt und einen Download dazu. Zur Verdeutlichung in der Praxis habe ich für Dich ein Youtube-Video über den Mehrtagesrucksack Inhalt und Packen gedreht.

Die Bloggerin läuft mit einem gepackten Mehrtagesrucksack über die Leiter des Mindelheimer-Klettersteigs
Gepackter Mehrtagesrucksack – ich gehe über die Leiter des Mindelheimer Klettersteigs mit meinem treuen, alten Deuter-Rucksack

Hier stelle ich Dir kostenlos eine Packliste für die unterschiedlichsten Mehrtageswanderungen (mit Übernachtung in Unterkünften) zur Verfügung.

Tipps Tagesrucksack

Tipps Tagesrucksack

Kaufen, Packen, Benutzen

Was ist ein Tagesrucksack und was gehört bei einer Tageswanderung hinein? Immer wieder bekomme ich diese und weitere Fragen bei Ausbildungen und Wanderführungen gestellt. In diesem Beitrag erhältst Du Antworten.

Spaziergang versus Wandern

Was ist der Unterschied zwischen Spazieren und Wandern?

Wenn wir spazieren gehen, bewegen wir uns auf bekannten Pfaden in der näheren Umgebung und benötigen keine Vorbereitung und Ausrüstung.

Wandern ist eine geplante Aktion, meist mit einer Tourenplanung (wir gehen zu/zur/zum) und der Mitnahme von Ausrüstung (z.B. Rucksack mit Getränk, Vesper, Zusatzkleidung). Die Dauer und Länge spielen eine untergeordnete Rolle.

Vorbereiten einer Wanderung

Meist fängt die Planung einer Wanderung mit der Auswahl eines Ziels an. Du möchtest zu einem bestimmten Gipfel, einer Burg, Rastgelegenheit oder sonst einer Attraktion. Oder nur eine bestimmte Runde laufen oder einem bestimmten Weg folgen.

Meist ist mit dieser Überlegung bereits das Gelände bekannt, die Weglänge, die Höhenmeter, die voraussichtliche Dauer der Wanderung. Entweder durch Erfahrung, einen Wanderführer, dem Ausmessen auf einer Karte oder durch den Blick ins Internet (Wanderroutenseiten) oder auf Komoot.

Aus diesem Wissen ergibt sich, was Du für die Wanderung an Kleidung und Ausrüstung benötigst.

Ich habe ein Video über die Funktion von Rucksäcken erstellt und auf meinem Youtube-Account veröffentlicht. Ebenso ein Video über das Packen und Benutzen für verschiedene Tagesrucksäcke. Und ein kurzes Video über das Packen meines kleinen Tagesrucksacks. Meine Tipps zum Tagesrucksack kannst Du Dir kostenlos downloaden.

Tagesrucksack

Größe eines Tagesrucksacks

Ein Tagesrucksack sollte den maximalen Inhalt, der für die Wanderung benötigt wird, fassen. Ich rate dazu, nichts am Rucksack außen zu befestigen, sondern immer alle Sachen im Rucksack zu transportieren (Ausnahme Trekkingstöcke, Eispickel wenn notwendig).

Je nach Art der Wanderung, Entfernung und Wetter reicht mir ein 10 l Tagesrucksack. Bei großen Touren oder mit viel Vesper, Regenwetter, im Winter, wenn ich Kinder dabei habe oder wenn nur ein Partner einen Rucksack trägt, kann der Tagesrucksack auch bis zu 30 l fassen.

Art des Rucksacks

Der Tagesrucksack sollte bequem und ermüdungsfrei auf Deinen Rücken passen. Er sollte stabil sein und doch ein möglichst geringes Eigengewicht haben.

Die Schulterriemen sollten gepolstert und für Deine Schultern zugeschnitten sein (Es gibt unterschiedliche Frauen- und Männerrucksäcke).

