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Ein herrlicher Sommertag in Litauen. Wir sind am Dusia-See, im Regionalpark Meteliai. Wir packen die Badesachen in die Fahrrad-Packtaschen und radeln zum Informationszentrum des Regionalparks. Leider werden Fahrradkarten angepriesen, aber nicht vorhanden und wir planen unsere eigene Tour.

Fahrt zum Informationszentrum Regionalpark Meteliᶙ

Die Badesachen sind in der Ortlieb-Packtasche und wir fahren entlang der Straße Richtung Meteliai, in Litauisch Meteliᶙ geschrieben. Die Straße ist nur so breit, dass ein Auto und ein Fahrrad auf dem Teer fahren können. Die Banketten sind sandig mit grobem Schotter und sehr breit. Entgegenkommende Fahrzeuge weichen zum Aneinander vorbeifahren auf die Bankette aus. Einige Autofahrer, entgegenkommende und in unsere Fahrtrichtung, weichen auch beim Überholen oder passieren von uns, auf die Bankette aus, und wir fahren in Staubwolken weiter. Steine fliegen uns außerdem um die Ohren, denn die Geschwindigkeit wird beim Passieren nicht verringert. Zum Glück sind wenige Autos unterwegs, so ist das Radfahren eigentlich recht entspannt ist.

Im Örtchen Meteliai entdecken wir ein – wohl in der Sowjetzeit errichtetes – Gebäude, dass wie ein Rathaus aussieht. Bei näherem hineinschauen entpuppt sich das Erdgeschoss als kleiner Supermarkt, Paduotivo genannt. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier. Gut zu wissen! Gegenüber ist ein Stand aufgebaut, in dem geräucherte Fische angeboten werden. Wir radeln weiter, erst mal am Aussichtsturm vorbei, zum Informationszentrum.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

Diese Fahrradtour habe ich auf Komoot aufgezeichnet, so kannst Du sie einfach nachfahren.

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Das Informationszentrum Regionalpark Meteliᶙ

Gestern, bei der Anreise mit dem Wohnmobil, haben wir das Informationszentrum verpasst. Das Hinweisschild ist längs zur Straße unter Bäumen angebracht, so dass es beim Autofahren nicht sichtbar ist, wie schade. Die Einheimischen und litauischen Touristen kennen den Platz, denn der Parkplatz füllt sich gerade mit Badegästen. Am Infozentrum können Kajaks und Standupbretter ausgeliehen werden. Im ersten Stock ist ein Museum zur Ökologie des Sees untergebracht, Eintritt 1 €. Wir besuchen es nicht. Der Ranger, der das Informationszentrum betreut, kann uns nur eine litauische Übersichtskarte geben, die künstlerisch sehr schön gestaltet ist.

Ein zweistöckiges Haus, im oberen Stockwerk verglast, beherbergt das Besucherzentrum des Nationalparks mit Museum
Das Besucherzentrum des Nationalparks hat im oberen Stockwerk ein Museum
Eine überlebensgroße geschnitzte Figur mit einem Fischernetz steht auf dem Rasen vor dem Informationszentrum
Diese geschnitzte Figur steht vor dem Informationszentrum

Wir wissen nun, dass es unterwegs keine Einkehr gibt und wir eine große Stecke an der Hauptverkehrsstraße fahren müssen, die jedoch wenig befahren ist. Wir entschließen uns, ein Picknick zu richten. Wir fahren zurück zum Supermarkt und kaufen einige fehlende Lebensmittel. Am Campingplatz richten wir uns ein Picknick.

Fahrradtour um den Dusia-See

Nachdem das Picknick in Kühltaschen verstaut ist, starten wir richtig zu unserer Fahrradtour.

Aufzeichnung der Fahrradtour auf Komoot

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Wir fahren an vielen Einfahrten zum See vorbei, die mit Schnüren oder Schranken abgesperrt und mit einem Schild „Privatu“ versehen sind, dass wir als „Privat“ übersetzen. Meist sind die Grundstücke einfache Wiesengrundstücke, oft stehen darauf Wohnwägen oder Zelte. Links von uns sind meist die Seegrundstücke und rechts landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Bauernhöfe dazu stehen ziemlich verstreut und wirken manchmal unbewohnt. Als wir einen direkt zwischen See und Straße eingeklemmten privaten Badeplatz passieren, fällt uns ein Stillleben ins Auge.

