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Nach unserem Aufenthalt am Taltysee in Polen wollen wir nach Litauen weiter reisen. Bevor es hoch zur Ostsee geht, lockt uns ein See und ein Regionalpark, direkt im Südwesten, an der Grenze zu Polen. Zu Litauen habe ich eine besondere Beziehung, ich bin sehr gespannt auf das Land.

Einreise nach Litauen

Wir fahren vom Campingplatz in Talty in Polen zur Straße Nummer 16 und folgen dieser Richtung Osten. In Augustów könnten wir auch nach Weißrussland abbiegen. Wir aber ziehen Litauen vor, denn wir besuchen ja die Ostseeanrainerstaaten. An einem Straßenverkauf erstehen wir noch Himbeeren. Tanken wollen wir nicht mehr, denn in Litauen sind die Dieselpreise günstiger als in Polen. Und einkaufen wollen wir auch erst in Litauen, denn da können wir in € bezahlen und haben einen guten Vergleich zu deutschen Preisen. Die polnisch-litauische Grenze erkennen wir nur an den Schildern, eine offensichtliche Grenze ist nicht vorhanden.

Die Grenze von Polen nach Litauern mit vielen Schildern
Wir passieren die Grenze nach Litauen!

Ich habe fast 20 Jahre im südhessischen Ort Hüttenfeld gewohnt. Dort gibt es seit den 1960er Jahren im ehemaligen Schloss ein litauisches Gymnasium. Das hatten Exil-Litauer aus aller Welt gegründet, die ihre Kinder mit litauischer Sprache und Kultur erziehen wollten. Diese Litauer sind vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg geflüchtet. Erst vor den Deutschen Nazis und dann vor den Russen, gegen deren Besetzung sie Widerstand geleistet haben. Im Schlosspark wurde ein Internatsgebäude errichtet, der Unterricht findet zu 80% im alten Schloss statt. Im Ort selbst wohnen auch viele Litauer und so habe ich einen persönlichen Bezug zu diesem Land. Leider war ich nicht so schlau, dass ich ein wenig Litauisch gelernt habe, das wäre auf unserer Reise nun ziemlich hilfreich. Tipps zu Litauen im Wohnmobil findest Du hier.

Im Städtchen Lazdijai biegen wir in den Ortskern nach links ab und später, einem Hinweisschild folgend – auf dem wir nur 8-22 Uhr erkennen können – nochmal nach links. Wie richtig vermutet, landen wir bei einem Supermarkt. Wir kaufen in dem ordentlich eingerichteten und sauberen Markt ein und entdecken einige, uns unbekannte, Lebensmittel. Die werden wir in den nächsten Wochen alle ausprobieren. Nach dem Einkauf folgen wir unserem Auto-Navi bis in den Ort Meteliai und wechseln dort zur Sygic-Navigation, die uns bis zum Campingplatz Vitruna führt.

Die Einfahrt zum Campingplatz wird mit einem blauen Schild markiert und einer Holzschnitzerei mit der Aufschrift Vitruna
Die Einfahrt zum Campingplatz Vitruna

Wir parken unser Auto und gehen zu einem kleinen Häuschen hinter dem Tor. Dort hängen nur litauische Informationen. Wir fragen zwei Männer, ob sie englisch oder deutsch sprechen und sie uns mit der Übersetzung helfen können. Doch da kommt schon ein Herr, der für den Platz zuständig ist. Er klärt uns über die Preise auf und dass wir uns überall im oberen Bereich hinstellen können. Wir fragen, ob wir nicht mit Blick auf den See parken können. Diese Plätze wären für Zelte reserviert, die von Freitag bis Sonntag dort stehen würden. Außerdem wäre es dann ziemlich laut dort. Na, mal sehen, denken wir. So stellen wir uns hinten in eine Ecke, mit Bäumen, so dass wir entweder Schatten haben oder in die Sonne rücken können.

Erster Dusiasee-Tag

Ich setze mich gleich raus unter die Markise und bearbeite Bilder für den Blog, Bernhard geht mit Liegestuhl, Lektüre und Badesachen zum See. Als er zurückkommt, macht er uns aus unseren letzten polnischen Heidelbeeren, Heidelbeerpfannkuchen. Wie lecker!

Auf einem Teller liegt ein mit Puderzucker bestäubter Heidelbeerpfannkuchen
Zum Abendessen gibt es lecker Heidelbeerpfannkuchen

Ich spüle ab und folge Bernhard zum See. Er ist, als ich ankomme schon am Schwimmen. Der See ist aufgepeitscht und ein warmer Wind pfeift.