Die Schulterriemen sollten einen Brustgurt haben, der in der Höhe verstellbar ist. Der Brustgurt dient dazu, die Schulterriemen für Dich passend über die Schultern zu führen. Er ist Garant dafür, dass der Rucksack nicht ständig hin und her rutscht. Er hilft bei einer plötzlichen Bewegung, den Rucksack an der gleichen Stelle zu halten, so dass der Rucksack nicht ein Bewegungsverstärker wird (der Rucksack hat eine Eigenbeschleunigung, bringt Dich aus dem Gleichgewicht und erhöht die Unfallgefahr).

Je größer der Rucksack ist, desto wichtiger ist ein Beckengurt. Er nimmt das Gewicht von den Schultern auf die Hüfte, wenn er gut auf den Beckenknochen aufsitzt. Auch hier ist wieder darauf zu achten, dass Männer und Frauen verschieden gebaut sind. Je mehr Volumen der Rucksack hat, desto besser sollte der Beckengurt gepolstert sein.

Die Rückenlänge des Rucksacks ist bei Tagesrucksäcken noch nicht sehr entscheidend. Allerdings sollte DIR der Rucksack angenehm und bequem sitzen.

Die Reißverschlüsse am Rucksack sollten stabil sein und eine Abdeckung haben, als Staub- und Nässeschutz für den Reißverschluss und den Rucksackinhalt. Mache die Reißverschlüsse immer asymmetrisch zu, nie oben in der Mitte. Durch die Bewegung des Rucksacks gehen die meisten Reißverschlüsse von selbst auf und Du kannst Ausrüstung verlieren (blöd für Dich und die Umwelt).

Mache Dich mit den Taschen oder Fächern und Laschen an Deinem Rucksack vertraut. Für was ist welche Tasche praktisch? Was bedeutet welche Lasche, wo befestige ich was? Benötige ich ein großes Fach zum Kramen oder brauche ich viele Taschen und Fächer für meine Ordnung?

Praktisch ist, wenn der Rucksack von vornherein eine Regenhülle hat. Am besten in einem Staufach am Rucksackboden, dass von außen zu öffnen ist und in dem die Regenhülle per Knopf, Klett oder Clip befestigt ist. So kann sie bei einem Windstoß nicht fortfliegen.

Der Rucksack kann einen Mesh-Abstandshalter haben, um Schwitzen auf dem Rücken zu verringern.

Einstellungen Rucksack und Benutzung der Schlaufen

Meist wird ein Tagesrucksack auf den Schultern getragen. Hat er jedoch einen Beckengurt, sollte der Rucksack hauptsächlich mit dem Beckengurt getragen werden. So verbrauchst Du weniger Energie und wanderst ermüdungsfreier. Die Schulterriemen liegen nur von vorne an der Schulterpartie auf, direkt oben auf der Schulter passt unter die Riemen mindestens ein Finger von Dir. Die Einstellungen nimmst du mit den Verlängerungsschlaufen der Schultergurte vor. Der Beckengurt sollte fest angezogen sein. Der Brustgurt ist in der für dich angenehmen Höhe, dass er Dir das Atmen nicht erschwert, aber die Schulterriemen fixiert.

Hat der Rucksack ein höheres Ladevolumen hat er manchmal auch zwischen den Schulterriemen und dem oberen Rucksackrücken noch Riemen mit Verstellmöglichkeiten. Hier kannst du den Rucksack auf Deine Rückenlänge etwas anpassen, bzw. den Rucksack nah an deinen Rücken holen.

Die Stockschlaufen sind meist zwei nebeneinanderliegende Schlaufen, die vorne am Boden des Rucksacks angebracht sind. Hier werden die Stockspitzen der Trekkingstöcke eingeführt. Sind Stockschlaufen vorhanden, sind meist unterhalb des Deckels oder im oberen Rucksackdrittel auch Stockbefestigungen vorhanden. Als Gummizug, Haken, Lasche oder Klett. Sind keine Stockschlaufen vorhanden, benutze die Seitentaschen (Netz, festes Material) um die Stockspitzen dort unterzubringen. BEACHTE: Stockspitzen NIE nach OBEN am/im  Rucksack befestigen. Das ist für Umstehende (Mitwanderer, Mitbenutzer ÖPNV) eine höchste Unfallgefahr.