Ein Boot liegt halbversunken im Dusisee. Links hinter dem Boot sind rote Seerosen, dahinter Schilf
Ein Stillleben mit altem Boot
Rote Seerosen vor Schilf
Rosarote Seerosen – wie schön!

Wir halten an jeder Kreuzung um uns zu orientieren und die Karte mit der Komoot-Landkarte zu vergleichen. Die wenig vorhandene Beschilderung ist für uns manchmal nicht aussagekräftig. Den Ort Spernia, den wir laut Tourikarte aus dem Informationszentrum arte passieren, nehmen wir gar nicht wahr. Scheinbar liegt er nicht an der Straße am See, sondern mehr ins Landesinnere?

Prähistorische Höhenburg

Nach zwei mal Abbiegen sehen wir einen grasbewachsener Hügel vor uns, mit Parkplätzen und Infotafel. An dieser Stelle werden wir unsere Mittagspause machen.

Ein grasbewachsener Hügel zeigt die Stelle, wo im ersten Jahrtausend der Stamm der Yotfingian eine Höhenburg hatte
Die prähistorische Stelle Piliakalniai oder Piliakalnis, in der der Stamm der Yotvinigian eine Höhenburg hatte
Die Bloggerin und ihr Mann liegen auf einer Decke am See, rechts davon einige Bäume
Dort wo sich die Yotvinigian wohlfühlten, fühlen wir uns zur Mittagsrast mit Vesper auch wohl
Ein Mann geht im flachen Wasser des Dusiasees schwimmen
Das Wasser ist so klar, dass Du die Steine am Uferrand im Wasser genau erkennen kannst
Der Eingang zur Höhenburg wird von zwei geschnitzten Figuren bewacht
Sogenannte “steinerne Frauen” bewachen den Eingang zur Höhenburg. Rechts die Figur mit Trinkhorn für die Gastfreundschaft, links die Figur mit dem Schwert, die das ihre Verteidigen wird

Wir unterhalten und mit einem Familienvater, der mit seinem kleinen Sohn mit einer Angel im flachen Wasser steht. Von ihm erfahren wir, dass der See 12 km lang und 4 km breit ist und an seiner tiefsten Stelle 15 m tief ist. Entstanden sind die Seen während der Eiszeit durch eine Gletscherzunge. Hier, am Westufer des Sees, sinkt das Ufer auch schneller in den See, als am Ostufer.

Kapelle Maria zum Rosenkranz

Wir radeln auf einer schönen geteerten schmalen Straße weiter und haben auf den nächsten 5 km nur zwei Autobegegnungen. Es geht immer wellig voran, im leichten Gefälle kann ich Anlauf nehmen für die nächste Steigung. Fast am Südufer des Sees angekommen, passieren wir eine Kirche. Dank Google Übersetzung bekomme ich später in etwa heraus, was es mit dieser Kirche auf sich hat.

Eine im Jahr 2000 neu erbaute Kirche für die Heilige Maria
Die im Jahr 2000 neu erbaute Kirche Kryziu sventove ersetzt die hölzerne Vorgängerkirche aus dem Jahr 1816
Aus Holz geschnitzte Figuren auf einer Wiese markieren den Kreuzweg Jesu
Auf der Wiese bei der Kirche stehen 12 Figuren, die wahrscheinlich den Kreuzweg Jesu nachstellen

Die „Heilige Kapelle der Kreuze und der Königin Maria vom Rosenkranz“ steht am südwestlichen Ufer des Dusia-Sees zwischen den Dörfern Sutre und Staigūnai. Die Geschichte der Kirche ist auf den „Großen nordischen Krieg“ zurückzuführen. Er wurde von 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt. Eine Allianz aus Russischem Zarenreich, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen griff im März 1700 das Schwedische Königreich an. Im Jahr 1702 war die litauische Armee zwischen den Seen Dusia und Metelis stationiert. Sie stand unter der Führung von Hauptmann Mykolas Servantietis Višnioveckis, und sollte verhindern, dass die schwedische Armee nach Grodno marschierte. Während des Wartens auf den Feind, errichteten die Litauer drei Kreuze. An eines der Kreuze lies der Hauptmann eine Kopie eines Marienbildnisses von Barūnai, einen Zinkstich, hängen,  an dessen helfende Kraft er fest glaubte. Am Feiertag der Apostel Peter und Paul hielt der Armeekaplan die heilige Messe, kurz danach griffen die Schweden an und gewannen die Schlacht und das Gebiet. Die Bevölkerung versteckte nach der Niederlage die Kreuze und den Zinkstich vor den protestantischen Schweden.