Vom See aus ist das baumbestandene Ufer zu sehen
So ruhig war der See am Nachmittag
Ein See mit Schilf im Hintergrund, rechts zwei Menschen, die in den See gehen
Das Wasser ist so klar, es hat sicherlich Trinkwasserqualität. Um zu schwimmen, muss man ziemlich weit in den See hineinlaufen
Graue Wolken hängen über einem See, die Bäume sind von Sonne beschienen, ein Schwimmer ist im Wasser
Bernhard schwimmt bei stürmischer Stimmung im Dusiasee

Wir sitzen im Wind, trinken Wein und betrachten den See und einige Schlauchboote, die mit dem Wind und den Wellen kämpfen. Einfach nur sitzen und schauen… Als ich später den Sonnenuntergang vom Seeufer fotografieren will, entdecke ich auf einem großen Felsblock diesen Käfer.

Die schwarzen Punkte des Marienkäfers sind weiß umrandet
Vermutlich ist das kein Marienkäfer, denn die schwarzen Punkte haben weiße Ränder

Obwohl er auf der flachen, oberen Seite des Steins sitzt, kann ihn der starke Wind nicht wegpusten. Ich bewundere ihn und konzentriere mich wieder auf den Sonnenuntergang.

Der Sonnenuntergang am Dusiasee
So schön klingt unser erster Abend am Dusiasee aus

Zweiter Dusiasee-Tag

Am nächsten Tag unternehmen wir zuerst eine Radtour zum Informationszentrum Meteliai. Nach dem Einkaufen drehen wir eine Fahrradrunde um den See. Die habe ich in einem Extra-Beitrag beschrieben.

Wieder zurück beim Wohnmobil trinken wir erst ein Bier, bevor ich mich wieder an den Laptop setze und Bernhard an den See geht. Wir hatten bereits gestern Abend das Roastbeef aus unserem Einkauf in Rothenklempenow bei der Höfegemeinschaft Pommern aus dem Eis genommen und im Kühlschrank langsam auftauen lassen. Bevor Bernhard zum See gegangen ist, hat er das Roastbeef aufgeschnitten, da wir Steaks zum Abendessen grillen wollen. Vom See zurück macht er einen leckeren Salat und scheucht mit vom Laptop. Ich decke den Tisch und wir genießen ein tolles Abendessen.

Ein Wohnmobil steht auf einer Wiese unter Laubbäumen, Tisch und Stühle stehen daneben, ein Mann grillt unter einer Markise
Bernhard an unserem Grill, der Tisch ist schon gedeckt
Ein Steak und ein Salat auf einem Teller
Das sieht nicht nur lecker aus – das war es auch!

Nach dem Essen gehen wir mit Stühlen, der Kühltasche mit Wein und den Badesachen runter zum See. Das Licht der Abendstimmung ist einfach phänomenal. Die Bäume am Ufer hängen ziemlich über die Böschung. Leider ist das Wasser nicht so tief an der Stelle, dass man sich an einem Seil vom Baum in den See schwingen könnte. Bei der Seehöhe nach 10 oder 15 m, bekäme man nur einen blauen Hintern.

Die Bäume am Ufer sind über das Wasser gekippt
Die Uferbäume hängen tief über das Wasser
Die Wurzeln der Uferbäume sind unterspült
Die Wurzeln der Uferbäume sind unterspült. Das sieht zwar sehr interessant aus, aber die Bäume werden früher oder später in den See kippen

Nach dem ersten Bad sitzen wir wieder nur im Stuhl und schauen. Mir kommt die Idee, dass ich als werdende Influenzerin auch Bilder von mir in den Blog stellen sollte. Da die Sonne die Wasseroberfläche nun in einem Streifen in goldenes Licht taucht, kommt mir eine Idee. Ich könnte ja den Wein unseres Lieblingsweingutes, dem Weingut Sohn in Frankweiler in der Pfalz, den wir in unserem Wohnmobilkeller spazieren fahren, mal mit einem litauischen Foto anpreisen. So schenke ich mir Weißburgunder vom Weingut Sohn in mein Glas und laufe auf dem Sonnenstreifen in den See. Bernhard macht verschiedene Fotos, davon eines für Dich zur Ansicht.