Die Pickelschlaufe ist eine einzelne große Schlaufe, die Du meist nicht benötigst (außer beim Bergsteigen mit Gletscherbegehung). Der Pickel wird von oben in die Schlaufe eingeführt, wobei die Pickelspitze zum Rucksack und die Pickelschaufel vom Rucksack weg zeigt. Ist der Pickel vollständig eingefädelt, wird er nach oben geklappt und an der Befestigung unterhalb des Deckels oder im oberen Rucksackdrittel fixiert.

Für den Trinksack gibt es bei den meisten Rucksäcken innen am Rucksackrücken ein Einschubfach, meist mit Befestigungsmöglichkeit oben (Klipp, Klett, Lasche). Der Schlauch wird an der Öffnung H2O aus dem Rucksack geführt.

Die Trinkschlauchschlaufe ist am Schultergurt. Du hast die Möglichkeit, den Schlauchausgang nach oben oder unten zu fixieren (Gummizug, Klettverschluss, Schlauchclip).

Die Kompressionsriemen dienen dazu, den Rucksack möglichst klein zu zurren. Sind die Kompressionsriemen fest angezogen, verringert sich das Volumen des Rucksacks. Er beult nicht so weit aus, die Distanz von Rucksackbauch zu Deinem Rücken wird verringert. Das Tragen ist ermüdungsfreier.

Rucksack packen

Eine Packliste für Tagestouren kannst Du Dir kostenlos downloaden.

Wo kommt was in den Rucksack? Da hat sicherlich jeder sein eigenes System. Für mich persönlich ist Ordnung im Rucksack wichtig. Ich weiß, wo sich was befindet und kann es „blind“ oder im Dunkeln auch greifen.

Dinge, an die Du immer wieder dran musst, sollten griffbereit sein, ggf. im Deckelfach oder einem Vorfach. Dinge, die Du evtl. gar nicht benötigst (Regenjacke, Ersatzkleidung…) können weiter unten im Rucksack sein. Schwere Dinge werden nahe des Rückens, möglichst weit unten verstaut.

Erste Hilfe, Taschenmesser, Trinkmöglichkeit, Sitzkissen sollten immer schnell zu erreichen sein.

Unfälle vermeiden

Alle Schnallen, Schlaufen und Reißverschlüsse des Rucksacks sollten immer geschlossen sein. Eine umherbaumelnde Schnalle, eine weite Schlaufe oder ein offener Reißverschluss mit einer klaffenden Tasche können sich an einem Ast, Fels, Vorsprung etc. verhaken und einen Unfall herbeiführen. So abstrus das klingt, aber es verunglücken in den Bergen jedes Jahr Wanderer tödlich oder mit Verletzungen, weil offene Schlaufen oder Laschen sich irgendwo einhaken. Der Wanderer, der nach vorne strebt, wird unvermittelt zurück gerissen und somit aus dem Gleichgewicht gebracht, was zu einem Unfall führen kann und im schlimmsten Fall zu einem Absturz.

Meist ist Dir die Abmessung Deines Rucksacks nicht bewusst. Bei Deinen Dreh- und Beuge-Bewegungen berechnest Du nicht intuitiv (wie sonst) Deine zusätzliche Breite und Höhe. So können nach oben befestigte Stockspitzen Umstehende verletzten. Halte bitte auf schmalen Wegen beim Gehen und bei Pausen Abstand zu Mitwanderern. Eine schnelle Drehung kann den Nebenstehenden aus dem Gleichgewicht und zum (Ab)-Sturz bringen (jährlich mehrere, zum Teil tödliche Unfälle! Und sogar Mitreißunfälle, weil sich der Abstürzende am Mitwanderer festzuhalten versucht).

Downloads und Videos

Ich habe die Tagesrucksack-Tipps als Download für Dich kostenlos bereit gestellt und ebenso die Packliste für den Tagesrucksack .

