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Von Kolberg kommend ist unser nächstes Ziel der Naturpark Slowinski, Słowińslo Park Narodowy auf Polnisch. Wir wollen auf den Campingplatz nach Łeba. Dort in der Nähe gibt es die größten Wanderdünen Polens. Wir wollen dort Radtouren machen um uns den Park und die Dünen anzuschauen.

Fahrt zum Nationalpark

Wir fahren aus Kolberg (Koszalin) raus und nehmen die Straße Nummer 6. In Słupsk biegen wir auf die kleiner Straße 213 ab, die uns in den Nationalpark führt. An manchen Bushaltestellen sitzen Menschen mit Einmachgläsern vor sich. Als ich das endlich in meinem Gehirn verarbeitet habe, bleiben wir an einem Stand stehen und kaufen Heidelbeeren und Pfifferlinge, die die Frau und ihre Tochter in den umliegenden Wäldern gesammelt haben. Das Wetter ist noch immer sehr unbeständig, kalt und äußerst windig. Das Wohnmobil schüttelt es im Wind ordentlich durch, Bernhard muss das Lenkrad manchmal mit Kraft festhalten, um geradeaus zu fahren. Unterwegs schmökere ich noch im Reiseführer und stelle fest, dass auch Łeba im Sommer eher überlaufen ist, gerade wegen der Nähe zu den Wanderdünen. Als wir an einer Kreuzung ein Holzschild sehen, auf dem ein Leuchtturm abgebildet ist, bremst Bernhard und wir orientieren uns auf der Landkarte und im Internet. Es muss sich um einen Leuchtturm im Nationalpark handeln. Ein Campinkplatz ist ganz in der Nähe, so biegen wir links ab. Der Campingplatz in Smołdzinski Las liegt direkt an der wenig befahrenen Straße. Wir biegen ein und halten an. Ein Mann eilt zur Rezeption, die in einem neu errichteten Häuschen untergebracht ist. Ja, wir können bleiben, Duschen und Strom ist im Preis inbegriffen, Entsorgung gibt es keine.

Das Wohnmobil der Bloggerin steht auf einem Wiesengelände, die Bäume biegen sich im Wind
Wir sitzen mit unserem Essen im Windschatten des Wohnmobils, aber richtig schön empfinden wir es nicht

So suchen wir uns einen Platz und parken rückwärts ein, dass unser Wohnmobil uns Windschutz geben kann. Wir haben eine polnische Karte des Nationalparks erhalten und stellen fest, dass die Dimensionen weiter sind, als gedacht. Wir wollen nun mit den Rädern zum Strand, zum Leuchtturm und zu den Dünen, die in der Nähe des Leuchtturms sind, fahren. Die Strecken könnten mit den Rädern befahrbar sein. Wir überlegen, am nächsten Tag mit den Rädern nach Kluki zu fahren, dort gibt es ein Schiffchen über den Jezioro-See nach Łeba und in die Nähe der großen Wanderdünen. Wir werden aufgeklärt, dass das Schiffchen in diesem Jahr nicht fährt – schade…

Fahrradtour im Slowinski Naturpark

Wir fahren die geteerte Straße hinunter und weiter auf einem sandigen Waldweg. Noch ist dieser Weg für Autos freigegeben und ziemlich zerfahren. Nachdem wir den letzten Parkplatz passiert haben, sind gelochte Betonplatten in den Boden eingelassen, über die wir weiter bis zu einer ehemaligen Funkerstelle holpern. Mittlerweile ist ein kleines Bistro darin untergebracht.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

Die Fahrradtour habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachradeln.

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Oder Du folgst mir und dieser Radtour auf meinem Komoot-Account.

Wir schließen die Räder ab und spazieren an den Strand. Ein lausig kalter Wind bläst und der feine Sand sandstrahlt unsere Füße beinahe. Lust zum Schwimmen bekomme ich bei diesen Witterungsverhältnissen nicht.