Ein blinder Veteran kehrte einige Jahre später zum Schlachtfeld zurück und erlangte sein Augenlicht wieder. Das Wunder sprach sich schnell herum und die Menschen pilgerten an diese Stelle, die drei Kreuze wurden wieder aufgestellt. Unter der Herrschaft der Preußen wurden die Kreuze in die Kirche in Meteliai gebracht, aber die Menschen pilgerten weiterhin an die ehemalige Stelle. So wurde 1816 eine hölzerne Kapelle an der heiligen Stelle errichtet. Sie wurde 1948 von den Russen geschlossen und 1963 abgerissen, die Kreuze und das Bildnis der Muttergotten waren wieder versteckt worden.

1992, kurz nach der Litauischen Unabhängigkeit von der UdSSR, wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Die finanziellen Mittel kamen hauptsächlich von Exil-Litauern aus aller Welt. Der Dekan Vytautas Prajara weihte die Kirche im Jahr 2000 ein. Eine Messe wird jeden Sonntag angeboten. De Hauptfeiertage, an denen viele Gläubige zur Kirche pilgern, sind Pfingsten und der Namenstag der Apostel Peter und Paul. (Falls Du eine bessere Information zur Kirche hast, oder Fehler korrigieren möchtest, nutze bitte mein Kontaktformular, vielen Dank).

Bei der Kirche ist auch ein Brunnen, der für diese Gegend in Litauen wohl üblich ist.

Ein überdachter, gemauerter Ziehbrunnen mit einem Zinkeimer
Diese Brunnen sieht man noch an vielen Häusern auf dem Land in Litauen

Um das Südende des Sees fahren wir wieder auf der stärker befahrenen Straße. Es ist Freitagnachmittag, die Litauer reisen für das Wochenende an den See. Beim passieren eines privaten Seegrundstücks, fällt mir die Schranke auf.

Ein Privatgrundstück wird von zwei hölzernen Figuren und einer Schranke abgesperrt
Links ein Fisch, daneben der Zwerg und der Riese mit Schild, die die Schranke des Privatgrundstücks bewachen

Wir fahren nun am Infozentrum vorbei und halten am Aussichtsturm an.

Ein aus Holz gebauter, in sich verdrehter, Turm aus langen Holzbalken mit einer stählernen Wendeltreppe darin und einer Aussichtsplattform oben
Die Konstruktion des Aussichtsturms ist beeindruckend
Die Wendeltreppe aus Stahl und die gebogenen Holzbalken, die ebenfalls mit Stahl unterstützt, den Aussichtsturm bilden
Detailansicht des Aussichtsturms
Die Verschraubungen von Stahl und Holz im Detail
Detailansicht des Aussichtsturms
Blick vom Aussichtsturm über einen See und Felder
Der Blick zum benachbarten Metelys See vom Aussichtsturm

Kurz danach kommen wir in den Ort zurück, dessen Ortsschild mir gut gefällt.

Das inoffizielle Ortschild von Meteliai weißt darauf hin, dass der Ort schon immer ein Fischerort war
Das inoffizielle Ortschild von Meteliai weißt darauf hin, dass der Ort schon immer ein Fischerort war

Kurz vor dem Abzweig zum Campingplatz sind einige Kurven, in denen uns Fahrzeuge in hoher Geschwindigkeit entgegenkommen, die auf die Bankette ausweichen. Hinter uns kommen allerdings auch Fahrzeuge, ebenfalls sehr schnell, die mit quietschenden Reifen abbremsen. Eingestaubt biegen wir zum Campingplatz ab, zum Glück gibt’s den See zum entstauben!

Die Einfahrt zum Campingplatz wird mit einem blauen Schild markiert und einer Holzschnitzerei mit der Aufschrift Vitruna
Die Einfahrt zum Campingplatz Vitruna

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