Ich habe über den Inhalt dieses Blogbeitrags zwei Videos auf YouTube veröffentlicht. Tagesrucksäcke Inhalt und Benutzung und Tagesrucksack packen. Außerdem ein Video über die Funktionen von Rucksäcken.

Viel Spaß bei allen Deinen Touren!

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Tipps Tagesrucksack – Download

Tipps Tagesrucksack – Download

Was ist ein Tagesrucksack und was gehört bei einer Tageswanderung hinein? Immer wieder bekomme ich diese und weitere Fragen bei Ausbildungen und Wanderführungen gestellt. In diesem Beitrag erhältst Du Antworten.

Ich habe zum Thema Tagesrucksack ein Video auf meinen YouTube-Kanal gestellt. Das ist der Link.

Die Bloggerin mit einem Tagesrucksack
Die Bloggerin Anne-Bärbel von Reisepunsch.de erklärt den Inhalt ihres Tagesrucksacks

Ich habe die Tipps für den Tagesrucksack als Download für Dich aufbereitet. Diesen Download kannst Du kostenlos herunterladen.

Tipps Tagesrucksack

Packliste Tagesrucksack – Download

Dieser Blogbeitrag kann unbezahlte Werbung enthalten. Auf meinen Bildern und Videos trage ich Kleidung und Ausrüstung, deren Brands sichtbar sein können. Ich beschreibe Destinationen namentlich, sonst kann ich nicht über sie berichten. Wer mir Werbung bezahlt, entnimm bitte unter Zusammenarbeit.

Was gehört bei einer Tageswanderung in Deinen Rucksack? Natürlich kommt es auf die Jahreszeit an und das Wandergebiet in dem Du unterwegs bist. Ob Du an der Küste, in der Ebene, im Mittelgebirge oder im Gebirge wanderst. Aber die grundsätzliche Ausrüstung ist immer gleich. Ich habe Dir eine Packliste zusammen gestellt, die Du ausdrucken und abhaken kannst. Und ergänzen, wenn Du noch Dinge hast, die Du immer dabei haben möchtest, die ich aber nicht aufgeführt habe.

Ein Video zum Packen des Tagesrucksacks findest Du auf meinem Youtube-Account.

Die Bloggerin mit einem Tagesrucksack
Die Bloggerin Anne-Bärbel von Reisepunsch.de erklärt den Inhalt ihres Tagesrucksacks

Hier ist die Packliste für den Tagesrucksack, den Tagesausflug als PDF zum Download.

Was sind Navigations-Koordinaten?

Was sind Navigations-Koordinaten?

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Was sind GPS oder UTM Koordinaten? Welche Navigationsangaben benötigt mein Gerät? Wie kann ich Koordinaten umrechnen? Diese Einführung erklärt die Unterschiede

Reisepunsch.de gibt Dir immer bis zu drei Arten von Navigationsangaben:

  • die GPS Koordinaten (Link zu den jeweiligen Punkten setzen)
  • die Adresse – falls eine vorhanden ist
  • die Beschreibung anhand der Landkarte

Was sind GPS Koordinaten?

Unser wunderschöner Planet Erde ist nicht wirklich eine Kugel. Eher ein Ellipsoid, an den Polen leicht abgeplattet und am Äquator etwas aufgewölbt. Diese rundliche Form muss in der Kartographie auf eine ebene Fläche, die Landkarte, übertragen werden. Schon die alten Griechen hatten Kartennetzentwürfe entwickelt.

Breitengrad

Beim heute üblichen geographische Koordinatensystem wird die Drehung der Erde um eine feste Achse angenommen, die durch Nord- und Südpol geht. Exakt zwischen diesen beiden Punkten verläuft der Äquator als Kreis im rechten Winkel zu dieser Achse. Die Breitenkreise sind die parallelen Kreise zum Äquator die zu den Polen hin immer weniger Umfang haben.