Links die stark wellige Ostsee, in der Mitte dick angezogene Menschen und rechts Dünen
Der Wind ist arktisch kalt und alle Menschen dick eingemummelt
Eine angeschwemmte Baumstämme sind zu einer Skulptur zusammengestellt
Strandgutkunst am Strand
Ein Strand mit wenigen Menschen, das Meer braust mit hohen Wellen
Zwar scheint die Sonne und macht ein schönes Licht, aber der Wind ist so kalt und heftig
Die Dünen sind von hohen Kiefern bewachsen
Die Dünen erobern sich den Wald zurück, der allerdings auch bis zur Ostsee reicht

Wir gehen zurück zu den Rädern und folgen der Landkarte erst zurück und dann nach links, Richtung Leuchtturm. Ein gelbes Schild weißt auf irgendwas hin, dass wir allerdings nicht verstehen. Wieder auf Betonholperplatten radeln wir durch einen wunderschönen lichten Kiefernwald, von Moos und Heide überwuchert. Teilweise stehen die Heidelbeeren sehr dicht mit vielen Beeren dran. Aber im Kühlschrank liegen noch die gekauften von der Bushaltestelle, daher pflücken wir keine mehr. Nach einer Rechtskurve geht es steil hinauf.

Bernhards E-Bike musste nach der Donauradtour, nach der 8. Etappe, als wir über das grausig grobe Pflaster von Passau gehoppelt sind, in die Werkstatt. Die Elektrik funktionierte nicht mehr, immer wieder war die Elektrounterstützung weg. Nach der ersten Nachfrage in der Werkstatt nach zwei Wochen, hatte noch niemand nach dem Rad geschaut. Da wir eine Woche später abreisen wollten, bat Bernhard um zügige Reparatur. Zwei Tage vor der Abreise bekam Bernhard Bescheid, dass das eine größere Reparatur würde, da der Fehler erst gesucht werden müsste. Das würde dauern. Nun war guter Rat teuer. Wir entschieden uns, mein E-Bike für Bernhard mitzunehmen, denn mit der Rahmengröße kommt er klar. Mein „altes“ Trekkingbike (ohne E) werden wir für mich auf die Reise mitnehmen. An solchen Aufstiegen, wie nun im Slowinski Naturpark, merke ich, wie sehr ich mich an die elektrische Unterstützung Bergauf bereits gewöhnt habe. Kurz bevor ich oben ankommen, bereits den Leuchtturm im Blick, dreht Bernhard um und ruft: „Hier ist Schluss.“ Als er mich erreicht, erklärt er, dass dort ein Zaun wäre und militärisches Sperrgebiet. Aha, das also hat das gelbe Schild bedeutet.

Ein Zaun mit einem Schild Militärisches Sperrgebiet auf Polnisch
Hätten wir die Schilder an Beginn der Straße lesen können, dann wären wir nicht steil aufwärts geradelt

Wir rumpeln also wieder hinunter, biegen an der Straße links ab und erst die nächste Einfahrt wieder links. Nochmal links und bis zur Treppe, die zum Leuchtturm hinaufführt.

Mehrere Treppen führen hinauf zu einem Leuchtturm aus Backstein, der in hohen Kiefern steht
Der Weg hinauf zum Leuchtturm geht über ziemlich verfallene Stufen

Wir steigen hinauf und besteigen auch den Leuchtturm. Beinahe oben angekommen müssen wir 4 Zloty Eintritt zahlen und steigen die letzte schmale Treppe hinauf in den Sturm. Oben werden wir nur nicht vom Turm gepustet, weil er ein hohes und stabiles Geländer hat. Wir genießen kurz den Rundblick und den Blick hinüber zu den Dünen.

Rundblick vom Leuchtturm – eventuell ist der Sturm sehr laut…

Mittlerweile sind wir ziemlich verfroren und beschließen, nicht mehr zu den Dünen zu fahren, denn wir müssten nach 2 km Sandradeln noch etwa 1,5 Kilometer auf sehr sandigen Wegen bis zu den Dünen laufen. Ich genieße noch die letzten Blicke in den Wald, bevor wir zum Wohnmobil zurück kehren.

Kiefern stehen in grünem Untergrund aus Waldgras, Moos und Heidebüschen
Blick in den Naturpark Smoldzino

Zum Aufwärmen machen wir uns Semmelknödel mit Pfifferlingen, hmmm, wie lecker.  Wir werden morgen von der Ostsee ins Landesinnere fahren, um endlich aus dem Wind zu kommen.

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