Die Bloggerin steht im Sonnenuntergang im See, im Lichtstreifen der Sonne und hält ein Glas Weißwein in die Höhe
Ich mache ein Spaßfoto für meinen Instagram-Account, an dem Du nun auch teilhaben kannst

Dritter Dusiasee-Tag

Wir entschließen uns, noch einen Tag zu bleiben, denn ich hänge mit den Blogartikeln weit hinterher. Bernhard verbringt den Tag in der Hängematte und am See, ich am Wohnmobil. Es gibt, glaube ich, schlechtere Arbeitsplätze, als vor einem Wohnmobil an einem schönen Sommertag. Zum Mittagessen machen wir uns Flammkuchen in unserem Enders Gasgrill. Wie das geht, zeige ich in einem extra Beitrag.

Der fertige Flammkuchen auf dem Gasgrill
Voila, der Flammkuchen ist fertig, guten Appetit!

Später ärgere ich mich mit dem schlechten Internet im Bistro herum, bis die Damen den Routerfehler beheben. Spät gehen wir mit den Liegestühlen, unserem Wein und den Schwimmsachen an den See. Mittlerweile ist das Ufer überfüllt von Autos und Zelten. Überall brennen Lagerfeuer und Grills – nicht mit Holzkohle, sondern mit echten Holzscheiten entzündet. Allerdings wird zum Anbrennen ganz viel Spiritus benutzt. Wir haben Glück am Ufer, eine Familie ist gerade am Gehen. So können wir ganz vorne links am Zaun unsere Stühle aufstellen. Wir wissen mittlerweile, dass das die schönste Stelle für den Sonnenuntergang ist.

Jetzt am Abend ist das Wasser des am Ufer so flachen Sees fast Badewannenwarm. Das Schwimmen ist wieder ein Genuss, auch weiter draußen. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber ich empfinde das Wasser als ungeheuer weich. In der praktischen Umkleide ziehen wir uns um und genießen auf unseren Stühlen sitzend, einen Merlot Rosé von unserem Lieblingswinzer.

Junge Leute hinter uns fangen ein Ballspiel an, werfen sich einen Football zu. Manchmal landet er im Wasser, einmal fast auf mir, denn das „Ei“ ist schwer zu werfen. Wir lachen mit den jungen Leuten und sie nehmen einen Volleyball und laden uns ein, mit ihnen ein wenig zu spielen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und kommen so mit ihnen ins Gespräch. Ein junger Mann hat in Deutschland sein Abitur gemacht, ein anderer erzählt, dass zur Zeit der Unabhängigkeit noch 3,2 Millionen Menschen in Litauen wohnten, mittlerweile nur noch 2,6 Millionen. Ich habe die Zahlen NICHT überprüft! Er meinte, dass die Menschen im Ausland mehr verdienen und deshalb auswandern.  Die jungen Menschen werden zum Essen gerufen, wir verabschieden uns. Wir setzen uns zum Fotografieren und zum Abend genießen. Das Licht ist so einmalig und dwir haben einige schöne Motive.

Ein Segelboot führt auf einem See, Im Hintergrund eine weiße Kirche
Das Segelboot ist in etwa auf Höhe der Kirche Kryziu sventove
Ein Schwan streckt die Zunge zur Verteidigung hinaus
Wenn Schwimmer zu nahe kommen, faucht der Schwan
Menschen gehen im flachen Seewasser in der Abendsonne spazieren
Wasserwandern mal anders interpretiert
Ein Schwan in den Lichtspielen der Untergehenden Sonne in einem See
Der Schwan im kitschigen sonnengespiegel der untergehenden Sonne
Ein roter Himmel mit halb untergegangener Sonne über dem See
Ein atemraubender Sonnenuntergang am letzten Abend am See

Mit diesem Erlebnis spazieren wir zurück zu unserem Wohnmobil. Überall riecht es nach allen möglichen Speisen an den qualmenden Lagerfeuern. Das ist wegen der Moskitos eine gute Idee, denn so schwirren die alle zu uns, die wir kein qualmendes Feuer haben. Aber Antimückenspray, mit dem wir uns „einstinken“ uns so auch nicht für Moskitos attraktiv sind.

Am Morgen gehen wir noch schwimmen und duschen dann in unserem Wohnmobil. Wir reisen nach dem Frühstück mit kleinen Aufenthalten nach Kaunas. Wir haben drei wunderschöne Tage verlebt, mit drei völlig verschiedenen Stimmungen am Abend am See Dusia!

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