Längengrad

Die Längenkreise verlaufen rund um die Erde mit einer Länge von etwa 40.000 km. Ein halber Längenkreis (nur von Pol zu Pol) trägt die Bezeichnung Meridian, oder Längengrad. 1884 wurde  bei einer internationalen Meridiankonferenz die Sternwarte in Greenwich bei London willkürlich als „Nullmeridian“ festgelegt. Von diesem Längengrad werden jeweils 180° nach Ost oder West gezählt. Und so ist der 180. Längengrad gleichzeitig die Datumsgrenze der Erde. Vom Äquator zu den Polen hin nimmt der Abstand zwischen den Meridianen immer mehr ab.

GMS

Die Längen- und Breitenkreise überziehen die Erde mit einem gedachten Gitternetz, dass den Erdkreis einmal von oben nach unten und einmal von links nach rechts in jeweils 360 Teile teilt. Jedes Teil wird als 1 Grad (°) bezeichnet.

Die Abstände zwischen den Graden werden wie bei einer Stunde in Minuten (‘) und Sekunden (“) eingeteilt. Ein Grad hat also 60‘ (Minuten) und 60“ (Sekunden) = GMS.

Der Punkt, von dem aus die Grade gerechnet (bezeichnet) werden, ist der Schnittpunkt von Nullmeridian und Äquator, der Erdmittelpunkt.

Die Breitenbezeichnung eines Ortes liegt an seiner Lage zum Äquator. Ist er nördlicher, ist es Nord (N), ist er südlicher, Süd (S). Nordpol zum Beispiel 90° N, Südpol z.B. 90° S.

Die Längenbezeichnung eines Ortes liegt an seiner Lage zum Nullmeridian. Ist er westlicher, ist es West (W), ist er östlicher, Ost (O). Achtung, Eventuell wird auch das englische East (E) für Ost verwendet!

Manchmal werden Minuten und Sekunden auch dezimal dargestellt:

Beispiel GMS: Plaza Mayor in Madrid: GMS: 40° 24′ 56″ N 3° 42′ 27″ W , mit digitalen Sekunden (genauer): 40° 24′ 55.7″ N 3° 42′ 26.6″ W

Dezimalgrad

Der Dezimalgrad ist die Umrechnung der Minuten und Sekunden in der GMS-Angabe in dezimale Zahlen. Im Dezimalgrad wird der Breitengrad ohne Vorzeichen, der Längengrad mit einem Minuszeichen unterschieden.

Dezimalgrad Plaza Mayor in Madrid: 40.415465, -3.707385

Umrechnungskonverter

Wie gibst Du GPS Koordinaten in Dein Navigationsgerät ein?

Bevor Du Navigationsdaten in Dein bevorzugtes System eingibst, solltest du wissen, welche Angaben Dein Gerät zum Navigieren benötigt.

Es gibt Geräte, die benötigen den Dezimalgrad. Andere möchten die Koordinaten als GMS-Angabe haben. Hier wiederum musst Du genau auf die Himmelsrichtung in den Koordinaten achten. Die Breitengrade werden mit N – Nord oder S – Süd. Die Längengrade O – Ost (manchmal auch E – East oder W – West bezeichnet).

Je nach Navigationsgerät musst du bei den Eingaben die Himmelsrichtung am Beginn oder am Ende der Zahlenkombination eingeben. Genauso verhält es sich mit den GMS-Daten: °-Grad-, ‘-Minuten- oder “- Sekundenangaben. Manche Navigationsgeräten geben diese selbst vor, bei anderen musst Du sie selbst eingeben.

Es gibt aber auch Navigationsgeräte, mit verschiedenen Möglichkeiten der Eingabe. Hier musst Du entscheiden, welche Eingabe Dir am liebsten ist.

Du kannst auf Google Maps jeden Punkt der Welt anklicken und bekommst, wenn vorhanden, eine Adresse, auf jeden Fall aber den GPS-Punkt angezeigt.

Der GPS-Punkt ist in Google Maps immer ein Dezimalgrad.

Kopierst Du diese dezimale Angabe und gibst sie in das Suchfeld in Google Maps ein, dann rechnet Google Maps diese Angabe in eine GMS-Angabe (Grad, Minuten, digitale Sekunden) um und zeigt außerdem noch die Adresse und einen sogenannten Plus-Code (der uns in dieser Erklärung nicht interessiert).

Nun hast Du aber die Umrechnung in GMS-Daten, die du eventuell für Dein Navigationsgerät benötigst.

Falls Du bei einer eigenen Suche mal nur eine Adresse für einen Standort hast, dann kannst du die GPS-Koordinaten auch mit diesem Link zu einem GPS-Koordinaten Konverter herausfinden. Du erhältst die GPS Koordinaten Dezimal oder als GMS. Auf dieser Seite wird Dir auch eine kopierfähige Landkarte angezeigt.

Trittsicherheit

Trittsicherheit

Wandern, Trekking, Bergwandern, Bergsteigen und Klettersteiggehen sind meine Lieblingsfortbewegungsarten zu Fuß. Ich wandere seit ich laufen kann, sagen zumindest die Kinderfotos. Meine Begeisterung fürs Wandern hat mich viele Ausbildungen machen lassen. Mein Fachwissen übertrage ich in Seminaren und bei Touren an interessierte Teilnehmer.

Ich habe mich viel mit Wandern beschäftigt. Bei meinen Kursen habe ich oft die gleichen Fragen beantwortet.
„Was ist eigentlich richtiges Gehen?“
„Nee, Bergab gehe ich nicht gern, ich rutsche immer aus und die Knie tun mir weh.“
„Also mit Stöcken durch den Wald! Sieht doch bescheuert aus!“
Antworten auf diese Fragen findest Du nachfolgend und auch als Download.

Gehen, Wandern, Bergauf, Bergab, Trekkingstöcke

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das den Aufrechten Gang als Fortbewegungsmethode praktiziert. Dies war ein Schlüsselereignis, denn dadurch wurden die Hände von „Fortbewegungsaufgaben“ befreit.

Seit vielen Millionen Jahren bewegt sich der Mensch aufrecht fort. Seit ebenso langer Zeit geht der Mensch. Zuerst wanderte er, um Nahrung zu finden, neue Siedlungsgebiete zu erschließen. Als die Menschen sesshaft wurden, mussten sie trotzdem weiter gehen. Zum Feld, zum Markt, sie zogen in den Krieg, sie pilgerten, besuchten sich gegenseitig. Die Anatomie des Menschen ist an den aufrechten Gang angepasst. Heutzutage verbringen wir viel Zeit mit Sitzen, die Fortbewegung (selbst kurze Wege) findet zumeist im Auto statt. Viele Zivilisationskrankheiten sind auf Mangel an Bewegung, an Mangel am Gehen zurückzuführen.

Gehen bedeutet eine vielfältige Bewegung und Körperbelastung. Ganzheitlich werden Muskeln beansprucht, das Kreislaufsystem angeregt, die Wahrnehmung geschärft, die Koordination trainiert.

Im Alltag geht man automatisch, ohne sich darüber Gedanken zu machen – es sei denn, es treten Schmerzen, z.B. in Knien, Hüften oder Rücken auf. Gelenkschonendes Gehen bedeutet, einen elastischen Gang mit fließendem Abrollen des Fußes von der Ferse über den Ballen zu forcieren.

Bewusstes Wahrnehmen des eigenen Ganges

Beachten Sie Ihren eigenen Gang mal bewusst – von „Außen“. Wie setze ich die Füße auf? Wie bewegen sich meine Knie, meine Hüfte, meine Arme? Schaue ich nach unten oder geradeaus?

Machen Sie diese Beobachtungen auf unterschiedlichen Untergründen, bei Steigung und Gefälle. Wie verändern sich Ihre Gehweisen? Eventuell versuchen sie diese Übungen mal barfuß? Wie verändern sich das Gehempfinden und die Gehweise?

Bewusstes Stehen

Stellen Sie sich aufrecht hin, Bauch- und Gesäßmuskeln sind etwas angespannt (verhindert ein Hohlkreuz), die Füße Hüftbreit auseinander gestellt, die Schultern zurück, die Arme hängen lassen, die Knie leicht gebeugt. Rollen sie von den Fersen auf die Zehenspitzen (heben Sie die Fersen dabei ab) und zurück auf die Ferse (heben Sie die Zehenspitzen dabei ab). Halten Sie dabei die Hüfte gerade, d.h. knicken Sie nicht den Oberkörper vor und zurück. Versuchen Sie, die Bewegung auszureizen, wie weit kommen Sie mit weiterhin gerader Hüfte nach vorne, wie weit zurück? Welcher Unterschied besteht, wenn Sie die Hüfte beugen?

Bewusstes Gehen

Nun gehen Sie vorwärts und bleiben in der Hüfte gerade, den Rücken gestreckt. Schwingen Sie die Arme leicht, wechselseitig mit. Rollen Sie die Füße ab, vom Aufsetzen auf die Ferse, leicht über den Außenrist bis zum Ballen über den großen Zeh. Halten Sie den Kopf aufrecht, ebenso die Halswirbelsäule.

Gehen sie anfangs ganz langsam – beschleunigen Sie bis ganz schnell – werden sie wieder langsam. Beobachten Sie dabei, ob Sie die Abläufe des aufrechten Gehens einhalten oder ob sich „ihre“ Gangart einschleicht. Was unterscheidet Ihre Gangart von der Beschriebenen? Versuchen Sie, dass herauszufinden und auch, woran es liegen könnte. Evtl. haben Sie Schmerzen und nehmen eine Schonhaltung ein. Oder Sie haben die Schonhaltung nach einer früheren Verletzung beibehalten und laufen daher „schief“. Üben Sie das bewusste Gehen, immer, wenn Sie beginnen zu gehen. Gehen Sie bewusst los und versuchen Sie, möglichst lange bewusst zu gehen. Überprüfen Sie Ihren Gang immer wieder mal, wenn Sie längere Wegstrecken zurücklegen, korrigieren Sie sich bewusst. Sie werden mit der Zeit eine positive Veränderung feststellen, hin zum aufrechten Gang.

Treppen steigen

Beobachten Sie Ihre Art Treppen zu steigen. Wie setzen Sie den steigenden Fuß auf? Ist er der Kraftgeber für die Fortbewegung? Wenn ja, legen Sie die Kraft ins Aufsetzen des Fußes oder ins Abdrücken? Probieren Sie den Unterschied – Sie können ihn hören.

Ist der untere Fuß der Kraftgebende?  Stoßen Sie sich mit ihm fest ab?

Versuchen Sie, den oberen Fuß leicht mit den Zehen aufzusetzen und die Druckkraft zum Hochstemmen beim Senken der Ferse einzubringen. Der untere Fuß kann den Druck nach oben leicht unterstützen (nachdem der „leichte Tritt“ verinnerlicht ist, als Nächstes üben).

Bergaufgehen

Treppensteigen leitet sich vom Bergaufgehen ab. Beim Bergaufgehen sind die „Stufen“ nicht so gleichmäßig. Entweder ist es eine ebene ansteigende Fläche oder das Gelände ist sehr unregelmäßig.

Je nach Steilheit des Geländes ist der Oberkörper beim Bergaufgehen leicht nach vorn gebeugt, um den Schwerpunkt stärker auf das Standbein zu verlagern. Die Schrittführung ist etwa hüftbreit (vereinfacht die Stabilisierung). Viele kleine Schritte, d.h. kurzes Steigen pro Schritt, sind dabei ökonomischer als wenige große Schritte, d.h. hohes Steigen pro Schritt. Beim Bergaufgehen kann je nach Gelände die ganze Sohle aufgesetzt werden, dies bietet mehr Halt und Stabilität.

Die „Gangart leichter Tritt“ (Treppensteigen) ist in schwierigem Wandergelände besonders wichtig. Durch Krafteinwirkung nur auf den oberen Fuß, werden durch den unteren Fuß keine Stein- und Schmutzpartikel gelöst und weggespritzt. Gerade im Gebirge wird so Steinschlag vermieden, der an Serpentinenstrecken, Wandernde unter dem eigenen Weg gefährden könnte.

Bergabgehen

Wichtig beim Bergabgehen ist, dass der voranschreitende Fuß mit Schwerpunkt darauf aufgesetzt wird. Bei geneigtem, geraden Gelände zuerst die Ferse aufsetzen dann abrollen über die Fußmitte zum großen Zeh. Der Beugewinkel des Kniegelenks des voranschreitenden Fußes liegt bei etwa 15°. Die Beugung sollte nicht zu stark erfolgen, da sonst die Beanspruchung des Kniegelenks hohe Werte erreicht. Durch das leichte Vorneigen des Oberkörpers ist es möglich, das Körpergewicht und somit den Körperschwerpunkt gleichmäßig auf die ganz Sohle zu übertragen.

Bei unregelmäßigem Gelände den unteren Fuß unerschrocken fest aufsetzen und belasten. Eine belastete Schuhsohle rutscht sehr selten. Je steiler das Gelände ist, je kleiner werden die Schritte. Probieren Sie folgendes: Stellen Sie Ihre Füßen parallel auf eine sehr schräge Stelle mit rutschigem Untergrund (z.B. Waldpfad, Bergpfad). Neigen Sie den Oberkörper etwas nach vorn und springen Sie bewusst etwa 10 cm (!) nach vorn. Wieder und wieder. Ist der Schwerpunkt über den Füßen, bleiben Sie fest auf der aufkommenden Stelle, die Schuhsohle hält, Sie rutschen nicht nach vorn.

Bitte auf elastische Knie achten und fließend gehen, nicht jeden Schritt bis zum Stillstand stoppen, sondern die Dynamik der Bewegung mitnehmen.

Bitte Vorsicht beim Absteigen durch Baumwurzeln. Sind diese feucht, ist die Rutschgefahr sehr hoch!

Trekkingstöcke

Trekkingstöcke bieten sich beim Bergauf- und Bergabgehen zur Unterstützung an. Sie unterscheiden sich von Nordic-Walking- und Skistöcken schon allein dadurch, dass sie auf verschiedene Längen eingestellt werden können. Dies ist wichtig, weil die Stocklänge beim Bergaufgehen kürzer ist als beim Bergabgehen.

Die Hände gehen von unten durch die Schlaufen und umfassen somit die Schlaufen und den Stockgriff. So geben beim Bergauf- und Bergabgehen die Handgelenke Kraftunterstüzung, Sie müssen nicht alles mit den Händen drücken und  Sie können die Stöcke auch loslassen und verlieren Sie nicht, denn sie bleiben an den Schlaufen hängen.

Trekkingstöcke werden bergauf hauptsächlich dann eingesetzt, wenn Gepäck (Rucksack) getragen wird. Die Stocklänge wird so eingestellt, dass der Druck, den die Hand und der Arm aufwenden etwa aus Brusthöhe kommt, wenn der Stock aufgesetzt wird. Das bewusste nach oben abdrücken mit den Armen dient der Entlastung der Muskulatur der Beine. Der Kraftaufwand wird auf mehrere Partien des Körpers verteilt, Sie ermüden weniger schnell.

Trekkingstöcke werden zur Absteigeunterstützung vor den Füßen, dort wo der absteigende Fuß hingesetzt werden soll,  eingesetzt. Die Stocklänge ist beim Aufsetzen zwischen Bauchnabel und Brusthöhe. Die Armmuskeln nehmen einen Teil des Körpergewichtes mit nach „unten“ und entlasten so die Kniegelenke und Beinmuskeln. Auch diese Bewegung kann nach einiger Übung fließend, d.h. ohne abbremsen, ausgeführt werden.

Wenn Sie die Stöcke nicht aus Sicherheitsgründen benötigen, verzichten Sie immer mal wieder bewusst auf sie, gerade bei ebenen Passagen. Das fördert den Gleichgewichtsinn.

Alle Tipps zur Trittsicherheit stelle ich Dir kostenlos als Download zur Verfügung.

Auf meinem YouTube-Kanal habe ich ein Video zur Trittsicherheit eingestellt.

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